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Schulrecht Frage
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Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 18:41:03    Titel: Schulrecht Frage

Hallo, mal ne Theoretische Frage.

Eine Schülerin (22) besucht eine Fachoberschule mit dem Ziel innerhalb von 2 Jahren das Fachabitur zu machen. Fällt leider aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen durchgehend durch fehlzeiten auf, kommt aber durch das erste lehrjahr durch. Im zweiten Jahr werden die Fehlzeiten nicht besser, und so kommt es, dass kurz nach dem Anfang des aktuellen (und letzten) Halbjahres der Klassenlehrer der Schülerin einen Brief schreibt:

"Sie haben erneut unentschuldigt gefehlt, deswegen geben wir ihnen zwei wochen Zeit sich von der Schule abzumelden, ansonsten werde ich eine Konforenz einberufen, welche sie dann der Schule verweisen wird"

De Schülerin spurtet zum Arzt und lässt sich ein Rückwirkendes Attest für die letzten 6 Wochen ausstellen, was auch durchaus der Krankheitsgeschichte nach seine Berechtigung hat und gibt es dem erwähnten Klassenlehrer ab.

Unter dem Hinweis, er müsse ein Attest nur innerhalb von 3 Tage nach Krankwerden annehmen weigert sich der Klassenlehrer jedoch dieses anzunehmen und wiederholt nochmal seine Drohung aus dem Brief, sie habe 2 Wochen zeit sich abzumelden sonst werde er dafür sorgen dass sie von der Schule verwiesen wird. Es würde ihr also sehr empfehlen selber zu gehen weil sie dann noch die möglichkeit hätte an einer anderen Fachoberschule das Fachabi zu machen, aber im Falle eines verweises sie niemand mehr nehmen würde.


Die wichtigste Frage ist für mich daher:

Kann die Schule eine Verweisung ohne vorhergehende Androhung eines Verweises gemäß §82 II, 8 aussprechen ohne den Verweis zuerst gemäß §82 II, 7 angedroht zu haben? So war das nämlich bei mir vor etwa 4 Jahren auf dem Gymnasium der Fall.


Zusätzlich hab ich noch zwei Nebenfragen:

1) Woraus leitet sich ab, dass eine Entschuldigung innerhalb von 3 Tagen nach dem Fehlen abgegeben werden muss?

2) ist es tatsächlich so, dass bei einem durchgeführten Schulverweis keine andere Fachoberschule mehr besucht werden darf? Wenn ja, woraus leitet sich auch das ab?


Danke dass ihr euch die Zeit genommen habt den Fall durchzulesen, bin euch für jede Hilfe dankbar!

Gruß

Greg
BobbyBrown
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 109

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 21:38:16    Titel:

Also die Sachen mit Schule und Abitur etc. sind Ländersache.

Wenn du uns mitteilen würdest, in welchem Bundesland du wohnst könnten wir mal in die Schulverordnung gucken.

Ich hätte den aber verklagt und dem ne Dienstaufsichtsbeschwerde angehängt.....auch wenn der im Recht wäre Very Happy


Zuletzt bearbeitet von BobbyBrown am 20 März 2006 - 22:50:21, insgesamt einmal bearbeitet
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 22:12:21    Titel:

Ich frage mal vorsichtig, weil ich es auch nicht genau weiß: Darf ein Arzt "rückwirkende" Atteste aussstellen? Ich meinte mal gehört zu haben, dass das nicht geht.

Gruß
Pauker
Bengy
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Anmeldungsdatum: 27.10.2005
Beiträge: 213

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 22:44:52    Titel: Re: Schulrecht Frage

Zitat:
Ich frage mal vorsichtig, weil ich es auch nicht genau weiß: Darf ein Arzt "rückwirkende" Atteste aussstellen? Ich meinte mal gehört zu haben, dass das nicht geht.


Finde ich auch reichlich merkwürdig! Wenn sie doch 6 Wochen so arg krank war, dass sie nicht die Schule besuchen konnte, dann hätte sie bei dieser schweren Krankheit wohl dringend den Arzt aufsuchen müssen.

Gregsen hat folgendes geschrieben:

1) Woraus leitet sich ab, dass eine Entschuldigung innerhalb von 3 Tagen nach dem Fehlen abgegeben werden muss?


Die Schülerin sollte die Schulordnung kennen, denn da ist meistens Grundsätzliches zum Entschuldigungswesen geregelt. Berufsbildende Schulen regeln oft analog zur Arbeitswelt, daher die 3-Tages-Frist.

Gregsen hat folgendes geschrieben:

2) ist es tatsächlich so, dass bei einem durchgeführten Schulverweis keine andere Fachoberschule mehr besucht werden darf? Wenn ja, woraus leitet sich auch das ab?


Die Konferenz kann von der betreffenden Schule, aber auch von allen Schulen des betreffenden Bundeslandes verweisen. Das Ordnungsmittel sollte allerdings verhältnismäßig sein, daher sollte allenfalls eine Verweisung von der betreffenden Schule infrage kommen.

Ich nehme an, dass die Angelegenheit einen gewissen Vorlauf hat, denn die Schule wird wohl kaum grundlos von der Schule verweisen wollen. Sicherlich hat es mehrfach Gespräche bezüglich nicht erklärter oder verspätet entschuldigter Fehlzeiten gegeben. Der Brieftext

Zitat:
"Sie haben erneut unentschuldigt gefehlt, ...


deutet jedenfalls darauf hin, dass die Schülerin bereits darauf hingewiesen wurde, dass ihr unentschuldigten Fehlen nicht länger geduldet wird.

Viele Grüße

Bengy
BobbyBrown
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 109

BeitragVerfasst am: 20 März 2006 - 23:36:14    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Ich frage mal vorsichtig, weil ich es auch nicht genau weiß: Darf ein Arzt "rückwirkende" Atteste aussstellen? Ich meinte mal gehört zu haben, dass das nicht geht.

Gruß
Pauker


Hab ich auch mal gehört.

1) Wenn dem so wäre, müsste es ja irgendwo ein Gesetz geben wo steht: "Ärzte dürfen nicht rückwirkend krankschreiben"......ich finde es aber nicht.

2) Ein Hausarzt muss ja logischerweise rückwirkend krankschreiben dürfen.
Wenn ich Freitagabend krank werde und Samstags arbeiten muss, kann ich erst Montags zum Arzt, weil die ja am Wochende nicht arbeiten Shocked Very Happy

Also muss es ja "rückwirkend" möglich sein............zumindest 2-3 Tage. Allerdings 6 Wochen????
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 21 März 2006 - 00:04:58    Titel:

Seas und erstmal danke für eure Antworten.

ich wusste ich hab was vergessen... die Schule befindet sich in Hessen, deswegen erwähnte ich weiter oben auch das Hessisches Schulgesetz.


Wie beschrieben hat sie natürlich schon einiges an Fehlzeiten bisher gehabt und auch einige mündliche ermahnungen ihres Lehrers bereits kassiert... allerdings noch keine schriftliche, deswegen auch meine Frage ob eine schriftliche Androhung zwingende voraussetzung für einen verweis ist.

Ich weiß auch nicht ob ein Arzt rückwirkende Atteste ausstellen darf, aber da ihre Gesundheitlichen Probleme in ihrer Krankenakte festgehalten sind, lässt sich das Problemlos rekonstruiren.
Ob in der Praxis es wirklich nur diese Probleme waren die sie vom Schulbesuch abhielten sei mal dahingstellt, tatsache ist dass sie ein Attest hat und dieses mit Hilfe der Krankenakte sich auch nachträglich durch einen Amtsarzt bestättigen lassen würde.
BobbyBrown
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Anmeldungsdatum: 12.03.2006
Beiträge: 109

BeitragVerfasst am: 21 März 2006 - 01:42:03    Titel:

In deinem fiktiven Fall war die Schülerin ja volljährig...........


Les mal § 82 Abs.8
http://www.nette-dienste.de/Elterninfos/docs/diverses/HschG.pdf


Zitat:
(Cool Ordnungsmaßnahmen nach Abs. 2 Nr. 7 und 8 sind ferner bei nicht mehr
vollzeitschulpflichtigen Schülerinnen und Schülern zulässig, die eine weiterführende Schule
besuchen, wenn
1. die Schülerin oder der Schüler im Verlauf von sechs zusammenhängenden
Unterrichtswochen insgesamt mindestens sechs Unterrichtstage dem Unterricht
unentschuldigt ferngeblieben ist; vor einer Entscheidung ist ihr oder ihm, bei
minderjährigen Schülerinnen und Schülern den Eltern, schriftlich der Rat zu erteilen, die
Schule zu verlassen;

Allerdings ist noch Abs.9 zu beachten: der Lehrer entscheidet überhaupt nichts.......
Zusammengefasst:
Wer lange fehlt der fliegt. Aber vorher muss man ihm schriftlich mitteilen, das er besser freiwillig geht.


Achja, die oben genannten Abs 2 Nr 7-8 sind:

Zitat:
7. Androhung der Verweisung von der besuchten Schule,
8. Verweisung von der besuchten Schule.



Jetzt müsste man nur noch "unentschuldigt" klären...........Atest nach 6 Wochen = entschuldigt? ja oder nein?
Bengy
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Anmeldungsdatum: 27.10.2005
Beiträge: 213

BeitragVerfasst am: 21 März 2006 - 14:14:34    Titel:

BobbyBrown hat folgendes geschrieben:

Jetzt müsste man nur noch "unentschuldigt" klären...........Atest nach 6 Wochen = entschuldigt? ja oder nein?


Wenn die Schulordnung regelt, dass Entschuldigungen binnen 3 Tagen bei der Schule eingegangen sein müssen, dann fehlte die Schülerin unentschuldigt. Rückwirkende Atteste muss die Schule dann nicht mehr anerkennen.
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 21 März 2006 - 14:55:59    Titel:

jep soweit war ich auch schon... die Frage die sich jetzt stellt ist daher: Muss erstmal eine Androhung im Sinne der Ziffer 7 geschehen, oder kann die Schule direkt zu Ziffer 8 übergehen ohne jemals eine schriftliche Androhung auszusprechen?

Und wenn ein direkter verweis doch rechtens ist, wem und nach welchen Kriterien obliegt es zu entscheiden, ob zunächst angedroht oder direkt verwiesen wird?
tty
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Anmeldungsdatum: 20.03.2006
Beiträge: 39
Wohnort: Göttingen

BeitragVerfasst am: 21 März 2006 - 19:49:20    Titel:

Direkte Verweisung ohne vorherige Androhung dürfte bei bloßem Fehlen unverhältnismäßig sein. Zumindest müsste wohl irgendeine andere Disziplinarmaßnahme vorangehen. Das kann ich jetzt nicht durch Entscheidungen oder ähnliches belegen, es ist bloß meine Meinung der Anwendung des Verhältnismäßigkeitsprinzips in diesem Fall.

Der Lehrer lehnt sich auf jeden Fall SEHR weit aus dem Fenster, wenn er die Entscheidung der Konferenz prophezeien zu können glaubt Wink
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