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Täterschaft und Teilnahme
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beatboxrocker
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Anmeldungsdatum: 11.02.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 11 Feb 2006 - 12:08:06    Titel: Täterschaft und Teilnahme

Hallo Leute,

ich beschäftige mich gerade mit Täterschaft und Teilnahme. Nun haben wir gerade in unserer Lerngruppe einen Fall
zur Bearbeitung und ich weiss wirklich nicht wie ich das Aufbautechnisch hinkriege.

Also nehmen wir mal an das eine X-GBR 3 Gesellschafter (A, B und C). A bekommt Wind von einem unheimlichen tollen
aber rechtswidrigen (Betrug) Geschäft. Er informiert B und beide kommen zu dem Schluss das Geschäft zu tätigen. Beide
erzählen dem C nichts von der Rechtswidrigkeit und alle drei schließen das Geschäft ab.
Doch wie bau ich das auf ?

Ich dachte mir das so :

1. Gemeinschaftlicher BEtrug von A und B

und dann noch

2. Betrug in mittelbarer Täterschaft von A und B durch C

oder wie soll ich das aufbauen...

ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr Sad

Danke,

Stefan
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 11 Feb 2006 - 13:57:43    Titel:

Tja da gibts ganze Bücher zu und du solltest dir vielleicht ein Buch zum Aufbau von Täterschaft und Teilnahme zu Rate ziehen.
Du könntest für den Aufbau auf Strafrecht AT - Das Skript von Hartmut Braunschneider zugreifen. Das Buch erklärt den Aufbau ziemlich gut ist aber in der Form etwas chaotisch und der Autor ist nicht unumstritten.

Naja egal ich führ mal was an was man glaub ich vom Aufbau her beachten sollte.


Es gilt im Rahmen der Prüfung



Täterschaft vor Teilnahme

(Denn man kann die Teilnahme gar nicht richtig bearbeiten, wenn nicht eine rechtswidrige Tat vorliegt an der Anstiftung oder Beihilfe hängt -Akzessorität! )

Man prüft also die Täterschaft vor der Teilnahme.

Bei der Definition von Täterschaft gehen die Probleme dann schon los.
Dazu werden verschiedene (ich muß Mittagessen ich editiert das später Smile )


Zuletzt bearbeitet von hani125 am 11 Feb 2006 - 20:42:03, insgesamt 2-mal bearbeitet
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 11 Feb 2006 - 17:37:44    Titel:

Es gibt verschiedene Affassungen von Täterschaft (subjektive Theorien, die Lehre von der Tatherrschaft, formal objektive Lehre man stößt beim Studium von Lehrbüchern darauf).

Diese Theorien können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen und auch Einfluß auf die Einordnung der Personen auf die Begehungsweisen der Tat haben.

Straftaten können

- unmittelbar oder mittelbar durch einen Täter
- unmittelbar/mittelbar gemeinschaftlich(Mittäterschaft)
- oder gar Nebentäterschaftlich
(zum Beispiel wenn zwei Personen ohne von eineinder zu wissen
jemanden jeweils tödliche Dosen Gift ins Essen mischen und
derjenige dann nach dem Essen stirbt. )

begehen werden.

Man guckt sich zunächst den Sachverhalt an und beginnt mit der Prüfung der Begehensweise die einem am wahrscheinlichsten erscheint.

Da muß dann zum ersten Mal erläutert werden was Täterschaft im Rahmen der geprüften Begehungsweise bedeutet. Dabei besteht gemeinhin Einigung darüber, daß Täterschaft vorliegt, wenn die Tat der(den) geprüften Person(en) als eigene zuzuschreiben ist.

Das ist dann bei der Theorie der

- Tatherrschaft der Fall beim vom Vorsatz umfaßten in In-den-Händen-Halten des tatbestandlichen Geschehensablaufes
und dem Vorliegen des subjektiven Tatbestandes

- formal-objektiven Lehre beim Vollen Vorliegen des objektiven Tatbestandes und vollem Vorliegen des subjektiven Tatbestandes

- extrem Subjektiven Lehre allein schon beim Vorliegen des subjektiven Tatbestandes (RGSt 15, 303; BGHSt 8, 393 wird heute nicht mehr vertreten)

Man kommt ggfls. nicht drumherum sich anzuschauen was diese Theorien bezüglich der Täterschaft vertreten und sich für den vertretbarsten Täterschaftsbegriff zu entscheiden.

(Etwas überspitzes Beispiel B räumt aus Langeweile ein Haus aus. Sein Freund A steht nur dabei und macht gar nix, trägt nichts, hält auch keinen Ausschau und hat auch keinen Einfluß während des Bruches auf den B, will aber, daß das Haus ausgeraubt wird und davon später profitieren. Nach fomal objektiver Lehre keine Mittäterschaft, nach extrem subjektiver Lehre Mittäterschaft.

Dahin liegt z.B. die Crux der Sache, denn wenn mehrere Theorien durchaus nachvollziehbare Ansichten vertreten aber zu unterschiedlichen Ergebnissen führen muß man sich für eins entscheiden und andere Argumente für weniger gewichtig bewerten, ohne dabei die Sicherheit zu haben, daß man sich "richtig" entschieden hat. Wahrscheinlich hat man deswegen Hemmungen sich zu entscheiden und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr)

Zu den einzelnen Begehungsweise ist noch auf Besonderheiten hinzuweisen.

Bei der mittelbaren Tatbegehung
wird als Mittel zur Begehung der Tat ein menschliches Werkzeug (Tatmittler benutzt). Der(die) Täter läßt(lassen) den objektiven Tatbestand durch das menschliche Werkzeug begehen, der selber nicht weiß was er tut.
Dabei muß im objektiven Tatbestand beachtet werden, daß die Handlung des Werkzeugs dem Täter zuzurechnen ist. Vorsicht! Nur die Handlung ist dem Täter zuzurechnen nicht etwaige Merkmale des Tatmittlers.

Im subjektiven Tatbestand muß der(die) Täter neben dem Wissen und Wollen des Erfüllens des objektiven Tatbestandes noch die Werkzeugeigenschaft des Tatmittlers klar sein.


Für die Mittäterschaft zeichnen sich durch bei fast allen Theorien dadurch aus daß
- ein gemeinsamer Tatentschluß vorliegt (Plan)
- eine gemeinsame Tatausführung (Aktion)



Naja ... aber Täterschaft und Teilnahme ist etwas kompliziert und kann auch nicht durch im so kleinen Rahmen erschöpfend dargestellt werden.

Man sollte jedoch bei der Arbeit bei einer Ansicht bleiben und nicht bei unterschiedlichen handlungen der Personen im Sachverhalt unterschiedliche Täterschaftsdefinitionen benutzen.


Die Teilnahme (Anstiftung oder Beihilfe)

Zu Teilnahme kommt man zwingend erst dann, wenn eine rechtswidrige Tat (auf die Schuld kommt es nicht an) festgestellt wurde.

Man kann sich an einer Straftat durch

Anstiftung

Der Handlung muß den Entschluß zur Tat des Täters ausgelöst haben.
(Das ist dann nicht der Fall, wenn der Täter schon sowieso fest zu einer bestimmten Tat entschlossen war)

Ferner muß sich der Vorsatz

sowohl die Vollendung der Haupttat durch den Hauptäter
als auch das Hervorrufen des Tatentschlußes beim Haupttäter
umfassen.


Beihilfe

Im objektiven Tatbestand stellt man fest, daß eine rechtswidrige Haupttat vorliegt.

Die Handlung des Täters muß eine Hilfe zur Vollendung der Haupttat dargestellt haben.

Das wird teilweise schon bejaht, wenn sie den Haupttäter psychisch unterstützt hat.

In subjektiver Hinsicht muß der Täter die Vollenndung der Haupttat durch den Haupttäter gewollt haben und Vorsatz bezüglich der Hilfeleistung haben.
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