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Globalisierung - Eine Frage zur Methodik
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Globalisierung - Eine Frage zur Methodik
 
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Ratio Bob
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 00:36:55    Titel: Globalisierung - Eine Frage zur Methodik

Ich habe da mal eine Frage (leider ohne Quellen-Nachweis; TV-Beitrag ist auch schon über 12 Monate her - habe auch leider heute den Beitrag über GROHE nicht sehen können):

Also es wurde mal in einem Bericht beschrieben, dass wenn Investoren ein Unternehmen kaufen, sie den Kaufbetrag innerhalb des Unternehmens als Schulden verbuchen.

Ich habe den Bericht da nicht richtig verstanden oder die Redakteure haben sich falsch ausgedrückt - denn: Wie soll das möglich sein? (wenn das Unternehmen solange Profit abwerfen muss, bis die Kaufsumme plus angestrebten Ertrag erreicht sind – dann ist das verständlich. Aber es hieß im Beitrag, dass das quasi vom Tag des Kaufs an Schulden seien…).

Aber wie kann man den Betrag für den Kauf einbuchen? Das ist doch gar nicht machbar – dann würde ja jeder seinen Betrieb verkaufen und diese Summe betriebs-mindernd verbuchen (was die Steuer senkt).

Vielleicht weiß jemand von Euch wie das geht??? – oder ob ich (oder die Redakteure) da was missverstanden haben

P.S.: Es geht hier schon noch um Politik - und nicht um Steuer-Fragen Smile

Meine Meinung zur Globalisierung:
Der Kommunismus hat Ende der 80er verloren und nun streckt uns der Kapitalismus seine hässliche Fratze in Form der "Globalisierung" entgegen. Gäbe es noch sozialistische Regime, Staaten oder Parteien - sie bekämen zunehmende große Anhängerschaften.

Eine national eingestellte, sozialistische Partei .. hmm… hatten wir auch schon mal Wink
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:22:02    Titel:

so ein shice...
die doku wurde heute auf phoenix wiederholt Wink
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:26:19    Titel:

Wenn ich ein Unternehmen kaufe, dann ist das Eigenkapital. Das wird nicht als "Schulden" verbucht. Wenn ich einem Unternehmen Kredit gebe, sind es "Schulden", aber dann gehört mir das Unternehmen ja nicht... deswegen auch "Fremdkapital" genannt.

Irgendwie gibt das für mich keinen Sinn.

Vielleicht meinst du etwas anderes: Kauft der Erwerber ein Unternehmen zu einem Kaufpreis der über dem Wert der "Einzelteile" liegt, was die Regel ist, da man ja nicht nur Maschinen und Gebäude, sondern auch Kundenkontakte, Wissen und eine Firma (Name des Unternehmens) kauft, so kann dieser "Mehrwert" als "Firmenwert" in der Bilanz aktiviert werden.
Der Firmenwert kann dann steuermindernd abgeschrieben werden.

Gruß
Pauker
Ratio Bob
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:32:02    Titel:

mir ist das schon klar - deswegen frage ich ja nochmal nach, ob es einer von euch verstanden hat..

Die Aussage, dass das Unternehmen dann quasi den eigenen Kaufpreis (also den eigenen Wert) als Schulden hat, kann so nicht stimmen... das wäre eine super Steuer-Spar-Idee..

P.S.: Kredite sind übrigens bilanz-neutral (nur die Zinsen werden bewertet)


Zuletzt bearbeitet von Ratio Bob am 07 März 2006 - 01:39:47, insgesamt einmal bearbeitet
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:37:38    Titel:

vor allem wäre das Unternehmen dann sozusagen vom Start weg (fast) überschuldet! Very Happy

Gruß
Pauker
Ratio Bob
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:49:01    Titel:

Genau!!!

Das wollten die Redakteuere quasi damit ausdrücken!!!
"Steuergewinne" (durch Verluste) durch eingesetztes Kapital... "

Nur - ich sehe da keine Möglichkeit das wirklich so zu machen.

Ich denke die Ami-Fonds (Renten-Fonds mit echtem Geld - also nicht wie hier in Deutschland mit Generationenvetrag und so'n Mist) investieren und kaufen - optimieren und verbessern (oder verschlimmbessern) - auf jedenfall so, dass sie das Objekt irgendwann wieder mit Gewinn abstossen / veräussern.

Normales kaufmännisches Denken - der Beitrag tat aber so, als wenn die dem Unternehmen den Kaufpreis als Schulden aufdrücken.

Ich denke, dass der spätere VK-Preis abzgl. des EK-Preis den Rohertrag für die Investition ausmacht - aber das ist nix mit Schulden und sowat..

(also verstehe ich die Reportage nicht ganz)...
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 15:37:25    Titel: Re: Globalisierung - Eine Frage zur Methodik

Ratio Bob hat folgendes geschrieben:
Ich habe da mal eine Frage (leider ohne Quellen-Nachweis; TV-Beitrag ist auch schon über 12 Monate her - habe auch leider heute den Beitrag über GROHE nicht sehen können):

Also es wurde mal in einem Bericht beschrieben, dass wenn Investoren ein Unternehmen kaufen, sie den Kaufbetrag innerhalb des Unternehmens als Schulden verbuchen.

Ich habe den Bericht da nicht richtig verstanden oder die Redakteure haben sich falsch ausgedrückt - denn: Wie soll das möglich sein? (wenn das Unternehmen solange Profit abwerfen muss, bis die Kaufsumme plus angestrebten Ertrag erreicht sind – dann ist das verständlich. Aber es hieß im Beitrag, dass das quasi vom Tag des Kaufs an Schulden seien…).

Aber wie kann man den Betrag für den Kauf einbuchen? Das ist doch gar nicht machbar – dann würde ja jeder seinen Betrieb verkaufen und diese Summe betriebs-mindernd verbuchen (was die Steuer senkt).

Vielleicht weiß jemand von Euch wie das geht??? – oder ob ich (oder die Redakteure) da was missverstanden haben

P.S.: Es geht hier schon noch um Politik - und nicht um Steuer-Fragen Smile


Im Prinzip funktioniert das relativ einfach. Ein Investor nimmt einen kleinen Teil eigenes Geld, ergänzt ihn um einen großen Teil günstig geliehenen Geldes und kauft damit ein Unternehmen. Das Geld ist dann weg, dafür hat er jetzt ein Unternehmen erworben, dass sich bilanztechnisch aus Aktiva (Anlage- und Umlaufvermögen) und Passiva (Eigen- und Fremdkapital) zusammensetzt.

Da unser Investor ein kluger Mensch ist, hat er sich vorher davon überzeugt, dass dass Unternehmen

a) profitabel läuft oder mit überschaubarem Aufwand flottzumachen ist

b) Liquiditätsreserven oder leicht liquidierbare Aktiva hat

Jetzt zieht er die Liquiditätsreserven aus dem Unternehmen heraus, verkauft nicht betriebsnotwendiges Vermögen, spaltet nicht mehr benötigte Unternehmensteile ab und trimmt den Rest auf Rendite mit dem Ziel ihn in in paar Jahren gewinnbringend weiter zu verkaufen.

Aus steuerlichen Gründen kann er dem Unternehmen auch von einem anderen (seiner) Unternehmen einen Kredit geben lassen, um so das entnommene Eigenkapital durch Fremdkapital zu ersetzen. Das reduziert den zu versteuernden Gewinn, da vorher ja die Zinsaufwände für das aufgestockte Fremdkapital abgehen (von der einen Firma des Investors in eine andere). Gleichzeitig lässt sich so mehr Druck auf die Beschäftigten ausüben (Lage so schlecht, kaum Gewinn, mehr arbeiten für weniger Geld oder Laden bald dicht ...).

Dass das Ganze im Grunde genommen nur inszeniert und geplant so herbeigeführt wurde, ist den wenigsten klar.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 18:18:21    Titel:

Wow... ja SO könnte es funktionieren.

Gruß
pauker
IB@M
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Anmeldungsdatum: 23.05.2005
Beiträge: 295

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 18:37:22    Titel:

Ist auf jeden Fall eine Schweinerei, ein gesundes Unternehmen zu ruinieren (die deutschen Standorte), nur um daraus Profit zu schlagen.

@ Guido

Die von dir geschilderte Methode hört sich für mich irgendwie nach MBO/LBO "in Groß" an. Liege ich damit falsch?

Gruß
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 08 März 2006 - 13:54:47    Titel:

IB@M hat folgendes geschrieben:
@ Guido

Die von dir geschilderte Methode hört sich für mich irgendwie nach MBO/LBO "in Groß" an. Liege ich damit falsch?

Gruß


Was meinst du mit MBO/LBO?
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