Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Integration
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Integration
 
Autor Nachricht
Macabre Deified
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 08 März 2006 - 23:54:23    Titel:

Du musst mit den Behörden kommunizieren können, sprich die amtssprache beherrschen. Ich wüsste kein Argument, dass diese "Verpflichtung" aushebelt.
Ich denke, die "faulen eigenbrödler", die sich gegen jegliche integration sträuben, werden weit weniger werden wenn die schon genannten prüfungen existent wären.
Und wenn, wie zu hoffen ist, einige eben um deutsch zu lernen sozialen kontakt suchen, dann gibt es doch keinen grund für sie damit wieder aufzuhören, denn wieso sollte sich denn beispielsweise ein eingewanderter russlanddeutscher nicht mit nem "deutschen" anfreunden bzw. diese freundschaft aufrechterhalten, der wie er selbst fussball spielt, den gleichen verein anfeuert, gleiche hobbys hat und was weiss ich... (gibt natürlcih ein paar komische "nationalisten" die sich auf ihre wurzeln berufen udn son mist, aber die werden es mit den prüfungen acuh schwerer haben.)
Lamasshu
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 3985

BeitragVerfasst am: 09 März 2006 - 02:38:25    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:
Eben solche die sich weigern, Deutsch zu lernen, wie z.b. die von pauker genannten russlanddeutschen die sich zusammenfinden und russisch reden würden dann durch besagten Test fliegen, wenn sie die Volljährigkeit erreichen und den Test dann nicht bestehen sind sie abschiebbar.


Russlanddeutsche Jugendliche, häufig auch als (Spät)aussiedler oder Deutschrussen bezeichnet, sind nach den türkischen Jugendlichen die größte Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gerade aber die Gruppe der Russlanddeutschen unterscheidet sich in einigen Punkten eindeutig von anderen Migranten, weshalb die hier vorliegende Situation etwas detaillierter betrachtet werden muss. Besonders interessieren mich unter diesem Gesichtspunkt natürlich Paukers persönliche Erfahrungen im täglichen Umgang mit diesen Jugendlichen.

Russlanddeutsche haben, einer inzwischen veränderten Gesetzgebung zum Trotz, eine signifikant bessere Rechtssituation als andere Migranten. Das prominenteste Beispiel ist dafür natürlich die bis vor kurzem unproblematisch zu erhaltende deutsche Staatsbürgerschaft, aber auch andere Vergünstigungen wie bezahlte Deutschkurse, Integrationshilfen, Wohnungsvermittlung usw.
Gerade diese Sonderrolle stößt aber viele andere ausländische Jugendliche übel auf, die sich und ihre persönlichen Bemühungen (in der Schule, Beruf, Wohnungsmarkt usw.) häufig herabgewürdigt sehen. Es können deshalb ab und an gewisse Spannungen zwischen der Gruppe der "privilegierten Ausländer" und jener der "unprivilegierten Ausländer" betrachtet werden. Die deutsche Bevölkerung hingegen neigt eher zu einem undifferenziertem Verhalten: Für die heutige Generation, insbesondere auch die Jugendlichen, sind es Ausländer wie andere auch und die Einstellung ihnen gegenüber hängt von der subjektiven Einstellungen gegenüber Migranten im Allgemeinen ab. Russlanddeutsche zwischen 16-25 haben häufig berichtet, dass sie sich ausgegrenzt fühlen, auch von anderen Ausländern. Weiterhin beklagen einige, aber längst nicht alle, dass sie in der Heimat (nur selten das heutige Russland, zumeist Mittelasien, Baltikum und mit Abstrichen Osteuropa) "Deutsche" waren und in Deutschland nun "Russen" sind. Identitätskrisen sind in dieser Gruppe sehr häufig.
Die Identität als eigene Gruppe begründet sich dadurch primär auf der Sprache Russisch und der gemeinsamen, zugeschriebenen Rolle als vermeintlich homogene Gruppe der Russlanddeutschen. Erstaunlich viele geben zudem an, unfreiwillig in Deutschland zu sein und nach der Volljährigkeit/Ausbildung eine zumeist dauerhafte Heimkehr in Betracht zu ziehen. Bei türkischen Jugendlichen fällt diese Umfrage häufig deutlich anders aus, dort besteht zumeist das Interesse in Deutschland zu bleiben.

Wenn hier Aussagen über die Integration von Russlanddeutschen getroffen werden sollen, muss klar hervorgehoben werden, dass sehr stark nach dem Zeitpunkt der Migration (der verschiedenen "Wellen") unterschieden werden muss. Der heutige russlanddeutsche Jugendliche, also Personen unter 25 mit Migrationshintergrund, stammt überwiegend aus den zentralasiatischen Nachfolgestaaten der UDSSR, insbesondere Kasachstan. Dort gibt es zwei sehr häufig anzutreffende, aber natürlich stark vereinfachte Archetypen: Der in der osteuropäischen/zentralasiatischen Heimat gut integrierte Jugendliche, der sich selbst nie als Deutscher betrachtet hat und von den Eltern praktisch aus seiner gewohnten Lebenswelt herausgerissen wurde, und den dort in kleinen Enklaven lebenden Jugendlichen, der aufgrund seiner Abstammung, seines Glaubens (die meisten Russlanddeutsche gehören einer protestantischen Kirche an, der orthodoxe Glauben ist selten und der muslimische kommt praktisch nie vor) oder der gelebten deutschen Sprache mehr oder weniger ausgegrenzt wurde. Der aufkeimende Islam, die autokratische Regierungsformen der Nachfolgestaaten, der Wegfall der sowjetischen Ordnungsmacht und ein erwachendes Nationalgefühl haben die Situation der zweiten Gruppe im letzten Jahrzehnt deutlich verschlechtert. Aber die erste Gruppe dominiert ohnehin heute deutlicht, im Gegensatz zu den Umständen der früheren Wellen.

Daraus lässt sich aber leider auch folgern, dass die deutsche Sprache nahezu gar keine Verbreitung mehr unter den Jugendlichen hat. Noch in den 80er Jahren war dies kein Problem, häufig wurde die deutsche Sprache besser als die russische beherrscht. Umso weniger verstehen andere Ausländer und Deutsche, weshalb die Russlanddeutschen so viele rechtliche Vergünstigungen erhalten. Als logische Reaktion werden die Bande der russlanddeutschen Jugendlichen untereinander fester, in den Schulen formieren sich die Grüppchen und die russlanddeutschen Familien konzentrieren sich auf bestimmte Straßenzüge in der Stadt. Heuer ist es vielmehr so, dass vielleicht nur noch die betagte Großmutter ein altertümlich anmutendes Deutsch spricht. Ein nun vorherrschender Sprachtest soll demnach auch die Zureise kontrollieren/erschweren.

Außerdem ist zu konstatieren, dass sich die Russlanddeutschen deutlich stärker auf bestimmte regionale Zentren konzentrieren als andere Ausländergruppen. Häufig handelt es sich dabei aber ausgerechnet um eher weniger urbane Räume, wohingegen andere Migrantengruppen eher in die Großstädte ziehen. Gründe dafür: Verfehlte staatliche Politik (Stichwort: Übergangsheime in der Praxis), stark ausgeprägte Netzwerke, Rückkehr in das "Heimatgebiet" (klingt zuerst etwas befremdlich, aber viele haben keine rechten Vorstellung von Deutschland und gehen deshalb dorthin, wo die Vorfahren einst lebten), religiöse Gemeinschaft (Präsenz bestimmter Freikirchen, die häufig vollständig in russlanddeutscher Hand sind) und andere geringerer Bedeutung. Auch gibt es für Russlanddeutsche kaum die Möglichkeit, durch beispielsweise die Religion "volksübergreifende" Gemeinschaften zu bilden, wie das der Islam vermag. Besonders für Jugendliche, die sich von der Gesellschaft alleine gelassen und nirgends wirklich zugehörig fühlen, bietet der Islam die praktikable Möglichkeit einer Identitätsstiftung, weshalb ägyptische, jordanische, tunesische, türkische, pakistanische oder indische Jugendliche häufig als „Glaubensbrüder“ eine Gruppe bilden und dadurch ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln. Unnötig zu erwähnen, dass dazu aber noch andere Einflussfaktoren hinzukommen müssen.

Probleme und Chancen der Integration von russlanddeutschen Jugendlichen in der schulischen und beruflichen Ausbildung: Die hier getroffenen Verallgemeinerungen sind natürlich unter den üblichen Vorbemerkungen zu verstehen. Individuen einer Gruppe unterscheiden sich untereinander vielfach deutlich stärker als die Individuen verschiedener Gruppen, besonders bei Russlanddeutschen sind die persönlichen Lebenserfahrungen sehr vielseitig. Allen ist aber mehr oder minder gemein, dass sie das sowjetische Schulsystem (oder ein grundsätzlich ähnliches der post-sowjetischen Zeit) teilweise oder vollständig durchlaufen haben und so auch bis zu einem gewissen Grade sozialisiert wurden. In der Praxis bedeutet das häufig, dass diese Jugendlichen in den Schulfächern Mathematik, Physik und Technik im Schnitt sehr gute Ergebnisse erzielen, wohingegen die Ergebnisse für gesellschaftliche Sachfächer und Deutsch schlechter ausfallen. Dies liegt mit der unterschiedlichen Schwerpunktsetzung im alten System und natürlich der Lehrinhalte (in Mathe sind sie eher gleich, in der Geschichte aber keineswegs) zusammen.
Aus der Arbeit in Integrationsgymnasien hat sich folgendes Bild ergeben: Angebote zur Partizipation im Unterricht werden eher weniger angenommen als von anderen Ausländern, der Lehrer wird stärker als Autoritätsperson und weniger als Diskussionspartner wahrgenommen. Wie ich selbst erleben durfte, kamen deshalb gerade sehr strenge und unmissverständliche Lehrer sehr gut mit solchen Klassen zurecht, wohingegen der eher gegensätzliche Schlag mit Disziplinproblemen zu kämpfen hatte. Manche Lehrkörper haben deshalb Praktiken angenommen, die uns heute sehr erschrecken und antiquiert erscheinen: Betreten der Schülerwohnungen in deren Abwesenheit oder ohne vorheriges Anklopfen, Anschreien, Nachsitzen und ähnliches, aber auch sparsam eingesetzte Respektbekundungen und ein sehr offener Umgangston.
Für Jugendliche ist es völlig normal, dass es zu Meinungsverschiedenheiten mit Gleichaltrigen kommt. Mit großer Vorsicht kann gesagt werden, dass einige Russlanddeutsche ein etwas anderes Konfliktlösungsverhalten kennen, dass sie gerne als "ehrlich und direkt" beschreiben: Verpfeifen, Anschwärzen und verdeckte Meinungsmache werden zumeist vehement abgelehnt und eher den Deutschen zugeschrieben, Handgreiflichkeiten sind unter den Jungen aber häufiger und sind als Konfliktlösungsmittel gebräuchlicher. Mehrfach wurde ausgesagt, dass es bei Konflikten gewisse Schwellen gibt, wo eine Fortführung einzig mit Worten unmännlich erscheint. Aber das macht russlanddeutsche Jugendliche weder zu hirnlosen Schlägern, noch zu ritterlichen Duellanten. Die Korrelation ist ohnehin schwach.

Werden größere Gruppen von Russlanddeutschen nach ihren Berufswünschen gefragt, fallen gelegentlich Unterschiede zu deutschen Gleichaltrigen auf. Studienwünsche werden häufiger von Mädchen geäußert, wobei auch konservative Betätigungsfelder (Haushalt/Kinder) vielfach genannt werden. Die Jungen haben verhältnismäßig oft handwerkliche oder technische Berufsvorstellungen, auch Studienwünschen gehen zumeist in diese Richtung. Es kann vermutet werden, dass dies auch aus dem Gesellschaftssystem der Sowjetunion resultiert, schließlich sind die eigenen Eltern schon noch Vorbilder und in diesem System aufgewachsen. In der sowjetischen Gesellschaft waren russlanddeutsche Frauen überdurchschnittlich oft studiert, haben allerdings nach der Geburt der Kinder die Arbeit in einer Vielzahl der Fälle nicht mehr aufgenommen. Die Männer waren überdurchschnittliche häufig in der Landwirtschaft tätig, wobei Berufe wie "Traktorist" u.ä. durchaus sehr angesehen waren. Umso größer ist die Sinnkrise der männlichen Elternteile, wenn ihre Qualifikation in Deutschland plötzlich wertlos erscheint. Viele Jugendliche geben zudem an, dass der Vater den größten Einfluss auf die Familienentscheidungen ausübt, da er auch der Hauptversorger ist. Kinder, die in der Heimat dem Vater mit Ehrfurcht und tiefem Respekt begegneten, trifft es häufig besonders hart wenn er aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit von Selbstzweifel geplagt wird. Die Jugendlichen anderer ausländischen Vergleichsgruppen sehen sich natürlich auch mit diesem Problem konfrontiert, allerdings gehen sie im Schnitt aber besser damit um. Hier muss allerdings der konkrete Einzelfall betrachtet werden, jede Verallgemeinerung ist daher mit Vorsicht zu genießen und kann nur eine grobe Richtlinie darstellen.

Der interessanten Punkte gibt es noch viele mehr, aber der Beitrag ist wohl ohnehin schon ausufernd genug.
paradoks
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 20.02.2006
Beiträge: 182
Wohnort: sanft-am-berge oder sunftenburg

BeitragVerfasst am: 09 März 2006 - 21:03:52    Titel:

ja wahrscheinlich hast du recht....
ich persöhlich kenne drei russlanddeutsch .alle sind in meinem jahrgang..einer ist leider weggezogen....
zum ersten ..er sricht oerfekt deutsch bis auf einen dialekt den man aber teilwese überhört und meist besser versthet als den saarländischen etc. er war auch sehr mechanicsh handwerklich orientiert und sprch zuhause mit seinen letern meist russisch auch wenn er das deutsche besser beherrschte mitlerweile ist er nach bayern gezogen udn lebt sich dort ein ..hier interierte er sich immer in alle gruppen und war überall beliebt es gab nie probleme mit im ... in der schule lagen ihm fächer die den gesselschaftswissenschaften angehörig sind mehr als die naturwissenschaften
die zweite....sie kenne ich noch nicht sehr lange doch sie ist sprachlich begabt allerdings muss man ihr manchmal einige fachwörter erklären und acuh ihr dialket ist stärker ansonten kann ich nur sagen das auch sie sich in alle gruppen integriert und nicht ausschließt ..in welchen fächern sie begabt ist ann ich nicht sagen ..nur ist bei ihr auffällig das sie auch zum normalen schulunterricht im blazer kommt was das zu sagen habt, darüber könnt ihr spekulieren...
die dritte... auch sie kenne ich erst seit kurzen doch ich weiß von ihr das sie von der siebten bis zur zehnten klasse frnazösich unterricht genomen hat nd auch das eutsche fast dialektfrei beherrscht udn ihr dialekt ist nicht eindeutig dem russichen zuzuordnen..ansonsten kann ich leider nicht mehr zu ihr sagen

diese beispiele wiederlege ndie obrigetheorie wenn ich sie so stehen lasse deswegen sage ich dazu das alle drei in meinem alter sind (17) in frühen jahren hierher kamen und unser städtchen definitiv keien großstadt ist eher ein großes dorf
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Integration
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Seite 3 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum