Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Studiengebühren
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Studiengebühren
 
Autor Nachricht
borabora
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 10 März 2006 - 22:07:31    Titel:

Und leider gibts auch nicht gerade sehr viele Stipendien.... trotzdem: *irgendwas* wirds schon werden. Wink
Lamasshu
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 02:45:57    Titel:

Wenn eine zumindest klar überdurchschnittliche fachliche Eignung erkennbar ist und frühzeitig geeignete Fürsprecher gefunden werden, können auch bestimmte Graduiertenkollege eine sinnvolle Alternative sein. Der Eintritt in diese ist nahezu immer an ein Stipendium gekoppelt oder erleichern den Erhalt signifikant.
borabora
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 12:22:49    Titel:

*G* mit ein paar Mit-StudentenInnen betreiben wir "im Rahmen der Umstrukturierung zu Ba/Ma" gerade Lobbyarbeit dafür... wenigstens, finden wir, ist es ein Versuch Wert ist sich im allgemeinen Kuddelmuddel einen eigenen Platz zu schaffen Wink
Vor allem scheinen die jeweiligen potentiellen Geldgeber vom Modell "Graduiertenkolleg" schwer angetan zu sein. Ist wohl grad "in Mode".... zumindest bis es dann Dr-Studiengänge - "nach intl. Vorbild" *LOL* - gibt.

Im Grunde ist das allgemeine Wirrwarr doch auch nützlich wenn man versucht sich auf die konstruktiven Schlachtfelder zu begeben und sich von bestimmten Gruppen, die sich noch immer an der Studiengebühren-Debatte abarbeiten, fern hält.

Wird an deiner Uni auch noch immer so viel von "Kampf" gesprochen?
Lamasshu
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 13:06:44    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:
*G* mit ein paar Mit-StudentenInnen betreiben wir "im Rahmen der Umstrukturierung zu Ba/Ma" gerade Lobbyarbeit dafür... wenigstens, finden wir, ist es ein Versuch Wert ist sich im allgemeinen Kuddelmuddel einen eigenen Platz zu schaffen Wink
Vor allem scheinen die jeweiligen potentiellen Geldgeber vom Modell "Graduiertenkolleg" schwer angetan zu sein. Ist wohl grad "in Mode".... zumindest bis es dann Dr-Studiengänge - "nach intl. Vorbild" *LOL* - gibt.


Also ich muss gestehen ich verstehe das nicht ganz, aber es klingt höchst interessant. Ich bitte um weitere Ausführungen! So ein wenig Corporate Social Responsibility im universitären Bildungssektor klingt gar nicht so weit hergeholt. Wie sieht euer Modell aus?
Internationale Promotionsstudiengänge...hmm...also ehrlich gesagt ist das gar nicht einmal unbedingt auszuschließen, aber auch in Deutschland gibt es heute schon die ein odere Möglichkeit um den PhD abzulegen. Manche mögen behaupten der Dr und der PhD ist ohnehin nur durch das Etikett voneinander zu unterscheiden, aber die Angelsachsen sehen das bisweilen anders.

borabora hat folgendes geschrieben:
Wird an deiner Uni auch noch immer so viel von "Kampf" gesprochen?.


Oh, an meiner momentanen Uni geben sich verschiedene Gruppierungen im universitären Arbeitskampf täglich die Klinke in die Hand. Gerade letzte Woche gab es Streikaktionen gegen die geplante Anhebung der jährlichen Studiengebühren auf umgerechnet 9000 Euro. Tags darauf streikten die Professoren gegen mangelnde Mitbestimmung an der Universität. Man gewöhnt sich einfach an solche Arbeitskämpfe.
Da mir der ganze Quatsch bezahlt wird hält sich meine Solidarität in engen Grenzen, wobei ich wirklich täglich darüber schmunzeln muss, dass deutsche Studenten gegen soziale Selektion und unfinanzierbare Gebühren protestieren, während an dieser Universität selbst die Wohnheimplätze ungefähr das Dreifache wie an meiner letzten deutschen Universität kosten.
coffeinjunky
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 14:17:51    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Faktisch erklärt sich die geringe Arbeitslosigkeit von 5% eher durch eine gewaltige verdeckte Arbeitslosigkeit:

a) Arbeitslose Akademiker melden sich seltener arbeitslos. Dies liegt u.a. daran, dass sie zumeist ohnehin kein Arbeitslosengeld sondern nur Arbeitslosenhilfe zu erwarten hätten. Viele fürchten zudem, dass sie aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen leicht "verschickt" werden können ("Sie sind ein arbeitsloser Germanist aus Berlin? In Wuppertal wird für ein städtisches Projekt für 12 Monate halbtags ein Lektor gesucht. Nächsten Monat geht es los."). Das Beispiel ist nicht zwangsläufig sonderlich realitätsnah aber erstaunlich viele befürchten so etwas und ziehen wieder zu den Eltern, wo sie fleißig Bewerbung um Bewerbung schreiben.
b) Akademiker neigen dazu nach dem Studium beim Ausbleiben einer Festanstellung eine umfangreiche Karriere als Praktikant zum Besten zu geben. Wer allerdings auch 12 Monaten nach seinem Abschluss von Praktikum zu Praktikum hechelt war natürlich offiziell nicht arbeitslos...
c) Akademiker ohne Beruf, aber mit ausreichenden Rücklagen (klingt komisch, gebe ich zu) neigen dazu selbst die Initiative zu ergreifen und sich fortzubilden (Aufbaustudium, Sprachkurs, Ausland usw.). Auch diese sind dann nicht arbeitslos.
d) Der Akademiker weiß, wie schlecht sich Arbeitslosigkeit im Lebenslauf macht. Deshalb werden häufig sehr große Anstrengungen unternommen, um während der Suche nach dem Job nicht arbeitslos zu sein.
d) Weiterhin: Viele Akademiker arbeiten zwar, allerdings in sehr prekären Verhältnissen in Berufen, die so gar nicht ihre Qualifikation als Akademiker verlangen (nicht einmal die "Softskills").


Ja, das stimmt zwar alles, doch ändert dies an der grundlegenden Aussage nichts, dass Akademiker auch ohne Ansehen des Studienganges eine geringere ALQ haben als Nicht-Akademiker. Die Tatsache, dass viele Absolventen von "arbeitsmarktfernen" Studiengängen nicht gemäß ihrer Studienqualifikation arbeiten als verdeckte Arbeitslosigkeit zu bezeichnen ist zwar formal korrekt, doch halte ich dies für prekär. Es gibt keine typischen Arbeitsplätze für z.B. Soziologen. Daher ist vollkommen klar, dass diese nicht in für Soziologen typischen Arbeitsplätzen arbeiten. Es gibt nur Arbeitsplätze, die auf Grund der im Studium erworbenen Qualifikationen für Soziologen in Frage kommen, aber diese Absolventen wurden halt nicht für einen ganz bestimmten Typus Arbeit ausgebildet wie z.B. Mediziner oder Ingenieure.

Die geringere ALQ der Akademiker kann in der Tat nicht nur auf das durch das Studium erworbene Wissen zurück geführt werden, sondern auch auf andere Faktoren. Wie du selbst beschrieben hast gehen viele arbeitslose Akademiker in die Selbstständigkeit; sie sind einfach flexibler; sie sind in der Lage Anstrengungen zu unternehmen um nicht arbeitslos zu sein oder zu erscheinen. Immerhin bekommen Akademiker Praktikumsplätze. Frage mal die 50,4% der gering qualifizierten Ostdeutschen, die arbeitslos sind, warum sie keine Praktika machen. Immerhin können Akademiker Beschäftigungsverhältnisse "informal" herstellen. Hin und wieder arbeiten Germanisten dann halt als CEO von Call Centern oder Islamwissenschaftler beim BND (beides Bsp aus meinem Bekanntenkreis). Aber für diese Qualifikationen gibt es nunmal keine passgenauen Stellen in der Wirtschaft. Daher tue ich mich schwer damit, dies als verdeckte Arbeitslosigkeit zu bezeichnen.

Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich möchte nicht leugnen, dass der Arbeitsmarkt zur Zeit wirklich katastrophal aussieht. Doch sehe ich wesentlich schlechtere Zustände in den Bereichen für Nicht-Akademiker. Des Weiteren ist das Vorurteil der taxi-fahrenden Soziologen für mich einfach ein Vorurteil.
Lamasshu
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 14:50:40    Titel:

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Die Tatsache, dass viele Absolventen von "arbeitsmarktfernen" Studiengängen nicht gemäß ihrer Studienqualifikation arbeiten als verdeckte Arbeitslosigkeit zu bezeichnen ist zwar formal korrekt, doch halte ich dies für prekär. Es gibt keine typischen Arbeitsplätze für z.B. Soziologen. Daher ist vollkommen klar, dass diese nicht in für Soziologen typischen Arbeitsplätzen arbeiten. Es gibt nur Arbeitsplätze, die auf Grund der im Studium erworbenen Qualifikationen für Soziologen in Frage kommen, aber diese Absolventen wurden halt nicht für einen ganz bestimmten Typus Arbeit ausgebildet wie z.B. Mediziner oder Ingenieure.


Nun, dieser Einwand wäre sicher noch berechtigter, wenn es der einzige Punkt meiner Argumentation gewesen wäre. Es ist durchaus richtig, dass viele Studiengänge überhaupt nicht auf ein konkretes Berufsbild vorbereiten und es deshalb auch nur vermeintlich keine Stellen dafür gibt. Deshalb tun sich Arbeitagenturen auch so schwer damit, den promovierten Germanisten oder den Byzantinisten zu vermitteln: Wenn niemand genau solche Stellenprofile ausschreibt, versagt besonders die hoch standardisierte Vermittlung der Arbeitsagentur.
Dennoch müssen wir differenzieren: Der Soziologe in einem Marktforschungsinstitut ist sicher ein deutliches Stück näher an seiner Qualifikation als der Soziologe, der z.B. in einer städtischen ABM Beschäftigung gefunden.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Frage mal die 50,4% der gering qualifizierten Ostdeutschen, die arbeitslos sind, warum sie keine Praktika machen.


Ehrlich gesagt führe ich das nicht unbedingt auf mangelnde Initiative zurück. Der Absolvent einer Universität hat in aller Regel zuvor keine Berufserfahrung gesammelt und versucht dieses Defizit durch Praktika auszugleichen. Der "durchschnittliche gering qualifizierte Ostdeutsche" hat vermutlich zuvor bereits gearbeitet, hat vielleicht Familie oder ist häuslich gebunden. Auch ist der "durchschnittliche gering qualifizierte Ostdeutsche" sicher auch älter als der durchschnittliche Hochschulabsolvent.
Ergo hat der besagte Ostdeutsche eine viel höhere Investition in eine bestimmte Region, wohingegen die meisten Hochschulabsolventen relativ problemlos vom ehemaligen Hochschulstandort zum weit entfernten Praktikumsplatz pilgern können. Auch sind Praktika für Arbeitslose mit Berufserfahrung sicherlich nicht gleich wertvoll wie für Hochschulabsolventen ohne. Es zeigt eigentlich nur, dass der Arbeitslose sich bemüht hat. Löblich und sicherlich nicht wertlos, aber in meinen Augen nicht mit der Bedeutung von Praktika für Hochschulabsolventen zu vergleichen.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Immerhin können Akademiker Beschäftigungsverhältnisse "informal" herstellen. Hin und wieder arbeiten Germanisten dann halt als CEO von Call Centern oder Islamwissenschaftler beim BND (beides Bsp aus meinem Bekanntenkreis). Aber für diese Qualifikationen gibt es nunmal keine passgenauen Stellen in der Wirtschaft.


Unter informal in dem von mir gebrauchten Kontext ist einfach zu verstehen, dass die tatsächlichen Beschäftigungsverhältnisse eher über persönliche Netzwerke denn über die reine Qualifikation der Person realisiert wurden. Das ist nicht verwerflich, keineswegs. Auf diese Art kommen Germanisten in die Personalabteilung, Soziologen in die medizinische Forschung, Juristen ins Rechnungswesen.
Aber: Da die fachliche Qualifikation hierbei nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat und der Focus auf den menschlichen Qualitäten liegt, hätten durchaus auch Nicht-Hochschulabsolventen genau diese Stellen mit dem nötigen Vitam B erhalten können.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Daher tue ich mich schwer damit, dies als verdeckte Arbeitslosigkeit zu bezeichnen.


Es schwäre auch schlicht nicht richtig, ich selbst habe dies auch gar nicht getan Smile
Dieses Missverständnis geht wohl auf den etwas chaotischen Aufbau meines Beitrages zurück.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich möchte nicht leugnen, dass der Arbeitsmarkt zur Zeit wirklich katastrophal aussieht. Doch sehe ich wesentlich schlechtere Zustände in den Bereichen für Nicht-Akademiker. Des Weiteren ist das Vorurteil der taxi-fahrenden Soziologen für mich einfach ein Vorurteil.


Denke wir beide stimmen in den allermeisten Punkten durchaus überein. Keineswegs möchte ich leugnen, dass Hochschulabsolventen mit deutlich weniger Problemen zu kämpfen haben als andere Bildungsgruppen. Dass ein Vorurteil ein Vorurteil für dich ist, ist natürlich tautologisch Smile
Aber ja, es ist eine - bisweilen böswillige - Überspitzung einer Situationsbeschreibung, deren Ursprung in früheren Dekaden zu suchen ist. Die Soziologie als eine der ehrwürdigen und traditionsreichen deutschen Wissenschaftsdisziplinen mag in jüngster Zeit gegenüber ihren "kleinen Schwestern" wie beispielsweise der Politikwissenschaft etwas an Boden verloren haben, dennoch bietet sich gerade heute für einen gut ausgebildeten Soziologen sehr interessante Perspektiven.
dowi
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 17.02.2005
Beiträge: 144
Wohnort: GI

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 15:07:55    Titel:

studiengebühren soll es doch aus dem grund geben, weil die unis udn fhs keine geld mehr haben und es sollen ewige studenten die auf kosten des staates bzw. der allgemeinheit jahrzehnte studieren weg.

solche leute müssten doch eigentlich von den unis geworfen werden, ich kann nicht ganz verstehen wieso die immer noch geschützt werden, die bringen doch den studtenten die wirklich mit einem ziel studieren in verruf ! diese studieren ja dann nicht wirklich für ein ziel, sondern wollen nur die vorteile eines studenten nutzen !

was man aus dem usa immer hört, ist dass ehemalige studenten ihren unis beträchtliche geldbeträge spenden und dies auch regelmäßig. es geht ja nicht immer um die riesen summen, aber hier in deutschland hab ich so etwas noch nicht gesehen oder erlebt. es scheint nicht üblich zu sein, seinen unis auf diese art und weise etwas gutes zu tun.

man kann ja nicht behaupten, dass ehemaligen studenten bei uns alle arme leute sind.

es zeugt ja auch von dankbarkeit und verbundenheit zu seiner alten universität oder fachhochschule wenn man etwas zurück gibt.
Jemand
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 20.11.2004
Beiträge: 272

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 15:19:18    Titel:

Deine Argumente beziehen sich allerdings hauptsächlich auf Langzeitstudenten..Diese werden schon seit einiger Zeit von so gut wie allen Ländern zur Kasse gebeten. Langzeitstudenten sind dann eben Leute, die schon mehr als 3 oder 4 Semester über der Regelstudienzeit studieren..

Das Gleiche gilt für Leute, die ein Zweitstudium absolvieren..

Die neuen Studengebühren sind schon für alle, also auch und vor allem für diejenigen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten zügig und zielstrebig studieren..Die wenigsten ziehen ihr Studium unnötig in die Länge, schließlich weiß heutzutage jeder, dass ein sehr langes Studium die ohnehin nicht rosigen Aussichten auf einen Arbeitsplatz nur verringern.

Und dass das Geld an die Unis geht, wurde ja auch schon oft diskutiert und wird auf keinen Fall zu 100% umgesetzt
borabora
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 16:52:28    Titel:

@ dowi
Ich verstehe deine Entrüstung nicht. An meinem Fachbereich sind viele Studenten die schon weit über das 15. Semester hinaus sind und nun auch dementsprechend 800 Euro pro Semester zahlen. Die "Vorteile für Studenten" sind eher lachhaft. Außer einem günstigen Nahverkehrsticket fällt mir nichts ein. Selbst die Krankenkassen lassen Langzeitstudenten ordentlich zahlen. Wie jeder andere müssen auch sie Miete, Strom, etc. zahlen und im vergleich zum selber kochen ist die Mensa eher teuer (außer dem Eintopf für 1,30 kostet alles 3 Euro und mehr) - günstig fürs "Auswärtsessen" doch teuer wenn man das jeden Tag macht.
Also mich stören die Langzeitstudenten nicht. Ich finde es nur schade, dass viele es nicht schaffen endlich ihre Abschlussarbeit zu schreiben. Einige sind wirklich sehr belesen und auch gut, doch fühlen sie sich nicht bereit ihr Studium zu beenden obwohl sie schon seit Jahren scheinfrei sind. Ehrlich gesagt mit den meisten habe ich Mitleid.

Es gibt durchaus Studenten die ihrer Uni "etwas zurück geben". Meine Uni hat zum Bsp. einen "Freundeskreis" dem zumeist Ex-Studenten angehören. Dort können bei Tagungen oder Absolventenfeiern Gelder zur Unterstützung beantragt werden. KEINER wäre so idiotisch der Uni "irgendwo" Geld abzuliefern... das versickert sowieso. Auch an meiner Ex-Uni gibt es eine ähnliche Einrichtung.


@ Lamasshu
Wir sind gerade dabei die Profs. an unserem Fachbereich für die Idee eines Graduiertenkollegs zu erwärmen. Generell konnten wir feststellen, dass die jungen oder neu berufenen Profs dem sehr aufgeschlossen sind, da sie, aufgrund ihrer noch mangelnden Kontakte zu Stiftungen, etc., Schwierigkeiten haben Stipendien für ihre Promoventen zu bekommen. Auch sie sehen darin eine Möglichkeit die Promoventen an die Uni zu binden, Forschungsprofile zu etablieren, Gelder zu bekommen. Die Älteren sind eher abwartend bis ablehnend und sehen darin einen riesigen Verwaltungsaufwand ohne sichere Ergebnisse. Ich vermute wir werden in diesem Semester erst mit gemeinsamen Gesprächen an einem Tisch beginnen können.
Bei Tagungen die in den vergangenen Semestern an meiner Uni statt fanden hatten wir stets das Glück Gelder zu bekommen. Die Geldgeber waren mit dem Verlauf der Tagungen zufrieden und so rechnen wir uns gute Chancen aus von deren Seite Unterstützung zu bekommen... nur die Alten müssten halt mitziehen. Von Studierendenseite ist da eher ein Impuls zu erwarten, die Ausarbeitung muss schon gemeinsam statt finden, die Geldgeber optimalerweise von etablierten Profs kontaktiert werden.... sonst geht das ja ewig Rolling Eyes (da ich bald mit der Dipl-Arbeit anfange will ich mir optimalerweise damit auch das eigene Überleben sichern...)
Mir ist das auch ziemlich egal wer uns unterstützen will. Die Unis haben kein Geld und deshalb sollte man da auch nicht so zimperlich sein. Die Ingenieure haben schon seit langer Zeit Kooperationen mit der Wirtschaft ich sehe keinen Grund weshalb die Geistes- Sozialwissenschaften sich noch länger ideologisch eingraben sollten.

Dieses "Kampfgelaber" geht mir auch ordentlich auf die Nerven. Manche demonstrieren noch immer gegen die Studiengebühren, obwohl das nun wirklich gegessen ist. Statt nun mit der Lage konstruktiv umzugehen werden Transparente gemalt... na ja... Oder die Listen in die sich die Bachelor-Master-Studenten eintragen müssen (für ECTS für Anwesenheit) werden geklaut da dies gegen "was-auch-immer" verstößt... ich warte schon auf die ersten Sit-Ins des 21. Jhds. "Stören von Seminaren" gabs mal... war aber eher ein Schuss in den Ofen.
coffeinjunky
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 21:30:31    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Nun, dieser Einwand wäre sicher noch berechtigter, wenn es der einzige Punkt meiner Argumentation gewesen wäre.


Ich habe mich auf dieses Argument konzentriert, da alle anderen von dir genannten statistischen Ungenauigkeiten bei der Erfassung der ALQ auch auf alle Nicht-Akademiker zutreffen.

Deine Kernthese lautete ja, dass die geringe ALQ der Akademiker auf eine "gewaltige verdeckte Arbeitslosigkeit" zurückzuführen ist. Deine Anhaltspunkte waren: a) Zugehörigkeit zur Stillen Reserve, b) Praktikantenstatus, c) "Flucht" in die Selbstständigkeit, d) Arbeit in qualifikationsfernen Jobs.

a) Die Zugehörigkeit zur Stillen Reserve liegt auch bei Nicht-Akademikern vor. Insbesondere Hausfrauen, die irgendwann entscheiden doch noch ein bißchen etwas zu verdienen. b) der Praktikantenstatus liegt analog entweder dergestalt vor, dass Nicht-Akademiker in ABMs gebracht werden oder dass sie eben keine Praktikumsstellen finden. Das meinte ich mit dem Bezug zu den Ostdeutschen. c) Ich-Ag auch bei Nicht-Akademikern (und sogar erfolgreich!)

Punkt d blieb übrig, also konzentrierte ich mich darauf. Dies hätte ich aber auch sicher explizit sagen sollen. Die verschiedenen ALQs der Akademiker und Nicht-Akademiker werden also von den gleichen Effekten verzerrt, wodurch die Vergleichbarkeit durchaus gegeben ist.

Lamashu hat folgendes geschrieben:
Da die fachliche Qualifikation hierbei nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat und der Focus auf den menschlichen Qualitäten liegt, hätten durchaus auch Nicht-Hochschulabsolventen genau diese Stellen mit dem nötigen Vitam B erhalten können.


Man muss aber auch bedenken, dass Akademiker im Laufe ihres Studiums gelernt haben sich sehr zielgerichtet Informationen anzueignen und sehr differenziert und reflektiert zu denken. Daher haben es Akademiker prinzipiell einfacher als Nicht-Akademiker.

Beste Grüße
coffeinjunky
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Studiengebühren
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
Seite 3 von 6

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum