Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Anarcho-Kapitalismus, eine Illusion ?
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Anarcho-Kapitalismus, eine Illusion ?
 
Autor Nachricht
Philskow
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 11:03:12    Titel:

Was Pauker aber zurecht kritisiert hat, ist, dass der Markt dies nicht realisieren kann. Deswegen stört das "Kapitalismus" in Anarcho-Kapitalismus. Siehe meinen obigen Post.


Zuletzt bearbeitet von Philskow am 17 März 2006 - 11:10:27, insgesamt einmal bearbeitet
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 11:06:39    Titel:

Philskow hat folgendes geschrieben:
werden die schon knacken.


Ich glaube ich muss mal die Fäden entwirren...

Eines vorneweg: Ich will den Anarcho-Kapitalismus gar nicht verteidigen, es ist nicht mein Ideal einer Gesellschaftsform. Aber um der Diskussion willen versuche ich den Gegenstandpunkt zu vertreten, auch wenn meine Argumente sicher schnell ausgehen. Wink

Zweitens: Anarcho-Kapitalismus ist eine Form der Anarchie. Es gibt keinen Staat, und auch keine Demokratie. Insofern, Pauker, meinte ich, dass hier eventuell der falsche Thread sei, um über die USA zu diskutieren. Soweit ich weiss herrscht dort noch Demokratie.

Drittens: Ist es sowieso meine Schuld. Ich habe Philkshow wohl einen schlechten Rat gegeben seine durchaus berechtigten Fragen ausgerechnet hier zu stellen. "The Philosophy of Liberty" ist Fundament zahlreicher liberaler Strömungen, vom klassischen Liberalismus, über Libertarismus bis hin zum Anarchismus.


Zuletzt bearbeitet von Sheep am 17 März 2006 - 14:44:35, insgesamt einmal bearbeitet
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 12:50:33    Titel:

In den USA spitzt sich das Ganze aufgrund einer sehr liberalen Wirtschaftsordnung natürlich zu. Du kannst aber jedes andere Land nehmen. Man kann daran die Probleme im Ansatz erkennen, die noch viel deutlicher werden würden, wenn es gar keine staatliche Regulierung mehr gäbe (insbesondere bezüglich Sozial- und Umweltstandards)

Ansonsten will ich niemanden persönlich angreifen. Nach dem Einwurf von Philskow habe ich meinen Post nochmals überprüft und nichts Schlimmes darin gefunden. Ansonsten weist mich gerne per pn darauf hin.

Gruß
Pauker
Dirk Nerge
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 17:18:56    Titel:

Der Vorwurf an die Schwellenländer, es handele sich dort um einen „Raubtierkapitalismus“ der dem Stadium des europäischen Frühkapitalismus ähnlich sei, betont ja gerade den frühen, ungereiften Zustand dieser Länder. Somit wäre fraglich, inwieweit es sich dort tatsächlich um kapitalistische Systeme handelt und ob „kapitalismus-interne Vergleiche“ auf dieser Ebene überhaupt angebracht sind.

In dieser Hinsicht darf auch die Frage nach den sozialen und ökologischen Funktionen des Staates gestellt werden. Denn könnte es nicht vielmehr so sein, dass der Staat Aufgaben übernimmt bzw. übernommen hat, die noch keine marktwirtschaftliche Reife entwickelt haben und eigentlich nur dieser Umstand bezüglich sozialer und ökologischer Konflikte dem Kapitalismus generell als Versagen angedichtet wird? Um derartig wiederum staatliche Einflüsse auszudehnen? Abgesehen davon, dass der Staat so zwischenmenschliche Beziehungen der Mittelbarkeit (Verstaatlichung des Sozialen) überführt und Menschen verstärkt in die Abhängigkeit des Staates bringt?
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 17:29:06    Titel:

Am Beispiel des Umweltschutzes ist die Sache ganz einfach:

Saubere Luft und Artenvielfalt haben keinen Eigentümer. Marktwirtschaft funktioniert aber nur, wenn Waren die einen Wert haben auch einen Eigentümer haben. Nur so haben sie einen Preis und werden über das marktwirtschaftliche System "sparsam" verwendet und zwar umso sparsamer je knapper das Gut ist.

Da die Luft zum Atmen aber niemandem gehört, genauso wie die Weltmeere oder die Artenvielfalt gibt es keinen Preismechanismus. Wir haben ein Gut mit dem Preis 0. Was umsonst ist, wird aber in Unmengen verbraucht. Hier kann der Markt nicht funktionieren.

Deswegen brauchen wir hier einen Staat. Dieser versucht ja über den Emissionshandel Eigentumsrechte zu schaffen... derzeit leider ohne viel Erfolg.

Gruß
Pauker
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 17:44:51    Titel:

Wodurch wird denn sichergestellt, dass der Staat sich um die Luftverschmutzung kümmert ?
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 18:01:08    Titel:

z.B. über bleifreies Benzin, Emissionshandel, Förderung regenerativer Energien und Ökosteuer (das m.E. leider nicht konsequent genug. Marktwirtschaftlich gesehen, müsste auf jede verbrauchte Energieeinheit, sämtliche wie auch immer ermittelten externen Kosten zugeschlagen werden. Von den Grünen gab es da mal eine Studie, die zum damaligen Ergebnis von 5 DM pro Liter kamen).

Gruß
Pauker
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 18:26:00    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
z.B. über bleifreies Benzin, Emissionshandel, Förderung regenerativer Energien und Ökosteuer (das m.E. leider nicht konsequent genug. Marktwirtschaftlich gesehen, müsste auf jede verbrauchte Energieeinheit, sämtliche wie auch immer ermittelten externen Kosten zugeschlagen werden. Von den Grünen gab es da mal eine Studie, die zum damaligen Ergebnis von 5 DM pro Liter kamen).


Nein, ich meine
"Wie wird sichergestellt, dass der Staat sich darum kümmert ?"

Sind Politiker automatisch umweltbewusste Menschen mit Weitsicht ausgestattet, ökologisch versiert, wissen genau was zu tun ist, alleine dadurch, dass sie unser Land regieren ?
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 19:46:10    Titel:

Nachtigall, ick hör dir trapsen. Ich weiß schon worauf du hinaus willst. Wink
Wenn es doch genug umweltbewusste Leute gäbe, die die Parteien in demokratischen Wahlen zum Umweltschutz verpflichten, dann kann es auch der Markt. Zugegeben starkes Argument... hatte ich zunächst nicht bedacht.

Meine Antwort: Über eine Splitterpartei wie die Grünen zum Beispiel, die die Volksparteien durch Abzwacken entscheidender Prozente dazu gebracht haben, grüne Programmpunkte in die Parteiprogramme aufzunehmen. Die 5 %-Grünenwähler wären aber nur 5 % der Nachfrage und würden über den Marktmechanismus vermutlich kaum in Erscheinung treten... ähnlich den Bioprodukten, die zwar ein netter Gimmick sind, aber eben doch nur eine Nische. Die Grünenwähler fahren dann mit dem Fahrrad, während die restlichen 95 % eben weiter "sauigeln". Mal ganz davon abgesehen, dass Hirn und Handlung nicht unbedingt das Gleiche sind. Viele sind für Umweltschutz. Im praktischen Handeln allerdings siegt oft die Bequemlichkeit.

Gruß
Pauker
Sheep
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 20:31:33    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Die 5 %-Grünenwähler wären aber nur 5 % der Nachfrage und würden über den Marktmechanismus vermutlich kaum in Erscheinung treten... ähnlich den Bioprodukten, die zwar ein netter Gimmick sind, aber eben doch nur eine Nische.


Diese 5% der Bevölkerung könnten Bio-Produkte anbauen, vertreiben, "umweltbewusst" produzieren, sich dem Konsum "nicht-umweltbewusst" hergestellter Produkte verweigern, verbieten, dass Fahrzeuge, die nicht ihrer Norm entsprechen, auf ihren Grundstücken oder ihren Strassen fahren dürfen, oder diesen eine Benutzungs- und Verschmutzungs-Maut abknöpfen. (Es gibt keinen Staat, also sind alle Strassen z.B. in Hand von privaten Gesellschaften)

Sie bieten Produzenten Veträge an, mit deren Ratifizierung diese sich verpflichten, umweltbewusst zu produzieren, und im Gegenzug erhalten die Produzenten z.B. eine monatliche Zuwendung. Das wäre zunächst nichts anderes, als das heutige System, denn der Umweltschutz kostet unsere Gesellschaft auch viel Geld.

Der Unterschied ist, nicht alle werden zwangsverpflichtet, jeden Öko-Hype mitzumachen, sondern Menschen könnten sich gezielt bei bestimmten Umwelt-Themen engagieren. Wichtig ist in so einer Gesellschaft natürlich die Information. Reden, diskutieren, überzeugen, um andere vertraglich an Ideen zu beteiligen. Eine Anarcho-Kapitalistische Gesellschaft verlangt von jedem einzelnen viel mehr Interesse und Interaktion am gesellschaftlichen Leben, als heute, wo man sich doch sehr darauf verlässt, der Staat oder Institutionen würden schon richtig entscheiden, sonst wären sie ja nicht da.

Bezeichnend fällt mir gerade so ein Ausspruch ein, ohne den Autor zu nennen:
Zitat:
auch wenn ich weder [...] bis jetzt großartig viel von dem mitbekommen habe, was sie eigentlich mit dem Geld treiben ( biin ja auch ncoh nicht lange da), halte ich das doch für ne ganz wichtige Einrichtung


Zitat:
Die Grünenwähler fahren dann mit dem Fahrrad, während die restlichen 95 % eben weiter "sauigeln". Mal ganz davon abgesehen, dass Hirn und Handlung nicht unbedingt das Gleiche sind. Viele sind für Umweltschutz. Im praktischen Handeln allerdings siegt oft die Bequemlichkeit.


Genau das ist es. Man wählt eine Partei, die sich angeblich für Umweltschutz einsetzen will, ohne dass man ihr Programm vollständig gelesen hat. Man wählt sie, weil man sein "schlechtes Gewissen" beruhigen will, damit etwas für die Umwelt getan zu haben. Was genau, weiss man nicht, aber die werden schon richtig entscheiden. Irgendwas mit Atomkraftwerke abschaffen, Strom werden die einem aus Windrädern liefern, hohe Abgaben auf Sprit hören sich gut an, man fährt eh kaum Auto, usw.

Ein Anarcho-Kapitalist würde das wohl gleichsetzen, mit dem blinden Unterschreiben eines Sammelvertrags, in dem sich - für eine gewisse Aufwandsentschädigung - Betriebe z.B. verpflichten, umweltbewusst zu produzieren und Stromversorger darauf achten, nur "Öko-Strom" zu liefern.

edit: Die Grünen haben auch nicht gleich alle ihre Programmpunkte durchgesetzt. Zuerst wurden nur wenige Punkte in die Programme der Volksparteien übernommen. Als ein genauso schleichender Prozess wäre das von mir Beschriebene zu verstehen.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Anarcho-Kapitalismus, eine Illusion ?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Seite 3 von 9

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum