Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Rolf Schmidt - pro/contra
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Rolf Schmidt - pro/contra
 
Autor Nachricht
Fritz Flachberger
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 25.03.2006
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 23 Apr 2006 - 13:36:01    Titel:

Hallo zusammen,

also ich kann nur sagen, dass ich die Bücher von Rolf Schmidt ausgesprochen gut finde, weil sie die Probleme "an der Wurzel packen".

Sie stellen nicht nur den Meinungsstand verständlich und mit eigenen Argumenten und Lösungswegen dar, sondern erklären vor allem auch den Hintergrund der Problematik. Und genau das ist es, was die Bücher für mich zu den besten Lernmaterialien überhaupt macht: Wenn man nämlich den Hintergrund eines Streits verstanden hat, dann kann man ihn sich jederzeit wieder herleiten und ist nicht gezwungen, sich 1000 Meinungen mit 2000 Argumenten einzuprägen, denn Auswendiglernerei ist nicht von großer Dauer.

So präge ich mir für Meinungsstreits nur 2 Informationen ein:
1. Da gibt es einen Streit aus diesem und jenem Grund.
2. Die hM oder vorzugswürdige Meinung sagt dies oder jenes.

Die anderen Meinungen und die Argumente leite ich dann aus dem Verständnis für das Problem her und für dieses Vorgehen waren die Bücher von Rolf Schmidt in meinem Studium genau das richtige Tool.
artjurion
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 24.04.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 24 Apr 2006 - 06:16:11    Titel:

Rolf Schmidt ist neuerdings zitierfähig. Über die Zitierfähigkeit von wissenschaftlicher Literatur bestehen formal keine Zweifel mehr sobald sie anderweitig in wissenschaftlichen Werken zitiert wird. Das ist bei Rolf Schmitt wie gesagt vor kurzem der Fall. Es kann sein das es sich bei den Lehrstühlen noch nicht rumgesprochen hat.
Rügen der Professoren und Leiter der Übungen sind aber jetzt formal unzulässig.

Tut mir leid das ich keine genaure Informationen (welches Werk) habe aber es hat mich persönlich nicht interessiert da ich nichts von Rolf Schmitt habe.
Schickt aber wenn es euch wichtig ist und ihr Stress deswegen habt eine Mail an ihn. Er soll in dieser Hinsicht sehr hilfsbereit sein, habe ich mir sagen lassen.
Arva van Harben
Junior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Junior Member


Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: 25 Apr 2006 - 22:59:50    Titel:

So, ich frag mal andersrum. Ich such für alle drei Rechtgebiete (Strafrecht BT 2, Schuldrecht AT, Staatsorgarecht) Lehrbücher in denen
a) die Meinungsstreits übersichtlich dargestellt werden (a la: h.M. (von dem vertreten) mit den Argumenten, m.M. ...)
b) Das gut lesbar ist
c) das Wichtige vom unwichtigen trennen kann bzw. Schwerpunkte setzt.
d) Weiterführende Literatur zu Problemen bietet
e) Aufbauschema enthält

Ok, vielleicht such ich den heiligen Gral aber wäre da Rolf Schmidt geeignet/welches andere Lehrbuch?
Recht komisch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 02:01:12    Titel:

artjurion hat folgendes geschrieben:
Rolf Schmidt ist neuerdings zitierfähig. Über die Zitierfähigkeit von wissenschaftlicher Literatur bestehen formal keine Zweifel mehr sobald sie anderweitig in wissenschaftlichen Werken zitiert wird. Das ist bei Rolf Schmitt wie gesagt vor kurzem der Fall. Es kann sein das es sich bei den Lehrstühlen noch nicht rumgesprochen hat.
Rügen der Professoren und Leiter der Übungen sind aber jetzt formal unzulässig.

Das ist so pauschal mE nicht korrekt; von einem formalen Regelwerk in diesem Sinne habe ich weit und breit noch nie etwas entdecken können (einmal irgendwo zitiert = zitierfähig?).
Die idR verwendeten Kriterien "wissenschaftliche Anerkennung" bzw. "Zitierfähigkeit" scheinen nirgendwo festgeschrieben, sind ziemlich vage und verweisen offenbar nur auf so eine Art allgemeinen Konsens, also Vorbehalte von Profs, Gewohnheiten - und etablierte Verlage des Wissenschaftsbetriebs.
Einig scheint man sich nur zu sein, daß der Student sich am besten nach den "üblichen Gepflogenheiten" richten sollte. So findet man auch mal die Anmerkung, an sich sei ja alles zitierfähig, was eine ISBN-Nummer hat. In den Bibliotheken juristischer Fakultäten gibt´s auch häufig AS, Hemmer und RS; daran kann man´s wohl auch nicht festmachen.
Außerhalb des juristischen Bereiches wird die Zitierfähigkeit übrigens gänzlich anders - und viel liberaler - gehandhabt.

artjurion hat folgendes geschrieben:
Tut mir leid das ich keine genaure Informationen (welches Werk) habe aber es hat mich persönlich nicht interessiert da ich nichts von Rolf Schmitt habe.

Sowohl Hillenkamp (StR BT/2) als auch Schenke (POR, VerwProzR) zitieren Bücher aus dem RS-Verlag.
Fritz Flachberger
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 25.03.2006
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 16:07:22    Titel:

Ich glaube auch, dass man diesen Rückschluss so nicht ziehen kann, und schließe mich damit der Meinung von "Recht komisch" an. Allerdings hört man in letzter Zeit immer öfter, dass Rolf Schmidt nunmehr zitierfähig sein soll. Ich denke mal, dass hierin zumindest eine Tendenz hin zur Zitierfähigkeit gesehen werden kann.

Ich frage mich immer: Was macht denn einen Rolf Schmidt weniger wissenschaftlich als einen Wessels/Beulke oder einen Brox?
Wessels/Beulke schreibt unübersichtlich und ist wegen der ganzen Literaturnachweise mitten im Text schlecht lesbar und inhaltlich unterscheiden sie sich im Kern nicht. Und bei Brox, zweifellos unangefochtener Meister der knappen Worte, muss man sich die Hälfte selber denken, wenn man die Gedankenschritte nachvollziehen will (und das will man als Leser in der Regel, vor allem wenn man sich ein Rechtsgebiet erarbeiten muss/darf/möchte/soll). Aber alle vertreten eigene Standpunkte, sodass man allen eine wissenschaftliche Arbeit nicht absprechen kann.

Also diese Frage nach der Qualität der Wissenschaftlichkeit kann wohl nur der Herrgott persönlich beantworten... oder vielleicht doch seine vermeintlichen Vertreter auf Erden, die Professoren...? Question Rolling Eyes
Schludrigkeit
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 1052

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 17:18:40    Titel:

Hallo!

Erstmal vorweg: ich bin Nicht-Jurist.

Ich finde es allerdings sehr zweifelhaft, was ich hier zu lesen bekomme.

Mit welchem Recht will ein Prof. verbieten, irgendwelche Autoren zu zitieren? Das ist doch wissenschaftliche Intoleranz! Also ich würde mir von keinem Menschen der Welt verbieten lassen, irgendjemanden in meinen Arbeiten zu zitieren.

Und die mangelnde Qualifikation des Autors ist doch kein Grund, ihn nicht zitieren zu dürfen. Selbst wenn seine Darstellungen schlichtweg falsch sind, muss es trotzdem erlaubt sein, sie zu zitieren. Natürlich hätte das inhaltliche Abzüge zur Folge. Aber man kann doch niemandem pauschal verbieten, einen anderen zu zitieren!!! Das ist der Oberhammer! Sowas ist mir ja noch nie untergekommen.

Dann kann ich ja auch sagen, ich zitiere keine Lehrbücher meines Profs mehr, weil ich anmaßend finde, dass mein eigener Prof. seine eigens verfasste Literatur in Vorlesungen verwendet Smile
Schludrigkeit
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 1052

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 17:28:37    Titel:

Zitat:
Über die Zitierfähigkeit von wissenschaftlicher Literatur bestehen formal keine Zweifel mehr sobald sie anderweitig in wissenschaftlichen Werken zitiert wird.


Ha Ha, das wird ja immer besser Smile Geht das bei euch Juristen echt so ab?

Vielleicht könnte sich dann ja mal einer erbarmen und mir folgende Frage beantworten:

Angenommen ich habe einen neuen Text verfasst. Den dürfte dann ja niemand zitieren, weil ihn ja auch noch kein anderer zitiert haben kann. Und wenn ich ihn zitiere, dann begehe ich ja einen fundamentalen Fehler.
Wann und wie soll ich dieser Logik folgend überhaupt noch zitieren dürfen?
Recht komisch
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 21:39:56    Titel:

Schludrigkeit hat folgendes geschrieben:
Angenommen ich habe einen neuen Text verfasst. Den dürfte dann ja niemand zitieren, weil ihn ja auch noch kein anderer zitiert haben kann. Und wenn ich ihn zitiere, dann begehe ich ja einen fundamentalen Fehler.
Wann und wie soll ich dieser Logik folgend überhaupt noch zitieren dürfen?


Dies geht schon von der Prämisse aus, daß man bei der Festlegung der Zitierfähigkeit einer juristischen Quelle überhaupt mit Logik weiterkommt - nach dem Gesagten scheint das nicht der Fall zu sein Confused

Fritz Flachberger hat folgendes geschrieben:
Also diese Frage nach der Qualität der Wissenschaftlichkeit kann wohl nur der Herrgott persönlich beantworten... oder vielleicht doch seine vermeintlichen Vertreter auf Erden, die Professoren...?


Die üblicherweise angeführte Kategorie "Wissenschaftlichkeit" besitzt im Ernstfall, wie man sieht, keine wirkliche Aussagekraft und scheint auch kein taugliches Unterscheidungskriterium zu sein.
Mich beschleicht eher der Verdacht, daß es sich dabei eigentlich nur um Gewohnheit handelt (Bürokratie-Regel 1:"Das haben wir immer so gemacht").
Jahrzehntelang scheint der Sachverhalt sehr klar gewesen zu sein - auf der einen Seite standen klassische Lehrbücher etablierter Autoren von etablierten Verlagen, auf der anderen Seite die Skripten der Repetitoren, die lediglich Studienmaterial für Studenten auswerten, aufbereiten und keinen eigenen Anspruch auf eigenständige Leistung erheben.

Im Verhältnis dazu sind die RS-Bücher, obwohl schon eine Weile auf dem Markt, ziemlich neu und bieten auch eine abweichende Konzeption gegenüber üblichen Skripten, indem sie klassische Lehrbuchelemente integrieren und dogmatische Grundlagen vermitteln wollen, die in den übrigen Skripten so nicht zum Ausdruck kommen.
Die Einordnung nach der "üblichen Sichtweise" fällt dann schwer und erzeugt Unsicherheit.
Das merkt man bereits an den in vielen Foren auftretenden Pro-Contra-Zitierfähigkeit-Was ist das überhaupt?-Threads zu RS. Auch geht herum, daß an einigen Fakultäten explizit vor Büchern von RS gewarnt werde - in Relation dazu, was man an Stilblüten, Fehlern und Vergröberungen in Hemmer-Skripten finden kann, muß es sich dabei um einen schlechten Scherz handeln.
Nicht von der Hand zu weisen sind natürlich auch gewisse handfeste ökonomische Interessen des wissenschaftlichen Publikationsbetriebs, die bei juristischen Büchern gar nicht mal unerheblich sind.

In Anbetracht dessen, daß auch "normale" Lehrbücher sich immer stärker um eine Prüfungsorientierung bemühen, könnten die RS-Bücher sich durchaus mit der Zeit als feste Größe etablieren. Auch AS-Skripten galten wohl früher mal als "Inkarnation des Bösen", werden aber heute weithin als Lernmaterial akzeptiert und (natürlich nur zur Ergänzung des Lehrbuches Very Happy ) empfohlen.
Fritz Flachberger
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 25.03.2006
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 21:50:37    Titel:

Hallo Schludrigkeit,

in der Tat entbehrt dies nicht einer leicht schwachsinnigen Note. Es mutet schon etwas seltsam an, dass ein Werk zitierfähig sein soll und ein anderes nicht. Erinnert mich immer an Kindergarten, wo die einen Kinder die anderen Kinder nicht mitspielen lassen.

Den von Dir zitierten Satz muss man aber wohl so verstehen, dass ein Werk erst dann für gemeinen Studenten zitierfähig wird, wenn die "Wissenschaftler" es in ihren erlauchten Kreis aufnehmen, indem sie es selber zitieren. Das ist dann also der Ritterschlag schlechthin oder so...keine Ahnung, wie man denkt, wenn man jahrelang Professor ist.
Ali G
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 23.05.2005
Beiträge: 117
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 01:05:17    Titel:

Schludrigkeit hat folgendes geschrieben:

Angenommen ich habe einen neuen Text verfasst. Den dürfte dann ja niemand zitieren, weil ihn ja auch noch kein anderer zitiert haben kann. Und wenn ich ihn zitiere, dann begehe ich ja einen fundamentalen Fehler.
Wann und wie soll ich dieser Logik folgend überhaupt noch zitieren dürfen?


Da stimme ich völlig zu. Das Gleiche gilt auch beim Gewohnheitsrecht: Der, der damit angefangen hat, durfte das nicht, aber weil er es gemacht, dürfen es jetzt andere.
Das ist blödsinnig.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Rolf Schmidt - pro/contra
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 2 von 4

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum