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Selbstmord
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NevBully
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Anmeldungsdatum: 20.01.2006
Beiträge: 179

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 17:47:35    Titel: Selbstmord

Heute war da erste Tag, nach Karneval, in der Schule.
Ich kam heute 2min zu spät in die Klasse, wunderte mich, dass es so still war. Nur ein Gedanke schoss mir durch den Kopf..."Oh nee jetzt bekommste einen drüber, weil de zu spät gekommen bist", dachte ich.
Alles war still, alle Augen waren auf mich gerichtet und keiner hatte irgendwelche Utensilien auf dem Tisch ausgebreitet.
Ich wusste, irgendwas stimmt hier nicht,...

Mein Lehrer streckte seine Hand in Richtung meiner und sagte mit klarer und ruhiger Stimme: " Die Katrin Bart (Name geändert) ist von uns gegangen."

Ich schaute auf ihren Platz, und tatsächlich.... Ihr Platz war leer, eigentlich wie so häufig, aber diesmal wussten wir, es ist für immer.

Es sind jetzt fast sieben Stunden her,...und ich denke jede Minute an sie.
Ich habe sie nicht gut gekannt, geschweige denn Interesse gehabt, sie näher kennen zulernen. Aber trotzdem fehlt mir ihr Lachen, denn ich weiß, ich werde es nie wieder hören oder sehen.

Sie hat sich vor einen Zug geschmissen, habe ich erfahren. Und mir kommen makabere Gedanken in den Sinn, wie :
Wie mag sie wohl aussehen,...ist noch alles drann...
Wo liegt sie jetzt,...hat man alle Glieder gefunden (sorry das sind meine Gedanken) ist sie vollständig,...ich kannte sie doch nur so....und jetzt!?

Die Reaktionen in der Klasse waren verschieden,...eine lachte sogar und sagte "krass"...ich weiß wirklich nicht warum.
Ich musste weinen, und ich war die Einzige.

Ich weiß absolut nicht wie ich damit fertig werde.
Mein Vater ist Feuerwehrmann und sagte, als ich es ihm eben erzählte: "Der arme Lockführer,....und die Armen, die die Teile zusammenkratzen mussten . Das Mädchen wäre egoistisch gewesen."

Ist dieser gewählte Freitod wirklich egoistisch!? War es mutig oder feige!?
Mir stellen sich soviele makabere und moralische Fragen.

Wie kann man sowas sagen. Ich meine nicht nur meinen Vater, sondern auch meine Mitschüler.
Ich denke ich werde die einzige auf der Beerdigung sein.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass keiner einen guten Kontakt zu ihr hatte, sie hatte oft die Schule geschwänzt und daher kaum Freunde.
Noch ein paar Wochen und sie hätte ich Fachabitur gehabt... für uns ging es heute schon weiter.

Kann mir jmd vllt was empfehlen, vllt ein Buch, oder eine Internetseite!?
Mir geht es gar nicht gut, ich bin innerlich regelrecht zerrissen,...
Whoooo
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 8988

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 18:01:46    Titel:

Ist natürlich schade, dass es niemanden aus deiner Klasse so trifft wie dich. das beste wäre in meinen Augen, mit Klassenfreunden darüber zu reden.

was dein Vater gesagt hat, stimmt meiner Meinung nach, auch wenn ich es anders umschreiben würde. Ein Selbstmord ist immer eine egoistische Handlung. Man verlässt diese Welt, lässt alle Probleme hinter sich und kann nicht mehr zurückkommen und Dinge wieder in Ordnung bringen. Aber ich bin mir sicher, dass das Mädel alle Optionen durchdacht hat und keinen anderen Ausweg sah. In diesem Moment hat sie nicht an sich, an den Zugführer oder die Rettungskräfte gedacht.

Wie dem auch sei. Ein Blick auf die Suizid-Seite der Wikipedia oder eine google-Suche helfen dir wahrscheinlich weiter, aber pass auf, dass du nicht auf eines dieser Selbstmörder-Boards kommst. Ansonsten kannst du ja gerne hier schreiben, was dir so durch den Kopf geht.
NevBully
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Anmeldungsdatum: 20.01.2006
Beiträge: 179

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 18:10:15    Titel:

Danke.

Mir geht so viel durch den Kopf. Ich kann es gar nicht in Worte fassen!!
Ich würde so gerne die Eltern anrufen und helfen,...aber ich kannte sie ja kaum. Und jetzt tut es mir so leid, dass ich nie GESEHEN HABE und DIE AUGEN AUFGMACHT habe.
Ich möchte was tun. Vielleicht suche ich mir die Adresse aus dem Internet und frage ob ich vllt mit zur beerdignung gehen darf oder vielleicht eine Rede halten kann. Ich hätte viel zusagen. Ich kann zwar mich nicht trösten, aber dafür umso mehr andere.
Wäre das komisch, eine Rede zuhalten, obwohl ich nicht mit ihr befreundet war??
Innova
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Anmeldungsdatum: 08.04.2005
Beiträge: 1827
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 18:14:50    Titel:

Nein finde ich nicht. Wenn man etwas über jemanden zu sagen hat sollte man das tun. Niemals anders wirst du mehr die Gelegenheit bekommen auf so eine Weise Abschied zu nehmen. Manchmal merkt man eben erst was fehlt wenn etwas oder jemand nicht mehr da ist.
NevBully
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Anmeldungsdatum: 20.01.2006
Beiträge: 179

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 18:17:07    Titel:

Ja, das stimmt. Am Freitag ist die letzte Gelegenheit.
ich habe im telefonbuch die nummer gefunden. Ich werde anrufen, obwohl meine Stimme extrem zittrig ist.
Ich werde fragen ob ich helfen kann und ob ich zur beerdigung kommen darf.

dankeschön für eure Antworten
NevBully
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Anmeldungsdatum: 20.01.2006
Beiträge: 179

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 19:24:05    Titel:

Es ist wirklich komisch...ich habe grade mit ein paar Schulfreunden gesprochen, und alle meinte: Ich solle die Eltern nicht anrufen, wenn überhaupt nur eine Karte...und ne Rede über Sie, wie ich sie kennengelernt habe, wäre auch übertrieben. Ich hätte sie nicht gekannt.
(Stimmt ja auch, sonst hätte ich es auch gemerkt, dass sie gefährdet ist...war)

Für die Eltern wäre es schwer genug, wenn schon die engsten freunde anrufen würden....Aber sie hatte ja keine, glaub ich! Sonst hätten die ihr ja bestimmt mal geholfen.

Habe eben dann noch mit einer Freundin gesprochen, die sich mit ihr mal verabredet hatte. Und meine Freundin, hats eben erst durch mich erfahren.
Mal endlich jmd der mich versteht. Allerdings hat sie auch enorme Schuldgefühle. Als sie unterwegs waren, hatte Katrin (name geändert) sich ihr anvertraut und erzählt dass sie in der Psychatrie war, wegen mehrmaligenSelbstmordversuchen. Allerdings hatte meine Freundin sie nicht so ernst genommen.

Crying or Very sad Crying or Very sad

Alles ganz schön traurig. Besonders dass die Klassenkameraden sagen, man solle sich daraus halten, auch wenns lieb gemeint wäre.
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 20:12:40    Titel:

Hör in der Sache nicht auf andere und tu das was du für richtig hältst.
Wenn du zweifen hast, versetz dich in die lage der anderen und überleg wie du dich dann fühlen würdest wenn "du" z.b. anrufen würdest.
Heldin
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 137
Wohnort: Confoederatio Helvetica

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 15:37:04    Titel:

Versteht mich bitte nicht falsch. Mein Vater nahm sich das Leben als ich 7 Jahre alt war. und ich sah ihn mit 'nem Messer in der Brust auf unserm Küchenboden liegen.

Aber:
Ich würde den Eltern ganz bestimmt nicht anrufe... und den Steichelzoo von wegen "ich hätte helfen können" kannste gleich vergessen. Du schreibst ja, dass du nicht mal interesse daran hattest, sie kennen zu lernen. Und dann willst du ne rede halten an ihrem Grab? Hör doch auf! Wie verlogen ist das denn? Wenn ich sie wäre und jemand wie du hielte eine Rede... ich würdemich im Grab umdrehen, echt. Wenn jemand sich umbringen will, dann tut er dies auch. Es ist auch nicht immer wie im Film mit Abschiedsbrief und 100 Versuche im Vorfeld... Glaub mir.

Und dein Daddy hat absolut recht. Es ist sowas von egoistisch (und feige), wenn man sich umbringt. Und den Ponyhof von wegen "bestimmt alles probiert" den manche vom Stapel lassen ist ja wohl das letzte.


Ich persönlich verabscheue einerseits Menschen, die sich das Leben nehmen. Andererseits gibt es auch Situationen, in denen ich es verstehe. Wenn mein Arzt mir früh genug mitteilen würde, dass ich Alzheimer habe, würde ich mich auch umbringen.

Zu deinen Klassenkameraden kann ich nur sagen: Es trauert nunmal jeder anders. Und wenn jemanden den Tod von jemand anders nicht gleich in Tränen ausbrechen lässt, heisst das nicht, dass man nicht doch irgendwie trauert. Als ich erfuhr, dass ein Freund meiner Mutter starb, meinte ich auch nur "Scheisse" und mehr nicht...
Rene1985
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 264

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 19:17:24    Titel:

also ich muss sagen, dass ich meiner vorrednerin zustimme, will dir damit aber nicht zu nahe treten. ich finde zu einer beerdigung sollten nur familie, freunde und gute bekannte gehen. einfach menschen, die denjenigen auch gekannt haben und eine rede ist etwas ganz persönliches und intimes, das sollte man nur machen, wenn man sich sehr nahe war. ich finde deine anteilnahme und dein mitgefühl ja gut, aber dabei solltest du es auch belassen. ihr wart ja keine freunde und hattest auch so nichts miteinander zu tun. und du schreibst ja auch, dass du noch nichmal interesse gahabt hast sie kennen zu lernen . klar ist sowas ein schock, aber ich denke nicht, dass eine teilnahme an der beerdigung angebracht ist.
NevBully
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Anmeldungsdatum: 20.01.2006
Beiträge: 179

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 21:30:57    Titel:

Das was ihr schreibt, finde ich ziemlich hart.
Ich habe generell kaum Interesse jmd kennen zulernen, weil ich kaum Zeit habe und man Zeit für eine Freundschaft braucht.

Natürlich habe ich mich mit ihr unterhalten und ich fand sie auch nie unsympathisch, aber eine Freundschaft wäre von ihr auch nie ausgegangen!

Dafür war sie denke ich viel zu schüchtern...keiner kannte sie wirklich.
Und ich weiß auch, wie schwer es für ein Familienmitglied ist, eine Rede zuhalten!

Ich hätte mehrere Schüler gefragt wie sie, die Katrin (Name geändert) in Erinnerung haben. (denn sie war nie unsympathisch!!) Wenn sie da war, hatte sie gerne gelacht, sie konnte sehr gut zuhören....

Ich finde es schon schön,wenn jmd über eine Person erzählt, wie man sie kennen gelernt hat. Wie sie zu uns war....und das war ja alles positiv.

Es wären unteranderm Fürbitten gewesen...


Das mit dem Anruf:
Ich weiß dass wir ständig nur Karten bekommen haben. Toll, die kann man sich durchlesen!!! Aber nie hat jmd angerufen und gesagt:
Ich bin da, ich kann helfen!! Was kann ich tun!?!?


Ja, ich habe sie nicht gut gekannt,...wer kennt denn schon jmd gut!?!?
Wenn sie zu mir kam, habe ich mich gerne mit ihr unterhalten.
Und wenn jmd gesucht worden wäre, der vllt was schönes sagen kann, und auch für andere sprechen kann, hätte ich es gerne gemacht!!


Ich fühle mich zu tiefst schuldig, damals nicht mehr getan zu haben. Ich wollte ihr schon immer sagen, dass ich es scheiße finde, dass sie so oft die Schule schwäntzt....aber ich kam zu spät!!

Ich bereuhe es zu tiefst, es nicht sofort gemacht zu haben. Vllt hätte sie mir von ihren Problemen erzählt! Und sich mal an jmd. gewendet, der sie ernst nimmt!

Ich habe ein Recht, an der Beerdigung teil zunehmen! Sie war eine Mitschülerin von mir und die Eltern freuen sich bestimmt, wenn noch mehr kommen und Katrin, die letzte Ehre erweisen!!

...Und es ist mein Wunsch,...mich bei ihr zu entschuldigen,...dass ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt war.

Ich habe einen wunderschönen Text, den ich gerne vorgetragen hätte.
Es wäre meine Art gewesen, mich bei ihr zu entschuldigen.
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