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Frauen Fenster putzen lassen verboten?
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fulltimer_berlin87
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Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 2
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 01:31:47    Titel: Frauen Fenster putzen lassen verboten?

Ich denke mal es wird keine gewöhnliche Frage sein, die ich heute hier stelle, aber ich möchte wirklich damit nicht anstößig oder so wirken, sondern einfach nur eine juristisch korrekte Antwort darauf haben.

Alles fing damit an, dass ich am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg mehrere Penner dabei beobachtet habe, wie sie an roten Ampeln Autoscheiben geputzt haben.Eigentlich nichts ungewöhnliches, doch ich habe mich gefragt, ob man daraus nicht ein Geschäft machen könnte.So viel zur Vorgeschichte.

Die eigentliche Frage zielt nämlich in die Richtung, ob es rechtlich Probleme geben könnte, wenn ich im Sommer gut aussehende junge Damen davon überzeugen könnte, dass sie die selbe Arbeit, wie die Penner, mit dem Unterschied, dass sie gut aussehen, verrichten lassen möchte. Ich meine, wer erfreut sich nicht daran, wenn im Sommer leicht bekleidete Damen einem die Frontscheibe putzen?Es handelt sich dabei in keinem Fall um Prostitution, sondern einfach nur um die Dienstleistung, nämlich das Fenterputzen gegen Bezahlung.

Ich möchte mit dieser Frage keinen Ärger bekommen und die Frage die ich stelle ist auch von mir sehr ernst gemeint und kein Spaß.
Hoffe auf Verständnis und ein paar Antworten...

MfG fulltimer87
DerDommi
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Anmeldungsdatum: 25.07.2005
Beiträge: 1195

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 01:38:49    Titel:

gibts doch schon längst. die idee ist keineswegs neu.
BobbyBrown
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 109

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 01:49:53    Titel:

Wie willst du die Damen den "überzeugen"? Shocked

Das Finanzamt wird sich drüber freuen..........das Ordnungsamt weniger.
DerDommi
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Anmeldungsdatum: 25.07.2005
Beiträge: 1195

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 02:09:13    Titel:

wie gesagt - gibts schon, aber an roten Ampel ist problematisch. Vielleicht könntest du mit einigen Tankstellenpächtern ins Geschäft kommen.
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 11:48:44    Titel: Hallo

Hallo,

grundsätzlich ist das Vorhaben grundrechtlich geschützt, wenn es die verkehrssicherheit beeinträchtigt kann es aber untersagt werden.
tty
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Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 39
Wohnort: Göttingen

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 12:03:59    Titel:

In Frage könnten hier Schwierigkeiten wegen §§ 611a, 611b BGB kommen - es ist grundsätzlich verboten, bei Arbeitsplatzausschreibungen und Einstellungen wegen des Geschlechts zu benachteiligen. Da es sich hier allerdings um zivilrechtliche Vorschriften handelt, müsste hier ein Mann versuchen, sich in Dein Unternehmen einzuklagen.

Eine Möglichkeit bietet hier § 611a I 2 BGB: "Eine unterschiedliche Behandlung wegen des Geschlechts ist jedoch zulässig, soweit eine Vereinbarung oder eine Maßnahme [hier die Einstellung] die Art der vom Arbeitnehmer auszuführende Tätigkeit zum Gegenstand hat [ist beim Arbeitsvertrag eigentlich immer gegeben ;] und ein bestimmtes Geschlecht unverzichtbare Voraussetzung für diese Tätigkeit ist."

Die Frage ist hier vor allem, ob die Tätigkeit, um die es geht, "Fensterputzen" oder "erotisches Fensterputzen" ist. Zum Fensterputzen eignen sich nämlich zweifelsfrei auch Männer, zur anzüglicheren Variante eignen sie sich nur bedingt. Ob man sich aber darauf stützen kann, es gehe hier um "erotisches Fensterputzen", ist eine ganz andere Frage - die weiterer Klärung bedürfen würde.

Der einfachste Ausweg wäre wohl, nicht nur Frauen zum Fensterputzen zu verwenden, sondern auch Männer einzustellen. Sicherlich wird auch die ein oder andere Frau gelegentlich mal ihr Fenster geputzt haben wollen...

Was wohl gar nicht gehen wird ist das Putzen auf offener Straße. Abgesehen von der Tatsache, dass hier eine Gefährdung des Straßenverkehrs vorliegt - ein Gefährlicher Eingriff im Sinne des StGB würde wohl zumindest bei Nichtvorliegen einer konkreten Gefährdung ausscheiden - ist für den Geschäftsbetrieb auf öffentlichen Verkehrswegen immer eine Sondernutzungserlaubnis erforderlich. Diese wird wohl kaum gewährt werden, da die Gefährlichkeit der Maßnahme wohl das Nutzungsinteresse überwiegt. Dem Tipp mit den Tankstellen kann ich mich daher anschließen Wink
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 12:19:40    Titel: Hallo

Hallo,

daß irgendwelche Damen oben ohne auf offener Straße rumhüpfen, ginge natürlich auch nicht, wegen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der mitmenschlichen Umgebung, gem. Art.2 GG Embarassed (Verletzung der allgemeinen Anstandsregeln, Kinderschutz, u.s.w.). Für die Grundrechtsausübung gem. Art. 12 GG (Berufsfreiheit) besteht insofern eine verfassungsimmanente Schranke durch Art. 2 GG. Man müßte also ohnehin an eine Bikini-Variante denken. In einer abgeschlossenen "Erotik-Waschstraße" wären keine Außenstehenden grundrechtlich betroffen, da könnten Deine Angestellten auch ganz nackt Autos putzen. Die hierbei entstehenden Kundenverträge wären nicht gem. § 138 BGB sittenwidrig, die Arbeitsverträge auch nicht

Das mit der Nacktheit ist auch kein so abwegiger Gedanke, bei der Ausübung der Kunstfreiheit gem. Art. 5 II GG auf offener Straße kam es schon öfter vor, daß sich jemand nackt präsentieren wollte. Im Zusammenhang mit Art. 8, Art. 5 I GG (Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit) kommt dies noch öfter vor. z.B. bei Studentenprotesten.
fulltimer_berlin87
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Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 2
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 21 März 2006 - 00:20:58    Titel:

Herzlichen Dank für die doch sehr informativen und konstruktiven Antworten.
Ihr habt mir den Weg zum Beratungsgespräch beim Anwalt erspart.
Dankeschön

In diesem Sinne...

Mfg fulltimer_berlin87
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