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Globalisierung - Segen oder Fluch ?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Globalisierung - Segen oder Fluch ?
 
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Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 17:00:17    Titel:

Nun, wenn es einem ernst wäre mit Entwicklungshilfe und solchen Scherzen, würde man eben auch angemessene Preise für Rohstoffe bezahlen. Durch Öffnung der Märkte entsteht jedoch erst recht eine Kolonialisierung der Entwicklungsländer: Die einheimischen Unternehmen haben doch schlicht keine Chance, sich gegen die ausländische Konkurrenz durchzusetzen. Man bezahlt also den Menschen dort Löhne (wesentlich geringere als in Industrieländern), damit sie sich (nach deiner Theorie!) Waren von den billiger produzierenden Firmen aus Industrieländern kaufen! Die Profiteure davon sind die Firmen. Ein Wachstum des Wohlstands der Bevölkerung ist jedoch ausgeschlossen, da das Unternehmen, das seine Produktion auch jederzeit in ein anderes spotbilliges Land verlegen könnte, dadurch so große Druckmittel hat, dass die Entwicklungsländer nicht über geeignete Instrumente verfügen, ihre Interessen gegen die Unternehmen durchzusetzen.
Kingpin
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Anmeldungsdatum: 03.11.2005
Beiträge: 289
Wohnort: K-PAX

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 17:02:18    Titel:

Meine Antwort ist klar???
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 17:49:31    Titel:

Zitat:
Die einheimischen Unternehmen haben doch schlicht keine Chance, sich gegen die ausländische Konkurrenz durchzusetzen
Das stimmt für einen großteil der exportunternehmen und für manche binnenmarktorientierten Unternehmen. Jedoch werden so auch arbeitsplätze geschaffen. Und wir kennen auch noch den Bäcker um die Ecke, den Metzger zwo Blocks weiter, den Schreibwarenladen in der Altstadt und und und... Alles wird nie verdrängt, denn gerade eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet ist für Großbetriebe nicht lukrativ. (erst recht da in einer anderen kultur die einheimischen den vorsprung haben zu wissen wie dir kultur ist).

Zitat:
Man bezahlt also den Menschen dort Löhne (wesentlich geringere als in Industrieländern)

Leistung = Arbeit / Zeit
Es werden, wie schon heute gut zu beobachten, großteils solche Arbeiten in die Entwicklungsländer verlagert, der wenig produktiv sind und nicht gut technisiert werden können, ebenso jene die keine Ausbildung erfordern.
Natürlich ist die Bezahlung da niedriger.
Ebenso sind die Lebenserhaltungskosten weit niedriger, es existieren weit weniger Lohnnebenkosten usw...

man sollte, bevor man über die "höhe der bezahlung" urteilt auch die bezahlung betrachten, die einheimische Arbeitgeber zu bieten haben, denn oftmals zahlen die internationalen konzerne n ganzes stück mehr und sorgen für bessere arbeitsbedingungen (z.b. stellen von arbeitskleidung, was teils ein muss ist um irgendwelche standarts der abnehmenländer/firmen zu erfüllen)


Zitat:
damit sie sich (nach deiner Theorie!) Waren von den billiger produzierenden Firmen aus Industrieländern kaufen!

Die Schwerindustrie kann so erworben werden und wird auch von den internationalen firmen ins land gebracht. Ein sehr ähnlicher prozess ist mehrmals in der geschichte beobachtbar, z.b. an japan, 100 jahre nach beginn der indus. revolution in gb zum beispiel. Oder an Südkorea vor einigen Jahren bis heute. Wieso sollte es denn jetzt total anders ablaufen?

Zitat:
Ein Wachstum des Wohlstands der Bevölkerung ist jedoch ausgeschlossen, da das Unternehmen, das seine Produktion auch jederzeit in ein anderes spotbilliges Land verlegen könnte, dadurch so große Druckmittel hat, dass die Entwicklungsländer nicht über geeignete Instrumente verfügen, ihre Interessen gegen die Unternehmen durchzusetzen.

Die Regierungen der Industrieländer können Bestimmungen erlassen und Druck ausüben, ebenso die Bevölkerung (es gab doch mal vorn paar jahren so nen skandal bei irgendner schuhmarke... genau das ist ein gutes beispiel)
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 18:22:44    Titel:

Macabre Deified hat folgendes geschrieben:
Das stimmt für einen großteil der exportunternehmen und für manche binnenmarktorientierten Unternehmen. Jedoch werden so auch arbeitsplätze geschaffen. Und wir kennen auch noch den Bäcker um die Ecke, den Metzger zwo Blocks weiter, den Schreibwarenladen in der Altstadt und und und... Alles wird nie verdrängt, denn gerade eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet ist für Großbetriebe nicht lukrativ. (erst recht da in einer anderen kultur die einheimischen den vorsprung haben zu wissen wie dir kultur ist).

Dann haben wir ja doch wieder die von sheep angesprochene Entwicklung, dass letztlich kein Fortschritt des Landes zu sehen ist, sondern eben die weniger lukrativen Dinge für sie abfallen.
Und bleiben wir doch mal an einem Punkt: Wie soll denn die nationale Regierung eines Entwicklungslandes Druck auf einen multinationalen Konzern ausüben? Sie haben kaum gesetzliche Mittel, und selbst wenn sie die hätten, kein Interesse daran, den Konzern zu ärgern, weil er dann in Zukunft in einem anderen Land investiert.
Zitat:
damit sie sich (nach deiner Theorie!) Waren von den billiger produzierenden Firmen aus Industrieländern kaufen!

Die Schwerindustrie kann so erworben werden und wird auch von den internationalen firmen ins land gebracht. Ein sehr ähnlicher prozess ist mehrmals in der geschichte beobachtbar, z.b. an japan, 100 jahre nach beginn der indus. revolution in gb zum beispiel. Oder an Südkorea vor einigen Jahren bis heute. Wieso sollte es denn jetzt total anders ablaufen?[/quote]
Ich weiß nicht, was da in Japan passiert ist. Aber einen ganz selbstverständlich ablaufenden Wissenstransfer wird es wohl kaum geben - welches Interesse hätte der Konzern daran wohl? Außerdem hast du ja selbst gesagt, dass eher simple Produktionsketten in die Entwicklungsländer ausgelagert werden.
Btw: Ich halte historische Vergleiche für wenig brauchbar. Derart wenig Barrieren hatten Unternehmen bzw. der Freihandel sicher noch nie.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 18:30:03    Titel:

Philskow hat folgendes geschrieben:
Dann haben wir ja doch wieder die von sheep angesprochene Entwicklung, dass letztlich kein Fortschritt des Landes zu sehen ist, sondern eben die weniger lukrativen Dinge für sie abfallen.


Arbeitsplätze wären dennoch entstanden, das BSP des Landes hätte sich dennoch erhöht, und damit der Wohlstand. Menschen, die in der Fabrik des "Multinationalen Konzerns" arbeiten, hätten höhere Real-Löhne, und würden durch erhöhten Konsum auch andere Wirtschaftszweige dieses Landes stärken.
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 19:05:32    Titel:

Zitat:
Dann haben wir ja doch wieder die von sheep angesprochene Entwicklung, dass letztlich kein Fortschritt des Landes zu sehen ist, sondern eben die weniger lukrativen Dinge für sie abfallen.

Ist aber trotzdem noch besser als die länder "auf sich allein gestellt" zu lassen, da dann nichtmal die Möglichkeit besteht dass internationale Konzerne Geld in diese Länder pumpen.
Und egal wie andere einen Job betrachten - wichtig ist erstmal, was man dabei verdient, und wenn ein konzern für vergleichbare arbeit mehr als den durchschnittslohn des landes zahlt dann bin ich diesem konzern dankbar dass er das macht.
Und - Wenn man dort mehr verdient als in einheimischen Firmen, dann kann man sich doch _eher_ teure Technik leisten, als wenn man in einheimischen Firmen Geld verdient.
Und wo unterscheiden sich denn die Job so großartig? Welche "einheimischen" Jobs stehen denn z.b. der Fliesbandarbeit in manchem int. Konzern als Alternative entgegen?

Zitat:
Und bleiben wir doch mal an einem Punkt: Wie soll denn die nationale Regierung eines Entwicklungslandes Druck auf einen multinationalen Konzern ausüben?

Sie kann keinen gänzlichen Druck ausüben, aber betrachte z.b. das Beispiel der Ladenkette Aldi. Ein Großteil der Filialen sind in Deutschland. An dieser Stelle könnte die Regierung Deutschlands schon Druck ausüben (ob es von der Rechtslage möglich ist weiss ich nicht, aber es gibt Staaten in denen so manche Möglichkeit bestände).
Ebenso hätte ein Aldi-Boykott durch die Bürger in Deutschland ein massives Druckpotential.

Zitat:
Ich weiß nicht, was da in Japan passiert ist

Um mich auf den Inhalt von "das kapitalistische Manifest" zu berufen:
Zitat:
Die Möglichkeiten, die armen Gesellschaften für Wachstum offenstehen, sind um so größer, je entwickelter der Rest der Welt ist. Als England begann, seinen Wohlstand von 1780 an zu verdoppeln, brauchte es dafür 58 Jahre. 100 Jahre später benötigte Japan dafür nur mehr 34 Jahre, und Südkorea schaffte es weitere 100 Jahre später in nur 11 Jahren. Wenn es zwischen Ländern freien Verkehr von Dienstleistungen, Gütern und Kapital gibt, dann sehen wir, daß die Armen am meisten profitieren.


Zitat:
Aber einen ganz selbstverständlich ablaufenden Wissenstransfer wird es wohl kaum geben - welches Interesse hätte der Konzern daran wohl?

Man kann vom Wissen der anderen lernen - das beste beispiel ist die Dampfmaschine, die kann sich heute jedes land ansich für Lau abgucken und könnte sie nachbauen.
Genauso z.b. Energiegewinnung durch Kraftwerke. Es gibt etliche Vorteile, die man durch schon erwerbbare Technik erhält.
Nun gibt es keinen Grund dieses Wissen zu verwähren (ausnahme ev. atomkraft), somit kann man es auch kaufen. Man bezahlt z.B. ein Ingenieursteam aus Frankreich, einen Staudamm zu bauen mit dem man Energie gewinnen kann.
Schon ist die Technik im Land.
Und wenn der Reichtum im Land hoch genug ist, um z.b. studien für viele Menschen zu finanzieren, dann siedeln sich solche unternehmen auch in diesen ländern an.
und überhaupt:
Es ist keine Notwendigkeit gegeben, jegliche Industrie und jeden Wissenszweig im eigenen Land vertreten zu haben, denn man kann alles was andere besser, also auch billiger herstellen können, auf dem internationalen Markt kaufen. Im gegenzug spezialisiert man sich auf das, was man selbst am besten kann, ein Entwicklungsland z.B. Agrarwirtschaft, Rohstoffproduktion usw.

Zitat:
Btw: Ich halte historische Vergleiche für wenig brauchbar. Derart wenig Barrieren hatten Unternehmen bzw. der Freihandel sicher noch nie.

Historische Vergleiche ist ein unpassendes Wort. Wir konnten einen ähnlich ablaufenden Prozess andauernd beobachten.
Japan vor Hundert Jahren.
Die Tigerstaaten vor 30 Jahren
Südkorea vor vielleicht 15 Jahren
Vietnam ende der 80er
Estland 1992
usw...
Und! - Alle diese Entwicklungen gehen noch weiter.

Wieso also sollte dies für osteuropäische, südamerikanische und asiatische Staaten möglich sein, aber in Afrika geht das nicht?
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 19:23:27    Titel:

Also gut. Ich bin zwar immer noch nicht überzeugt, aber mir gehen die Argumente aus, und ich hab auch das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen.
Aber dann mal zu einem anderen Punkt: Globalisierung - Segen oder Fluch für Deutschland?
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 19:26:54    Titel:

Philskow hat folgendes geschrieben:
Also gut. Ich bin zwar immer noch nicht überzeugt, aber mir gehen die Argumente aus, und ich hab auch das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen.
Aber dann mal zu einem anderen Punkt: Globalisierung - Segen oder Fluch für Deutschland?


So wie Deutschland im Moment "konstruiert" ist, werden von der Globalisierung nur wenige profitieren.
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 16 März 2006 - 21:17:07    Titel:

Zitat:
Globalisierung - Segen oder Fluch für Deutschland?

Die nächsten Jahre und Jahrzehnte würde ich als wedernoch einordnen.
Man kann "die Globalisierung" nicht in "das das jetzt kommt" und "das was schon war" unterteilen, ich stell mir das ähnlich einem börsenkurs vor. die letzten jahrhunderte und jahrzehnte hat sie immer mehr reichtum beschert, der die nächsten paar dutzend jahre wohl gleichbleiben wird oder fällt.
Jedoch bleibt der "kurs" weiterhin ganz schön weit oben.

Desweiteren ist die Frage, ob es "Deutschland" wie wir es kennen in einigen jahrzehnten noch gibt, wer weiss wie sich die EU so entwickelt.

Ich denke, das heutige deutschland hat noch einige reformen vor sich, die es auch besser anpassen werden.
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 17 März 2006 - 10:38:07    Titel:

Ihr seht das ja alles recht positiv. Gibt's für euch keine Zunahme der Arbeitslosigkeit gerade durch Globalisierung, sprich: Verlagerung von Arbeitsplätzen?
@Macabre: Deine historische Dimension ist echt interessant. Von Globalisierung, wie wir sie heute kennen, spricht man doch bestenfalls seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Klar gab es schon immer Handel, aber einen so bewußten und forcierten Abbau von Handelsbeschränkungen ist doch tatsächlich ein Phänomen, das erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts austritt, oder?
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