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Studiengebühren
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Stupido
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Anmeldungsdatum: 23.01.2006
Beiträge: 202
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 15:19:01    Titel:

Ab mach Cuba, da gibt´s keine Studiengebüren.


Mfg
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 19:22:23    Titel:

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Ich habe mich auf dieses Argument konzentriert, da alle anderen von dir genannten statistischen Ungenauigkeiten bei der Erfassung der ALQ auch auf alle Nicht-Akademiker zutreffen.


Nicht zu leugnen, allerdings in einer unterschiedlichen Intensität. Es auf reine, von der betrachteten Bildungsgruppe abstrahierte Messfehler zu reduzieren und somit hinsichtlich der verdeckten Arbeitslosigkeit alle Bildungsgruppen zu nivellieren wird der Sache nicht gerecht.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
a) Die Zugehörigkeit zur Stillen Reserve liegt auch bei Nicht-Akademikern vor. Insbesondere Hausfrauen, die irgendwann entscheiden doch noch ein bißchen etwas zu verdienen.


Um im Haushalt tätig zu werden, wird zumeist ein Lebenspartner mit einem ausreichenden Einkommen benötigt. Liegt dies bei Hochschulabsolventen vor, ist auch hier diese Form möglich. Besonders natürlich durch gemeinsame Kinder.
Warum aber die stille Reserve bei jungen Hochschulabsolventen höher ist: Andere Bildungsschichten haben zumeist gearbeitet, mitunter recht lange. Deshalb haben nach dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ein Hochschulabsolvent hat das nicht, wohl aber auch Arbeitslosenhilfe mit den bereits von mir skizzierten Risiken. Meine Vermutung ist, dass ein gerade abgehender Hochschulabsolvent eher aus dem Raster fällt als ein aus einem Arbeitsverhältnis - und sei es die Ausbildung - entlassener Arbeitnehmer einer anderen Bildungsschicht. Oder anders ausgedrückt: Nehmen wir an zwischen Hochschulabschluss und Festanstellung liegen immer 12 Monate, ebenso wie zwischen dem Verlust einer Stellung und der Annahme einer anderen. Was denkst du, wer in diesen 12 Monaten tendenziell eher arbeitslos gemeldet ist?

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
b) der Praktikantenstatus liegt analog entweder dergestalt vor, dass Nicht-Akademiker in ABMs gebracht werden oder dass sie eben keine Praktikumsstellen finden. Das meinte ich mit dem Bezug zu den Ostdeutschen.


Das Beispiel scheitert schon an der Annahme, dass gerade unbeschäftigte Arbeitswillige anderer Bildungsstufen mit der gleichen Intensität nach Praktikamöglichkeiten Ausschau halten als Akademiker. Das erscheint mir gewagt. Meine Theorie ist, dass jemand der nach seiner Lehre nicht übernommen wird eher seltener dazu neigt ein Praktikum anzunehmen als ein Hochschulabsolvent, der noch nie gearbeitet hat.
Bei den ABM fehlen mir einfach Annahmen darüber, wie viele Maßnahmen es für Akademiker gibt. Das sind nach meinen Erfahrungen nämlich deutlich mehr als landläufig vermutet werden.

coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
c) Ich-Ag auch bei Nicht-Akademikern (und sogar erfolgreich!).


Nun, diese Möglichkeit besteht bald ohnehin nicht mehr. Dann wäre ein neuerlicher Vergleich sicherlich sehr interessant. Ich behaupte, dass Uniabsolventen eher zur Selbstständigkeit neigen.

Aus diesen Gründen sehe ich zwar eine strukturelle Vergleichbarkeit dieser Verzerrung, aber eine deutlich andere Intensität.

Etwas anderes gibt mir auch zu denken: Die Arbeitslosenquote bei Akademikern habe ich eingangs mit 4-5% beziffert. Das ist eine statistische Angabe. Wer jedoch ein wenig im Internet nach den Arbeitslosenquoten spezieller Studiengänge aufgrund von überschaubaren Fallstudien forscht, kommt häufig auf deutlich höhere Angaben. Das liegt häufig daran, dass hier das Erhebungsdesign einfach besser, da beispielsweise Universiäten direkt anschreiben und somit viele der von mir ins Feld geführten Punkte (z.B. Praktikakarrieren) aufdecken. Politologen, Historiker, Soziologen usw. geben "ihre eigene" Arbeitslosenquote recht häufig mit um die 10% an. Selbst die der Lehrer tendiert im Schnitt zu einem höheren Wert als 4-5%, wenn ich mich nicht irre. Juristen sind übrigens Paradebeispiele für meine Argumentation über verdeckte Arbeitslosigkeit, wobei hier natürlich viele erst einmal 2 Jahre ins Referendariat abtauchen können und sie trotzdem noch eine hohe Arbeitslosigkeit aufweisen. Über Orchideenfächer spreche ich nun gar nicht. Bedeutet dies also, dass WiWis, Ingenieure und Informatiker eine Arbeitslosigkeit von 0% aufweisen? Das ist a) blanker Hohn und ein Schlag ins Gesicht für die Arbeitslosen dieser Berufe und b) widerspricht es den Annahmen einer Sockelarbeitslosigkeit.

Lamashu hat folgendes geschrieben:
Da die fachliche Qualifikation hierbei nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat und der Focus auf den menschlichen Qualitäten liegt, hätten durchaus auch Nicht-Hochschulabsolventen genau diese Stellen mit dem nötigen Vitam B erhalten können.


coffeinjunky hat folgendes geschrieben:
Man muss aber auch bedenken, dass Akademiker im Laufe ihres Studiums gelernt haben sich sehr zielgerichtet Informationen anzueignen und sehr differenziert und reflektiert zu denken. Daher haben es Akademiker prinzipiell einfacher als Nicht-Akademiker.


Bezweifle ich keineswegs, auch wenn es sich darum fast schon um eine Binsenweisheit handelt. Ebenso könnte argumentiert werden, dass Nicht-Akademiker praktischer und unkomplizierter denken und zudem auch nicht davor zurückscheuen sich die Hände schmutzig zu machen.

Folgende Kernfrage bei mir bleibt bestehen: Kann wirklich davon ausgegangen werden, dass bei der Akademikerarbeitslosigkeit von 4-5% und bei der Gesamtarbeitslosigkeit von über 12% ein ungefähr gleich großer Anteil an Verzerrungen auftritt oder ist er bei den Akademikern nicht spürbar höher?

Wir müssen bedenken, dass staatliche Weiterbildung/förderung und ABMs in aller Regel mit etwas Mühe entsprechend berücksichtbar sind, wohingegen die Praktikakarrieren es eher nicht sind.
Grammatiker
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 19:55:41    Titel:

Ich bin für Studiengebühren. Ich mache gerade nach dem achten Semester Staatsexamen, seit 1,5 Jahren arbeite ich zudem 20 Stunden pro Monat in einem Nebenjob. Als ich vor vier Jahren an der Uni gemeinsam mit den anderen Studenten begrüßt wurde, fiel mir direkt auf, daß die anwesende Asta-Delegation offenbar aus Langzeitstudenten bestand. Nun, nach vier Jahren, sind diese Faulenzer immer noch dabei, die Studenten über die Gefahren des Rassismus und die angebliche Ungerechtigkeit von Studiengebühren zu belehren. Da demonstrieren diese Deppen in Arabertüchern nicht gewaschenen Klamotten gegen alle möglichen Sachen und kriegen dabei ihr eigenes Leben nicht auf die Reihe. Und dann erzählen mir diese Pseudo-Politiker, daß Studiengebühren grundsätzlich ungerecht seien. Diese Leute haben doch nur Angst, nun selbst zahlen zu müssen.

Ich sage: Keine Studiengebühren sind unsozial. Wenn es ein entsprechendes System gibt (z. B. Nachlagerung der Rückzahlung oder ein ausgebautes Stipendiensystem), sind Studiengebühren nicht ungerecht.
Obaba
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Anmeldungsdatum: 09.02.2006
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 19:57:47    Titel:

Ich hab mal einen Bericht im Spiegel gelesen, dass die Universität als sogenannte Stiftung die Studenten von der Studiengebühr verschonen könnte. Also, mehrere Firmen investieren in eine universitäre Einrichtung (ergo in die Ausbildung der Studenten) und haben somit die Chance zukünftige Akademiker für ihr Unternehmen zu gewinnen. Natürlich können Stiftungen nicht flächendeckend eingeführt werden, weil vielleicht auch nicht genügend Firmen dazu bereit wären, aber könnte diese Methode nicht wenigstens ein Entlastung oder zumindest eine für alle Beteiligten gewinnbringende Alternative darstellen??????
Grammatiker
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 19:59:32    Titel:

Ich bin auch für solche neuen Modelle. Allerdings sollte man auch da genau schauen, was man einführt. Sonst könnten die Geisteswissenschaften zu den Verlierern gehören.
Rashida
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 764
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 20:00:43    Titel:

@ Grammatiker
Schon mal dran gedacht dass es aber leute gibt die sich das einfach nicht leisten können? Für Langzeitstudierende fallen schon seit längerem zusätzliche Kosten an, finde ich auch vollkommen in Ordnung. Aber für alle von anfang an? In so einer Höhe? ALso ich muss mir echt was einfallen lassen. Für das Studium musste ich Umziehen, kein Platz im Studentenwohnheim bekommen...usw und dann noch fast Hundert euro im Monat dafür? Toll und noch mehr Schulden machen, wenn ich mit dem Studium fertig bin soll ich dann alles abbezahlen bis ich...40 bin? ICh weiss ja nicht..so einfach ist das alles nciht
Grammatiker
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 20:19:42    Titel:

Das ist doch Panikmache! Was spricht dagegen, pro Semester zwischen 500 und 750 Euro zu verlangen? Das Geld könnte dann nach Abschluß des Studiums zinsgünstig zurückgezahlt werden. Bei 10 Semestern Studium sind das 5000 Euro. Ein Handwerker, der seine Meisterausbildung macht, zahlt dafür viel Geld, wer eine Ausbildung zum Physiotherapeuten macht, zahlt wesentlich mehr Geld. Warum sollten die Studenten privilegiert sein? Warum soll ein kleiner Azubi mit seinen Steuern das Studium seines späteren Zahnarztes bezahlen?

"Sozial" bedeutet nicht nur, die Hände aufzuhalten.
Obaba
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Anmeldungsdatum: 09.02.2006
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 20:48:44    Titel:

Weiß zwar nicht genau, was Handwerks oder sonstige Ausbildungen kosten, aber als Akademiker hat man auch heutzutage noch immer bessere Chancen einen Arbeitsplatz zu bekommen, dessen muss sich jeder Student bewusst sein und ich will ehrlich gesagt nicht bevorzugt behandelt werden z.B. gegenüber einem Maurer, Bäcker etc., weil dieser meiner Meinung nach eine für die Gesellschaft ebenso wichtige Arbeit leistet, wie ein Akademiker/in.
Aber ich kann auch jeden verstehen, der Angst hat irgendwann vielleicht doch auf einem Schuldenberg zu hocken, gerade dann, wenn man eventuell eine Familie gründen will, ist diese Angst nicht verwunderlich. Es muss eben gewährleistet sein, dass dies alles ( also auch der jeweilige Verdienst!!) von der jeweiligen Bank berücksichtigt wird und dementsprechend auch geeignete Rückzahlungsbeträge erhoben werden können.
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 13:27:18    Titel:

Zur Grammatikalischen Polemik gegen Langzeit-Studenten: Mir wurde von meinen Professoren (der Geisteswissenschaften) das Studium nie als ein Stufe in der Karriere-Leiter dargestellt, sondern als Möglichkeit, in Eigenregie sich der Wissenschaft und dem Streben nach Erkenntnis hinzugeben (mal etwas romantisch formuliert). Ich will damit sagen, dass ich die Entwicklung des Studiums hin zu reiner Dienstleistung (Stichwort Bachelor und eben Studiengebühren) nicht besonders gut finde. Bei uns hocken auch sehr viele alte Menschen mit in den Kursen, und viele meiner Kommilitonen besuchen freiwillig manche Veranstaltungen, die sie nicht brauchen. Ich fände es schade, wenn dieser Aspekt wegfallen würde.
Ich bitte bei Antwort auf diesen Beitrag meine (nicht ganz negative) Haltung zu Studiengebühren zu bedenken. Bin ja nun kein linksromantischer Träumer. Aber dieser Aspekt soll auch mal angesprochen werden...
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 13:31:44    Titel:

Absolut richtig, Philoskow.
Ich habe neben meinen Studienfächern auch "zum Spaß" Scheine in anderen Fachbereichen gemacht. Geschichte, Philosophie, Religionswissenschaften und - in einer Sinnkrise - einen bei den Physikern zum Thema "Entwicklung der Quantentheorie". Es ist wirklich schade, dass diese Möglichkeiten bei der Umstellung zum Bachelor und Master einem (aus Zeitgründen, da man gewissermaßen nach Stundenplan studieren muss) nicht mehr offen stehen. Gerade in Zeiten der geforderten Multidisziplinarität...
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