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HA Strafrecht Übung für Fortgeschrittene
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Wicked
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 03:57:45    Titel: HA Strafrecht Übung für Fortgeschrittene

Hier der Sachverhalt für die HA in der Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene:

K, ein vermögender Verleger und Kunstfreund, hat sich bereit erklärt, dem Museum der Stadt
F ein bekanntes, bisher aber noch nie öffentlich gezeigtes Gemälde des Malers Egon Schiele
für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen. A und B, die in der örtlichen Presse von dieser
großzügigen Geste gelesen haben, wollen sich in den Besitz des Bildes bringen. Auf
Vorschlag des A fahren sie kurz vor der Ausstellung zum Haus des K, der sich, wie in der
Prominentenzeitschrift „Grell“ zu lesen war, bei den Salzburger Opernfestspielen aufhält.
Gegenüber H, der Hausdame des K, geben sie sich als Mitarbeiter einer Speditionsfirma aus,
die mit dem Transport des Bildes zu den Ausstellungsräumen beauftragt sei. H, die von K
über die bevorstehende Abholung des unersetzlichen Gemäldes informiert worden war, lässt
A und B ins Haus, zeigt ihnen das Bild und hilft, es zu verpacken und in den bereitstehenden
Lieferwagen zu tragen. Da A und B davon ausgehen, dass der „Schiele“ aufgrund seiner
Bekanntheit unverkäuflich sein wird, wollen sie das Bild später an K „zurückverkaufen“.

Im Transporter zeigt B dem A grinsend eine goldene Rolex-Uhr, die er im Haus des K
unbemerkt in seine Tasche gesteckt hat, um sie später ebenfalls an den K „zurückverkaufen“
zu können. A lobt den sonst nicht sehr geschickten B für diese Leistung, überzeugt ihn aber
sogleich davon, dass man die Uhr ebenso gut auf dem freien Markt zu Geld machen kann.

Einen Tag später verkauft B die Uhr mit Hilfe des A an den Uhrenhändler Q, dem er erzählt,
es handele sich um ein Erbstück seiner kürzlich verstorbenen Großtante. Q tut so, als glaube
er diese Geschichte, insgeheim ist er aber davon überzeugt, dass es sich um „schmutzige“
Ware handelt. A und B teilen sich den erzielten Erlös.

Wie geplant setzt sich A einige Tage später telefonisch mit K in Verbindung. A teilt K mit, er
werde das Gemälde gegen Zahlung von 750.000 Euro zurückbekommen, andernfalls würde es
zerstört. K lässt sich auf den Handel ein und bringt den geforderten Geldbetrag zum
vereinbarten Übergabeort. Die von ihm benachrichtigte Polizei kann A und B festnehmen und
das Gemälde an K zurückgeben, bevor dieser das Geld an A und B übergibt.

Strafbarkeit der Beteiligten?

Eventuell erforderliche Strafanträge sind gestellt.


Wäre klasse, wenn ich von euch noch ein paar weitere Anregungen bzgl. Strafbarkeit, Probleme, etc. bekommen würde, auf die ich evtl. noch nicht gekommen bin.
Maylie
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 14
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BeitragVerfasst am: 12 März 2006 - 23:08:58    Titel:

Laughing Ich sitze an der selben Hausarbeit und hab jetzt schon keine Lust mehr Razz
Wicked
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 13 März 2006 - 00:07:08    Titel:

Mir geht es nicht anders... Irgendwie werde ich mit dem Fall nicht richtig warm.
Hast du im 1.Tatkomplex Betrug oder Diebstahl in mittelbarer Täterschaft. Ich bin mir da noch ein wenig unschlüssig...
Maylie
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 14
Wohnort: Giessen

BeitragVerfasst am: 13 März 2006 - 18:37:29    Titel:

Ich prüfe den Diebstahl in mittelbarer Täterschaft, verneine ihn bei der Wegnahme und prüfe dann den Betrug. Der wird dann natürlich bejaht Very Happy
Wicked
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 13 März 2006 - 18:45:22    Titel:

So hatte ich es mir am Anfang auch gedacht... Aber dann habe ich einen Aufsatz gelesen, der mich zum nachdenken gebracht hat, ob wirklich ein Betrug vorliegt, da dieser magels Verfügungsbewusstsein von H ausscheiden könnte.
Maylie
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 14
Wohnort: Giessen

BeitragVerfasst am: 13 März 2006 - 19:24:57    Titel:

Wieso fehlt ihr denn ein Verfügungsbewusstsein??!! H wusste doch, dass sie A und B das Gemälde des K aushändigt??
Wicked
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 13 März 2006 - 21:33:16    Titel:

H wusste zwar, dass sie A und B das Bild aushändigt, allerdings gehört zum Verfügungsbewusstsein, dass sich die Person über den vermögensschädigenden Charakter der Verfügung bewusst ist und somit das Gewahrsam komplett überträgt. H will jedoch den Gewahrsam nicht komplett übertragen, sondern diesen lediglich lockern, da das Bild nach der Ausstellung wieder zurück an K gehen soll.
Das ist genauso, wie wenn du Möbelpacker bestellst, die falschen kommen (du denen vielleicht noch beim einladen hilfst) und die dann mit deinen Sachen wegfahren. Da liegt auch Diebstahl vor und kein Betrug, weil es dir an dem Verfügungsbewusstsein fehlt und lockerst ja lediglich das Gewahrsam und überträgst es ja nicht.
Maylie
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 14
Wohnort: Giessen

BeitragVerfasst am: 13 März 2006 - 23:22:43    Titel:

Also soweit ich das verstanden habe, gibts bei der Abgrenzung von einem Dreiecksbetrug zu einem Diebstahl in mittelbarer Täterschaft die Theorie der rechtlichen Befugnis und die Lagertheorie. Mehr muss man glaub ich nicht beachten?? Naja wahrscheinlich nehm ichs wieder einfacher als es ist...

Ich hoffe es schreibt noch jemand anderes was zu diesem Problem?? Ansonsten weiß ich auch nicht... Ich bleibe bei meiner Prüfung Very Happy
Wicked
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 00:38:27    Titel:

mal schaun... ich kenne leute die sind für betrug und dann wieder welche die sind für diebstahl in mittelbarer tätschaft... irgendwie weiß niemand so genau bescheid... aber das haben ha's nunmal so an sich... Wink
jurabasti
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Anmeldungsdatum: 14.03.2006
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 12:22:28    Titel:

Also ich sitze auch an derselben Arbeit dran. Bin jetzt mittlerweile auch fast durch (nur noch Fußnoten setzen). Habe den Aufsatz, der oben angesprochen wurde, auch gelesen. Seitdem ist es mir eigentlich logisch, dass das kein Betrug ist.
Und zwar: Befugnis-, Lager- und Nähetheorie braucht man in diesem Fall nur für die Zurechnung von H´s Verhalten gegenüber K. Bedeutet also, dass man zunächst klären muss, ob sie überhaupt wirksam für ihn verfügen darf oder nicht. Nach allen Theorien kommt man hier aber zu dem Ergebnis, dass sie das kann (logisch, oder?).
Danach musst du prüfen, ob es sich um einen Sachbetrug oder um Trickdiebstahl handelt. Das Besondere an diesem Fall ist nämlich gerade die Stellung der H zu dem Vermögen. Auch ist es dabei insbesondere wichtig, was sie mit der Herausgabe bewirken will. Nach dem o.g. Aufsatz haben sowohl H als auch K durch die Übergabe des Bildes an die Spediteure immer noch gelockerten Gewahrsam. Diesen wollen sie auch nicht ablegen. Das Verfügungsbewusstsein setzt aber gerade voraus, dass der Gewahrsam komplett übergeht. Es darf also kein gelockerter Gewahrsam mehr vorliegen. Da H aber nur gelockerten Gewahrsam rausgeben will, handelt sie hier also ohne Verfügungsbewusstsein. So liegt auch kein Betrug, sondern Trickdiebstahl vor.
Das Gemeine an dem Fall ist hier zum einen die Kombination aus Dreiecks- und Sachbetrug und zum anderen die Gewahrsamsstellung der Beteiligten. Wenn man sich das aber genau ansieht, kann man ihn lösen.
In diesem Sinne noch viel Erfolg!
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