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Versuchter Todschlag trotz spielzeugpistole?
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sweetjul
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Anmeldungsdatum: 06.02.2006
Beiträge: 30
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 09 Feb 2006 - 18:19:39    Titel: Versuchter Todschlag trotz spielzeugpistole?

Meine Frage ist: Wenn A den B( der Polizist ist) mit einer Spielzeugpistole bedroht und ihn zu erschießen droht, der Polizist aber nicht erkennt, dass es sich um keine echte Waffe handelt, macht sich A trotzdem des versuchten Mordes strafbar...oder ist das ein untauglicher Versuch...a weiss ja, dass sie nicht echt und er somit B nicht tözten kann..
Freue mich über ein paar anregungen zur Lösung dieses Falles
Gruß Julia
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 09 Feb 2006 - 18:59:51    Titel:

Eine Straftat versucht, wer nach seiner Vorstellung von der Tat zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar ansetzt, §22 StGB.

Entscheidend ist demnach die Vorstellung des A von der Tat.

A versucht einen Totschlag, wenn er der Ansicht ist jemanden umbringen zu können und nach dieser "seiner" Vorstellung zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar ansetzt. (was der B denkt ist völlig egal)

Wenn A also mit einem Spielzeuggewehr in der Annahme schießt er könne B umbringen, so begeht er einen versuchten Totschlag. (Wenn er weiß, daß er ein Spielgewehr in der Hand hält, ist es kein versuchter Totschlag)

Sofern nicht ein Schuldausschließungsgrund (z.B. §23 III StGB) eingreift wird er auch verurteilt.

--------

Dementsprechend wird zuerst der subjektive Tatbestand geprüft und im objektiven Tatbestand nur noch gefragt, ob der unmittelbare Ansatz vorliegt.

Da A wie du ja extra bemerkt hast um die Spielzeugeigenschaft seines Gewehrs weiß begeht er auch keinen Versuch eines Todschlages, was dann im subjektiven Tatbestand zur Verneinung des Versuches und zum Ende der Prüfung führt.
sweetjul
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Anmeldungsdatum: 06.02.2006
Beiträge: 30
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 09 Feb 2006 - 19:53:03    Titel:

Hi.
Wenn ich überlege...klar kann kein versuchter Todschlag in Frage kommen aber für irgendwas muss er doch bestraft werden...wegen Bedrohung vielleicht gem. § 241 ?
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 09 Feb 2006 - 20:25:55    Titel:

hihi ... nene er muß nicht bestraft werden ... er könnte sich strafbar gemacht haben Wink
sweetjul
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Anmeldungsdatum: 06.02.2006
Beiträge: 30
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 10 Feb 2006 - 00:17:52    Titel:

Danke für die Tipps
gruß Julia
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 10 Feb 2006 - 01:18:18    Titel:

Kann es vielleicht sein, daß der Fall eher auf die Frage hinauslaufen soll, inwiefern sich der Polizist bei seiner eventuellen Reaktion strafbar gemacht hat bzw. ob er gerechtfertigt ist?
Oder will der Täter mit seiner Drohung vielleicht ein besonderes Ziel erreichen, daß weitere Straftatbestände in den Blick bringt (Nötigung, Erpressung etc.) ?

EDIT: Ah, habe den anderen Thread gesehen; steht eher die Handlungsweise des Polizisten im Vordergrund.
antonia25
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Anmeldungsdatum: 10.03.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 10 März 2006 - 02:31:21    Titel: Flucht...

Der Täter benutzt die Spielzeugpistole, damit der Polizist nicht auf ihn schiesst und er flüchten kann.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 10 März 2006 - 02:47:13    Titel:

Genau zur Frage "Notwehr bei Scheinwaffe" ist mir jüngst ein sehr ausführlicher Aufsatz in die Hände gefallen, der sich nur um dieses Thema dreht und die Fragen klären dürfte:
Amelung, "Schein und Sein bei der Notwehr gegen die Drohung mit einer Scheinwaffe", JURA 2003, S. 91 ff.
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