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1. Strafrecht-HA in Mannheim
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Cyrill
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Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 21 Feb 2006 - 18:26:36    Titel: 1. Strafrecht-HA in Mannheim

Habe mich zwar umgeschaut aber keine ähnliche Hausarbeit gefunden, die hier schon besprochen wurde.. Brauche dringend!! Hilfee!! Würde mich auf Lösungsvorschläge hauptsächlich bezüglich der Strafbarkeit von R freuen..Freue mich natürlich auch auf Lösungsvorschläge bezüglich der Strafbarkeit von A,B und C
danke im voraus...

Cyrill...

In der großen Kreisstadt S beeinträchtigen zwei Jugendbanden die Lebensqualität der Bürger, indem sie wiederholt kriminelle Handlungen begingen. Der 17-jährige A, der bereits mehrfach vorbestraft war, hatte sich dabei mit seinen Gefolgsleuten – den „Jets“ – auf Taschendiebstahl spezialisiert. Die „Sharks“ hingegen, eine von dem jähzornigen B angeführte Bande, raubten in erster Linie ältere Menschen aus.

Beide Gruppen gingen dabei so vor, dass ihnen nichts nachgewiesen werden konnte und es doch „stadtbekannt“ war, dass A und B hinter der Serie von Straftaten steckten. Da jede der Banden ihr Revier hatte, kamen sie sich lange Zeit nicht in die Quere.

Die rechtschaffene Rechtsanwältin R beobachtete diese Entwicklung mit zunehmenden Unbehagen. Als eines Tages auch noch ihre eigene Mutter4 ausgeraubt wurde, beschloss R, auf eigene Faust etwas gegen die Bandenkriminalität in S zu unternehmen, weil aus ihrer Sicht die Polizei offenbar nicht in der Lage war, des Problems Herr zu werden. Dazu ging sie wie folgt vor: R schrieb unter dem Namen des A an B folgenden Brief: „Hallo, du Weichei! S ist zu klein für uns beide – deshalb musst du verschwinden. Komm heute um Mitternacht auf den Marktplatz, dann zeige ich dir, wer von uns der Stärkere ist – wir regeln das im fairen Zweikampf und ohne Waffen! Aber wie ich dich kenne, wirst du feiger Schwächling dich sicher nicht blicken lassen!“ Den gleichen Brief schrieb sie auch unter dem Namen des B an A. R rechnete damit, dass der körperlich weit überlegene B den A so heftig verprügeln werde, dass dieser schwere Verletzungen davontragen oder sogar zu Tode kommen werde.

Als B den Brief erhielt, wurde er wütend und nahm sich – wie von R geplant – vor, den A „fertig zu machen“. Seine Gefolgsleute wies er an, nur zuzusehen, aber nicht einzugreifen – er wolle das wie ein Mann regeln. Auch A war wütend über den Inhalt des an ihn gerichteten Briefes. Allerdings war er nicht begeistert von der Aussicht auf einen Zweikampf mit B. Als Anführer seiner Bande sah er andererseits keinen anderen Ausweg, als sich B zu stellen. Zur Sicherheit instruierte er die Bandenmitglieder, notfalls einzugreifen und B zu verprügeln, wenn die Lage für ihn brenzlig werden sollten.

Pünktlich um Mitternacht fanden sich alle auf dem Marktplatz ein; R beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung. Schon nach den ersten kräftigen Faustschlägen des B gegen den Kopf des A, denen dieser nur leichte Schläge entgegenzusetzen hatte, ging A zu Boden. B schlug ihm dennoch weiter mit Wucht auf den Kopf, obwohl ihm klar war, dass A keine Chance hatte und bei ungehindertem Fortgang nicht nur den Zweikampf, sondern auch sein Leben verlieren könnte. Das fand er aber nur fair: Schließlich habe ja A den Kampf gewollt.

Als R sah, mit welcher Brutalität B auf A einschlug, meldete sich ihr schlechtes Gewissen, und sie rief mit ihrem Handy die Polizei, um Dauerschäden bei A doch noch abzuwenden.

Zugleich trat C, der 14 Jahre alte Bruder des A und Mitglied der „Jets“, von hinten an B heran und rammte ihm sein Taschenmesser in den Rücken, um eine Niederlage seines Bruders zu verhindern. Dabei war ihm nicht bewusst, dass sich A bereits in Lebensgefahr befand.
B sank sofort zu Boden. Die übrigen Mitglieder beider Banden suchten schockiert das Weite. Als die Polizei eintraf, konnte sie nur noch A, B und C festnehmen.

B wurde umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert und unverzüglich am Rücken operiert; hätte B die ärztliche Hilfe auch nur ein paar Minuten später erhalten, so wäre er auf Dauer gelähmt geblieben. So aber verheilte die Wunde folgenlos. A erlitt eine Gehirnerschütterung, die zwar erhebliche Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrief, von der er sich aber vollständig erholte.


Wie haben sich A, B, C und R strafbar gemacht?
Cyrill
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Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 24 Feb 2006 - 17:17:54    Titel:

WICHTIG!!
Hallo.. kann mir jemand vielleicht verraten, ob man die Strafbarkeit einer Person (im vorliegenden Fall die Strafbarkeit der R) prüfen muss, wenn es keinen Strafantrag gibt? Ist die Fragestellung nach der Strafbarkeit der R nur eine Falle? Muss man die Strafbarkeit also erst gar nicht prüfen????

Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2006 - 01:43:58    Titel:

Üblicherweise sagt man, daß die Notwendigkeit eines Strafantrages bei den Antragsdelikten am Ende zu erwähnen ist; man kann davon ausgehen, daß Antragsdelikte nur dann nicht zu prüfen sind, wenn das deutlich in der Aufgabenstellung steht. Werden aber wohl auch bei diesem SV keine gewaltige Rolle spielen.
sophie...
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Anmeldungsdatum: 02.03.2006
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 02 März 2006 - 21:51:37    Titel:

Hi!
Ich schreib die HA auch gerade.
Bezüglich R würd ich an Anstiftung denken...
Cyrill
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Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 14:00:32    Titel:

Hi Sophie...

Anstiftung habe ich auch geprüft Das war schon klar- nur etwas problematisch Smile
Viel Erfolg..
jura.help
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Anmeldungsdatum: 06.03.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 14:09:47    Titel: Zur Person R

Hallo zusammen, ich halte die mittelbare Täterschaft im Zusammenhang mit R für eher wahrscheinlich.

Grund:

R hat das Tatgeschehen ja sozusagen in den Händen. Sie lenkt doch den A und den B und hat dabei sogar überlegenes Wissen im Vergleich zu den anderen beiden.

Ich glaube, dass R die zentrale Gestalt in unsere HA ist Exclamation
Sie ist, finde ich, am schwierigsten zu prüfen!!!!!

Mit wem habt ihr bei der Prüfung angefangen????


lg

jura.help
Cyrill
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Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 15:51:43    Titel: Re: Zur Person R

Ja, also die Abgrenzung "Anstifung-mittelbare Täterschaft" verwirrt mich auch.. aber B handelt doch rechtswidrig, tatbestandsmäßig, vorsätzlich und schuldhaft! Deswegen ist doch mittelbare Täterschaft ausgeschlossen, oder?! Rolling Eyes

Mit dem B angzufangen halte ich für sehr sinnvoll!
jura.help
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Anmeldungsdatum: 06.03.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 12:39:05    Titel:

Hey Cyrill

Ich hatte auch auf jeden fall vorgehabt mit dem B anzufangen, da er am nähsten am Tatgeschehen ist.

Ich werde mir gleich mal die mittelbare Täterschaft und Anstiftung nocheinmal genauer anschauen, denn selbst, die aus den höheren Semestern sind sich da uneins.

Hast du bei B einen Erlaubnistatbestandirrtum festgestellt? Oder irgendeinen anderen Irrtum? Question

lg
Cyrill
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Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 14:45:59    Titel:

Hmmm, also bei B hab ich keinen Erlaubnistatbestandsirrtum entdeckt? Wäre da einer?? Ist mir nicht aufgefallen..
Bei C müsste aber ein Irrtum vorliegen...
jura.help
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Anmeldungsdatum: 06.03.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 17:18:04    Titel:

Ich bin am zweifeln, ob bei B nicht doch ein Irrtum vorliegt.

Die Frage ist, wie es zu bewerten ist, dass der B dachte und sagte : "das findet er auch nur fair, denn schließlich habe A ihn ja herausgefordert"

Kann man das Wort "fair" als vermeidbaren Verbotsirrtum auffassen, denn "fair" kann ja genausoviel heißen wie "gerecht". Wenn B also glaubt er befinde sich im Recht, wäre dies doch ein vermeidbarer Verbotsirrtum, oder????

Ich muss dir sagen, dass ich bei dem C keinen Irrtum sehe. Denn er täuscht sich bei seiner Handlung ja nicht. Er recht lediglich seinen Bruder A. C hat ja nicht bemerkt, dass sich A in Lebensgefahr befunden hat, sondern er hat einfach den B niedergestochen
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