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Klein BGB Bonn
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Borbarad2003
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Anmeldungsdatum: 07.08.2004
Beiträge: 21
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 14 Feb 2006 - 00:37:54    Titel: Klein BGB Bonn

Bitte um Anregungen zu diesem SV

B betreibt ein juristisches Antiquariat. Seinem Mitarbeiter M hat er Vertretungsmacht für alle
im Betrieb des Antiquariats anfallenden Geschäfte eingeräumt.
Eines Sonntags entdeckt K im Schaufenster des Antiquariats eine dekorative Ausgabe des
dreibändigen Lehrbuchs des Pandektenrechts von Windscheid. Auf den Büchern liegt ein
Preisschild „280 €“. Am nächsten Morgen ruft K bei M an und erklärt: „Ich möchte die Windscheid-
Ausgabe aus dem Schaufenster kaufen“. M entgegnet: „Gerne“.
Wenige Tage später erhält K die Bücher per Post samt einer Rechnung über 650 €. Irritiert
wendet er sich an B und erklärt, er habe die Bücher zu 280 € gekauft. B verspricht, sich um
die Sache zu kümmern. Seine Nachforschungen ergeben Folgendes: Im 1. Band der Windscheid-
Ausgabe war der Preis (650,- €) notiert; die sehr schön gebundene Ausgabe war im
Schaufenster jedoch als Blickfang ohne Preisangabe ausgestellt. Über ihr war ein anderes
Buch mit dem Preisschild über 280 € aufgestellt. Bei der Reinigung des Schaufensters hatte
die Reinigungskraft das Preisschild heruntergestoßen und es in der Annahme, es gehöre auf
die Windscheid-Ausgabe, auf diese gelegt.
B erläutert diese Zusammenhänge und fordert K auf, entweder die 650 € zu zahlen oder die
Bücher zurückzubringen. Für das Versehen seines Mitarbeiters „könne er nichts“. Zudem
werde eine komplette Ausgabe „des Windscheid“ regelmäßig weit über 500 € gehandelt. K ist
lediglich zur Zahlung von 280 € bereit. Im übrigen weist er darauf hin, daß er seine bisherige,
unansehnlich gebundene Ausgabe, die einen Wert von 250 € hatte, unmittelbar nach Erhalt
der Lieferung vo n B im Internet versteigert und dort nur einen Preis von 140 € erzielt habe.
M, den B anschließend wegen seiner Nachlässigkeit zur Rede stellt, ist über die ihm erteilte
Rüge so empört, daß er beschließt, B einen Denkzettel zu verpassen. B hatte ihn einige Tage
zuvor darum gebeten, dem A (einem anderen Antiquar, mit dem B in Geschäftsbeziehung
steht) auszurichten, daß er (B) bereit sei, As gesamten Bestand an BGB-Kommentaren für
6000 € zu erwerben, am Erwerb auch der strafrechtlichen Kommentare jedoch kein Interesse
habe. M teilt A nunmehr mit, B habe sich entschlossen, alle strafrechtlichen Kommentare für
6000 € zu erwerben. A ist einverstanden, verpackt die Kommentare und schickt sie an B. Aus
Freude darüber, die Kommentare losgeworden zu sein, schickt A dem M an dessen Priva tadresse
eine Ausgabe von Savignys „System des heutigen römischen Rechts“ (Wert: € 1.500) zu
und bietet sie für € 700 zum Kauf an. A möchte den Savigny loswerden, weil er erfahren hat,
daß es sich um ein dem K gestohlenes Exemplar handelt, das er selbst vor einigen Wochen –
ohne von dem Diebstahl zu wissen – von einem Hehler erworben hat.
B verweigert Bezahlung der strafrechtlichen Kommentare; K erfährt, daß der Savigny sich bei
M befindet.

1. Welche Ansprüche haben B und K gegeneinander?
2. Kann A von B Zahlung von 6000 € verlangen?
3. Kann K von M Herausgabe von Savignys „System“ verlangen?
Borbarad2003
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Anmeldungsdatum: 07.08.2004
Beiträge: 21
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 14 Feb 2006 - 13:39:53    Titel:

Kann mir denn keiner helfen???
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 14 Feb 2006 - 15:22:18    Titel:

Frage 1: Invitatio ad offerendum, Vertragsauslegung, uU Anfechtung.
In Frage 2 sehe ich das Problem des bewußt falsch übermittelnden Erklärungsboten; nach hM kein Fall des § 120 (keine Abgabe!), sondern §§ 177 analog.
Frage 3 dreht sich um alle in Betracht kommenden Herausgabeansprüche, §§ 985, 861, 1007 I, II; maßgeblicher Zeitpunkt für die Gutgläubigkeit, § 935 als Schranke des gutgläubigen Erwerbs. Ins Auge fällt der Bereicherungsanspruch auf Herausgabe (Eingriffskondiktion) - nach hM Durchbrechung der Subsidiarität im Falle des § 935.

P.S.: Einfach weitgehend unkommentiert eingestellte HA-SVe werden von manchem nicht allzu gerne beantwortet - Du hast allerdings auch schon einiges beigetragen (und einen sympathischen Nick Wink )
Borbarad2003
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Anmeldungsdatum: 07.08.2004
Beiträge: 21
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 14 Feb 2006 - 15:50:58    Titel:

Danke schön Recht komisch. Hatte mir sowas auch gedacht. AT ist immer so trickreich und man weiß nie so recht was der Prof da eigentlich haben möchte.

Den Boten ohne Botenmacht hab ich schon fleißig nachrecherchiert und zig Fundstellen gefunden.
Borbarad2003
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Anmeldungsdatum: 07.08.2004
Beiträge: 21
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 14 Feb 2006 - 15:52:18    Titel:

Code:
(und einen sympathischen Nick   :wink: ) spielste auch DSA?
[/quote]
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 14 Feb 2006 - 17:00:47    Titel:

Zuweilen; hier geistert auch noch ein "Phex" rum - wohl auch kein Zufall...
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