Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

"Kapitalismus von unten"
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> "Kapitalismus von unten"
 
Autor Nachricht
Durchblick 65
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 23.02.2006
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 27 Feb 2006 - 04:00:56    Titel:

x


Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 21:07:02, insgesamt einmal bearbeitet
Philskow
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 02 März 2006 - 14:43:06    Titel: Re: "Kapitalismus von unten"

Zitat:
Seine politische Forderung klingt nicht sonderlich revolutionär, würde aber das Dasein von Tausenden Johannesburger Straßenhändlern deutlich verbessern: Madlala möchte eine Lizenz. Er möchte, dass er und seine Kollegen anerkannt und registriert werden. Er möchte, dass sein Eigentum von der Polizei respektiert wird. In der Sprache der Ökonomie: Er wünscht sich faire ordnungspolitische Rahmenbedingungen für die Market Street.
Soviel zum Thema möglichst wenig Einmischung des Staates in den freien Markt...
Zitat:
Ansonsten will er gern reich werden und glaubt, dass freier Handel der beste Weg dahin ist. Deshalb wurde er misstrauisch als beim „Welt-Nachhaltigkeits-Gipfel“ 2002 westliche Globalisierungsgegner scharenweise nach Johannesburg einflogen, um gegen „Turbokapitalismus“ und „Neoliberalismus“ zu protestieren. „Ich bin gegen diese Nachhaltigkeit,“ sagt er, „denn ich möchte nicht nachhaltig arm bleiben.“
Habe nun also den Text gelesen, um als vollwertiger Diskussionsteilnehmer gelten zu dürfen. Mir scheint, in dem Artikel werden einige Dinge zusammengeworfen, die nicht unbedingt zusammengehören. Mir wird z.B. nicht wirklich ersichtlich, warum Straßenhändler in Entwicklungsländern für die Globalisierung sein sollten. Wenn multinationale Großkonzerne in diesem Land freie Hand haben, dürften sie nämlich preislich recht schnell nicht mehr mithalten können. So werden in diesem Artikel, wie es ja aber auch im Journalismus üblich ist, gewisse singuläre Prozesse in einigen Teilen der Welt beschrieben. Das ist ja auch schön und gut. Aber daraus Forderungen von so beträchtlicher Reichweite zu ziehen (die noch dazu nur peripher mit den geschilderten Fällen zu tun haben), rückt diesen Artikel (sorry, borabora) meiner Meinung nach sehr in die Ecke einer neoliberalen Hurra-Schrift. Letztlich leiden doch die meisten der geschilderten Händler unter einem korrupten Staat. Aber diese Interpretation würde wohl kaum für eine journalistisch (zwar ehrlichen, aber wohl kaum) aufregenden Artikel taugen...
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 02 März 2006 - 15:36:31    Titel:

Um die Aufgabe des Bundeskartellamtes mal kurz klar zu stellen. Das Bundeskartellamt verhindert nicht, dass ein Unternehmen Produkte herstellt die viele Leute kaufen. Es verhindert auch nicht die Monopolisierung aus eigener Kraft. Das wäre dann tatsächlich der MArkt und nur ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen gut ist.

Es verhindert aber Unternehmenszusammenschlüsse, die zu einer monopolistischen Marktmacht führen.
Was ist daran schlimm. Nichts solange die Chance auf einen Wettbewerb erhalten bleibt. Das ist aber erfahrungsgemäß nicht so. Schauen wir uns Microsoft an. Natürlich machen die alles, um die Monopolstellung zu halten oder weiter auszubauen. Wie?

Nun bei dem Vermögen kann man Konkurrenz z.B. aufkaufen.
Man kann Mediaplayer Internet-Explorer etc... sozusagen kostenlos an das Fastmonopol Windows dranhängen. Damit hat kein Wettbewerber eine Chance... es sei denn er bietet auch kostenlos an.
Ein Monopolist hat meist unbegrenzte Möglichkeiten gerade den Wettbewerb zu verhindern. Das verhindert aber die freie Entfaltung der Marktkräfte.

Deswegen ist die zweit AUfgabe des Bundeskartellamtes die Überwachung marktbeherrschender Unternehmen.

Des weiteren muss das Bundeskartellamt Preisabsprachen verhindern. Auch diese zerstören den Wettbewerbsmechanismus des Marktes.

Gruß
Pauker
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 02 März 2006 - 20:15:02    Titel: Re: "Kapitalismus von unten"

Philskow hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Seine politische Forderung klingt nicht sonderlich revolutionär, würde aber das Dasein von Tausenden Johannesburger Straßenhändlern deutlich verbessern: Madlala möchte eine Lizenz. Er möchte, dass er und seine Kollegen anerkannt und registriert werden. Er möchte, dass sein Eigentum von der Polizei respektiert wird. In der Sprache der Ökonomie: Er wünscht sich faire ordnungspolitische Rahmenbedingungen für die Market Street.
Soviel zum Thema möglichst wenig Einmischung des Staates in den freien Markt...


Freier Markt funktioniert nur unter rechtlichen Rahmenbedingungen. Freier Markt hat nichts mit - wie Du wohl glaubst - "Anarchismus" zu tun.
Philskow
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 10:45:44    Titel:

Dann muss ich mich doch fragen, worüber wir die ganze 3.Seite dieses Threads diskutiert haben. Da klangst du noch etwas anders...
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 11:40:29    Titel:

Wahrscheinlich werdet ihr euch über das Ausmaß der staatlichen "Rahmenbedingungen" nicht einig werden.

gruß
Pauker
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 11:49:54    Titel: Re: "Kapitalismus von unten"

Philskow hat folgendes geschrieben:
Madlala möchte eine Lizenz. Er möchte, dass er und seine Kollegen anerkannt und registriert werden. Er möchte, dass sein Eigentum von der Polizei respektiert wird.


Das sind die Rahmenbedingungen die man braucht. Mehr nicht !
Er möchte Handeln dürfen. Die Polizei vertreibt ihn, weil sie es kann, nicht weil sie es muss. Das passiert, wenn es kein Recht auf freien Handel gibt, auf das er sich berufen kann.
Philskow
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 12:07:55    Titel:

Also gut, dann machen wir doch mal da weiter, wo ich sowieso am (24. Feb.) hinwollte. Zunächst mal: Der alde Madlala hat ja, wie ich bereits in meiner Kritik zu dem Text anmerkte, mit recht speziellen Problemen zu kämpfen, nämlich, dass er in einem Staat lebt, der korrupt und wenig rechtstaatlich zu sein scheint. Das ist natürlich immer doof.
Aber wenn du von einem Recht auf freien Handel sprichst: Das gibt es doch so auch in Deutschland nicht und das ist doch auch gut so. Es gibt Restriktionen für bestimmte Güter (Waffen, vor allem) und viele Vorschriften (Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte) für die Wirtschaft. Diese gibt es einfach deswegen, weil wir als Gesellschaft (hoffe ich jedenfalls) mehr wollen als einfach möglichst viel Geld verdienen. Das nennt man übrigens Politik. In der neoliberalen Sichtweise wird das immer wie Teufelswerk aufgefasst.

P.S.: Sorry, wenn es arrogant klingt...Thema ist emotional aufgeladen
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 12:46:22    Titel:

Philskow hat folgendes geschrieben:
Der alde Madlala hat ja, wie ich bereits in meiner Kritik zu dem Text anmerkte, mit recht speziellen Problemen zu kämpfen, nämlich, dass er in einem Staat lebt, der korrupt und wenig rechtstaatlich zu sein scheint. Das ist natürlich immer doof.


Das ist nicht nur "doof", das ist eine fehlende Grundlage für den Kapitalismus: Rechtsstaatlichkeit. Das fehlen gesetzlicher Rahmenbedingugen erfordert geradezu behördliches Handeln in eigenem Ermessen, d.h. Wilkür. Und das führt zu Korruption und Gewalt gegen Schwächere. Jetzt könntest Du behaupten, im Sozialismus gäbe es doch auch Gesetze. Ja, stimmt, aber Gesetze die die Wilkür der Behörden legalisieren. Gesetze die die Einmischungsbefugnis des Staates, und damit seine Macht sicherstellen.

Ein idealer kapitalistischer Staat benötigt lediglich einen Bruchteil dessen, was in unseren Gesetzbüchern verankert ist. Dieser Bruchteil nennt sich Menschenrechte. Und natürlich die Befugnis, diese durchzusetzen.

Zitat:
Aber wenn du von einem Recht auf freien Handel sprichst: Das gibt es doch so auch in Deutschland nicht und das ist doch auch gut so. Es gibt Restriktionen für bestimmte Güter (Waffen, vor allem) und viele Vorschriften (Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte) für die Wirtschaft.


Doch, wir haben einen eingeschränktes Recht auf freien Handel. Und jede dieser Beschränkungen führt zu einer Einschränkung möglicher Arbeitsverhältnisse. Das müssen wir immer im Hinterkopf behalten, wenn wir die staatlichen Machtbefugnisse auf die Wirtschaft ausweiten. Wenn wir der Meinung sind, wir wollen keinen Waffenhandel, gut, dann gibt es keine diesbezügliche Branche. Wenn wir der Meinung sind, wir wollen keine Atomkraftwerke, gut, kann man eben da auch nicht arbeiten. Wenn wir den Transrapid nicht wollen, schön, werden auch keine Arbeitsplätze für Magnetschwebebahnen geschaffen. Gentechnologie, unethisch, keine Arbeitsplätze.

Im Textbeispiel heisst das, wir wollen keine Strassenhändler - ich bin mir nicht mal sicher ob das so ist, könnte auch einfach fehlendes Recht auf freien Handel sein - und damit ist der Kleinsthändler dazu verdammt, weiterhin in Armut in den Vorstädten zu leben.
Philskow
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 13:00:38    Titel:

Wenn wir über Sozialismus reden, haben wir meistens die ziemlich misslungenen Versuche in der UdSSR oder der DDR vor Augen. Aber Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte schließt der Sozialismus keineswegs aus. Daher mein Einwand, dass fehlende Rechtsstaatlichkeit und ein korrupter Staat der Wirtschaft einfach unabhängig vom Wirtschaftssystem schadet. Esist jedoch auch nicht so, dass Kapitalismus automatisch Rechtsstaatlichkeit oder Menschenrechte garantieren würde.

Was ist denn ein "eingeschränktes Recht auf freien Handel"? Steht das irgenwo? Ich sehe es einfach so: Es gibt Politik und es gibt Wirtschaft. Die Wirtschaft ist dazu da, den gesellschaftlichen Wohlstand zu steigern. Politik ist dagegen dazu da, bestimmte Wertvorstellungen einer Gesellschaft durchzusetzen (okay, sicher keine wissenschaftliche Definition, aber in diesem Beispiel taugt sie wohl). Daher sollte Politik immer der Wirtschaft übergeordnet sein. Und wenn der Staat in die Wirtschaft eingreift, dann meistens, um ungewollte Effekte, die aus dem Drang der Wirtschaft, Umsätze zu erzielen, zu verhindern. Du stellst es immer so dar, als würde Politik einfach nur ständig in die Wirtschaft reinpfuschen, weil sie einfach von grund auf böse ist (oder so...!?).
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> "Kapitalismus von unten"
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Weiter
Seite 2 von 7

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum