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Kombilohn und Staatsbetriebe - Konkurrenz für AEG!
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Kombilohn und Staatsbetriebe - Konkurrenz für AEG!
 
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Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
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BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 17:13:24    Titel: Kombilohn und Staatsbetriebe - Konkurrenz für AEG!

A. Merkel preist den Kombilohn als Möglichkeit Langzeitsarbeitslose wie z.B. ältere Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen an.

Gleichzeitig setzt AEG ca. 1700 Mitarbeiter auf die Straße und verlagert das Werk nach Polen. Begründung: In Polen sind die Löhne niedriger.
http://www.netzwerkit.de/projekte/aeg/sturzaeg
Weitere Infos.

Aus diesen beiden Gesichtspunkten heraus ergibt sich eine, wie ich finde, interessante Kombinationsmöglichkeit. Hier nun ein Modell, welches AEG das Fürchten lehren könnte:


Die 1700 AEG-Mitarbeiter, die demnächst beim Arbeitsamt stehen kosten dem Staat auf jeden Fall ca. 1000 €/Monat an ALG2 inkl. Sozi-Vers. und Verwaltungskosten. Wenn sie Familie haben, sogar noch mehr.

Angenommen der Staat investiert 230 Mio.€ für eine staatl. Waschmaschinenfabrik und beschäftigt dort die 1700 ehemaligen AEG-Mitarbeiter. Und sagen wir, er zahlt den Arbeitern ein Einkommen von 1200 € plus verminderte Sozi-Vers.. Dann wäre die Zusatzbelastung pro Arbeitslosen für den Staat ca. 700 €/Monat (Brutto!). Praktisch Kombilohn in die entgegengesetzte Richtung. Das Haupteinkommen (1000 €) inkl. Verwaltungskosten zahlt der Staat, und den Kombilohn (700 €) die Fabrik. Da die Arbeiter andernfalls eh beim Arbeitsamt sitzen würden, ergibt sich dadurch keine Mehrbelastung für den Staat.

Die in diesem Werk produzierten Waschmaschinen würden also mit Monatslöhnen von 700 € produziert! Also rein rechnerisch fließt nur ein Stundenlohn von 4,36 € in den Verkaufspreis ein!

Damit dürften wir sogar die Löhne in Polen und Südamerika unterlaufen. Wir hätten also ein Produkt, das den deutschen sowie europäischen Markt aufrollen würde. Hinzu kommt noch, daß wir Kosten wie Dividenden und astronomische Vorstandsgehälter nicht erwirtschaften müßten. Was die Waschmaschinen an Gewinn abwerfen, geht zurück in den Staatshaushalt und verbessert die Finanzen.

Werbekampagnen könnten über die Staatssender WDR erfolgen. Kostenfrei versteht sich, denn der Steuerzahler zahlt eh schon viel zuviel an die GEZ!

Schließlich könnte man die Fertigung auf Herstellung der einzelnen Komponenten wie Elektromotor, Pumpen und Bleche ausweiten, also weitere Werke bauen und dort weitere Arbeitslose beschäftigen.

Die Ausgaben der private Haushalte für Waschmaschinen fließen so nicht mehr in die Taschen eines schwedischen Electrolux-Konzerns, sondern in den eigenen Staatshaushalt. Die Einkommen der Arbeiter lägen über dem ALG2, was sich wiederum günstig auf die hiesige Binnennachfrage bzw. die Konjunktur auswirken würde. AEG ist dabei der Verlierer - und das ist auch gut so!
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 20:15:06    Titel:

Und die Betriebsmittel zahlt der Steuerzahler, und wenn die Waschmaschinen nicht verkauft werden sind enorme Ressourcen verschwendet worden. Deren Entsorgung zahlt dann auch der Steuerzahler. Und selbst wenn sich ein paar Maschinen verkaufen liessen, dann ist spätestens nach 5-10 Jahren das Waschmaschinenmodell überholt und der Steuerzahler bezahlt Ingenieure die neue Waschmaschinen nach staatlichen Vorgaben entwerfen, die wiederum nicht in marktwirtschaftlicher Produktion gefertigt werden.

Das erinnert mich an die Trabant-Werke. Die Autos wären auch billig gewesen, aber keine wollte das Wunderwerk der Technik staatlicher Entwicklung.

Lieber zahle ich den 1700 Mitarbeitern ihre Stütze und hoffe, dass der eine oder andere in Eigeninitiative eine neue Arbeit findet, die auf einer real existierenden Nachfrage basiert.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 23:22:19    Titel:

ich gebe mich geschlagen... Smile

Gruß
Pauker
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2006 - 23:52:32    Titel:

Zitat:
Du hast sicher recht was die bisherigen Staatsbetriebe anbetrifft. Kann man aus 10 unwirtschaftlich arbeitenden Staatsbetrieben schließen, daß immer alle Staatsbetriebe zwangsläufig unwirtschaftlich sein müssen?

Ne, aber man kann sehr gut die Probleme beobachten, die Staatsbetriebe haben können.

Zitat:
Pro Jahr gehen in Deutschland ca. 40000 Firmen der freien Wirtschaft pleite.

Das ist die eine Seite der Medallie. Wie viele neue Firmen und Neueinstellungen gibt es jährlich? sollte man dazu nennen.

Weiterhin:
Entweder verlagert sich die Nachfrage, somit ist dies der natürliche Prozess Angebot und Nachfrage.
Oder die Nachfrage fällt weg, durch höhere Armut, was aber nicht allzu bedeutend sein sollte, da immernoch Wirtschaftswachstum herrscht.
Diese beiden Punkte können bei deiner These also nicht problematisch werden. Es gibt noch einen Dritten
Oder die Nachfrage wird durch andere Anbieter besser bewältigt.
Diesem Punkt wenden wir uns genauer zu.

Zitat:
Wer sagt denn, daß es sich bei Staatsunternehmen nicht ebenso verhalten kann?
Die Frage ist also, was macht ein Unternehmen der freien Wirtschaft wettbewerbsfähig und wie überträgt man diese Eigenschaften auf einem Staatsbetrieb
Alte Laier, dass für die Staatsbetriebe kein Leistungsanreiz besteht, wie du ja auch erwähnst Wink

Zitat:
Eigenschaft: Konkurrenz schafft Notwendigkeit zu ständiger Verbesserung.
Staatbetrieb: Über Konkurrenz braucht man sich angesichts der Globalisierung bei Waschmaschinen keine Sorgen zu machen. Es wird kein Geld aus der Staatskasse in das Unternehmen gepumpt.

Milchmädchenrechnung, aber deutlich.
Nehmen wir mal an das von dir vorgeschlagene Modell wäre wirtschaftlich, sprich würde Gewinn einbringen oder zumindest keine Verluste einfahren (und wie du sagtest würde es ja eventuell Marktführer, das müssten doch enorme Gewinne sein).
Sag mir, weiso ist noch kein kapitalist mit ein paar Millionen Euro kapital (wirklich kein Problem da ran zu kommen wenn man ne wirklcih gute Idee hat) haargenau diese Idee aufgenommen hat, nur eben als Privatkonzern?
Hier kommt gleich die Antwort: Es ist nicht wirtschaftlich.
Was macht man?
Der Staat (und somit wir per steuern) zahlen Geld, damit die Firma billig produzieren kann, billiger als die Konkurrenz. Wenn dann die Endprodukte billiger sind haben wir die Mehrkosten, die ansich bestehen nur schon vorher per steuern geblecht. (ja, geht unten noch weiter, keine angst^^)

Zitat:
Der Verbesserungsdruck auf die Angestellten erfolgt durch die Möglichkeit des Arbeitsplatzverlustes bei schlechter Arbeitsleistung.
Der Betrieb ist in Staatshand, somit ist nicht "eine Person" zuständig darüber zu entscheiden, gut möglich dass die "Verteilung" nicht hinhaut.

Zitat:
In den bisherigen Staatsunternehmen existierte dieser Anreiz [Leistungsanreize durch mehrgewinn] i.d.R. nicht.
1. Fixum, das sich nach der Schwere und Qualität der Arbeit richtet.
2. Leistungsprovision, die den persönlichen Einsatz also z.B. Stückakkord honoriert.

Das Fixum wird der Staat nicht gut definieren können, wir sehen ja die Gewerkschaftskämpfe für tarifverträge, der Staat könnte einfach bestimmen, das geht früher oder später garantiert schief.

Zitat:
3. Gewinnbeteiligung am Unternehmensergebnis. Wenn es dem Unternehmen gut geht, geht es dem Einzelnen gut.

Und wo kriegt der Staat noch Geld? Der hat schliesslich etliche Millionen investiert, die müssen auch mal zurückgezahlt werden.
Eben aus dieser Tatsache können wir folgern:
Der Leistungsanreiz in diesem Betrieb wäre deutlich geringer als in der freien Wirtschaft, denn dort muss nicht so viel an den Staat abgehen.

Zitat:

Bei dem Ingenieursteam, daß die Produktlinien entwickelt, besteht der Lohn zu einem größeren Teil aus Gewinnbeteiligung. Das Fixum dagegen ist gering. Sind die Produktlinien zu erfolglos, muß der Ingenieur mit Entlassung rechnen.

Die Ingenieure sind aber nicht für die Vermarktung usw zuständig.
Wenn irgendein Volldepp (um eine Wortwahl zu nutzen die dir gefallen wird) z.B. in der Vermarktung es nicht gebacken bekommt die Produktion gut zu vermarkten, oder einfach viel zu viel produziert wird, kann man logisch gesehen nicht den Ingenieuren die Schuld zuschieben, was du aber tun würdest.

Zitat:
Neben Unternehmensberatungsfirmen wird ein Rationalisierungsmanager mit befristetem Arbeitsvertrag eingestellt, dessen Gehalt von dem ihm einfallenden Unternehmensverbesserungen abhängig ist. Ist er ineffektiv, sinkt sein Einkommen, bis er schließlich entlassen wird.

Oder in anderen Worten ist es ein Beruf der auf Messers schneide steht, die aber nur vom Staat zum wackeln gebracht wird.
Wenn sich niemand weiterentwickelt (kann ja mal sein dass eine Technik kaum mehr verbessert werden kann/muss, bzw. die nächsten verbesserungen ihre zeit brauchen) muss sich acuh keine einzelne firma weiterentwickeln, wenn dies aber nicht geschieht ist der manager in dem staatsbetrieb schuldig.
Denn wer soll darüber entscheiden, wie sich der markt verhält? Der Staat? Das wird nicht wirklich objektiv...
Im privaten bereich würde der besitzer entscheiden (bzw. die geschäftsleitung), die sehr viel davon profitieren wie es der firma geht und nicht, ob sich ein angestellter an irgendwelche "regeln" hält, was er neu erfinden muss.

Zitat:
Zunächst mal unterlaufen die Waschmaschinen den Marktpreis und sind bei gleicher Qualität gemäß den Gesetzen von Angebot und Nachfrage Marktführer.
Bei dem Preis kann kein Konkurrent mithalten

Die Nachfrage bleibt aber die gleiche.
Und was passiert, wenn du mehr produzierst als billigster anbieter? Richtig, die teuersten anbieter gehen pleite. Darf ich dich daran erinnern, dass auch noch in deutschland produziert wird? vielleicht nicht von aeg, aber von anderen firmen? tja, was machst du mit den arbeitslosen? noch so ne firma? glaubst du das selbst?

Zitat:
Der Gewinn wird dann durch die Verkäufe von Waschmaschinen zum Standardpreis realisiert werden.

An diesem punkt wird dir auffallen, dass die freie marktwirtschaft schneller auf kundenwünsche reagiert als die staatlich gelenkte, somit wären gleiche preise das aus für die produzierten waren dieses staatsbetriebes.

jau Razz
trh
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Anmeldungsdatum: 04.09.2005
Beiträge: 570

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 01:54:42    Titel:

Woher soll bei der Subventionspolitik das Geld in die Staatskassen kommen?

Subventionspolitik funktioniert nicht - sie wird meistens ausgenutzt, schafft zwar kurzfristig Arbeitsplätze, die aber dann teilweise mit mehr Geld finanziert werden, als das Arbeitslosengeld kosten würde.

Wenn man erreichen will, dass Betriebe sich ihre Umzugsstrategien überdenken, hilft nur eines. Boykott der Produkte - wenn AEG, oder sonst irgendeine Firma, bei einer Produktionsverlagerung damit rechnen muss, dass kaum noch ein Produkt von ihnen in Deutschland gekauft wird, dann würden sie es lassen.

Aber Geiz bleibt auch weiterhin Geil und diese Land wird auch leider immer weiter untergehen, denn:
"Wir alle leben unter dem selben Himmel... wir haben aber nicht alle den gleichen Horizont."

Es wäre sinnvoller sämtliche Subventionsgelder für Existenzgründungskredite zu vergeben.
bwlfan
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
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BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 08:05:12    Titel:

Ich finde die Idee von Freidenker ehrlich gesagt garnicht so schlecht. Wenn es wirklich klappen würde, dass es für den Staat ein Nullsummenspiel bedeuten würde, fände ich die Idee echt klasse. Ich meine, versuchen könnte man es ja mal. Was haben wir denn zu verlieren? Derzeit zahlt der Staat munter ALG und bekommt keine Gegenleistung. Viele (Langzeit)arbeitslose sitzen daheim und langweilen sich zu Tode, weil sie nix zu tun haben.

Selbst wenn bei Freidenkers Idee für den Staat kein Gewinn rausspränge, hätte man wenigstens was für die Qualifikation der Bürger getan. Denn wenn die noch ein paar Jahre ohne Arbeit herumhocken kann man die doch qualifikationstechnisch total abhaken.

Das Staatsbetriebe nie so rentabel wie Privatbetriebe waren, weiss ich auch, Aber wie schon gesagt, liessen sich da sicher Anreize schaffen. Naja und ansonsten muss die ganze Aktion ja nicht für die Ewigkeit sein, sollte man nach ein paar Jahren merken, dass es einfach nichts bringt, kann man den Laden immer noch schließen oder verkaufen.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
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BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 11:48:33    Titel:

Naja, Freidenkers Idee hatte am Ende aber auch wenig mit einem Staatsbetrieb gemein. Letztlich hat der Staat ja nur noch Eigenkapital beigesteuert. Alle anderen Ausführungen ähneln doch privatwirtschaftlichen Unternehmen. (ähnlich dem erwähnten VW-Konzern)

Mir kommt noch die Idee: der Rationalisierungsmanager käme sicher bald auf die Idee zumindest Teile der Produktion ins Ausland zu verlagern. Soll das dann verboten werden?

Gruß
Pauker
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
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Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 13:49:27    Titel:

Schade, ich hatte auf eine Antwort a la
"Im privaten wurde das noch nicht gemacht, weil da der Staat nicht in dieser Art "zuschiessen" kann"
gehofft.
Denn das sagt wundervoll das Problem der Idee aus:
Subventionspolitik, aber radikal.
Seht euch an was z.B. die Agrarsubvention in der EU weltweit für Folgen hat, dann versteht ihr recht gut warums nicht aufgeht.

naja, trh hats ja schon selbst erklärt Smile

Zitat:
Ich finde die Idee von Freidenker ehrlich gesagt garnicht so schlecht.
Ich meine, versuchen könnte man es ja mal. Was haben wir denn zu verlieren?
sollte man nach ein paar Jahren merken, dass es einfach nichts bringt, kann man den Laden immer noch schließen oder verkaufen.

ich finde, bevor man einen solchen Plan startet sollte man mal alles durchdenken und durchrechnen.
Genausowenig würde jemand in der privaten marktwirtschaft auf die idee kommen "einen plan" umzusetzen ohne zu wissen was genau dabei gemacht wird und wie er ausgeht.
Was haben wir zu verlieren? noch einige millionen mehr an schulden für den staat.
Wenn mans schliesst sind auch noch das gesammte betriebsgelände und die produktionsanlagen rausgeworfenes geld
verkaufen - wer will lieber nen rückständigen betrieb kaufen als nen neuen betrieb selbst zu bauen? wohl niemand, ausser es ist massiv billiger, somit wäre das auch keine "lösung"
Freidenker
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 344
Wohnort: Auf´m Sofa

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 14:27:06    Titel:

Macabre Deified schrieb:
Zitat:
Schade, ich hatte auf eine Antwort a la
"Im privaten wurde das noch nicht gemacht, weil da der Staat nicht in dieser Art "zuschiessen" kann" gehofft. Denn das sagt wundervoll das Problem der Idee aus: Subventionspolitik, aber radikal.
Diese Antwort hole ich hiermit nach. Smile Und die Subvention, die Du als Problem bezeichnest ist in meinen Augen die große Chance! Denn das Geld wird so oder so für Arbeitslose verbraten. Warum also die Arbeitslosen auf dem Sofa rumgammeln lassen, anstatt ihnen die Chance zu geben produktiv zu sein? Was ist sinnvoller - Sofasitzen zu subventionieren oder produktive Arbeit? Subventioniert wird also auf jeden Fall! Bei welcher Variante springt für eine Volkswirtschaft mehr raus?
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Hier noch ein paar Gedanken:


1. Finanzierung der Startinvestitionen von 230 Mio. für die Fabrik.
Aktuell subventionieren wir Firmenumzüge von den alten Bundesländern in die neuen. Angeblich soll das dem Aufbau Ost helfen. Die Fa. Müller von "Müller-Milch" bekam z.B. bei einer solch unsinnigen Subventionierung ca. 70 Mio. € vom Steuerzahler. In der neuen Fabrik brauchte sie dann weniger Arbeitskräfte, als in der alten im Westen. So was ist staatlich subventionierte Arbeitsplatzvernichtung. Wenn wir so einen Unsinn beenden würden, könnten wir dieses Geld für unsere Waschmaschinenfabrik verwenden.

2. Bevorzugung von Arbeitslosen über 40.
Man kann nicht das Renteneintrittsalter raufsetzen und die Menschen oberhalb 35 Jahren auf dem Arbeitsmarkt bereits altersdiskriminieren. Das ist in meinen Augen menschenverachtend. In der Waschmaschinenfabrik könnte man bevorzugt diese Menschen einstellen. Dankbar, doch noch eine Chance zu erhalten, würden die sicher einen guten Job machen.

3. Kapital bleibt im Land.
Man sollte auch nicht den Umstand unterschätzen, daß die Erträge der Waschmaschinenfabrik im Land bleiben und nicht an den Konzern Electrolux in Schweden abgeführt werden. Dies bedeutet Stärkung der Binnennachfrage und die ist für unser Land wichtig!
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 01 März 2006 - 20:27:24    Titel:

Außerdem würden sich die noch in Deutschland verbliebenen Hersteller für die staatliche Billigkonkurrenz schwer "bedanken". Wie viele Arbeitsplätze gehen dann verloren? Ist das auch in deiner Rechnung drin?

Gruß
Pauker
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