Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

kl. HA ZivR Mannheim
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> kl. HA ZivR Mannheim
 
Autor Nachricht
JudgeDude
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 10.03.2006
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 10 März 2006 - 21:05:27    Titel: kl. HA ZivR Mannheim

Hallo zusammen,
Möglicherweise hat ja jemand ein paar Tipps für mich, bin gerade etwas verwirrt, v.a. was Streitstände anbelangt. Question


Sachverhalt:
V hat von seinem Onkel ein Motorrad des Typs Kawasaki ZX-9R (Baujahr 2003; Marktwert 6.500
€) geerbt. Als er an einem sonnigen Wochenende im Mai stolz vor seiner Einfahrt die Chromteile
poliert, fällt er K auf, der sich auf seinem Sonntagsspaziergang befindet. Als K die Maschine erblickt,
ist er entzückt. Er spricht V an und erklärt, ein solch schönes Bike habe er bisher selten gesehen.
Falls V es jemals verkaufen wolle, solle er sich unbedingt an ihn wenden, er hinterlasse ihm
vorsorglich seine Visitenkarte mit seiner Handynummer, unter der er stets erreichbar sei.

V geht zunächst nicht auf das Angebot des K ein. Nachdem er jedoch mehrere Tage durch scheinbar
nicht enden wollenden Dauerregen an Ausfahrten gehindert wird, verliert er zunehmend die
Lust an dem Erbstück und ruft K an. Dieser ist hocherfreut, da er bereits einen Interessenten in seinem
Bekanntenkreis hat und glaubt, durch den Weiterverkauf an diesen ein gutes Geschäft machen
zu können. V und K vereinbaren ein Treffen, damit K sich das Gefährt näher anschauen kann.

Zum verabredeten Termin erscheint K zur Besichtigung vor der Garage des V. Dort erkundigt er
sich auch nach etwaigen Unfallschäden des Motorrads. V antwortet wahrheitsgemäß, er selbst habe
keinen Unfall mit der Maschine gehabt. Ihm sei auch nicht bekannt, dass sein Onkel jemals einen
Unfall gehabt habe, so dass er von der Unfallfreiheit der Kawa ausgehe. Tatsächlich war der Onkel
jedoch kurz vor seinem Tod mit der Maschine in ein Kiesbett gefahren, wobei diese erheblich beschädigt
worden war. Da ihm als erfahrenem Rennfahrer dieser Anfängerfehler peinlich gewesen
war, hatte er sein Malheur V gegenüber jedoch verschwiegen, zumal der Schaden perfekt ausgebessert
wurde. V und K einigen sich auf einen Kaufpreis von 6.500 €, den K am darauffolgenden Sonntag
gegen Übergabe des Motorrads bar entrichten soll. Auf dem Standard-Musterkaufvertrag, den
sich V von seinem Automobilclub besorgt hat, kreuzt er in der Rubrik „Haftungsausschlüsse“ folgende
vorformulierte Passage an: „Verkauft wie besehen“. K ist mit allem einverstanden.

Am Sonntag wartet V ungeduldig in der Einfahrt vor seiner Garage, da er die lästig gewordene Maschine
loswerden und das erwartete Geld seinem Vermieter zur Mietzinstilgung vorbeibringen will.
Als K eine Stunde zu spät eintrifft, teilt er dem V mit, er könne den Kaufpreis nicht bar begleichen,
da er es versäumt habe, unter der Woche zur Bank zu gehen und sich den Geldbetrag am Schalter
auszahlen zu lassen. Am Geldautomaten könne er wegen seines Kartenlimits eine solch hohe Summe
nicht abheben. Daher könne er lediglich einen Scheck über den Kaufpreis ausstellen.

V ist darüber empört. Im Rahmen einer hitzigen Diskussion weist er den ihm angebotenen Scheck
zurück und jagt K von seinem Grundstück, nicht ohne ihm hinterher zu rufen, er könne wiederkommen,
wenn er den Betrag in cash vorweisen könne. In seiner Wut versäumt V leicht fahrlässig,
die Maschine abzuschließen, weshalb sie noch in derselben Nacht von einem nicht zu ermittelnden
Unbekannten gestohlen wird.

Als V den Diebstahl am Montagmorgen bemerkt, ruft er den K sogleich auf seinem Handy an, erreicht
aber nur seine Mailbox, auf der er dem K den Vorfall schildert. Da K seine Mailbox aber aus
Nachlässigkeit nur sporadisch abhört, entgeht ihm diese Nachricht. Er trifft sich am Mittwochabend
mit dem F, der ihm die Maschine für 7.000 € abkauft.

V ist die Sache mit dem Diebstahl zwar peinlich, er besteht aber auf Zahlung des Kaufpreises, weil
es nicht zum Diebstahl gekommen wäre, wenn K ordnungsgemäß gezahlt hätte. Als er den K am
Freitag nach vielen Versuchen endlich am Handy erreicht und sich dann erst alles aufklärt, weil K
noch nicht seine Mailbox abgehört hat, erklärt K verzweifelt, dass er das Motorrad bereits verkauft
habe; er müsse daher auf Ersatz der 500 € Gewinn, der ihm nun durch die Lappen gegangen sei,
bestehen. V stellt sich stur und legt auf.

Als K dem F noch am selben Tag von dem Diebstahl erzählt, ist dieser schockiert. Voller Vorfreude
hatte er sich noch am Mittwoch für das Auftaktrennen zur Endurance-WM in Imola angemeldet und
das Startgeld bezahlt. Zudem hatte er eine Eintrittskarte für seine Ehefrau E besorgt, damit diese
ihm bei dem Rennen als Boxenluder zur Seite stehen könne. Dieses Geld habe er ja jetzt „zum
Fenster hinaus geworfen“. Zudem ist F davon überzeugt, dass er mit dieser erstklassigen Höllenmaschine
das Rennen und damit die 100.000 € Siegprämie gewonnen hätte.

F verlangt daher von K das Startgeld, die Eintrittskarte für seine Ehefrau (die allerdings am Tag des
Auftaktrennens verhindert gewesen wäre) und die entgangene Siegprämie; er will außerdem eine
angemessene Entschädigung dafür, dass er bei dem Rennen nicht mit der Maschine auftrumpfen
kann. Zudem wisse er, dass ein Kollege sich sehr für eine Kawasaki ZX-9R interessiere und bereit
sei, für sie 9.000 € zu bezahlen. Dieser entgangene Gewinn müsse ihm ersetzt werden, weil er das
Motorrad nach dem Rennen dem Kollegen angeboten hätte.


1. Hat V einen Anspruch gegen K auf Zahlung des Kaufpreises für das Motorrad?
2. Hat F die geltend gemachten Ansprüche gegen K?
3. Welche Ansprüche hat K gegen V?
sweetbird
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 14.03.2006
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 17:57:18    Titel:

Idea zu frage eins: zunächst mal prüfen, ob überhaupt ein kaufvertrag zustande gekommen ist, dann kommst du automatisch auf unmöglich gewordene leistung seitens V.

der Zahlungsanpruch des K bleibt jedoch, da V den Diebstahl nicht zu vertreten hat und da K in Annahmeverzug zu diesem zeitpunkt ist besteht der zahlungsanspruch.

was ich hier nicht versteh, ist ob die angebliche "unfallfreiheit" hier dann eine rolle spielt oder nicht...
Arva van Harben
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: 27 März 2006 - 21:45:30    Titel:

Also ein Kaufvertrag kommt m.E. zunächst einmal zustande.
Allerdings ev. anfechtbar:
123: arglistige Täuschung (eher nicht)
119, II: Eigenschaftsirrtum (str.)

Dann hab ich was gelesen mit c.i.c. Anspruch (280, 241, 311 - sorry, zitier ausm Kopf, das BGB hab ich gerade nicht da; deswegen keine Absätze).

Aber kann mir jemand von euch mit dem Haftungsanspruch weiterhelfen?
Was ist damit? Wo muss der eingebaut werden? Welche Rolle spielt der?
Eumeline
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 02.04.2006
Beiträge: 117

BeitragVerfasst am: 02 Apr 2006 - 11:06:34    Titel:

Die selbe HA wird bereits diskutiert unter dem Titel "Leistungsvermögen trotz Mangels?"

Liebe Grüße

Eumeline
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> kl. HA ZivR Mannheim
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum