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Vollendeter oder versuchter Totschlag?
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fläz
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Anmeldungsdatum: 21.03.2006
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 02 Apr 2006 - 18:13:18    Titel: Vollendeter oder versuchter Totschlag?

Tja und hier das Problem über dem ich momentan brüte:


A sticht auf B ein (Vorsatz ect. (+)) und hält ihn danach aufgrund des hohen Blutverlusts für tot. Er packt die vermeintliche Leiche in den Kofferraum und fährt los, um sie im Wald zu vergraben.
Im Kofferraum wacht der schwerverletzte B auf, gerät in Panik, weil er A für wahnsinnig hält und Angst hat, was A noch mit ihm machen könnte, hebelt den Kofferraum auf und verliert bei seinen überhasteten Ausstiegsbemühungen wegen der hohen Geschwindigkeit das Gleichgewicht, stürzt auf Fahrbahn und ist tot.

So mein Problem:
Ist der Erfolg A zurechenbar? Eigenverantwortliche Selbstschädigung? Atyp. Kausalverlauf?
dolus generalis?

Wär nett, wenn ihr eure Meinung schreibt.

Danke[/b]
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 02 Apr 2006 - 20:22:55    Titel:

ME Zurechnung (+), weil Eigenverantwortungsprinzip (-), sowie (nach Rspr.) unbeachtlicher Irrtum über den Kausalverlauf, da keine andere rechtliche Bewertung erforderlich - natürlich beides nicht ganz unproblematisch (in letzterem Zusammenhang stellt sich dann die angegraute "dolus generalis"-Problematik, die ich heutzutage nicht mehr allzu sehr aufbauschen würde). Wahrscheinlich wird die Fallkonstellation schon ganz gut klar, wenn man die beiden Fragen von Zurechnung einerseits und Vorsatz andererseits sorgfältig trennt.
BarryWhite
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Anmeldungsdatum: 02.04.2006
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 02 Apr 2006 - 20:58:38    Titel:

Gibts da nicht den Fall im Beulke, wo es um die vermeintliche Leiche geht, die im Wasser entsorgt werden soll?
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 02 Apr 2006 - 21:42:12    Titel:

Yep, der verspätet eingetretene Erfolg gilt als klassisches Vorsatzproblem, das nach einer heutzutage nicht mehr vertretenen (und wohl auch nicht mehr haltbaren) Ansicht noch immer unter dem Schlagwort "dolus generalis" kursiert - eine jener an sich ausgetragenen Fragen, die als "Klausurproblem" überlebt haben. Hier tritt sie noch in Kombination mit selbstschädigendem Opferverhalten auf (wird idR als Zurechnungsfrage gesehen).
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 03 Apr 2006 - 09:24:58    Titel:

Bei objektiver Zurechnung würde ich atypische Kausalverläufe und eigenverantwortliche Selbstgefährdung ansprechen, aber letztendlich verneinen.

Unter Vorsatz:
Zu der "Verdeckungshandlung"-Problematik gibt es noch mehrere Ansichten.

1. unwesentliche Abweichung im Kausalverlauf (Unterfall Tatbestandsirrtum, § 16 --> Vorsatz +)
2. Tathandlung/Verdeckungshandlung = ein Handlungsgeschehen (dolus generalis)
-->Tathandlung (Vorsatz +), Verdeckungshanldung (Vorsatz dauert fort +)
3. Gegenansicht: Tathandlung/Verdeckungshandlung = zwei verschiedene Handlungsgeschehen
--> Tathandlung (Vorsatz -), Verdeckungshandlung (Vorsatz erloschen -)

Letztere Beiden würde ich kurz ansprechen, aber begründet verneinen. Ergebnis wäre dann 1..

Auch unter dem Prüfungspunkt "Kausalität" könnte ggf. schon problematisiert werden --> überholendes Zweitereignis (-).
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