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Schmerzensgeld vom Rechtsunwalt
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Setarkos
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Anmeldungsdatum: 27.12.2005
Beiträge: 315
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BeitragVerfasst am: 05 Feb 2006 - 14:07:31    Titel: Schmerzensgeld vom Rechtsunwalt

Wenn Anwälte ihre Mandanten nicht korrekt aufklären,
sie ihnen nur das als Ziel nennen, was durch Rechtsprechung
erreicht wurde, was sich aber nicht mit dem Zweck
der jeweils relevanten Rechtsvorschrift deckt,
und wenn sie dann auch noch bei ihrer Tätigkeit versäumen,
Beweise für ein faires Verfahren zu sichern,
indem sie mündliche Kontakte nicht protokollieren
bzw. versäumen, Gutachtern und Richtern Protokolle abzuverlangen,
können Mandanten wohl kaum ihr Ziel auf dem kürzesten
und sichersten Weg erreichen.

Nachdem die Vertragshaftung in den Schmerzensgeldanspruch
mitaufgenommen worden ist nach der letzten großen Reform
des Schadensersatzrechtes, müßten eigentlich viele Mandanten
ihre Anwälte auf Zahlung eines Schmerzensgeldes verklagen können,
wenn die nicht nachweisen können, daß sie vorschriftsgemäß
gearbeitet haben und ihre beiden wichtigsten Pflichten leisteten ...

Gibt es Schätzungen, um wieviel ihre Berufshaftpflichtprämien
sich erhöhen werden, oder müssen das Anwälte selbst bezahlen,
wenn sie diese Pflichten vorsätzlich verweigern, nachdem sie
von ihren Mandanten ausdrücklich darum gebeten worden sind ...?
Setarkos
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Anmeldungsdatum: 27.12.2005
Beiträge: 315
Wohnort: Nähe Tübingen

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2006 - 14:09:23    Titel:

Nachdem es vielen hier so schwer gefallen ist,
sich mit meinen Verbesserungsvorschlägen zu beschäftigen,
habe ich mich entschlossen, konkrete Erleichterungen anzusprechen ... Very Happy
Ass.Jur.
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Anmeldungsdatum: 26.08.2005
Beiträge: 134
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2006 - 20:37:43    Titel:

Zitat:
Nachdem die Vertragshaftung in den Schmerzensgeldanspruch
mitaufgenommen worden ist nach der letzten großen Reform
des Schadensersatzrechtes,


Das ist grob falsch. Der Schmerzensgeldanspruch wurde im Zuge der Schuldrechtsreform in den allgemeinen Teil übernommen, mit der Folge, dass Schmerzensgeld im Rahmen eines jeden schuldrechtlichen Anspruchs geltend gemacht werden kann, nicht umgekehrt. Dies solltest du bei deiner Darstellung schon berücksichtigen.


Zitat:
müßten eigentlich viele Mandanten
ihre Anwälte auf Zahlung eines Schmerzensgeldes verklagen können,
wenn die nicht nachweisen können, daß sie vorschriftsgemäß
gearbeitet haben und ihre beiden wichtigsten Pflichten leisteten ...


Genau das ist Gegenstand des Regressanspruchs des Mandanten gegen seinen "vetragsbrüchigen" Rechtsanwalt. Wenn du dir § 253 Abs. 2 BGB einmal genau durchliest, wird dir auffallen, dass Schmerzensgeld in der Regel nicht für vertragliche Pflichtverletzungen geleistet wird, sondern für Nichtvermögensschäden, die aus der Verletzung von Körper, Gesundheit, Freiheit oder sexueller Selbstbestimmung resultieren. Solche Schäden sind im Zusammenhang mit Rechtsberatungsverträgen allerdings in der Regel nicht zu erwarten.

Zitat:
wenn sie diese Pflichten vorsätzlich verweigern, nachdem sie
von ihren Mandanten ausdrücklich darum gebeten worden sind ...?


Diese Aussage ist viel zu wässrig. Ein Maurer wird in der Regel eine tragende Wand nicht aus dem Gebäude reissen, selbst wenn ihn sein Kunde darum bittet. Auch wenn du möglicherweise nicht überzeugt sein magst, aber ein Rechtsanwalt hat ebenso wie ein Maurer sein Handwerkszeug gelernt. Fälle, in denen Mandanten einerseits von Rechtsanwälten z.T. schlecht bis falsch beraten werden, werden auf der anderen Seite von einer Vielzahl von Fällen begleitet, in denen starrköpfige Mandanten dem Rat ihrer Anwälte partout nicht folgen wollen und im Falle des Unterliegens im Rechtsstreit Regress bei ihrem Anwalt nehmen wollen. Oftmals begegnet man landläufig überkommenen Rechtsauffassungen, die dem individuell Betroffenen rechtens scheinen mögen, es aber nicht sind.
Ebensowenig überzeugen deine Verurteilungen eines gesamten Berufstandes wegen einiger schwarzer Schaafe, die nun wirklich jeder Berufsstand aufzuweisen hat.
Setarkos
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Anmeldungsdatum: 27.12.2005
Beiträge: 315
Wohnort: Nähe Tübingen

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2006 - 23:57:01    Titel:

Ass.Jur. hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Nachdem die Vertragshaftung in den Schmerzensgeldanspruch
mitaufgenommen worden ist nach der letzten großen Reform des Schadensersatzrechtes,


Das ist grob falsch. Der Schmerzensgeldanspruch wurde im Zuge der Schuldrechtsreform in den allgemeinen Teil übernommen, mit der Folge, dass Schmerzensgeld im Rahmen eines jeden schuldrechtlichen Anspruchs geltend gemacht werden kann, nicht umgekehrt. Dies solltest du bei deiner Darstellung schon berücksichtigen.

Zitat:
müßten eigentlich viele Mandanten
ihre Anwälte auf Zahlung eines Schmerzensgeldes verklagen können,
wenn die nicht nachweisen können, daß sie vorschriftsgemäß
gearbeitet haben und ihre beiden wichtigsten Pflichten leisteten ...


Genau das ist Gegenstand des Regressanspruchs des Mandanten gegen seinen "vetragsbrüchigen" Rechtsanwalt. Wenn du dir § 253 Abs. 2 BGB einmal genau durchliest, wird dir auffallen, dass Schmerzensgeld in der Regel nicht für vertragliche Pflichtverletzungen geleistet wird, sondern für Nichtvermögensschäden, die aus der Verletzung von Körper, Gesundheit, Freiheit oder sexueller Selbstbestimmung resultieren. Solche Schäden sind im Zusammenhang mit Rechtsberatungsverträgen allerdings in der Regel nicht zu erwarten.

Zitat:
wenn sie diese Pflichten vorsätzlich verweigern,
nachdem sie von ihren Mandanten ausdrücklich darum gebeten worden sind ...?


Diese Aussage ist viel zu wässrig. Ein Maurer wird in der Regel eine tragende Wand nicht aus dem Gebäude reissen, selbst wenn ihn sein Kunde darum bittet. Auch wenn du möglicherweise nicht überzeugt sein magst, aber ein Rechtsanwalt hat ebenso wie ein Maurer sein Handwerkszeug gelernt. Fälle, in denen Mandanten einerseits von Rechtsanwälten z.T. schlecht bis falsch beraten werden, werden auf der anderen Seite von einer Vielzahl von Fällen begleitet, in denen starrköpfige Mandanten dem Rat ihrer Anwälte partout nicht folgen wollen und im Falle des Unterliegens im Rechtsstreit Regress bei ihrem Anwalt nehmen wollen. Oftmals begegnet man landläufig überkommenen Rechtsauffassungen, die dem individuell Betroffenen rechtens scheinen mögen, es aber nicht sind.
Ebensowenig überzeugen deine Verurteilungen eines gesamten Berufstandes wegen einiger schwarzer Schaafe, die nun wirklich jeder Berufsstand aufzuweisen hat.


ERSTENS:
Ich bin kein Paragraphentechniker. Ich hoffe es stimmt,
was Du zur Einordnung der Vertragshaftung des § 253 BGB gemeint hast.
Jedenfalls hört es sich nicht falsch an.
Mir ist wichtiger, daß die Karre fährt und gescheit was transportieren kann.
Die von mir beklagten anwaltlichen Behinderungen sehe ich so,
als wäre der Motor mitten auf der Ladefläche plaziert worden.

ZWEITENS:
Daß für einen Schmerzensgeldanspruch von einem "Schwarzen Schaf"
eine entsprechende Körpverletzung nachgewiesen werden muß,
sofern sich keine Beweislastumkehr ergeben hat,
was man bei nicht ordnungsgemäßer Protokollierung
einer entsprechend psychisch belastenden Gerichtsverhandlung
mit entsprechenden Folgen durchaus bejahen könnte,
sofern der Mandant keine Möglichkeit hatte, die stattfindende Nötigung
(Zustimmung zu einem Vergleich) nachzuweisen,
versteht sich von selbst. So schmerzhaft
sind Rechtsbesorgungsversuche tatsächlich selten,
daß man hieraus direkt einen Anspruch ableiten könnte ... Very Happy
Leiden Mandanten aber unter extremen Rechtsverletzungen,
die sie immer näher an den Rand des Abgrunds treiben,
sind Versäumnisse zu den wichtigsten Pflichten eines Anwalts
schnell so schmerzhaft, daß es richtig viel Geld kosten kann,
wenn man ein wirklich angemessenes Schmerzensgeld nachweisen kann
mithilfe des Adäquanz-Kommensurablitätsverfahrens.

DRITTENS:
Wenn Du gesagt hättest, ein Maurer wird in der Regel
die tragende Mauer einsetzen, auch wenn ihn sein Kunde
darum bittet, dies zu unterlassen, wäre der Vergleich treffender gewesen.
Was Du dann anführst, ist übliches Rechtfertigen
schlauer Anwaltsarbeit, sei sie auch noch so daneben.
Für die Behauptung, es handele sich nur um einige wenige Exemplare
in der Anwaltschaft, die Mandanten nicht umfassend und korrekt
über ihr Ziel aufklären und die nicht vorschriftsgemäß dafür sorgen,
daß Beweise für Anwaltspfusch, Gutachterkäse und Richterwillkür
vorgelegt werden können, sobald sie mit ihrer Tätigkeit fertig sind,
gibt es keinerlei Untersuchungen, die das bestätigen könnten.
Es gibt aber jede Menge Rechtsfrustrationen,
die nach Untersuchung genau diese Schwachstellen aufweisen,
und es gibt eine erkennbare Systematik aufgrund
bestimmter Umstände, die nichts anderes bewirken können,
als daß Rechtsanwälte, sobald sie gegen mächtige Gegner antreten müssen,
ihre beiden wichtigsten Pflichten nur so leisten,
daß sie möglichst schnell und reklamationsfrei fertig werden!

Ich habe nie den gesamten Berufsstand der Anwälte
als unfähig verurteilt, muß aber aufgrund meiner Erfahrungen
und meiner Recherchen annehmen, daß die meisten bisher
mit ihren beiden wichtigsten Pflichten enorm geschlampert haben.

Daß sie viel zu selten Stufenklagen oder Teilurteile anvisiert haben,
spricht Bände, die hoffentlich nie genau gelesen werden müssen ...
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