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AEG Werk Rothenburg ob der tauber vor der schließung?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> AEG Werk Rothenburg ob der tauber vor der schließung?
 
Autor Nachricht
Rudolf
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Anmeldungsdatum: 27.10.2005
Beiträge: 463
Wohnort: Neuss

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2006 - 18:23:35    Titel: AEG Werk Rothenburg ob der tauber vor der schließung?

Hab eben im fernsehen gelesen das das AEG Werk rothenburg ob der tauber auch vor der schließung stehen soll wie die IG Metall berichtet ist elektrolux in polen schon ein werk am bauen was ende 2006 in betrieb gehen soll.Ihnen wird genau wie den nürnberger kollegen die pistole auf die brust gehalten entweder länger arbeiten ohne lohnausgleich oder dicht. Laut IG Metall ist auf manager ebene schon alles abgesegnet das auch dieses werk geschlossen werden soll.
Ich sag armes Deutschland was ist aus dir geworden.
Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 2695

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2006 - 19:46:10    Titel:

Zitat:
Sind dir dein Patriotismus und deine Solidarität mit der deutschen Elektrolux-Arbeiterschaft die 50€ wert?


Ja - wenn es denn nur die 50 Euro wären - bei Waschmaschinen ist der Unterschied ja zum Teil 200 Euro oder mehr, wobei ich kaum glaube dass eine Abwanderung ins Ausland eine Preissenkung mit sich bringen würde.

Normalerweise gilt ja die Devise "You get what you pay for" - ich glaube auch kaum dass es zwei exakt gleiche Artikel aus zwei verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Preisen gibt, das würde ja vorraussetzen dass man gleichzeitig produziert. Dann muss es eben beim nächsten Mal eine Miele sein - die hält fürs Leben Wink

Frau habe ich leider nicht, aber ich denke ich würde sie schon überzeugen können - vielleicht wäre ich ja der nächste, dessen Arbeitsplatz durch einen in Polen wegfällt?
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2006 - 19:56:51    Titel:

Justav hat folgendes geschrieben:

Normalerweise gilt ja die Devise "You get what you pay for" - ich glaube auch kaum dass es zwei exakt gleiche Artikel aus zwei verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Preisen gibt


Die Löhne und Lohnnebenkosten sind im Preis enthalten, soviel zu "you get what you pay for".
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2006 - 22:55:11    Titel:

Warum sind die Kapitalisten geldgierig? Jeder Verbraucher ist genau so geldgierig. Wer zu diversen "geiz-ist-geil"-Elektromärkten geht und die billigen Hühnchen beim Discounter kauft ist für den Export von Arbeitsplätzen verantwortlich. Wann lernt der deutsche Verbraucher, dass Angebot UND Nachfrage für eine Marktwirtschaft elementar sind.

Letztlich bieten Unternehmen das an, was nachgefragt wird. Und wenn der 100 Euro billigere Geschirrspüler aus Polen mehr nachgefragt wird als der teurere in Deutschland gebaute... tja wer ist dann schuld?

Letztlich muss uns allen klar sein. Der erhebliche Wohlstand eines großen Teiles dieser Bevölkerung ist auf den billigen Import preiswerter Waren und Dienstleistungen zurück zu führen. Der Wohlstand würde beträchtlich sinken, wenn alle "deutsche Preise" zahlen müssten. Dann könnte man sich nicht Fernseher und DVD-Player und Geschirrspülmaschine und Waschmaschine und Auto und alles das, was der verwöhnte deutsche Konsument als "Menschenrecht" ansieht, leisten. Dann wäre man vielleicht froh einen schwarz-weiß-Fernseher zu besitzen.
Wenn der deutsche Verbraucher darauf verzichten will, kann er das durch seine Nachfrage beweisen. Und hier geht es nicht um einmalig 50 Euro, sondern um jeden Tag 50 Euro - nämlich bei jedem einzelnen Einkauf.

Dafür gäbe es dann weniger Arbeitslose.

Gruß
Pauker
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2006 - 11:03:05    Titel:

Die Wirtschaft, überhaupt alles wirtschaftliche Handeln wird über egoistische Motive angetrieben. Es funzt nicht, mit ideelen Motiven in diesem Bereich etwas erreichen zu wollen. Von daher wird es auch nie funzen, daß der Bürger das teurere Podukt kauft, damit es Deutschland besser geht. Statt dessen muß man die Verhältnisse so ändern, daß es für den Bürger aus egoistischen (wirtschaflichen) Überlegungen heraus sinnvoll ist, das deutsche Produkt zu kaufen (Zölle?).

Pauker schrieb:
Zitat:
Der erhebliche Wohlstand eines großen Teiles dieser Bevölkerung ist auf den billigen Import preiswerter Waren und Dienstleistungen zurück zu führen
Ist das wirklich so?

Mal ein Gegenbeispiel:
Vor 15 Jahren kaufte ich eine AEG-Waschmaschine für 1130 DM. Damals produzierten die Firmen in Deutschland, ich hatte einen Job und es war mir ein leichtes, diese Maschine zu kaufen. Heute kostet eine Waschmaschine umgerechnet 700 DM. Jetzt habe ich aber Probleme, sie zu kaufen, da ich arbeitslos bin. Und meinen Mitbürgern geht es ähnlich, da sie aufgrund der hohen Arbeitslosenquote enorme Steuerbelastungen zu schultern haben. Unterm Strich geht es uns trotz biliger Importe schlechter als ohne.

Könnte es sein, daß die Negativeffekte der Arbeitslosigkeit die positiven Effekte von Preisverfall bei weitem übertreffen? Umkehrschluß: Ist der Erhalt von innländischen Arbeitsplätzen nicht weit aus wichtiger, als der Import von Billigprodukten und sollte der Erhalt von Arbeitsplätzen nicht die Priorität gegenüber immer schwindeleregenderen Exportrekorden haben?
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2006 - 11:33:41    Titel:

Welcher Effekt welchen übertrifft, ist schwer zu sagen. Als Arbeitsloser sieht man das sicher mit anderen Augen als der Arbeitsplatzbesitzer. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen.

Meine individuelle Sicht:
Ich lasse meinen Blick kurz durch meine Wohnung schweifen und stelle fest: alles da, was moderne Technik so bietet.
Mein Wohlstand in Form von Wäsche nicht mehr aufhängen zu müssen, sondern in den Trockner zu werfen, mit Flatrate ins Internet zu können, mit einem Hochleistungscomputer Doom spielen zu können *schäm* ist dadurch enorm gestiegen. Dein Waschmaschinenbeispiel zeigt einen Preisverfall um 1/3. Letztlich hätte ich mir also 1/3 meine Wohlstandes bis heute nicht leisten können.

Man darf auch nicht vergessen, dass ich das gesparte 1/3 ja für andere Güter ausgegeben habe. Vielleicht konnte ich mir dadurch erst den Maler leisten, der mir die Bude gestrichen hat. Früher hätte ich es aus rein finanziellen Gründen selber machen müssen.

Die Sache ist halt ein wenig komplizierter.

Gruß
Pauker
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2006 - 11:59:33    Titel:

Freidenker hat folgendes geschrieben:
Könnte es sein, daß die Negativeffekte der Arbeitslosigkeit die positiven Effekte von Preisverfall bei weitem übertreffen?


Das kommt jetzt darauf an, wie Du die "positiven Effekte" definierst. Auch vor 15 Jahren gab es Arbeitslose. Nur hatten die es viel schwerer gehabt, 1130 DM aufzubringen, um eine Waschmaschine zu kaufen, als heutzutage, da es billige Modelle unter 700 DM gibt. Alle Elektrogeräte waren für die damaligen Arbeitslosen teurer, und Internet undenkbarer Luxus.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2006 - 16:20:56    Titel:

Die Verbraucher haben bereits Shell in die Knie gezwungen (Brent Spar). Verbraucher in islamischen Ländern können dänische Unternehmen boykottieren. Wie schnell knicken Unternehmen unter der Nachfragemacht der Verbraucher ein!

Warum können Verbraucher bei uns nicht bewusst einkaufen? Warum gibt es Vereine für Autofahrer (ADAC - eine der mächtigsten Lobbyvereine), für Fußballer (holen die WM nach Deutschland), für Umweltschutz (Greenpeace - und die haben extrem viel bewirkt), mehrere Vereine für Dritte Welt (Brot für die Welt), aber keinen Verein zur Förderung deutscher Waren?
Ich vermute Desinteresse: dem Verbraucher ist am Verkaufsthresen der deutsche Arbeitsplatz schlichtweg egal. Der eigene Geldbeutel liegt immer näher als der Geldbeutel des arbeitslosen Nachbarn. Schöne Sontagsreden sind schnell geschwungen. Aber keiner verzichtet gern auf den Urlaub, der erst durch den Kauf ansonsten billiger Waren möglich wird.

Ryan-Air ist das beste Beispiel - wenn es mein Vorposter schon anführt. Aber lieber mit ausländischem Personal und Internetbuchung für 20 Euro nach Rom als mit deutschem Personal und Service für 100 Euro.
Die Subventionierung der Kleinstflughäfen ist wieder mal ein Grund, warum ich Subventionen nur in Ausnahmefällen (Technologieförderung, externe Effekte) gutheißen kann. Ich verstehe auch nicht - wenn man denn unbedingt genug Geld für Subventionen hat - wieso staatliche Förderungen nicht an Auflagen (z.B. eine bestimmte Anzahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze) gebunden sind. So fließt die Subvention direkt in die Taschen des Billigreisenden, ohne dass ein Arbeitsloser etwas davon hat. Da hätte man das Geld gleich an die Steuerzahler verteilen können.

Gruß
Pauker
Halil Ibrahim
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Anmeldungsdatum: 28.02.2006
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 02:58:05    Titel:

Warum sollen die Arbeitsplätze in D. schützenswerter sein als in anderen Ländern?
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 03:27:51    Titel:

Zitat:
Ich habe zwar keine genauen Zahlen, wieviel Arbeitsplätze pro Milliarde Konsum geschaffen werden, aber es sind sicher einige. Man muss die Menschen dazu bringen, optimistisch in die Zukunft zu sehen, und Sicherheit zu empfinden, denn nur dann konsumieren sie auch.


Du verwechselst Ursache und Wirkung. Konsum führt nicht zu Wirtschaftswachstum, sondern Wirtschaftswachstum zu Konsum. Man kann nur verzehren, was man produziert. Steigender Konsum, der nicht wachstumsinduziert ist, führt früher oder später zu Substanzverzehr und der anschliessend notwendige Konsumverzicht ist die Wachstumsbremse.

Justav hat folgendes geschrieben:

Die Sparquote in der BRD beträgt ca. 10,6% das sind etwa 158 MRD Euro die dem Konsum vorenthalten werden. Die verfügbaren Einkommen sind allerdings 1480 MRD im Jahr. Selbst wenn die Verfügbaren Einkommen um ca. 20 MRD auf 1500 MRD steigen würden, würde das nicht viel an der Sparquote ändern, d.h. sie ist nicht unbedingt Einkommensabhänig.


Was heisst "vorenthalten" ? Wer spart, betreibt ja in der Regel nicht Geldhortung, indem er die Kohle im Sofakissen einnäht, sondern legt sie verzinslich an um Erträge zu erzielen. Ein Sparer benötigt also zwingend als Vertragspartner einen Kreditnehmer, der bereit ist, sich heute Geld zu leihen und in der Zukunft zuzüglich einer Leihgebühr und einer Risikoprämie zurück zu zahlen.

Der größte Kreditnehmer allerdings sind die öffentlichen Haushalte, welche die Sparanlagen der Bürger nur zu gerne entgegennehmen, um sie in typischer Sozialstaatsmanier ziemlich wilkürlich verteilen, in Form von leistungslosen Einkommen, fragwürdigen Subventionen usw., (und dabei im schlimmsten Fall auch noch zu erheblichen Marktverzerrungen beitragen).

Die Zinsen zahlt der Staat dann dadurch zurück, dass er weitere Kredite aufnimmt, wodurch eine ständige Nachfrage die Sparneigung der Bürger aufrecht erhält.

Zitat:
Das Problem im "Geiz-Teufelskreis" ist doch, dass die meisten Bürger nicht weitsichtig genug agieren, wenn sie billige Importwaren erwerben, denn dadurch verschlechtert sich insgesamt ihre Situation, aufgrund wegfallender Arbeitsplätze und somit wieder höherer Abgaben, gekürztem ALG... der Egoismus des Einzelnen schadet sich also selbst.


Wirtschaftliches Handeln nützt allen Beteiligten. Ich spare, kann also mehr konsumieren, z.B. auch in Deutschland, es reicht mir für mehrere Annehmlichkeiten, anstatt nur einer einzigen Anschaffung, und irgendwo in Tschechien ist ein Arbeitsplatz entstanden, für jemanden, der im Leben nicht mehr daran geglaubt hat.
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