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Globalisierung - Eine Frage zur Methodik
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paradoks
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Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 182
Wohnort: sanft-am-berge oder sunftenburg

BeitragVerfasst am: 08 März 2006 - 21:07:54    Titel:

IB@M
tja das man die standort ruiniert ist nicht nur in deutschland so und das nennt man außrdem kapitalismus wenn du das nicht willst musst du in ein sozialistisches land ziehen z.b. cuba oder china..oder du wählst kpd/dkp/mlpd..es gibt so vile sozialistische prateien such dir eine aus

@ratio bob ..wie du in meinm kommentar siehst gibt es noch sozialistische länder und parteien doch sie haben irgendwie ncith den massige nzulauf den du erwähnst ...schließlich ist keine im bundestag da die alle nicht über die 1% bzw 2% hürde kommen und über 5% erst recht nicht
..zudeiner letzten bemerkung..das das mit dem national und oziual in die hose gegange nist haben wir ale in der schule gelernt und ich denke nicht das ein retroversuch angebracht wäre
Jogo
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Anmeldungsdatum: 07.12.2004
Beiträge: 742

BeitragVerfasst am: 08 März 2006 - 22:00:56    Titel:

Zitat:
Aus steuerlichen Gründen kann er dem Unternehmen auch von einem anderen (seiner) Unternehmen einen Kredit geben lassen, um so das entnommene Eigenkapital durch Fremdkapital zu ersetzen.


Dazu gibt es mittlerweile interessante Wege am dtsch. Fiskus vorbei, mal am Beispiel Holland:

1. Dort wird eine "konzernangehörige" Finanzierungsgesellschaft zur Begebung einer Optionsanleihe zugunsten der deutschen Mutter errichtet.
Die holländische Tochter erzielt Überschüsse durch die darlehensweise Vergabe der vereinnahmten Gelder an die deutsche Mutter und ausländische Schwestern. Durch die Garantie der deutschen Mutter wird das Risiko nach Deutschland verlagert. In Anwendung der rulings (2-3 % der Welteinnahmen) ergibt sich eine niedrige Besteuerung in den Niederlanden. Im Ergebnis ist dies eine steuerfreie verdeckte Gewinnausschüttung an die deutsche Mutter.

2. Oder durch eine "konzerneigene" holländische Finanzierungsgesellschaft, sie gewährt zinslose oder zinsgünstige Darlehen an ausländische Schwestern. Wegen rulings ergibt sich kaum eine Steuer, die ausländischen Schwestern werden wegen des niedrigen Zinses begünstigt und Gewinne damit verlagert. Steuerfreie verdeckte Gewinnausschüttungen an die deutsche Mutter runden den Sachverhalt ab.

Tja, "money makes the world go round", aber wenns der Bürger nicht merkt, weshalb dann der Staat? Die Globalisierung wird Dtschl. eben nicht nur Produktivarbeitsplätze kosten, sondern auch Tax Shocked .
Und wir Wiwis sind ein Teil dieses Systems ....
ozz
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Anmeldungsdatum: 20.05.2005
Beiträge: 336
Wohnort: Yellow Brick Road 1, Emerald City

BeitragVerfasst am: 08 März 2006 - 22:04:53    Titel:

immanuel kant würde heute andere bücher schreiben.

vielleicht reviews in waffen-magazinen:

"der neue .30er schrot - 10 makler und 4 broker mit einem schuss!"

oder eine autobiographie:

"wie ich den glauben an die menschheit im büro eines investment-bankers verloren habe"

...
Ratio Bob
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Anmeldungsdatum: 01.06.2005
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 02:40:54    Titel: Re: Globalisierung - Eine Frage zur Methodik

Guido hat folgendes geschrieben:
Im Prinzip funktioniert das relativ einfach. Ein Investor nimmt einen kleinen Teil eigenes Geld, ergänzt ihn um einen großen Teil günstig geliehenen Geldes und kauft damit ein Unternehmen. Das Geld ist dann weg, dafür hat er jetzt ein Unternehmen erworben, dass sich bilanztechnisch aus Aktiva (Anlage- und Umlaufvermögen) und Passiva (Eigen- und Fremdkapital) zusammensetzt.

Da unser Investor ein kluger Mensch ist, hat er sich vorher davon überzeugt, dass dass Unternehmen

a) profitabel läuft oder mit überschaubarem Aufwand flottzumachen ist

b) Liquiditätsreserven oder leicht liquidierbare Aktiva hat

Jetzt zieht er die Liquiditätsreserven aus dem Unternehmen heraus, verkauft nicht betriebsnotwendiges Vermögen, spaltet nicht mehr benötigte Unternehmensteile ab und trimmt den Rest auf Rendite mit dem Ziel ihn in in paar Jahren gewinnbringend weiter zu verkaufen.

Aus steuerlichen Gründen kann er dem Unternehmen auch von einem anderen (seiner) Unternehmen einen Kredit geben lassen, um so das entnommene Eigenkapital durch Fremdkapital zu ersetzen. Das reduziert den zu versteuernden Gewinn, da vorher ja die Zinsaufwände für das aufgestockte Fremdkapital abgehen (von der einen Firma des Investors in eine andere). Gleichzeitig lässt sich so mehr Druck auf die Beschäftigten ausüben (Lage so schlecht, kaum Gewinn, mehr arbeiten für weniger Geld oder Laden bald dicht ...).

Dass das Ganze im Grunde genommen nur inszeniert und geplant so herbeigeführt wurde, ist den wenigsten klar.

Also ist eigentlich nix Verwerfliches daran (also nichts mit Schulden vom ersten Tag der Übernahme an.. denn eine Firma zeigt ihren Wert ja durch ihren Aktien-Wert - und da sind auch Hoffnungen drin berücksichtigt / ggf. also mehr als der tatsächliche Wert).

Ich denke, ggf. könnte es auch sein, dass ein Betrieb, der eine solche "Kur" über sich hat ergehen lassen müssen, fit für die Zukunft ist.

Oder sehe ich das falsch?
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 11 März 2006 - 20:48:44    Titel: Re: Globalisierung - Eine Frage zur Methodik

Ratio Bob hat folgendes geschrieben:
Also ist eigentlich nix Verwerfliches daran (also nichts mit Schulden vom ersten Tag der Übernahme an.. denn eine Firma zeigt ihren Wert ja durch ihren Aktien-Wert - und da sind auch Hoffnungen drin berücksichtigt / ggf. also mehr als der tatsächliche Wert).


Das Üble an der Sache besteht meist darin, dass man den Beschäftigten erzählt, sie müssten jetzt aufgrund allgemeiner wirtschaftlicher Probleme, der miesen Lage, bliblabub mehr arbeiten und weniger Geld dafür bekommen. Dabei wurde die Lage der Firma vorsätzlich und geplant herbeigeführt und ist daher vom Verursacher selbst zu verantworten.

Ratio Bob hat folgendes geschrieben:
Ich denke, ggf. könnte es auch sein, dass ein Betrieb, der eine solche "Kur" über sich hat ergehen lassen müssen, fit für die Zukunft ist.

Oder sehe ich das falsch?


Der betreffende Betrieb bzw. das Unternehmen ist in dem Moment nur ein Spekulationsobjekt im Rahmen einer kurz- bis mittelfristtig angelegten Finanzspekulation. Sein Wohlergehen ist für die Investoren nebensächlich. Tatsächlich ist es meist so, dass die betroffenen Unternehmen aufgrund dieser Vorgehensweise meist wegen drohender Überschuldung hart an der Insolvenz entlangschraddeln. Eine langfristig orientierte und auf nachhaltige Gewinnerzielung ausgelegte Unternehmensführung wird so unmöglich.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 04:53:21    Titel: Re: Globalisierung - Eine Frage zur Methodik

Guido hat folgendes geschrieben:
Der betreffende Betrieb bzw. das Unternehmen ist in dem Moment nur ein Spekulationsobjekt im Rahmen einer kurz- bis mittelfristtig angelegten Finanzspekulation. Sein Wohlergehen ist für die Investoren nebensächlich. Tatsächlich ist es meist so, dass die betroffenen Unternehmen aufgrund dieser Vorgehensweise meist wegen drohender Überschuldung hart an der Insolvenz entlangschraddeln. Eine langfristig orientierte und auf nachhaltige Gewinnerzielung ausgelegte Unternehmensführung wird so unmöglich.


"Firma Wincor Nixdorf, ein Hersteller von Geldautomaten und Kassensystemen. Vor sechs Jahren wurde diese Gesellschaft vom amerikanischen Private-Equity-Investor KKR übernommen. Seither hat sich die Zahl der Beschäftigten fast verdoppelt, das Unternehmen stieg zum erfolgreichsten deutschen Börsengang seit vielen Jahren auf. Auch Auto-Teile-Unger (ATU) findet sich auf dieser Liste, obwohl die Firma seit dem Einstieg der Investoren die Zahl ihrer Filialen von 390 auf 504 erhöht und neues Personal eingestellt hat."
...
"Gesamtwirtschaftlich wirken Beteiligungsgesellschaften als Treiber des unweigerlichen Strukturwandels. Sie übernehmen von schwankenden deutschen Banken notleidende Immobilienkredite in Milliardenhöhe, vom klammen Staat kostenträchtige Wohnungsbestände, von Großunternehmen abgetrennte Konzernteile. Im Unterschied zu den über hohe Steuern und Abgaben jammernden Lobbyisten der Wirtschaftsverbände erkennen sie die Zukunftschancen in Deutschland. Statt über den unflexiblen Arbeitsmarkt zu klagen, handeln sie mit den Betriebsräten individuelle Lösungen aus. Sie sind diejenigen, die der deutschen Zukunftsangst ihren angelsächsisch geprägten Optimismus entgegensetzen. Weil sie gelernt haben, antizyklisch zu investieren, kaufen sie im großen Stil zu Tiefstpreisen in Deutschland ein."

Quelle: FAZ
Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 17:41:31    Titel: Re: Globalisierung - Eine Frage zur Methodik

[quote="Sheep"]
Guido hat folgendes geschrieben:
"Gesamtwirtschaftlich wirken Beteiligungsgesellschaften als Treiber des unweigerlichen Strukturwandels. Sie übernehmen von schwankenden deutschen Banken notleidende Immobilienkredite in Milliardenhöhe, vom klammen Staat kostenträchtige Wohnungsbestände, von Großunternehmen abgetrennte Konzernteile. Im Unterschied zu den über hohe Steuern und Abgaben jammernden Lobbyisten der Wirtschaftsverbände erkennen sie die Zukunftschancen in Deutschland. Statt über den unflexiblen Arbeitsmarkt zu klagen, handeln sie mit den Betriebsräten individuelle Lösungen aus. Sie sind diejenigen, die der deutschen Zukunftsangst ihren angelsächsisch geprägten Optimismus entgegensetzen. Weil sie gelernt haben, antizyklisch zu investieren, kaufen sie im großen Stil zu Tiefstpreisen in Deutschland ein."

Quelle: FAZ


So kann es laufen. Insbesondere wenn tatsächlich eine überlegte Strategie hinter der Investition steckt und nicht einfach nur der schnelle Zock im Namen der Shareholder im Vordergrund steht.

Hätte man in Deutschland vor Jahrzehnten dammit angefangen, private Altersvorsorgesysteme aufzubauen anstatt die gesetzliche Sozialrente zu dynamisieren, so bräuchten wir heute nicht zusehen, wie anonyme ausländische Investmentstrukturen und Mega-Pensionsfonds das Land filetieren. Und auf der anderen Seite des Planeten von Menschen, die wir weder kennen noch gewählt haben, über unsere Angelegenheiten entschieden wird.
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