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Prüfungsschema Raub in mittelbarer Täterschaft
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Prüfungsschema Raub in mittelbarer Täterschaft
 
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ImmanuelKant
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Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 04 März 2006 - 22:09:01    Titel: Prüfungsschema Raub in mittelbarer Täterschaft

brauche dringend anhaltspunkte zur prüfung vom Raub in mittelbarer Täterschaft.....dass der Täter mittelbarer Täter ist wurde bereits festgestellt...wie bringe ich das in der Prüfung ein???
Danke
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
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BeitragVerfasst am: 04 März 2006 - 22:18:41    Titel: Hallo

das wird etwa so geprüft:

Obersatz: X könnte sich weg Raub i mittelb Täterschaft gem §§ 25 I Alt.2, 249 StGB strafbar gemacht haben

1. Zuerst prüfst Du die Strafbarkeit desjenigen, der die Tathandlung unmittelbar begangen haben soll.
Dieser muß (regelmäßig, es gibt Ausnahmen, z.B. Täter hinter dem Täter) einen Strafbarkeitsmangel aufweisen. (z.B. Schuldunfähigkeit oder Irrtum u.s.w.)

2. Jetzt kommt der Kollege X dran. (mittelbare Täterschaft, von der Anstiftung abzugrenzen)
Irgendeine Verwiklichung des objektiven TB durch den Vordermann muß natürlich vorliegen, weil sonst ja niemand beraubt sein könnte.
Dann muß der Kollege X Tatherrschaft besessen haben. (Tatherrschaft ist das vom Wissen und Wollen umfaßte In-den-Händen-halten des tatbestandlichen Geschehensablaufs.)
Jetzt wäre die Werkzeugeigenschaft des Vordermanns festzustellen. (Obiger Strafbarkeitsmangel bei diesem)
Subjektiver Tatbestand: Der Kollege X müßte mit Vorsatz und Bewußtsein der Tatherrschaft, sowie in Kenntnis der mangelnden Verantwortlichkeit des Vordermanns handeln.
Zueignungsabsicht (§ 249 StGB).
Jetzt die Tatbestandsverschiebung gem. § 28 II StGB prüfen.
Rechtswidrigkeit und Schuld,
Rechtsfolge: X haftet nicht für Tatexzesse ds Vordermanns.


Zuletzt bearbeitet von Thali1 am 04 März 2006 - 22:38:14, insgesamt einmal bearbeitet
ImmanuelKant
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Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 04 März 2006 - 22:24:44    Titel:

na und weiter??
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
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BeitragVerfasst am: 04 März 2006 - 22:39:06    Titel: fertig

Jetzt is fertig.....
ImmanuelKant
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Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 04 März 2006 - 23:02:15    Titel:

oooooops...ich konnte das grad nicht komplett lesen...jetzt seh cihs auch.....hmm...blöde frage grad *schäm*
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
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BeitragVerfasst am: 04 März 2006 - 23:25:39    Titel: Vordermann

Folgendes noch: Wenn der Vordermann keinen Strafbarkeitsmangel hat, kann der Hintermann regelmäßig nur noch Anstifter sein.

Es gibt aber Fälle, in denen zwar der Vordermann Volltäter ohne Strafbarkeitsmangel ist, der Hintermann aber dennoch zusätzlich als mittelbarer Täter bestraft wird. Diese Rechtsfigur heißt, wenn ich mich richtig erinnere "Täter hinter dem Täter" und kommt z.B. für Mafiachefs in Frage, die z.B. einen Killer losschicken. Letzterer ist wegen Killerei voll strafbar, der Chef soll dann aber nicht nur mit Anstiftung davonkommen. Folge: § 25 I Alt.2 StGB !
So kommt das öfter mal dran!
Weiteres Beispiel ist die Tatbegehung durch den Mißbrauch staatlicher befugnisse (Mladic-Karadcic-Syndrom! - Du nix Anstifter, du mittelbarer Täter!)
ImmanuelKant
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Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 05 März 2006 - 00:13:48    Titel:

Also mein vordermann, J, hat den defekt des Erlaubnistatbestandsirrtums!
also schonmal keine anstiftung...
frage ist noch, ich habe bereits festgestellt dass sich der J strafbar gemacht hat und auch. dass der Hintermann mittelbarer täter ist...kann ich dann einfach schreiben..wie bereits festgestellt ist das einwirken des A auf den J alt mittelbar-täterschaftliche begehung einzuordnen und lass den krempel mit tatherrschaftslehre weg oder?
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 05 März 2006 - 01:10:30    Titel: Re: Hallo

Thali1 hat folgendes geschrieben:
das wird etwa so geprüft:

Obersatz: X könnte sich weg Raub i mittelb Täterschaft gem §§ 25 I Alt.2, 249 StGB strafbar gemacht haben

1. Zuerst prüfst Du die Strafbarkeit desjenigen, der die Tathandlung unmittelbar begangen haben soll.
Dieser muß (regelmäßig, es gibt Ausnahmen, z.B. Täter hinter dem Täter) einen Strafbarkeitsmangel aufweisen. (z.B. Schuldunfähigkeit oder Irrtum u.s.w.)

2. Jetzt kommt der Kollege X dran. (mittelbare Täterschaft, von der Anstiftung abzugrenzen)
Irgendeine Verwiklichung des objektiven TB durch den Vordermann muß natürlich vorliegen, weil sonst ja niemand beraubt sein könnte.
Dann muß der Kollege X Tatherrschaft besessen haben. (Tatherrschaft ist das vom Wissen und Wollen umfaßte In-den-Händen-halten des tatbestandlichen Geschehensablaufs.)
Jetzt wäre die Werkzeugeigenschaft des Vordermanns festzustellen. (Obiger Strafbarkeitsmangel bei diesem)
Subjektiver Tatbestand: Der Kollege X müßte mit Vorsatz und Bewußtsein der Tatherrschaft, sowie in Kenntnis der mangelnden Verantwortlichkeit des Vordermanns handeln.
Zueignungsabsicht (§ 249 StGB).
Jetzt die Tatbestandsverschiebung gem. § 28 II StGB prüfen.
Rechtswidrigkeit und Schuld,
Rechtsfolge: X haftet nicht für Tatexzesse ds Vordermanns.



Ohne die Prüfung aller Tatbestandsmerkmale einschließlich des Punktes 1., sowie der Tatherrschaft und dem ganzen Rest, darfst Du eine mittelbare Täterschaft von A gutachtlich gar nicht feststellen. Oben ist das einschlägige Prüfungsschema hierfür, zu dem Du in den Lehrbüchern auch die entscheidenden Einzelheiten findest.
spacekeks
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Anmeldungsdatum: 02.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 13:47:21    Titel:

ImmanuelKant hat folgendes geschrieben:
ich habe bereits festgestellt dass sich der J strafbar gemacht hat


ja? wieso hat er sich strafbar gemacht??

befindet er sich nicht im ETBI?
ImmanuelKant
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Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 06 März 2006 - 20:51:58    Titel:

meinte ich auch gar nicht...wollte sagen dass er tatmittler ist....J geht natürlich strafrei aus...im kompletten Gutachten Wink
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