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Off-Topic: PoWi-Studenten?
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polity_x
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Anmeldungsdatum: 28.02.2006
Beiträge: 394

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 15:19:20    Titel:

@coffeinjunky: Gerade in den IB trifft die Annahme des rational handelnden Menschen immer weniger zu. Dies aus folgenden Gründen:

1. der Staat an sich kann immer weniger als geschlossenes homogenes Gebilde betrachtet werden, der eigenständig handelt. Vielmehr unterliegt er Einflüssen aus dem Inneren und dem Äußeren, die sein Handeln beeinflussen.
2. die Nutzenmaximierende Prämisse des HO kann viele Phänomene der Internationalen Politik nicht erklären, so sei hier auf die Ideologisierung der Außenpolitik etc. hingewiesen.

Eine ausführliche Kritik an der rationalen Handlungslogik der IB findet sich in: Wendt, Alexander: Anarchy is what the States make of it: The Social Construction of Power Politics, in: International Organization 46/2, 1992

Ich möchte mich hier aber nicht auf die Kritik an der Spieltheorie verfestigen, welche in meinen Augen durchaus nützlich ist, vor allem wenn es um die Analyse verschiedener int. Sachverhalte geht.
Was mich an den ökonomischen Theorien in den PW stört, namentlich seien hier noch einmal Downs und fernerhin Tsebelis mit seiner Vetospielertheorie genannt, ist die Immunisierung dieser Theorien. Somit entziehen sich diese Theorien weitestgehend der Kritisierbarkeit.

Die weiter oben genannten Beispiele dienten nur der verdeutlichung des Einflusses, den die Ökon. auf die Politikwissenschaftlichen Theorien haben.

@auxarmes: Wow, jetzt sind wir schon zu viert....
Grammatiker
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 15:34:50    Titel:

Ich habe Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien studiert, was etwa dem Hauptfach Politikwissenschaft entspricht. Der einzige Unterschied ist, daß ich statt Methodenlehre mehr Soziologie machen mußte (und auch gern gemacht habe).

Einige Dinge sind mir aufgefallen:

1. Die meisten PolWi-Studenten sind Flachpfeifen. In der Regel sind es Faulenzer, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen. Diejenigen, die mich vor vier Jahren schon als Langzeitstudenten empfangen haben, nerven jetzt noch immer als Vertreter in Asta und Fachschaft.

2. Die meisten PolWi-Studenten sind intellektuelle Tiefflieger. Sie reden und reden und reden und reden...

3. PolWi ist als Studienfach miserabel. Immer wieder ist es derselbe Mist: In Seminaren muß man sich minderwertige Referate anhören, weil die Professoren zu faul und/oder zu dumm sind, selbst einen ordentlichen Frontalunterricht (damit meine ich keine Vorträge, sondern das sogenannte Fragen entwickelnde Gespräch des Plenums unter Führung der Lehrperson) zu machen.

Mir hat das Studium nicht gefallen, obwohl ich gute oder sogar sehr gute Zensuren hatte. Ich fand einfach alles öde: die Atmosphäre, die Profs, die Studenten...
polity_x
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Anmeldungsdatum: 28.02.2006
Beiträge: 394

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 15:37:35    Titel:

Darf man Fragen wo du studiert hast? Eine solche Generalkritik scheint mir ein wenig unangemessen.
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3783
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 15:39:39    Titel:

polity_x hat folgendes geschrieben:
2. die Nutzenmaximierende Prämisse des HO kann viele Phänomene der Internationalen Politik nicht erklären, so sei hier auf die Ideologisierung der Außenpolitik etc. hingewiesen.


Ist das so? Wenn die Politiker eine "ideologische" Aussenpolitik fordern, entsprechen sie damit nicht eventuell dem "volonte general" bzw dem, was sie glauben, was dies sei? Wenn die Politiker also das tun, von dem sie glauben, was die Wähler sehen wollen, maximieren sie damit nicht ihren eigenen Nutzen indem sie ihre Wiederwahl sichern?

Verstehe mich nicht falsch. Ich bin der letzte, der ökonomische Theorien bis aufs Blut verteidigen würde. Ich würde aber eher die Anwender der Theorie als die Theorie selber kritisieren.

Ökonomische Theorien sind immer nur Modelle. Modelle werden zur Reduktion der Komplexität der Realität benötigt. Probleme treten nur dann auf, wenn Aussagen auf Basis dieser Modelle den Anspruch erheben vollständig und richtig zu sein. Denn dann vergißt man, dass es sich um eine Reduktion der Komplexität der Realität handelt. Also kritisiere ich lieber die Anwender als die Theorie selber.

Beste Grüße
coffeinjunky
auxarmes
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 16:09:21    Titel:

Grammatiker hat folgendes geschrieben:
Ich habe Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien studiert, was etwa dem Hauptfach Politikwissenschaft entspricht. Der einzige Unterschied ist, daß ich statt Methodenlehre mehr Soziologie machen mußte (und auch gern gemacht habe).

Einige Dinge sind mir aufgefallen:

1. Die meisten PolWi-Studenten sind Flachpfeifen. In der Regel sind es Faulenzer, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen. Diejenigen, die mich vor vier Jahren schon als Langzeitstudenten empfangen haben, nerven jetzt noch immer als Vertreter in Asta und Fachschaft.

2. Die meisten PolWi-Studenten sind intellektuelle Tiefflieger. Sie reden und reden und reden und reden...

3. PolWi ist als Studienfach miserabel. Immer wieder ist es derselbe Mist: In Seminaren muß man sich minderwertige Referate anhören, weil die Professoren zu faul und/oder zu dumm sind, selbst einen ordentlichen Frontalunterricht (damit meine ich keine Vorträge, sondern das sogenannte Fragen entwickelnde Gespräch des Plenums unter Führung der Lehrperson) zu machen.

Mir hat das Studium nicht gefallen, obwohl ich gute oder sogar sehr gute Zensuren hatte. Ich fand einfach alles öde: die Atmosphäre, die Profs, die Studenten...


....tja und mich nerven die ganzen Lehramts studenten, weil sie intellektuelle kleingärner sind, die nicht das nötige fachwissen haben um die PoWi Vorlesungen zu verstehen. So ist das eben, die anderen sind immer ganz dolle schlimm.

Übrigens: in Dresden ist PoWi jetzt Bachelor, das heißt langzeitstudenten in unserem Fach wird es nicht mehr geben. Da das in den meisten Unis in Deutschland wohl so sein wird, musst du dich mit den ganzen Asta-Pappnasen bestimmt nicht mehr lange rumschlagen.

Was aber bei dem Studiengang auffällt ist, dass es viele immer noch falsch verstehen. ich kenne genug Kommilitonen, die "politisch interessiert" sind und deswegen denken "hey, da kann ich ja mein Wissen vergrößern und ein bisschen rumdiskutieren". Genau das sind die leute, die dann im Asta sitzen...und das sind die Leute die es nicht kapiert haben, denn bei powi geht es ja eben nicht darum, seine meinung bestätigt zu bekommen, sondern sich methodisch mit politik auseianderzusetzen.

Aber das gibt es wohl in jedem fach...es gibt ja auch Lehramtsstudenten, die ihr fach nur wählen, "weil sie da in der schule ganz gut drin waren". Das das nichts mit den anforderungen eines lehrers zu tun hat wird vielen leider erst bewusst wenn sie vor schülern stehen. Und so ist das wohl auch mit powi- und allen anderen studenten. manche blickens nicht.
Grammatiker
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Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 16:57:11    Titel:

Diese herablassende Haltung gegenüber Lehramtsstudenten kotzt mich an, denn sie ist nicht angebracht. Dort, wo ich studiere, müssen im Grundstudium drei vierstündige Proseminare besucht werden. Jedes dieser Proseminare wird mit Klausur und Hausarbeit abgeschlossen, wobei die Klausuren schon Teil der Zwischenprüfung sind. Die Klausuren werden für Lehramts- und Magisterstudenten absolut gleich bewertet. Ich habe als Lehramtsstudent bei einer hohen Durchfallquote jeweils die beste Klausur der Proseminare geschrieben (1,3; 2,0, 2,0). Statt eines Methoden-Proseminars mußte ich im Grundstudium einen VWL-Schein machen, was ich nicht verkehrt fand.

Im Hauptstudium müssen ebenfalls die gleichen Leistungen erbracht werden. Der einzige Unterschied ist, daß man statt eines Methodenseminars ein Soziologie- oder VWL-Seminar machen muß.

Bis zur Abschlußprüfung studieren Lehramtsstudenten und Magisterstudenten gemeinsam. Wenn man sich dann zur Abschlußprüfung anmeldet, gibt es von den Dozenten schon einmal herablassende Reaktionen, wenn man sich als Lehramtsstudent zu erkennen gibt.

Das finde ich einfach nur billig.
borabora
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Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 17:07:43    Titel:

Tja, Grammatiker, wer austeilt muss auch einstecken können. Bis zu deinem ersten Beitrag war es hier sehr friedlich. Wink

Ich kann auxarmes da nur beipflichten: die "oh lass uns mal den Spiegel von Montag ausdiskutieren"-Leute sind absolute Flachpfeifen. Glücklicherweise sind das auch meist diejenigen, die das Studium abbrechen. Die Asta Leute kann ich an meinem FB auch nicht leiden, doch denen kann man sehr gut ausweichen (in jüngster Zeit indem man in die auf englisch gehaltenen Seminare ausweicht). Gerade im Bereich IB finde ich ist das Niveau der Studenten und Seminare sehr hoch - die "ich war in der Schule in GK so gut" Leute finden sich dann doch eher bei den Parteienforschern und ähnlichem.

Frage mich auch wo (oder eher bei welchen Leuten) Grammatiker studiert hat. Was er beschreibt war im GS ein Problem, danach nicht mehr... dank der enormen Abbrecherquote ist man irgendwann "unter sich".
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 17:08:15    Titel:

Schön, dass ihr gegenseitig zur Einsicht gelangt seid, dass herablassende Kommentare des anderen zur Studienrichtung des Diskussionspartners nicht angebracht sind. Was fängt man jetzt bloß mit dieser Einsicht an?

Oberlehrer
Pauker Wink
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2006 - 18:53:19    Titel:

Gut, jegliche Art von billiger Polemik gegenüber anderer Studentengruppen ist nicht neu, aber dass sich ein Lehramtsstudent über Qualität und Niveau von Magisterstudenten beschwert ist für mich ehrlich gesagt absolutes Neuland. Bislang sind mir diese Beschwerden nur im umgekehrten Fall vorgekommen.

Dass das Lehramtsstudium in Inhalt und Umfang mit dem Magisterstudium (oder gar dem Diplomstudium) weitgehend identisch ist, habe ich auch schon gehört, zumeist von Lehrern. Nach meinen Erfahrungen ist das allerdings nicht richtig, kann aber natürlich von der Studienordnung abhängen.

Insofern wäre es vielleicht ganz interessiert im Kleinen zu erheben, ob denn Magister- oder Lehramtsstudenten in Hauptseminaren signifikant besser abschneiden. Vermutlich kommen wir dann alle zum Ergebnis, dass sich die Gruppen nicht nennenswert unterscheiden.
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