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Anarcho-Kapitalismus, eine Illusion ?
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Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 20:52:53    Titel:

Abgesehen davon, dass wohl alle demokratischen Parteien in Deutschland ihre „ökologischen Programme“ haben und somit die Nachfrage wesentlich höher als bei 5 % liegt (von einer Nische wäre nicht auszugehen), geht es doch darum, dass es primär die Bürger sind, von denen überhaupt der Stein ins Rollen gebracht wird. Nur werden allzu oft soziale und ökologische Bedürfnisse lediglich auf parteipolitische bzw. staatliche Ebene umgelenkt und der Unmittelbarkeit entzogen. Es wäre deshalb wirklich zu fragen, ob hier die Marktwirtschaft nicht zu wesentlich flexibleren und effizienteren Ergebnissen gelangen könnte.
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 22:35:58    Titel:

Pauker hat geschrieben:

Zitat:
Am Beispiel des Umweltschutzes ist die Sache ganz einfach...

...............

...Deswegen brauchen wir hier einen Staat.



Und wie sieht es in den sozialen Bereichen aus? Brauchen wir auch dort einen Staat? Wenn ja, in welchem Umfang?
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 22:54:45    Titel:

Das Unterschreiben eines Sammelvertrages nennt man indirekte Demokratie und ist allerdings aus meiner Sicht die vernünftigste Lösung zur Lenkung eines Landes. Aber darauf würde ein Anarchist ja vermutlich verzichten.
Dafür müsste ich dann um von A nach B zu kommen die Privatstraßen von hunderten von Eigentümern nutzen, die u.U. alle ihre eigenen Vorstellungen von denen haben, die sie passieren lassen wollen.

Gruß
Pauker
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 23:10:39    Titel:

Irrtum, die Benutzung der Verkehrswege würde dem Preiswettbewerb unterliegen, um eben preiswert von A nach B zu kommen. Auch die Instandhaltung würde entsprechend schneller und günstiger erfolgen.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 23:16:14    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:

Dafür müsste ich dann um von A nach B zu kommen die Privatstraßen von hunderten von Eigentümern nutzen, die u.U. alle ihre eigenen Vorstellungen von denen haben, die sie passieren lassen wollen.


Möglicherweise anfangs. Dann passiert das, was sich für alle Beteiligten als profitabler erweist. Man einigt sich in gemeinsamen Einverständnis, ein Handel eben. Sollte der eine oder andere sich noch benachteiligt fühlen, kann mit finanziellen Mitteln Ausgleich geschaffen werden. "Fusionen" oder "Joint Ventures" würden die Eigentümer also zu Gesellschaftern machen, die sich auf eine gemeinsame Handhabung einigen.


Zuletzt bearbeitet von Sheep am 17 März 2006 - 23:48:05, insgesamt einmal bearbeitet
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 23:30:43    Titel:

Sheep hat geschrieben:

Zitat:
Möglicherweise anfangs. Dann passiert das, was sich für alle Beteiligten als profitabler erweist. Man einigt sich in gemeinsamen Einverständnis, ein Handel eben. Sollte der eine oder andere sich noch benachteiligt fühlen, kann mit finanziellen Mitteln Auslgleich geschaffen werden. "Fusionen" oder "Joint Ventures" würden die Eigentümer also zu Gesellschaftern machen, die sich auf eine gemeinsame Handhabung einigen.


Das klingt eher nach Genossenschaft. Wo bleibt der Wettbewerb? Sind Vergleiche zur Luftfahrt nicht angebracht?
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 18 März 2006 - 09:43:01    Titel:

Dirk Nerge hat folgendes geschrieben:
Das klingt eher nach Genossenschaft. Wo bleibt der Wettbewerb? Sind Vergleiche zur Luftfahrt nicht angebracht?


Stimmt, wahrscheinlich würde sich ein Transportwesen entwickeln Wink
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 21 März 2006 - 12:46:49    Titel:

Ich finde, dass Pauker da zu schnell aufgegeben hat Wink: Umweltschutz wird zumindest in dieser (unvollkommenen) Welt nur durch staatliche Intervention betrieben und nicht durch Mechanismen des Marktes. Was ihr beiden verlangt, ist ein völlig utopischer Menschentyp, der stets das Richtige tut und über alle Vorgänge bestens informiert ist und die richtigen Schlüsse zieht. Ich teile euren Traum auch meinetwegen: Aber sobald wir Menschen diesen "Level" erreicht haben (in 2, 3 Millionen Jahren vielleicht), brauchen wir auch keinen Kapitalismus mehr; dann würde doch sogar Kommunismus oder alles andere funktionieren - letzten Endes bräuchte man ja schließlich gar nichts mehr, könnte direkt in einer paradiesischen Anarchie leben.
Ich frage mich allerdings, ob die Sozialisation in einem kapitalistischen System viel zum "Entstehen" eines solchen Menschentypus beitragen kann (sehr abstrakte Diskussion), anders gefragt: Ob durch Kapitalismus nicht gewisse altruistische Werte eher verdrängt werden...?
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 22 März 2006 - 01:10:03    Titel:

Es geht nicht um einen neuen Menschentyp, es geht um die Verwirklichungschancen jedes einzelnen Menschen.

Je umfangreicher sich der Einzelne verwirklichen kann, desto größer wird auch die Toleranz zu seinen Mitmenschen sein. Der Kapitalismus hat in der Tat die Verwirklichungschancen der Menschen erhöht und zeigt Formen sozialer Beziehungen ohne direkten Zwang auf, die gegenseitige Rücksichtnahme beinhalten.

Der Kapitalismus hat Fesseln gelöst und bändigt dennoch den Barbaren im Menschen, indem die Energien kompromisslos aufgezeigt werden, um letztendlich friedfertigen Innovationen zugeführt zu werden.

Alles was wir täglich an Mord und Totschlag, Ausbeutung, Intrigen, Elend usw. in den Medien sehen, machen erst marktwirtschaftliche Prinzipien sichtbar. Doch wir unterstellen, dass es sich dabei um die „hässliche Fratze des Kapitalismus“ handele. Dabei wird uns nur offensichtlich, was zuvor über Jahrhunderte versteckt sein Unwesen trieb. Und so gelangen wir zu dem weiteren Fehlschluss, dass unsere Welt immer bösartiger wird.

Dies soll kein Lobgesang auf den Kapitalismus sein, aber er eröffnet die Möglichkeiten zu Welten, die uns bislang verschlossen waren. Er zeigt uns, wie wir sind und wie wir werden könnten. Er wird auch nicht das Allheilmittel der Menschheit sein. Aber eine Wirtschaftsform, die den Menschen erlaubt, die Engel durch Entnahme der Flügel von der Schwerkraft zu befreien. Denn vielleicht wären wir schon weiter, wenn wir die Engel nicht den Gravitationsgesetzen unterworfen hätten. Der Kapitalismus gestattet eben den Ungehorsam vor jeder Obrigkeit, auch vor unserem Bildungs-Kasten-System, das oftmals Fantasie und Kreativität zum Teil menschenverachtend untergräbt. Ich habe hier übrigens nicht für Sheep gesprochen, der wird jetzt auch einen großen Bogen um mich machen.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 22 März 2006 - 01:34:39    Titel:

Ich habe noch nicht aufgegeben Wink. Aber ich habe derzeit viel Arbeit, weswegen ich mit langen Texten und komplizierten Gedankengängen in meiner Freizeit derzeit etwas zurückhaltender bin. Das wird sich aber spätestens in den Osterferien wieder ändern Wink

Gruß
Pauker (einer aus dem menschenverachtenden Bildungskastensystem Wink)
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