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Antisemitismus
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Jockelx
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Anmeldungsdatum: 24.06.2005
Beiträge: 3596

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 18:14:58    Titel: Antisemitismus

Hallo,

auch auf die Gefahr hin, dass dieser Thread ganz schnell wieder zu ist,
versuche ich's mal:

Ich möchte gerne wissen, wie man antisemitisch wird.
Ausländerhass erkläre ich mir so, dass man z.B. 10 mal von Türken
verprügelt wurde und durch fehlende Fähigkeit der Differenzierung,
sagt man alle Türken sind schlecht.

Aber bei Juden?
Ich wohne in einer Stadt mit 250.000 Einwohnern und das einzige was
ich vom Judentum mitkriege, ist das ich hin und wieder an einer Synagoge
vorbei gehen. Wie könnte ich die hassen? Da kann ich nichtmals
was verallgemeinern.

Laut Zentralrat der Juden ist der Antisemitismus in Deutschland
sehr hoch, so dass statistisch doch einige davon hier sein müssten.

@MODs: Wäre das legitim, wenn einer von denen im Konjuktiv mal schreibt,
was die eigentlich stört?
Ich möchte das mal nachvollziehen können.
Wenn ich kann ich's auch verstehen, dann bitte einfach wieder löschen.

Jockel
Chris4567
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Anmeldungsdatum: 20.12.2005
Beiträge: 90
Wohnort: Würzburg

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 18:27:35    Titel:

Also, ich kenne nur eine Jüdin und die ist sehr nett. Ich hab nix gegen Juden. Aber es gibt sehr viele verkappte Neonazis die was gegen sämtliche Ausländer haben. Und da es seit dem Dritten Reich nur noch sehr wenige Juden in Deutschland gibt, zählen für diese Leute Juden eben als Ausländer.
Ausländer sind scheiße
= Juden sind scheiße
= Moslems sind scheiße
= alles Ausländische ist scheiße.
Durchblick 65
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 19:37:37    Titel:

x

Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 21:55:07, insgesamt einmal bearbeitet
paradoks
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Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 182
Wohnort: sanft-am-berge oder sunftenburg

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 20:34:50    Titel:

also ich muss sagen das ich leidergottes feststellen musste das in unserer gegend von einigen jugendliche das wort jude als schimpfwort eingesetzt bzw. missbraucht wird...ich denke das kommt von einigen wenigen (das geht zurück auf eien sogenannte elite theorie bei der einige wenige was vormachen und das breite umfeld ohne zu hinterfragennachmacht..eine beliebte art in deutschland..,mein lehrer sagt immer hacken zusammen und machen ..ein ideal das die deutschen aus irgendeinem grund immer noch haben).... auf jeden fall hat diese negative "elite" sich eben gedacht das sie alles verändern wollen..sind meist militaristisch veranlagt und halten sich slbst für was besseres woraufhin sie sich zu der rechten szene hingezogen fühlen und dann noch mehr von den dort verbreitetten idealen übernehmen..diese verbriten und somit die umgebende masse unterschwelig antisemitisch beeinflussen teilweise kommt das auch von eltern bzw. großeltern meine oma hat auch die meinung das alle ausländer kriminell sind und uns arbeitsplätze wegnehmen..als wir ihr sagten das sei da eine falsche meinung hat meinte sie das sie so erzogen wurde und das nicht ändern kann...doch eogentlich ist der grund das man probleme viel leichter auf andere abschieben kann anstatt sie auf die eigenen schultern zu nehmen und wenn dann behaupten sie einige immer noch das irgendjemand irgendjemanden anderen die rechtmäßig zustehenden (obwohl soetwas gar nicht existiert) arbeitsplätze wegnimmt ..dabei ist das das prinzip des kapitalismus das die qualifizierteren eute (und wenn die qualifikation auf weniger lohn besteht9 vom arbeitgeber genommen wird...kapitalismus ist keien schmusegeselschaft und wenn ihr keiene kapitalismus wollt wählt doch kpd oder zieht nach kuba..aber beschwert euch dann nicht über menschenrechtsverletzungen
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 03 März 2006 - 22:21:25    Titel: Re: Antisemitismus

Jockelx hat folgendes geschrieben:
Hallo,

auch auf die Gefahr hin, dass dieser Thread ganz schnell wieder zu ist,
versuche ich's mal:

Ich möchte gerne wissen, wie man antisemitisch wird.


Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, da der Begriff des Antisemitismus unterschiedlich "weit" gefasst wird.

s.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus

Streng genommen müsstest du dich als Antisemit ausdrücklich gegen (Anti) semitische (jüdische) Ansichten und Personen wenden. Und das als Ausdruck einer judenkritischen Grundhaltung darstellen, um es von simplen Differenzen bei Einzelthemen abzugrenzen.

Doch sind sich selbst bekennende Antisemiten nicht einig darüber, was denn nun das Judentum, der Gegenstand ihrer Ablehnung sei. Eine Religion? Eine Kulturgemeinschaft? Ein klar abgrenzbares Volk, gar eine eigene Rasse? Eine Ideologie? Oder was ganz anderes.

Für viele linksgrünalternativ orientierte Menschen dürftest du bereits dann Antisemit sein, wenn du dich kritisch über die israelische Politik äußerst oder angesichts der massiven Schuldenproblematik in Deutschland den staatlichen Fördergeldern für jüdische Kulturprojekte skeptisch gegenüberstehst. Während dein jüdischer Gemüsehändler vielleicht nur solche Leute als antisemitisch bezeichnen würde, die ihm aufgrund seines Glaubens oder seiner Lebensweise konkrete Probleme machen.

Nicht jeder Antisemit ist also ein dumpfer Glatzkopf - oft reicht schon eine Neigung zur kritischen Querdenkerei.
ozz
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Anmeldungsdatum: 20.05.2005
Beiträge: 336
Wohnort: Yellow Brick Road 1, Emerald City

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 13:15:33    Titel:

*räusper* sorry, got carried away.


@jockel:

>>Wäre das legitim, wenn einer von denen im Konjuktiv mal schreibt
>>was die eigentlich stört?
>>Ich möchte das mal nachvollziehen können.
>>Wenn ich kann ich's auch verstehen, dann bitte
>>einfach wieder löschen.

ich bin zwar keiner von "denen", aber ich denke, die antwort ist:

Zitat:
Gemeinsam ist allen Formen von Judenfeindlichkeit ihre Irrationalität. Juden wird gemäß dem Zitat des Patriarchen aus Lessings Nathan der Weise oft das Existenzrecht abgesprochen, einfach weil sie Juden sind: Tut nichts, der Jude wird verbrannt. Das zu Grunde liegende Phantombild, das im Nationalsozialismus paranoide Dimensionen annahm, besagt: Juden seien per se verkommen, böse und verdorben. Als "typisch" für sie gilt dann alles, was diesem Negativbild entspricht; was ihm widerspricht, kann nichts mit dem Judesein zu tun haben und wird als Verstellung angesehen. Die Absurdität dieser Vorurteilsstruktur drückt ein jüdischer Witz aus den 1930er Jahren aus. Darin sagt ein Jude zum anderen:

Es geht wieder los, gegen die Juden und gegen die Fahrradfahrer!
Wieso denn gegen die Fahrradfahrer?


...obigen text aus wikipedia kopiert. genau das ist der springende punkt:
"die juden" als solche können nichts falsch oder richtig machen, sie werden immer angefeindet - das war wohl schon im mittelalter so.

wenn wir alle etwas lockerer wären, bestünde das problem des europäischen antisemisten heutzutage allerdings vielmehr darin, seine eigene total beknackte politische einstellung gegen die lach-attacken normaler menschen zu verteidigen:

"hey, glatze: WAS hast du noch mal *kicher* genau gegen *prust*
"die juden" *lach* ?? "

...denn, mal ehrlich: eine gefahr geht von den gurken heutzutage doch wohl nicht mehr aus, oder ist da jemand anderer meinung ?

am samstag waren übrigens in köln wieder mal ein paar spinner unterwegs, demo zum thema "weg mit den moscheen - schluss mit multikulti" oder so ähnlich...

60 deppen in einem erbärmlichen zug, und mehr als 1000 leute auf der strasse, die sie ausgebuht haben - so soll das sein! Smile wenn die thesen von bürger stimmen, müssen wir nun alle von unserer iq-einschätzung bzgl. neo-nazis noch mal 10 punkte abziehen, weil sie sich's nun mit ihren letzten anti-jüdischen freunden auch noch verderben Twisted Evil
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 14:05:58    Titel:

borabora hat folgendes geschrieben:
Bitte tragt eure persönlichen Differenzen via PN aus.
--> ab hier zurück zum Thema.


Liebe borabora, ich kenne ihn nicht persönlich und kann daher keine persönlichen Differenzen haben. Das einzige was ich kommentiere, sind politische Äusserungen. Dass sich unser Freund physiognomischer Nasenbeschreibungen am laufenden Band verbale Entgleisungen leistet und Juden bzw. Israelis wechselseitig mit Fäkalausdrücken belegt ist auch keine persönliche Angelegenheit. Diese Art antisemitische Äusserungen als Satire zu verkaufen ist nicht neu, und die Art und Weise wie er reagiert ebenfalls nicht.

Schau dir bitte die Beiträge an, er hat es immerhin geschafft zweimal in seinen Beiträgen Juden bzw. Israelis mit Fäkalausdrücken zu belegen. Das ist typisch für diese Art moderner Agitatoren, sie wissen dass sie mit dumpfen Antisemitismus aus den Foren gekickt werden, also wird das als Satire und als Lebensfreude verkauft und mit allen möglichen positiven Begriffen belegt, so dass Kritiker als Spielverderber durch politisch korrekte Erziehung und Gutmenschentum geprägt dargestellt werden können und dumpfeste Vorurteile befreit vom intellektuellen Ballast fröhliche Urstätt feiern können.

Bei genauerem Hinsehen handelt es sich aber immer um deskriptive Beschreibungen, nicht um Argumente. Es wird versucht nationale Elemente, nicht zu viel versteht sich, man will den Leser nicht gleich verschrecken, ein paar antisemitische Bröckchen da und dort mit einzustreuen um "endlich" sich vom Stigma der nationalen Schuldenlasten zu "befreien". Solche Sätze sind keineswegs harmlos, sondern geschickte Umschreibung relativisischer und tendeziell antisemitischer Auffassungen.

Wie sonst sollte Antisemitismus auch 60 Jahre nach Auschwitz populär werden? Sie werden kaum auftreten und sagen, wir wollen Auschwitz wieder aufbauen. Schaut man sich in der betreffenden Literatur um, so wird auch manchmal offen, manchmal im Verborgenen genau jende Strategie empfohlen, die nach aussen sich kaum von den Texten dieses Zeitgenossen unerscheiden lassen.

Es gibt Ansätze, woran sich antisemitische Grundhaltungen erkennen lassen. Juden allgemein werden für Entscheidungen des israelischen Militärs verantwortlich erklärt, antisemitische Äusserungen mit der Auseinandersetzung in Plästina gerechtfertigt. Der zweite Erkennungspunkt sind die verbalen Rundumschläge gegen das Gutmenschentum, mit denen sich die Vertreter solcher antisemitsichen Grundhaltungen als modern, als jugendlich, als befreit von "gutmenschlichen Attitüden" darstellen um dann , befreit von allen historischen Lasten fröhlich ihren Antisemitismus feiern können. Ebenfalls klassisch ist das Element auf die armen Deutschen zu verweisen, die ja mit der Erbsünde auf die Welt kommen und daher nicht frei reden dürften um sich in einer Umkehrung inhaltlicher Bezüge als Befreier aufspielen zu können.

Solche Versuche erschöpfen sich aber allesamt in deskriptiven Beschreibungen und gehen am inhaltlichen vorbei. Das Juden im allgemeinen diskreditiert werden, manchmal direkt, manchmal unter dem Deckmäntelchen der Satire ist selbstredend antisemitisch wenn Differenzerungen fehlen, ob verbissen oder mit einem neuen Frohsinn berkauft, spielt dabei nicht die entscheidende Rolle. Göring verkörperte nur zu gut die Rolle des fröhlichen Nationalsozialisten, der befreit von jedem moralischen Attitüden der Gutmenschen seiner Zeit ganz unbelastet über die vermeintlich jüdische Gefahr sprechen konnte. Wir erkennen,- auch solche Phrasen sind nicht wirklich neu.

Juden sind immer schuld ist der Tenor dieses versteckten Salonantisemiten die selbstredend nicht mit allzu tumben Sprüchen auftreten. Das wir diese Freunde freier antisemitischer Phrasen vereinzelt bis in konservativen Raum antreffen können zeigte das Beispiel Hohmann nur zu gut.

Fast nirgends in diesen Sätzen fehlt der Vorwurf, man dürfe ja nichts gegen die Juden sagen, ohne als Antisemiten bezeichnet zu werden.
Häufig wird der der deutschen Kultur eigentlich ferne Nahostkonflikt als Begründung genommen. Das mutet schon seltsam an, weder der jahrzehntelange Konflikt zwischen Irak und Iran, weder die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Pakistan und Indien und auch nicht die wesentlich brutaleren Vorgehensweise der russischen Militärs in Tschertschenien lösen entsprechend empörende Äusserungen gegen Vertreter beteiligter Nationalitäten vor. Hier können unsere Revoluzzer gegen die PC plötzlich differenzieren.

Der Nahostkonflikt, der immerhin auf beiden Seiten blutig geführt wird scheint aber in den Köpfen unser Gutmenschenkritiker etwas auszulösen, endlich wird ihnen eine Rechtfertigung geliefert den lange mühsam unterdrückten Wunsch befreit gegen Juden auch mal etwas sagen zu dürfen ohne gleich als tumbe Dumpfbacke bezeichnet zu werden.

Es geht also nicht primär um den Nahostkonflikt, sondern um deutsche Befindlichkeiten in den Köpfen unserer sich angeblich davon befreiten Agitatoren der vermeintlich neuen vom Gutmenschentum befreiten Vertretern- Die Juden sind nur Mittel zum Zweck, wieder einmal um national denken zu dürfen, ohne an die Geschichte zu denken.

Wer sich mit dem Nahostkonflikt beschäftigt neigt eher nicht dazu, einseitig Partei zu ergreifen. Das bedeutet nicht, dass man keine Kritik am israelischen Militär und den Entscheidungen eines israelischen Parlamentes führen dürfe, wie von solcher Agitation eigentlich immer unterstellt wird. Nur es werden nicht die israelischen Militärs die Regierung Sharon kritisiert sondern die Juden.

Versuchen wir diese Begriffe in einem anderen Zusammenhang zu sehen. Nehmen wir die Russen oder die Inder und betrachten wie sich das anhören würde, wenn einer behaupten würde, es wäre doch korrekt die "Russen" als "A........" zu bezeichnen und sie verhielten sich "Sch...." weil sie in Tschertschenien einmarschieren.

Sofort würde sich Widerspruch regen und wir würden darauf hinweisen, dass man kaum alle Russen für das Vorgehen der russischen Militärs unter Putin verantwortlich erklären könne. Man würde einen solchen Phrasendrescher auch intellektuell nicht besonders ernst nehmen und einen niedrigen Bildungsgrad vermuten.

Im Verhalten gegenüber Juden ist das anders. Hier erlauben sich manche Vertreter eines, immerhin gewissen Bildungsgrades, öfter undifferenzierte Äusserungen und feiern das als Sieg freier Meinungsäusserung. Immer häufiger lässt sich feststellen, dass unsere Freunde nationalen Geistes von Juden in unserem Land eine Rechtfertigung verlangen, für kriegerische Handlungen des israelische Militärs in Palästina, für die moralischen Entgleisungen eines jüdischen Journalisten oder gar neuerdings für den Stalinismus der ebenfalls gerne den Juden in die Schuhe geschoben wird, denn es war wie uns Vertreter aus dem wertkonservativen Lager zu versichern trachten, ja der jüdische Intellektualismus der den Kommunismus gebar. Grotesk diese Versuche Deutschland reinzuwaschen, indem man auf alles jüdische prügelt.

Russen werden im Allgemeinen nicht mit entsprechenden Ansinnen konfrontiert, auch Engländer nicht als diese auf den fernen Falklandinseln einen absurden Krieg führten. Auch die Franzosen wurden in den 50 und 60ziger Jahren nicht wegen ihrer Kolonialpolitik angegriffen und selbst Amerikaner werden in der Regel nicht pauschal für das Verhalten der Buschadministration verantwortlich erklärt, obwohl es gegenüber Amerikanern schon häufiger geschieht.

Juden hingegen haben in den Köpfen vieler Zeitgenossen immer noch einen besonderen Stellenwert, ihr Verhalten wird von manchen jener befreiten gegen das Gutemenschentum kämpfenden Ritter wider die politische Korrektness besonders kritisch beäugt und jedes falsche Benehmen mit großem, pompösen Rundumschlägen gegen jene, gegen die man angeblich nichts sagen dürfe begleitet. Erinnern wir uns an Friedman, wie ein Schrei der Empörung durch den bundesdeutschen Blätterwald eilte, weil ein Jude den Dienst russischer Prostituierten in Anspruch nahm.

Das war schlicht grotesk wenn man bedenkt, dass es sich für die Unterwelt wohl kaum lohne würde, russische Frauen mit falschen Versprechungen nach Deutschland zu locken, wenn sie ihre Dienste nur jüdischen Zeitgenossen anbieten dürften. Wäre ein nichtjüdischer Politiker in Deutschland erwischt worden, würde dass sicher seiner Karrierie auch schaden, aber es hätte wohl kaum eine solche Welle bösartiger Angriffe ausgelöst, wie das Verhalten von Friedman. Nun, da kein Jude mehr in den Schlagzeilen steht, der sich die Dienste russischer Prostituierten bedient ist es wieder sehr ruhig geworden, alles verläuft in seinen nationalen Bahnen, auch das Geschäft mit russischen Prostituierten versteht sich.

Dieses abnorme Verhalten in der nichtjüdischen deutschen Öffentlichkeit ist nicht den Juden anzulasten, denn sie können im Allgemeinen nichts für Befindlichkeiten des nichtjüdischen Anteils der Bevölkerung. Auch für das Verhalten des Militärs in Israel sind nicht die Juden im Allgemeinen verantwortlich.

Es bleibt festzuhalten, dass die Juden mit dem Stigma des Antideutschen, auch als bohrende Erinnerung an den Holocaust in den Köpfen vieler Nichtjuden immer noch eine entsprechende "Sonderbehandlung" erfahren. Dies beginnt schon damit, das Deutsche gegen Juden gestellt werden, eigentlich absurd ist uns diese Differenzierung anscheindend immer noch vertraut. Das zeigt, das tradierte Elemente rassischer Betrachtungsweisen lange überdauern können.

Die Neigung von vielen, das Verhalten einzelner Juden besonders kritisch zu be- bzw. zu verurteilen, zeigt dies zu deutlich. Neuerdings teilen sich Juden diese "bevorzugte" Behandlung mit "Muslimen". Auch in diesem Fall treffen wir oft auf die Neigung die Muslime verantwortlich für das Verhalten einzelner Straftäter zu erklären, nur weil sie aus dem kulturellen Umfeld des Islams stammen.

Natürlich finden wir in bildungsfernen Schichten oft die Neigung zu undifferenzierten Allgemeinplätzen dieser Art. Nur es sind eben nicht nur ungebildete Zeitgenossen, die gegenüber Juden diese "neue lockere Freiheit des Denkens" selektiv in Anspruch nehmen.

Du siehst also mein Engagement wird nicht von persönlichen Attitüden gegen ein an seinen eigenen Befindlichkeiten gebeutelten "Freund unbelastender Rede" getragen, sondern ist am Puls der Zeit und für eine Diskussion über Antisemitismus allemal gerechtfertigt. Insbesondere über die merkwürdigen Betrachtungsweisen, die im Deskriptiven glänzen und an inhaltlichen Argumenten kaum etwas zu bieten haben.

Mit freundlichen Grüßen
ein
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ozz
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BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 15:34:11    Titel:

Zitat:
Wie sonst sollte Antisemitismus auch 60 Jahre nach Auschwitz populär werden? Sie werden kaum auftreten und sagen, wir wollen Auschwitz wieder aufbauen. Schaut man sich in der betreffenden Literatur um, so wird auch manchmal offen, manchmal im Verborgenen genau jende Strategie empfohlen, die nach aussen sich kaum von den Texten dieses Zeitgenossen unerscheiden lassen.

Es gibt Ansätze, woran sich antisemitische Grundhaltungen erkennen lassen.

[schnipp!]

Sofort würde sich Widerspruch regen und wir würden darauf hinweisen, dass man kaum alle Russen für das Vorgehen der russischen Militärs unter Putin verantwortlich erklären könne. Man würde einen solchen Phrasendrescher auch intellektuell nicht besonders ernst nehmen und einen niedrigen Bildungsgrad vermuten.

Im Verhalten gegenüber Juden ist das anders.



WIKIPEDIA:
Unter einer Paranoia (paránoia, griechisch für parà = neben, daneben und noûs = Verstand) versteht man im Allgemeinen einen Verfolgungswahn. Der Verfolgungswahn ist keine eigenständige Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom verschiedener Erkrankungen (z. B. Neurose, Psychose, Alkoholdelir).


-------
auf vielfachen publikumswunsch:
was "die russen" mit "den tschetschenen" machen ist scheisse.
was "die amerikaner" mit "den irakern" machen ist scheisse.
was "die israelis" mit "den palästinensern" machen ist aber auch scheisse.

es gibt darüberhinaus eine ganze reihe anderer ekelhafter aktionen, bei denen im lauf der letzten 200 jahre einzelne völker (oder meinethalben auch nur deren militärangehörige) unglaubliche schande auf sich geladen haben ->
japan/china,
türkei/armenien
amerika/native americans
rote khmer/kambodscha
etc etc...

....wobei hierüber aber in der schule nicht soviel vermittelt wird, weil "die deutschen" auf der top-ten-liste der verbrechen gegen die menschheit einen der obersten plätze einnehmen, und die (nötige) aufarbeitung wenig zeit für andere sachen lässt.

on a personal note:
ich wehre mich entschieden dagegen, von dir mit unverschämten sätzen wie: "Sie [die antisemiten] werden kaum auftreten und sagen, wir wollen Auschwitz wieder aufbauen." in die ecke der revisionisten, antisemiten oder auch nur in nähe sonstiger freunde rechten gedankengutes gerückt zu werden, mein bester!

und was die substanz deiner zugegeben umfangreichen beiträge betrifft:
Zitat:
Insbesondere über die merkwürdigen Betrachtungsweisen, die im Deskriptiven glänzen und an inhaltlichen Argumenten kaum etwas zu bieten haben.


möchtest du tatsächlich ARGUMENTE dafür, dass die aktuelle siedlungspolitik des israelischen staates, nun ja, seeeehr fragwürdig ist ?!?!? du arbeitest dich doch schon genug an meinungen und rhetorischen figuren ab, da brauche ich dir das leben doch nicht noch zusätzlich schwer machen, indem ich dich zwinge, auch noch auf argumente einzugehen. Razz
Bürger
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 16:03:04    Titel:

ozz hat folgendes geschrieben:

ich wehre mich entschieden dagegen, von dir mit unverschämten sätzen wie: "Sie [die antisemiten] werden kaum auftreten und sagen, wir wollen Auschwitz wieder aufbauen." in die ecke der revisionisten, antisemiten oder auch nur in nähe sonstiger freunde rechten gedankengutes gerückt zu werden, mein bester!


Wer antisemitische Plattitüden zum Besten gibt muss sich nicht beschweren ins Lager der Antisemiten gestellt zu werden. Er allein trägt die Verantwortungen für den Ort an dem er nun steht, hätte er sich mal besser vorher Gedanken gemacht.

Im Übrigen enthält dein Text geradezu klassische Argumente rechtextremer Einschätzungen, vom Klagen über die angebliche Überbetonung deutscher Schuld bis zum penetranten Fingerzeigen auf andere Nationen, dass als nachgeschobene Rechtfertigung kaum als Argument taugt um die Präferenz gegenüber jüdischen Verfehlungen zu verbergen. Es lassen sich entsprechende Inhalte in fast gleichlautender Form überall im politischen Raum finden, wo du nach eigenen Aussagen doch überhaupt nicht gestellt sein möchtest. Es stellt sich die Frage, warum stellst du dich dorthin.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Pauker
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 21:12:29    Titel:

Borabora schrieb es schon. Klärt eure persönlichen Differenzen per pn.

Ozz hat jetzt mehrfach überzeugend zur Kenntnis gegeben, dass er weder Antisemit ist noch irgendwie in diese Richtung gestellt werden möchte. Der Ursprungspost war zwar überzogen, aber ich bitte das jetzt auch mal zur Kenntnis zu nehmen. Insbesondere bitte ich auch die anderen Posts in anderen Threads zur Kenntnis zu nehmen.

Wir haben hier im Forum genug Erfahrung mit den Methoden der Nationalrechten und die Beobachtungen von dir Bürger treffen alle zu. Wir kennen sie aus leidvoller Erfahrung. Ich rechne mit Neuanmeldungen innerhalb der nächsten 1-2 Tage. Aber hier hast du dich definitiv in den Falschen verbissen.

Woher ich das weiß? Aus Zeiten als wir zwei noch Prügel einstecken mussten als wir gegen die echten Nazis angekämpft haben.

Gruß
Pauker
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