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Globalisierung - Segen oder Fluch ?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Globalisierung - Segen oder Fluch ?
 
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coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 01:33:43    Titel:

Sheep hat folgendes geschrieben:
Dazu ist nur noch zu sagen, dass nicht nach keynesianischen Prinzip reiner Konsum Wohlstand steigert.


Hmm, wie war das noch mit den nicht voll ausgelasteten Kapazitäten und der Arbeitslosigkeit als Gleichgewichtsphänomen? Auch wenn ich dir im Grund genommen zustimme, so ist die Aussage in der Art nicht haltbar.

Beste Grüße
coffeinjunky
Dirk Nerge
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Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 323

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 11:14:42    Titel:

Sheep hat geschrieben:

Zitat:
Dazu ist nur noch zu sagen, dass nicht nach keynesianischen Prinzip reiner Konsum Wohlstand steigert. Dirk meint hier ( und ich hoffe ich interpretiere ihn richtig ) die "Lust auf Konsum", und das daraus folgende Streben nach zusätzlichen Einkommen - zum lediglich Existenz sichernden Grundeinkommen, das Wohlstandswachstum beflügelt.


So ist es! Wobei es in einer freien Gesellschaft jedem frei steht, sich selbstzüchtigend hinter Klostermauern zu begeben und der Askese zu frönen.
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2006 - 10:20:56    Titel:

Aaaaah...da hab ich einen Thread ja mal wieder gaaanz weit unten ausgegraben! Hört ihr, wie er ächzt und sich streckt, weil er mal wieder ran muss...? Razz So, nu aber los:

Wenn man heute von Globalisierung redet, ist das doch größtenteils lediglich eine wirtschaftliche Globalisierung. Es gibt ja auch durchaus Versuche, politische Kompetenzen auf supranationaler Ebene zu installieren (s. EU), diese sind andrerseits aber auch noch nicht von zu großem Erfolg gekrönt (s. EU Laughing). Könnte die Globalisierung (gerade für Deutschland) vielleicht vom Fluch zum Segen werden, wenn es gelänge, den mittlerweile quasi über dem Zugriffsrecht von Nationalstaaten agierenden Konzernen eine adäquate globalisierte politische Kontrollinstanz vorzuschieben?
Philskow
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Anmeldungsdatum: 01.02.2006
Beiträge: 221

BeitragVerfasst am: 13 Apr 2006 - 16:27:08    Titel:

Hm...vielleicht hat ja jemand Lust, noch über etwas anderes als über Türken zu diskutieren. Deswegen pushe ich diesen Thread mal nochmal hoch. In Hoffnung auf Beteiligung...
Ein einsamer
Philskow Sad
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 13 Apr 2006 - 21:36:57    Titel:

Zitat:
Hm...vielleicht hat ja jemand Lust, noch über etwas anderes als über Türken zu diskutieren. Deswegen pushe ich diesen Thread mal nochmal hoch. In Hoffnung auf Beteiligung...


Gerne... Wink


Zitat:
Es gibt ja auch durchaus Versuche, politische Kompetenzen auf supranationaler Ebene zu installieren (s. EU), diese sind andrerseits aber auch noch nicht von zu großem Erfolg gekrönt (s. EU ).

Ja, das ist ja genua das Problem. Kein Staat ist wirklich bereit Kompetenzen abzugeben. Wüsste ich auch nicht, wie man daran was ändern könnte. Es muss sich halt ein Bewusstseinswandel ergeben.


Zitat:
Könnte die Globalisierung (gerade für Deutschland) vielleicht vom Fluch zum Segen werden...

Ich glaube auch jetzt nicht, dass die Globalisierung ein Fluch für Deutschland ist. Wenn wir es schaffen die Chancen zu erkennen und dementsprechend handeln, dann können die Deutschen auf jeden Fall von der Globalisierung profitieren.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 02:58:25    Titel:

Philskow hat folgendes geschrieben:
Könnte die Globalisierung (gerade für Deutschland) vielleicht vom Fluch zum Segen werden, wenn es gelänge, den mittlerweile quasi über dem Zugriffsrecht von Nationalstaaten agierenden Konzernen eine adäquate globalisierte politische Kontrollinstanz vorzuschieben?


Was immer diese "globalisierte politische Kontrollinstanz" zum Segen der einen bewirkte, wäre zum Fluch der anderen. Die Einrichtung eines gefährlichen Machtinstruments, das die Interessen derjenigen vertritt, die es gerade innehaben, würde kein Problem lösen, aber ein riesiges Neues darstellen.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 04:32:46    Titel:

Sheep hat folgendes geschrieben:
Philskow hat folgendes geschrieben:
Könnte die Globalisierung (gerade für Deutschland) vielleicht vom Fluch zum Segen werden, wenn es gelänge, den mittlerweile quasi über dem Zugriffsrecht von Nationalstaaten agierenden Konzernen eine adäquate globalisierte politische Kontrollinstanz vorzuschieben?


Was immer diese "globalisierte politische Kontrollinstanz" zum Segen der einen bewirkte, wäre zum Fluch der anderen. Die Einrichtung eines gefährlichen Machtinstruments, das die Interessen derjenigen vertritt, die es gerade innehaben, würde kein Problem lösen, aber ein riesiges Neues darstellen.


Die Grundlagen sind längst gelegt, die UN ist die Keimzelle einer globalisierten Legislative der UN-Sicherheitsrat die Keinzelle der Exekutive und der internationale Gerichtshof als Judikative ist auch schon auf den Weg gebracht.

Keine Frage sie arbeiten noch nicht perfekt, die UN könnte eine direktere demokratische Legitimation erfahren, ähnlich wie der Europarat eine Art Weltrat der dann direkt gewählt der UN-Vollversammlung gegenübergestellt. Zusätzlich müsse sich der UN-Sicherheitsrat ganz dem Einfluss der Nationen entziehen und nur dem Weltrat untergeordnet sein.
Der internationalen Gerichtshof müsste selbstredend für alle Nationen maßgeblich sein, auch für die USA.

Die Probleme der Klimaerwärmmung, der knapper werdenden Energieresourcen, der Bevölkerungskontrolle, der Erschließung neuer Energieresourcen, der Erzeugung neuer Verbundwerkstoffe auf breiterer Rohstoffbasis, weg von der Petrochemie vielleicht siliziumorientiert, all das sind Aufgaben die nur global gelöst werden können.

Diese Probleme werden die notwendige Bildung globaler Strukturen beschleunigen. Es liegt an uns, ob diese Strukturen unter demokratischer, bürokratischer oder monopolistischer Kontrolle stehen werden.

Mit freundlichen Grüßen
ein
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polity_x
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Anmeldungsdatum: 28.02.2006
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BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 04:49:03    Titel:

Nun, die soeben geforderten normativen Elemente, wissenschaftlich unter dem Terminus 'Global Governance' zusammengefasst sind sicherlich erstrebenswert, entsprechen aber leider noch keinesfalls politischen Realitäten. Eine Supranationale Instanz mit weitreichenden Exekutivrechten scheint derzeit kaum vorstellbar, auch wenn einige neoliberale Institutionalisten gerne davon träumen.
Sicherlich wäre eine übergeordnete internationale Instanz von Vorteil, jedoch würde diese in enormen Maße die Souveränitätsrechte der Mitgliedsstaaten beschneiden. Diese Abgabe der staatlichen Souveränität, wenn auch ökonomisch äußerst Vorteilhaft, ist Aufgrund der ideologischen Vorbelastung der Staaten auf dem internationalen Parkett kaum vorstellbar.
Eine Supranationale UN, bewährt mit zentraler Sanktionsgewalt, ist sicherlich ein positives Leitbild, als solches jedoch sehr normativ geprägt und derzeit kaum realistisch. Eine zentrale Leitinstanz auf internationaler Ebene erscheint mir derzeit nicht möglich, dazu divergieren die Partikularinteressen der einzelnen Staaten zu stark.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 15:25:52    Titel:

polity_x hat folgendes geschrieben:
Nun, die soeben geforderten normativen Elemente, wissenschaftlich unter dem Terminus 'Global Governance' zusammengefasst sind sicherlich erstrebenswert, entsprechen aber leider noch keinesfalls politischen Realitäten. Eine Supranationale Instanz mit weitreichenden Exekutivrechten scheint derzeit kaum vorstellbar, auch wenn einige neoliberale Institutionalisten gerne davon träumen.
Sicherlich wäre eine übergeordnete internationale Instanz von Vorteil, jedoch würde diese in enormen Maße die Souveränitätsrechte der Mitgliedsstaaten beschneiden. Diese Abgabe der staatlichen Souveränität, wenn auch ökonomisch äußerst Vorteilhaft, ist Aufgrund der ideologischen Vorbelastung der Staaten auf dem internationalen Parkett kaum vorstellbar.
Eine Supranationale UN, bewährt mit zentraler Sanktionsgewalt, ist sicherlich ein positives Leitbild, als solches jedoch sehr normativ geprägt und derzeit kaum realistisch. Eine zentrale Leitinstanz auf internationaler Ebene erscheint mir derzeit nicht möglich, dazu divergieren die Partikularinteressen der einzelnen Staaten zu stark.



1950 hätte sich auch niemand in Europa vorstellen können, dass die partikulären Interessen der Nationalstaaten sich soweit unter einen Hut bringen lassen, dass Freizügigkeit, eine gemeinsame Währung, ein EU-Parlament und ein europäicher Gerichsthof die Souveränitätsrechte in bestimmten Fragen deutlich einschränken.

Supranationale Strukturen haben sich ökonomisch längst gebildet und bilden sich weiter, sind also Realität. Die Frage ist nur, wer kontrolliert sie? Auf jeden Fall unterliegen sie keiner demokratischen Kontrolle.
Diese Strukturen greifen längst in die Souveränität der Staaten ein, spielen sie gegeneinander aus, inzenieren in bestimmten Ländern sogar Bürgerkriege um an Rohstoffe billiger zu gelangen und erpressen Regierungen in Staaten mit hohen sozialen Standards mit den
Möglichkeiten der Produktionsverlagerung.

Das Argument supranationale Strukturen abzulehnen weil diese in die Souveränität der Nationalstaaten eingreifen, ist also nicht sehr überzeugend, weil dies durch multinationale Konzerne längst geschieht.

Ein Gegengewicht im politischen Raum ist also notwendig, um Sozial- und Umweltstandards zu schützen. Dies kann entweder die weitesgehende Rückkehr in die Nationalstaatlichkeit bedeuten, eine schwer zu realisierende Vorstellung die von vielen abgelehnt wird oder eben in der Schaffung internationaler Gremien, die den internationalen Konzernen international gültige Regeln diktieren können. Zum Beispiel könten so international gültige Sozial- und Umwelt-Mindeststandards für alle verbindlich festgelegt werden. Länder in denen diese Standards unterschritten werden bedürfen dann der Hilfe der Gemeinschaft diese Standards zu implementieren, ähnlich wie das bei der Tsunami Katastrophe in Ansätzen zu erkennen war.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
polity_x
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Anmeldungsdatum: 28.02.2006
Beiträge: 394

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2006 - 23:46:52    Titel:

Supranationalität ist ein sehr merkwürdiges Phänomen, so gibt es doch bislang nur ein Beispiel für diese Form der internationalen Kooperation - die Europäische Union.
Von diesem Phänomen auf internationale Kooperation im größeren Stil - transkontinental und global - zu schließen gestaltet sich als schwierig.
So scheitern derzeitige supranationale Projekte, so zum Beispiel der Internationale Gerichtshof, an den Partikularinteressen einzelner. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf die EU, welche durch Konsens-Entscheidungsregel an Handlungsfähigkeit verliert, und deren Reform durch politische Rebellion geknüpft an eben diese Partikularinteressen zumindest verzögert wurde.
Internationale Kooperation mit supranationalen Elemten: ein hehrer Wunsch, welcher sich auf dem derzeitigen internationalen Parkett kaum bewahrheiten dürfte. So wird die Politik denn doch nicht nur durch transnationale Konzerne und Wirtschaftsinteressen geleitet. Es gibt Punkte, den Politikanalyse nach wirtschaftlichen Maßstäben und Prämissen zuweilen unterbewertet. Diese Punkte nennen sich Ideologie und Machtinteressen, welche zuweilen ökonomisch Irrational erscheinen mögen.
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