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invitatio ad offerendum oder Angebot?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> invitatio ad offerendum oder Angebot?
 
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Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 12:36:06    Titel: invitatio ad offerendum oder Angebot?

V hat von seinem Onkel ein Motorrad des Typs Kawasaki ZX-9R (Baujahr 2003; Marktwert 6.500 €) geerbt. Als er an einem sonnigen Wochenende im Mai stolz vor seiner Einfahrt die Chromteile poliert, fällt er K auf, der sich auf seinem Sonntagsspaziergang befindet. Als K die Maschine erblickt,
ist er entzückt. Er spricht V an und erklärt, ein solch schönes Bike habe er bisher selten gesehen. Falls V es jemals verkaufen wolle, solle er sich unbedingt an ihn wenden, er hinterlasse ihm vorsorglich seine Visitenkarte mit seiner Handynummer, unter der er stets erreichbar sei.
V geht zunächst nicht auf das Angebot des K ein. Nachdem er jedoch mehrere Tage durch scheinbar nicht enden wollenden Dauerregen an Ausfahrten gehindert wird, verliert er zunehmend die Lust an dem Erbstück und ruft K an. Dieser ist hocherfreut, da er bereits einen Interessenten in seinem Bekanntenkreis hat und glaubt, durch den Weiterverkauf an diesen ein gutes Geschäft machen zu können. V und K vereinbaren ein Treffen, damit K sich das Gefährt näher anschauen kann.
Zum verabredeten Termin erscheint K zur Besichtigung vor der Garage des V. V und K einigen sich auf einen Kaufpreis von 6.500 €.

Wer macht das Angebot und wann? Rolling Eyes
DANKE Smile
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 12:46:40    Titel:

Also laut Brox's Verständnis kann man ein Angebot mit einem schlichten Ja annehmen.

Ich würde also darauf tippen, daß das Angebot erst beim Einigen auf den Kaufpreis entstand.

Erst dann ist die Willenserklärung nach ernstlich genug gemeint.
Ringelblume
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 12:56:35    Titel:

Ich habe mir gedacht, dass das Hinterlassen der Visitenkarte durch K an V einfach eine Invitatio ad offerendum ist. Das eigentliche Angebot entsteht dann, wenn V an K anruft und beide ein Treffen vereinbaren, Annahme durch Eiverständnis des K über Kaufpreis. Question
Stimmt oder nicht?
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 14 März 2006 - 13:00:48    Titel:

Jop beim Einverständnis über den Kaufpreis, nicht schon beim Anruf; aber das meintest de ja sicher.
stefffi23
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Anmeldungsdatum: 22.10.2004
Beiträge: 115
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 15 März 2006 - 17:45:22    Titel:

Aber hat denn nicht K schon das Angebot abgegeben, als er zu V sagt, er möchte das Ding kaufen? Das wäre auf jeden Fall das erste Angebot. Invitatio würde ich ausschließen, denn K hatte doch ernsthaft Rechtsbindungswillen, er wollte das Moped doch kaufen!
Das zweite Angebot ist dann bei Vertragsschluss, also beim Treffen, wie gesagt.
stefffi23
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Anmeldungsdatum: 22.10.2004
Beiträge: 115
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 15 März 2006 - 17:46:45    Titel:

Aber hat denn nicht K schon das Angebot abgegeben, als er zu V sagt, er möchte das Ding kaufen? Das wäre auf jeden Fall das erste Angebot. Invitatio würde ich ausschließen, denn K hatte doch ernsthaft Rechtsbindungswillen, er wollte das Moped doch kaufen!
Das zweite Angebot ist dann bei Vertragsschluss, also beim Treffen, wie gesagt.
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 15 März 2006 - 19:14:06    Titel:

denke ich nicht, er sagt ja nur "meld dich wenn du interesse hast" Das ist noch kein Angebot sondern so ne Art interessebekundung, ohne verbindlichkeit. Für verbindlichkeit fehlen auch weitere Angaben wie Kaufpreis etc.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 15 März 2006 - 19:25:34    Titel:

Das wäre vielleicht ein Angebot, wenn der Preis nicht zu Diskussion stünde.

Also wenn ich beim Bäcker sage, daß ich 10 Brötchen haben will, würde ich dir recht geben dies als Angebot zu sehen, da der Preis feststeht.

Wenn man hier allerdings die Aussage, daß er das Motorrad kaufen will, als Angebot versteht, was man nur noch annehmen müßte, so frage ich mich was dann der Inhalt des Kaufvertrages sein soll.

Mal angenommen aus einer Aussage ließe sich die Pflicht zur Übergabe und Übereignung der Sache folgern; aber welche Pflicht hat denn der Käufer?
Aus welcher Aussage läßt sich denn der vereinbarte Kaufpreis folgern?
Die Aussage, daß er das Motorrad kaufen will, definiert nicht seine Pflicht zur Leistung eines bestimmten Betrages.

Auch der K erwartet, daß man sich zunächst auf einen Kaufpreis einigt. Ich glaube nicht, daß er sich rechtlich soweit binden will, daß er den Preis im Ermessen des V läßt. "Ok verkauft für 400.000 Euro"
Pandur
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 03:16:03    Titel:

Würde hier nicht ins Detail gehen. Wer das Angebot gemacht hat und wer die Annahme erklärt hat lässt sich aus der Formulierung nicht entnehmen. Beide haben sich "geeinigt". Ein Kaufvertrag ist damit in jeden Fall zustande gekommen.
Pandur
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 23:42:16    Titel: Hallo

Hallo,

M.E müßte ein Kaufangebot auch den Kaufpreis erfassen (essentialia negotii). Dieser wird aber erst beim Termin festgestellt. Somit erfolgen Angebot und Annahme erst zu diesem Zeitpunkt. Invitatio ad offerendum wäre dann der Anruf.
Daß der Käufer sich einen Gewinn bei einem Weiterverkauf verspricht, spricht nur dafür, daß es zuvor Preisverhandlungen gab oder der Käufer über besondere Sachkenntnis verfügt.
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