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Ausgepowert ! - Woher kommt die Energie der Zukunft?
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Mast'
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
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BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 21:07:09    Titel: Ausgepowert ! - Woher kommt die Energie der Zukunft?

Hier ein interessanter Bericht, über die Energie-Alternativen, wenn einmal alles andere verbraucht ist.
Zitat:
(Matthias) Wovon wir am wenigsten haben geben wir am meisten aus. Europas Rohstoffe werden knapp, die Reserven gehen zur Neige, unsere Abhängigkeit von Öl-Ländern im Nahen Osten steigt. Und genau das wissen diese Länder auch. Europa braucht einen neuen Energie-Mix – und zwar dringend. Wird die Atomkraft eine Renaissance erleben? Was ist mit der Windkraft? Und kann Biomasse langfristig das Öl ersetzen?




Unter den fossilen Energieträgern ist Erdöl das am wenigsten vorhandene auf der Welt. Doch anstatt sparsam damit umzugehen, verfeuern wir es, als könnten wir noch hunderte von Jahren damit auskommen. Doch Experten weisen immer wieder darauf hin, dass die Reserven des schwarzen Goldes in 40 bis 100 Jahren aufgebraucht sind. Ebenso sieht es beim Erdgas aus, wo der Vorrat noch 60 Jahre reichen wird, und bei der Kohle, wo die Ressourcen in circa 120 Jahren aufgebraucht sind. Und auch Uran wird knapp. Laut Expertenmeinung reicht dieser Rohstoff noch für gut 100 Jahre.

All diese Rohstoffe lagerten sich über Millionen von Jahren natürlich auf der Erde an. Seit Beginn der Industrialisierung plündern wir diese schonungslos und die Ressourcen gehen dramatisch zurück. Allein das Beispiel Steinkohle zeigt dies sehr deutlich. Im Jahr 2004 wurden weltweit 330 Millionen Steinkohleeinheiten verbraucht. 122 Millionen davon gingen allein auf das Konto des weiter wachsenden Industrieriesen China. Tendenz steigend.

Die internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass sich der Energieverbrauch bis ins Jahr 2030 verdoppeln wird. Doch neben dem hohen Verbrauch gibt es zusätzlich noch die Problematik der damit verbundenen Kohlendioxid-Belastung, die ja den Treibhauseffekt zur Folge hat. Die Folgen hieraus werden auch erst in einigen Jahrzehnten richtig zu spüren sein.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wird die atomare Energie eine Renaissance erleben – eine gerade in Deutschland unwahrscheinliche Variante – oder man wird und muss in Zukunft mehr auf erneuerbare Energien setzen. Doch da ist man erst am Anfang eines langen Weges.
Jeder kennt die Windkrafträder, die in den letzten Jahren quer durch das Land aufgestellt worden sind. Doch die daraus entstehende Energie macht nur einen Bruchteil des Bedarfs aus. Windkraft ist ein Bestandteil der neuen Möglichkeiten, doch es gibt weitere Ressourcen, von denen wir viel haben, aber wenig nutzen. Biomasse und Sonnenenergie. Gerade die Biomasse ist ein schlafender Riese unter den regenerativen Energien. Schon im Jahr 2020 könnten 10 Prozent des europäischen Energieverbrauchs durch Biomasse abgedeckt sein. Potential hierfür bieten die Holz- und Agrarwirtschaft, die Biogasnutzung von Müllanlagen sowie die Wasserstoffproduktion aus Biomasse

Die Politik ist sich der Problematik, die in den nächsten Jahrzehnten entsteht, heute bewusst, doch es wird bisher zu wenig gehandelt. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese will den schlafenden Riesen Biomasse aufwecken. "Wir müssen Biomasse verstärkt nutzen." Biomasse habe gegenüber konventionellen Energien, aber auch gegenüber anderen erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne den Vorteil, dass sie nicht von kurzfristigen Wetterschwankungen abhängig, sondern dann verfügbar sei, wenn sie gebraucht werde. Dazu sei die energetische Nutzung von Biomasse CO2-neutral, also Klima-unschädlich.

Auch wenn bisher wenig Handlung zu erkennen ist, erste Schritte werden in der EU-Kommission gemacht. So wurde der „Aktionsplan Biomasse“ ins Leben gerufen – die EU will zukünftig die Nutzung von regenerativen Energien, wie Holzpellets zum Heizen oder Biogas zur Stromerzeugung, unterstützen.


Technisch ist das alles möglich, nur will es so recht noch keiner nutzen. Doch die globalen und politischen Probleme, aber auch die Ressourcenknappheit machen ein Umdenken in Europa nötig. Auch in den Vereinigten Staaten fängt man an umzudenken. Erst vor einigen Wochen hat George W. Bush noch betont, die USA müssten sich unabhängig von den Ländern im Nahen Osten machen, auf deren Öl man momentan noch angewiesen sei. Klar, wenn er den Iran als nächstes angreift, wird er sich in der arabischen Welt nicht unbedingt mehr Freunde machen. Im Gegenteil. Deshalb sucht man nun auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nach eben solchen, die die Energieversorgung der Zukunft sichern.

Europa muss umdenken, sonst verbrauchen wir weiter und immer schneller die wertvollen Rohstoffe der Erde. Und wenn keine Lösungen gefunden werden, dann wird sich Mutter Erde brutal an uns rächen. Ein neuer Energie-Mix muss her. Und da ist die Politik gefordert.


Quelle
Wo kann man ansetzen?
Bringen die paar Windkrafträder in Deutschland wirklich schon irgendetwas?
Sind die Prognosen der Energiexperten wirklich so düster, wie sie sagen?
Was denkt Ihr?
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 8988

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 21:12:29    Titel:

deutschland hat sich mit dem atomausstieg keinen gefallen getan; mittelfristig ist kernenergie die einzige ernstzunehmende energiequelle. es dauert imho noch mindestens 30 (wahrscheinlich eher 50) jahre, bis alternative energiequellen den ständig wachsenden energiebedarf decken können. wenn wir bis dahin keinen kollaps erleben wollen, muss die kernkraft her.
LunaKat
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Anmeldungsdatum: 04.12.2005
Beiträge: 48

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 21:14:59    Titel:

Ich denke nicht, dass die Windräder alleine wirklich etwas bewirken. Ich denke nur in kombination mit anderen regenerativen Energiequelle hätte das einen wirklich messbaren Effekt, doch ganz allein, bin ich der Meinung, kann man den Energiebedarf nicht Decken. Aber das ist meine Ansicht, vielleicht aber irre ich mich und es gibt eine so ergiebige Energiequelle. =)
Mast'
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
Beiträge: 388
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 21:26:07    Titel:

Ich kann mich Whoooo's Meinung nicht anschließen. Anstatt wieder Geld auszugeben und Atomenergie erneut zu nutzen sollte man wirklich alles erdenkliche tun, um alternative Wege zu fördern. Das Problem: Alle Reden keiner unternimmt was.
Und bevor ich wieder Atomenergie unterstützen würde, würd ich mir ne Höhle suchen und jagen und sammeln gehen. Very Happy
Senfhead
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 21:29:42    Titel:

Autos mit Wasser
Heizung mit Wasser
Kachelofen mit Wasserdampf
Laughing
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
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BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 22:48:27    Titel:

Ein interessantes Thema, auch wenn wir es hier schon mal diskutiert haben!

Vorab erst mal eine Übersicht über die verschiedenen Energieverbraucher:

http://www.rosolar.de/verein/sonnenhaus/energie.html

Verkehr

Der Verkehr verbraucht 29,9 % Energie aus fossilen Energieträgern. Meiner Meinung nach ist hier ein 100%iger Umstieg auf erneuerbare Energieträger möglich und zwar durch den bundesweiten Umstieg auf Autos mit Holzvergasermotor. Dabei wird Holz durch erwärmen vergast und das Gas im Motor verbrannt. So sieht ein Auto mit Holzvergaser z.B. aus:


Quelle


Privathaushalte

In den Privathaushalte wird hauptsächlich Energie für Heizung verwendet.
Auch hier sehe ich die Möglichkeit des 100%tigem Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Wieder ist Holz der Energielieferant. Es sind bereits entsprechende Kessel auf dem Markt. Sieht so aus:



Alternativ zum Holzvergaserkessel kann auch die Erdwärme durch Wärmepumpen genutzt werden.

Die Warmwasserversorgung des Haushaltes kann durch Sonnenenergie, Warmwasserspeicher und Kollektoren auf dem Dach realisiert werden. Durch die Kollektoren sind Wasserleitungen verlegt, die sich durch die Sonne erwärmen. Hier ein Bild von einem Kollektor:

http://www.autarc.de/

Die Stromversorgung kann durch zentrale Holzvergasermotoren plus Generatoren im Ort bewerktstelligt werden. Mit der dabei anfallenden Wärme kann man nebenbei öffentliche Gebäude beheizen.


Industrie

Die für die Industrie benötigte Energie kann in Kraftwerken produziert werden, in denen Holz statt Braunkohle verheizt wird.

Der erhöhte Holzbedarf in Europa dürfte der Holzwirtschaft neuen Aufschwung verschaffen. Holzlieferanten wie Russland, Finnland und Schweden werden wahrscheinlich Hauptlieferanten.


Hindernisse

Man muß sich bei dem Thema klarmachen, daß heutzutage ein Monopol, bestenfalls ein Oligopol auf dem Energielieferantenmarkt existiert. Lieferanten wie Eon stecken zusätzlich mit der Politik unter einer Decke. Eine dezentrale Versorgung der Bevölkerung zu günstigeren Preisen ist nicht im Interesse dieser Oligopolisten, da Milliardengewinne für diese Konzerne wegfallen würden. Die optimale Lösung wird also wahrscheinlich durch das Kartell aus Konzernen und Politik verhindert werden. Statt dessen wird es m.E.n. ein für den Verbraucher teures Modell geben, bei dem die Einnahmen der Konzerne gesichtert sind.
Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
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BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 23:04:26    Titel:

Na das mit dem Holz halte ich aber für zweifelhaft, das ist wohl eher eine Lösung für Privathaushalte (Pellet-Heizungen)

Ich denke ein gesunder Mix ist das Beste - Wenn wir ein gesundes Gesamtmaß an Kohle, Gas, Öl, Atom, Wind, Wasser, Solar, Holz, Biomasse und nachwachsenden Kraftstoffen wie Biodiesel etc. erreichen hilft uns das schonmal einiges weiter.

Die "paar Windräder" sind meines Wissens mittlerweile um die 17.000 und liefern mehrfach so viel Strom wie Deutschlands größtes Kernkraftwerk.
Allerdings ist man da immer auf Wind angewiesen und muss im Notfall Pufferkraftwerke einspringen lassen (Wasser oder Gasturbinen, da schnell hochzufahren). Die Zunkunft bei der Windkraft liegt wohl in den neuen OffShore-Anlagen vor der deutschen Küste, allerdings ist die Windenergie für eine flächendeckende Versorgung ungeeignet.

Gas bekommen wir zur Zeit relativ günstig aus Russland, allerdings stecken da die Großkonzerne die Milliarden ein, die der Verbraucher zahlt...

Biodiesel aus Rapsöl ist zusammen mit der Brennstoffzelle wohl wichtig für die Zukunft auf dem Automarkt, der Rapsölanbau im großen Stil wäre nicht schlecht für unsere Landwirtschaft und ist doch auch landwirtschaft recht reizvoll Wink Allerdings bräuchten wir um uns selbst zu versorgen eine Fläche die größer ist als unser Land zu bieten hat.

Kohle ist auch noch relativ wichtig, die großen Braunkohlekraftwerke zum Beispiel der RWE in NRW laufen relativ gut und verbrauchen "eigene" Kohle aus dem Tagebau welche bei weitem günstiger in der Förderung ist als die Steinkohle untertage, sodass wir durch die Braunkohle noch einen großen Teil der elektrischen Energie aus heimischen Ressourcen zur Verfügung stellen.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 23:10:59    Titel:

Braunkohle, Holz,....ob wir da noch "Kyoto" einhalten können Laughing
Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 2695

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 23:16:16    Titel:

Wenn man es sauber genug macht... meistens ist es ja nicht so, als könnten die Richtwerte technisch nicht eingehalten werden, sondern sie werden meistens bis aufs Letzte ausgereizt weil das einfach billiger ist. Wenn man die Vorschriften strenger macht, werden die Kraftwerke wohl oder übel mit den Schadstoffen runter gehen müssen.
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 15 Feb 2006 - 23:35:15    Titel:

Den Vorteil von Holz sehe ich in seiner Verfügbarkeit, seinem hohen Energiegehalt und dem Umstand, daß man Holz fast nicht weiterverarbeiten muß, um es zu verbrennen. Das hält Umfang der Technik die zur Nutzung benötigt wird gering. Auch läßt sich damit das Oligopol der Konzerne leicht brechen.

Der Biodiesel muß immerhin mit einem gewissen Aufwand bzw. Engerieverbrauch aus dem Raps gewonnen werden. Auch der Anbau von Raps dürfte aufwendiger sein als die Holzwirtschaft.

Die Gaserzeugung aus Biomasse bedarf ebenfalls einer teuren Hardware, doch wird sie angesichts des Ölpreises mittlerweile auch rentabel.
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