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Demokratie
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Maywald
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Anmeldungsdatum: 19.03.2006
Beiträge: 7
Wohnort: Schorndorf

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 01:39:53    Titel: Demokratie

Wahrhaftigkeit der Demokratie

"
Zitat:
Demokratie muss sich mit demokratischen Mitteln und auf demokratische Weise wehrhaft zeigen".


Berliner Bürgermeister Klaus Wovereit am "Tag der Demokratie" in Berlin
am 07.05.2005

Maywald Laughing
Ifrit
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Anmeldungsdatum: 24.08.2005
Beiträge: 1256

BeitragVerfasst am: 19 März 2006 - 03:01:42    Titel:

»Democracy is the worst form of government – except for all those other forms, that have been tried from time to time.« (Demokratie ist die schlechteste Regierungsform – außer all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.)
(Winston Churchill in einer Rede im Unterhaus am 11. November 1947)
Maywald
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Anmeldungsdatum: 19.03.2006
Beiträge: 7
Wohnort: Schorndorf

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 22:07:39    Titel: Geklaut?!

Winston Churchill hat diese aristokratische Weisheit von Platon geklaut

Code:
"Es scheint so!

Denn ein Übermaß von Freiheit schlägt beim einzelnen wie beim Staat in ein Übermaß von Knechtschaft um.

Und mit Recht entsteht somit, denke ich, die Tyrannis aus keiner anderen Verfassung als aus der Demokratie, aus der höchsten Freiheit die tiefste und härteste Knechtschaft.

[Platon, Politeia 8, 14 - 16 (561 c - 566 d)].



Für die Aristokraten eine nützliche Wahrheit, die ihren Interessen entgegenkommt.

Demokratie als realpolitische Kontrainduktion. Das implizite Scheitern
aller Bemühungen inbegriffen.


MAYWALD Wink
polity_x
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Anmeldungsdatum: 28.02.2006
Beiträge: 394

BeitragVerfasst am: 23 März 2006 - 20:49:25    Titel:

Doch wer ist der Demos? Und wessen Freiheit schlägt in Knechtschaft um?
Wie folgt die Entscheidungsbildung, und wer wird mit eingebunden?
Von wem geht die Initiative aus? Und wer kann Entscheidungen behindern?

Nehmen wir doch diesen Thread zum Anlass, die Demokratie zur Diskussion zu stellen. Welche Form der Demokratie haltet Ihr für die effektivere, welche für die gerechtere? Welche Form der Demokratie ist gefährlich, welche nützlich? Gibt es überhaupt so etwas wie DIE Demokratie?

Ich bin gespannt auf eure Beiträge.
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 23 März 2006 - 21:23:27    Titel:

Sven der Germane hat folgendes geschrieben:
Rolling Eyes Kann in diesem Land überhaupt noch von einer Demokratie sprechen ? Ein Land in dem die Politiker tun und lassen was sie wollen, sollte man eher mit einer Diktatur vergleichen.

mehrheitsentscheidung, die wurden eben gewählt.
du kannst ja ne gegenpartei gründen und "alles besser machen, wenn ich da mal an der macht wäre sähe das ja eh alles ganz anders aus da oben, die quacksalber haben doch eh keine ahnung" Rolling Eyes
Maywald
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Anmeldungsdatum: 19.03.2006
Beiträge: 7
Wohnort: Schorndorf

BeitragVerfasst am: 23 März 2006 - 22:22:41    Titel: Elitediskurs

Über Demokratie kann nur glaubthaft gesprochen werden, wenn man auch den Mut hat, über den gegenwärtigen Elite-Diskurs zu sprechen.

Grundsätzlich geht man in dieser Diskussion immer von einer Zweiteilung (Dichotomie) aus.

Gemeinhin spricht man im Alltagsverständnis von "denen da oben" und "wir da unten".

Im platonischen Sinne geht man von dem klassischen Schema aus , das besagt, das es die wenigen Gebildeten gibt, die sich um Wahrheit und Führung bemühen und die vielen, die sich mit Scheinwirklichkeiten begnügen und der Bequemlichkeit wegen lieber geführt werden wollen.

Doch entspricht es nicht unserer Wirklichkeit, das Philosophen Könige sind
noch das jene, die sich wie kleine Könige gebärden , den Drang verspüren zu philosophieren.


Es ist vielmehr der durch Bildung und Besitz erworbene Vorteil den man gegenüber anderen hat. Man weiß um die grundsätzliche Ursächlichkeit dieses Vorteils und dennoch bemüht man sich diese Faktizität normativ-moralisch aufzuladen.

Statt von Herkunft oder Geburt spricht man heute lieber von "Begabung" und "Leistung".

Zur Elite im demokratischen Sinne gehört dann derjenige, der begabt ist und etwas leistet.

Und das voraussetzungslos?


Maywald Wink
polity_x
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Anmeldungsdatum: 28.02.2006
Beiträge: 394

BeitragVerfasst am: 24 März 2006 - 04:10:48    Titel:

Ist Demokratie nicht vielmehr nur die Grundlegende Entscheidungsgewalt der Mehrheit? Es wäre schon ein Armutszeugnis, die 'Die da oben und wir hier unten' - Mentalität, aber eben nur mit anderen Qualifikationsmerkmalen, als durchgängiges Merkmal der Regierungsprinzipien zu verstehen.

Das Platonische oder Aristotelische Demokratieverständnis für die Analyse der heute existenten Demokratien heranzuziehen, geht meiner Meinung nach zu kurz, denn die heutigen demokratisch verfassten Staaten haben kaum noch Eigenschaften mit den damaligen Demokratien gemein.
Demokratie macht sich nicht an Eliten fest. Eliten sind notwendig, das steht außer Frage. Dennoch sucht die Demokratie etwas anderes. Demokratie sucht, möglichst viele bei der Entscheidungsfindung einzubinden. Dabei den Weg zwischen politischer Effizienz und breitem Rückhalt zu finden ist - unbestritten - schwierig und nicht oft genug Systemabhängig. So versteht sich die englische Demokratie durchaus anders als bspw. die amerikanische. Eliten sind notwendig, um Interessen zu akkumulieren, nicht zu generieren. In diesem Sinne ist aber auch eine Rückkopplung der Eliten an den weniger elitären Teil der Bevölkerung von nöten.
Jedoch möchte ich diese Diskussion nicht auf eine Eliten-Diskussion verengen, sondern vielmehr in das Plenum fragen: Wie sollte Demokratie eurer Meinung nach aussehen?
auxarmes
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 27 März 2006 - 01:37:06    Titel: Re: Demokratie

Maywald hat folgendes geschrieben:
Wahrhaftigkeit der Demokratie

"
Zitat:
Demokratie muss sich mit demokratischen Mitteln und auf demokratische Weise wehrhaft zeigen".


Berliner Bürgermeister Klaus Wovereit am "Tag der Demokratie" in Berlin
am 07.05.2005

Maywald Laughing

Wo ist eigentlich dein Problem bei diesem Satz?
Das sich die Demokratie als Staatsform um ihren Selbsterhalt kümmert, oder dass das überhaupt erwähneswert, weil eigentlich normal, ist oder das es von Wowereit stammt?
Ich blick nicht ganz den Grund des posts?!


Wer mit Platon gegen die Demokratie argumentiert hat sowieso den letzten Zug verpasst, denn seine Thesen, die einzig der Untermauerung seiner Expertokratie-Argumentation dienen, sind vorverurteilend und falsch - was sich auch belegen ließe, aber darauf hab ich im Moment keine Lust.

@polity_x: es gibt nicht "die richtige Demokratie", und ich denke das ist uns beiden klar. Die Regierungsform beansprucht für sich jene zu sein, die den Willen des Volkes am besten umsetzten kann. Demokratie beansprucht also auch für sich, gerechter zu sein, als andere Regierungsformen. Wenn das - über die von dir angesprochene Mehrheitsfindung - gelingt, sind die wichtigsten Ziel schon erreicht, alles weitere sind (wenn auch interessante) Nebenschauplätze dieser Diskussion.

Weiter oben wurde mit den Begriffen "oben" und "unten" jongliert. Es mag vielleicht der Alltagsbegriff sein um zwischen Volk und Regierung zu unterscheiden, greift aber so kurz, das es falsch ist. Es gibt kein klar getrenntes oben und unten in einer funktionierenden Demokratie. Da jeder wählen kann und sich wählen lassen kann ist es jederzeit gewährleistet, dass Positionen gewechselt werden. Herr Schröder war zwar Bundeskanzler aber jetzt ist er auch nichts anderes als ein Bürger mit normalen Rechten und Pflichten. Der- oder diejenige, der/die in dreißig jahren Kanzler wird, geht heute vielleciht an irgendeine Schule hier und ist nicht schon "oben".
Was ich damit ausdrücken will ist, dass die trennung willkürlich ist, weil sie nur den Ist-Zustand betrachtet aber zeitliche Abfolgen vollkommen außer acht lässt. Wer tatsächlich glaubt, es gäbe eine unüberwindbare Kluft zwischen oben und unten im politischen Sinne, der ist zum einen irgendwo auf Bild-Zeitungs-Niveau politisch sozialisiert worden zum anderen legt er das beschämende Zeugnis davon ab, sich selbst als Untertan zu betrachten und nicht als gleichwertigen Bürger unter anderen. Vielleicht gefällt es ja einigen sich als Opfer zu sehen, aber nur wer um seine Möglichkeiten weiß, kann sie auch nutzen. Wem das zu stressig ist, der kann sich aber auch gern in die nächstbeste Diktatur absetzen und es sich dort als Untertan richtig gemütlich machen. (zZt. besonder zu empfehlen: Weißrussland^^)
Kingpin
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Anmeldungsdatum: 03.11.2005
Beiträge: 289
Wohnort: K-PAX

BeitragVerfasst am: 27 März 2006 - 11:40:17    Titel:

Demokratie heisst Volksherrschaft (wie jeder hoffentlich weiß)
Aber das Volk herrscht schon lange nicht mehr !!
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 27 März 2006 - 11:55:00    Titel:

Kingpin, wir leben in einer "repräsentativen Demokratie". Die Macht geht bei den Wahlen der "Volksvertreter" vom Volke aus, nicht bei den Entscheidungen die diese zu treffen haben... Von "Volksherrschaft" kann man bestenfalls bei direkt-demokratischen Verfahren (Z.B. Volksabstimmung) sprechen.
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