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vermeindlicher rückruf der einwilligung
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Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:44:34    Titel:

Liegt objektiv eine Einwilligung des zur Disposition befugten Rechtsgutsinhabers vor, handelt der Täter aber nicht in Kenntnis und aufgrund der Einwilligung, fehlt es am subjektiven Rechtfertigungselement
Wessels/Beulke, StR AT, Rn. 379
- mit strittigen Folgen: Bestrafung als vollendete Tat oder Versuch.
aaO Rn. 278 ff.
Objektiv liegt hier die Einwilligung noch vor, da nicht vom Verfügungsbefugten widerrufen; der Täter handelt indes nicht auf Grund und in Kenntnis der Einwilligung, da er ja glaubt, ein Widerruf liege vor.
katjaa
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Anmeldungsdatum: 04.03.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:50:33    Titel:

ja das habe ich auch gelesen. a weiss von der einwilligung des a, da dieser ihn beauftragte.

das problem ist das die f, die mit der einwilligung nix zu tun hat, vorspiegelt, dass sie im auftrag des a anrufe und dieser dem b ausrichten ließe, dass er nicht mehr wolle dass das haus angezündet wird.(was aber gar nicht stimmt, b will immernoch dass das haus brennt)
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:51:54    Titel:

Die Einwilligung kam vom A.

Dieser hat danach nicht mehr gehandelt.

Die Einwilligung des A ist daher nicht zurückgezogen worden.
(Es liegen auch keinerlei Gesichtspunkte vor, daß die F üblicherweise im Namen des A auftritt)

Die Aussage der F hätte jedoch dann einen Einfluß auf die Strafbarkeit des F, wenn er geglaubt hätte, der B hat seine Einwilligung zurückgezogen.

Da sich der Versuch allein nach der Vorstellung des Täters handelt, könnte er eine versuchte Sachbeschädigung begangen haben (von anderen Delikten mal abgesehen) und konsequenterweise selbst dann, wenn die Strafbarkeit der vollendeten Sachbeschädigung an der objektiv vorliegenden Einwilligung scheitert, da es eben nur auf die Vorstellung des B ankommt.
katjaa
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Anmeldungsdatum: 04.03.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 01:58:10    Titel:

b war es egal, was die f sagte, er zündete das haus trotzdem an. da a ihm geld versprochen hatte.
das haus ist abgebrannt
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 02:07:50    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:
Die Aussage der F hätte jedoch dann einen Einfluß auf die Strafbarkeit des F, wenn er geglaubt hätte, der B hat seine Einwilligung zurückgezogen.


...wovon ich nach dem o.g. SV ausgehe; hat der Täter der F denn geglaubt?!

Die hM bestraft iÜ bei Fehlen der subjektiven Rechtfertigungselemente wegen vollendeter Tat. Die Sichtweise halte ich indes auch für formalistisch (keine volle Kompensation durch Rechtfertigungsgrund - schade!) - die Lösung der MM, entsprechende Anwendung der Versuchsregeln, wird dem tatsächlich verwirklichten Unrecht, nämlich (einzig) dem betätigten bösen Willen bei objektiver Rechtfertigung, in der Wertung eher gerecht.

Bei Brandstiftungsdelikten sind darüber hinaus noch Besonderheiten zu beachten; fraglich ist hier nämlich, ob der Eigentümer überhaupt zur Disposition über das Rechtsgut befugt ist - nur dann der Fall, wenn tatsächlich (nur) sein Eigentum geschützt wird, wie das nach schon nicht unbestrittener Auffassung bei § 306 I der Fall ist. Bei den schwereren Delikten geht´s bereits um Gefahren für die Allgemeinheit und damit um Rechtsgüter, über die der Eigentümer allein nicht verfügen kann (hie und da im einzelnen str., wir sind ja im Strafrecht.).
katjaa
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Anmeldungsdatum: 04.03.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 02:12:27    Titel:

hast du viellecht eine textstelle zu den fehlern der subjektiver rechtfertigungselemente?
katjaa
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Anmeldungsdatum: 04.03.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 02:15:41    Titel:

hab noch was vergessen.

b geht zum schein darauf ein,er zündet das haus trotzdem an.da er das von a versprochene geld haben möchte.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 02:19:01    Titel:

Wessels/Beule, StR AT, Rn. 278 ff.
Joecks, StudKomm StGB, Vor § 32 Rn. 12 ff.
mit jeweils VIELEN weiteren Nachweisen.

Sehe gerade, Joecks sieht die Anwendung der Versuchsregeln schon als hM; da sieht man mal, wie relativ diese Begriffe sind Laughing
katjaa
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Anmeldungsdatum: 04.03.2005
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 02:23:14    Titel:

danke, danke für die textstelle. habe den ganzen tisch mit büchern voll und sehe vor lauter bäumen der wald nicht mehr.
werde jetzt mal eine pause machen und morgen weitermachen
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 07 März 2006 - 03:17:20    Titel:

Jetzt bin ich aber ein wenig irritiert; wenn er doch das Haus anzündet, weil er dafür Geld vom Eigentümer haben will, so wird er doch davon ausgehen, daß dessen Einwilligung, wie das der Fall ist, noch vorliegt?! Wäre das nicht der Fall, würde der sonst wohl kaum zahlen.
Du solltest erstmal anhand Deines Sachverhaltes klären, ob der Täter nun bei Begehung der Tat vom Vorliegen einer Einwilligung ausgeht oder nicht (dh, ob er sich von F hat täuschen lassen oder nicht).
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