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Rationale Liebe und emotionale Liebe
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Foren-Übersicht -> Psychologie-Forum -> Rationale Liebe und emotionale Liebe
 
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Jonny23
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Anmeldungsdatum: 02.06.2005
Beiträge: 1905
Wohnort: Essen, NRW

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2006 - 13:00:17    Titel: Rationale Liebe und emotionale Liebe

Hallo zusammen,

könnte mir jemand den Unterschied zwischen rationaler und emotionaler Liebe erklären?

Versteh das nicht wirklich.. mfg jonny23
Impetous
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Anmeldungsdatum: 20.01.2006
Beiträge: 21
Wohnort: wegberg

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2006 - 13:40:03    Titel:

hi!

ich kann dir jetzt keine wissenschaftlichen Erläuterungen liefern,
nach meiner Vermtung ist jedoch die "emotionale liebe" die liebe, die uns am geläufigsten ist, und von welcher wir reden, wenn wir über "Herzschmerz", "schau in dein Inneres", "du wirst schon die große Liebe finden" etc. reden;

ich glaube das bei einer "rationalen Liebe" heut zu tage garnicht mehr von liebe in diesem Sinne gesprochen wird,da die meisten Menschen sich unter der Liebe doch etwas besonderes, magisches vorstellen, und nicht glauben, das man die Zuneigung zu einem anderen Menschen einfach ganz objektiv, rational erklären kann und dabei besonders biologische Aspekte in den Vordergrund stellt, so das jegliche Romantik, Emotionen, etc verloren gehen..

Unter "rationaler Liebe" verstehe ich eher das nützliche Zusammensein, sei es um die Fortpolanzung, der Erziehung, oder anderen Vorteilen, die man aus einer Beziehung erhalten kann...

somit ist die Zuneigung die man für den Partner verspürt, nicht auf magische Weise entstanden, es gehört kein Schicksal oder kein Gott dazu, sondern einfach nur der Zufall und der biologischen Sinn der Selektion und des Überlebens...

ein wissenschaftler z.b. (ich weiß nicht mehr genau wer das war) ist der meinung, das man sich seine partner nach dem Geruch aussucht...also eine absolut biologische Position...demnach ist eine Beziehung eindeutig rational zu erklären...

ein anderer sagt, dass der Mann humanevolutionär gesehen das Interesse an der Frau nach c.a 4 Jahren verliert, da dann die Aufgabe des Mannes in der Familie erfüllt ist, und dieser versucht, seinen Samen an möglichst viele weitere "weibchen" zu bringen, damit möglichst viele Kinder durch kommen, die da Erbmaterial des Mannes mit sich tragen....

das Ganze hört sich natürlich alles sehr krass an, und natürlich wollen die Menschen so etwas, wenn es denn überhaupt so wäre (ich stehe beidem kritisch gegenüber) nicht wahrhaben...

diese typisch menschl. Eingenart, alles und jedem etwas Besonderes zu geben, findet man z.b. in der Religion wieder (siehe Feuerbach - Religionskritiker, der behauptet, das der Glaube eine Illusion ist, da der Mensch sich immer etwas besseres schaffen muss, an das er glauben kann)...



genau so glautb der Mensch an DIE LIEBE!!! dabei ist diese liebe emotionaler natur Rolling Eyes

na ja weiß jetzt nicht, ob das alles ganz schlüssig war, da ich meißtens am ende eines textes den anfang wieder vergesse:-)...aber vielleicht fällt mir im nachhinein nochwas ein Very Happy

an alle Liebenden!!! ich wollte euch jetzt nicht eure Illusionen rauben:-)

bin übrigends noch nicht enttäuscht worden und glücklich in einer Beziehung Wink

gruß Do
unendlich verlängert
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Anmeldungsdatum: 28.03.2006
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 05 Apr 2006 - 16:28:04    Titel:

Rationale Liebe ist ein klasse Oxymoron (rhetorisches Stilmittel wie "schöne Scheiße" z.B.)
Liebe ist ein Bedürfniscocktail, zu dem vermutlich eine Menge Bedürfnisse gehören wie Nähe, Intimität, Sex, Anerkennung, Wertschätzung, etc. in wechselnder Stärke. Aus Liebe resultieren immense Gefühle.
Emotion bedeutet E - motion (was mich bewegt). Die beschriebenen Phänomene mit rationaler Liebe zu bezeichnen klingt für mich bizarr.
Ich weiß nicht wer von Euch erwartet, dass Ihr so etwas lernen und auch noch verstehen könnt.
In welchem Zusammenhang fiel denn der Begriff?
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2008 - 15:59:52    Titel:

Liebe ist nicht..

Liebe ist immer eine Konstruktion...

eine transzendente ?

MV


Zuletzt bearbeitet von Multivista am 28 Jun 2010 - 17:24:47, insgesamt einmal bearbeitet
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 18 Jun 2008 - 18:00:25    Titel:

Hallo Jonny

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", das alte Liebesgebot gehört wohl zur Kategorie rationale Liebe.

Die Liebe der Mutter zu ihrem Kind wäre dann eher die instinktive Liebe.

Das schw...zgesteuerte "ich liebe dich" gehört in die Kategorie Biologie

Das Liebesgeflüster der Verliebten dagegen ist Emotio.

Weiter weg können wir dann die Liebe des Raubtieres zu seinem Opfer wahrnehmen, oder die Liebe des Hirten zu seinen Schafen.


Der Liebe sind keine Grenzen gesetzt
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 16 Okt 2008 - 06:40:57    Titel:

Liebe und Sex sind nicht rational.

Aber Kinder zeugen ist etwas rationales, da man ja - seit es die Pille etc. gibt - das eine vom anderen ganz vernünftig entkoppeln kann.

Die Pille ist ein großer Meilenstein in der Geschichte der Vernunft gewesen.

http://www.philtalk.de/cgi-bin/YaBB.cgi?board=sozial;action=display;num=1172311990;start=45

http://www.philtalk.de/msg/1129747590-60.htm
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2009 - 13:00:15    Titel:

Susanne Mack zu Lothar Kolmers "Abaelard. Vernunft und Leidenschaft" - Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2008:

Jahrhunderte vor der Aufklärung schlug Pierre Abaelard, geboren 1079, eine Klinge für die vernunftgemäße Argumentation nicht nur in der Philosophie, sondern auch in Glaubensfragen.
Und zusammen mit Heloise bildete er eines der berühmtesten Liebespaare des Hochmittelalters. Unter dem Titel "Vernunft und Leidenschaft" hat Lothar Kolmer, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität in Salzburg, Abaerlard ein würdiges Denkmal gesetzt.
"Die Bücher lagen aufgeschlagen vor uns, doch unser Gespräch bewegte sich mehr um Liebe als um Philosophie, und es kam mehr zum Austausch von Küssen als von Worten der Weisheit."

Die Kunst der Liebe statt die Kunst der Logik lehrt der 38-jährige Pierre Abaelard seiner Schülerin Heloise, knapp 20 Jahre alt. Ein Bekenntnis aus der "Historia calamitatum", Abaelards Autobiografie.

Aber Kolmer hegt (wie andere Wissenschaftler auch) Zweifel, ob Abaelard diesen Text tatsächlich selbst geschrieben hat. Das Werk ist nur in Abschriften erhalten. Möglicherweise waren spätere Autoren am Werk, die ihre Version dieser Lebens- und Leidensgeschichte unter Abaelards Namen verbreitet haben.

Kolmers Anliegen in diesem Buch ist es, Dichtung und Wahrheit über Pierre Abaelard voneinander zu scheiden.

"Die Aufgabe gleicht der, mit etlichen blassen Steinchen ein Mosaik zu rekonstruieren. Punke auf einer enormen Fläche sind das Resultat. Es bleiben Hypothesen."

Denn die Quellenlage ist spärlich. Kolmer hat viele Zeitzeugnisse herangezogen - Briefe von Freunden und Feinden des Pierre Abaelard und vor allem Prozessakten. Denn der Philosoph und Theologe war ein streitbarer Mann und hat ein Gutteil seines Lebens vor Gerichten zugebracht, geistlichen und weltlichen, auch seiner Romanze mit Heloise folgt ein juristisches Nachspiel.

Diese Liebesgeschichte ist Literatur geworden, hat Petrarca inspiriert und Jean-Jacques Rousseau genauso wie Friedrich Schlegel und die deutsche Romantik. Sie lebt bis heute von ihrer Tragik und ihrer Verklärung.

"Heloise erklärte mir, es wäre ihr lieber, meine Geliebte und nicht meine Ehegattin zu sein. 'Freundin' oder 'Geliebte' zu heißen, ja sogar 'Buhle' töne soviel süßer als 'Gattin' genannt zu werden."

So Abealard in der "Historia calamitatum". Die einzige Quelle, die uns über Helois' Gedanken berichtet. Kolmer hält sie für literarische Fantasie, die Realitäten im Hochmittelalter sahen anders aus. Die Ehe war die Versorgungseinrichtung, wie hätte Heloise verzichten können?

Historisch belegt ist nur, dass Abaelard Heloise geschwängert hat, ihre Familie ihn als Verführer betrachtete und Rache nahm. Sie ließ Abealard bei Nacht überfallen und ihm das Glied abschneiden, Abaelard hat nur mit knapper Not überlebt.

Ein barbarischer Akt der Selbstjustiz, den Kolmer recht nüchtern betrachtet. Er belegt, dass Heloises Familie mit legalen juristischen Mitteln keine Chance gehabt hätte, Abaelard zu belangen, denn seine Schülerin war ja freiwillig seine Geliebte geworden.

Heloise hat sich später in ein Kloster zurückgezogen. Auch in dieser Sache sind Kolmers Gedanken nicht eben romantisch:

"Wollte Abaelard Heloise nur in Sicherheit bringen? Oder sie nicht doch als Hindernis abschieben? Denn hinterher arbeitete Abaelard weiterhin und heftig an seiner Karriere."

Als Lehrer für Logik, Dialektik und Theologie. Abaelard lehrte am liebsten an der Domschule der Notre-Dame in Paris, geliebt von seinen Schülern, gefürchtet von seinen Feinden, vor allem wegen seiner Kunst zu disputieren.

"Die Gegner, oft genug geistig wie verbal unterlegen, waren zahlreich, stark, verbittert und erbost."

Allen voran Bernhard von Clairvaux. Abaelards kritischer Umgang mit den Bibeltexten mussten dem mächtigen Abt missfallen.

"Für Bernhard lenkte die Heilige Schrift zum Gebet hin, zur Versenkung der Seele, zur kontemplativen Betrachtung der Wahrheit. Abaelard dagegen analysierte den Text. Er sah die Wissenschaft als ein gottgegebenes Werkzeug an, mit dem gläubige Menschen Unglauben und Irrtum bekämpfen könnten."

Ein Mystiker gegen einen Analytiker. Der Mystiker Bernhard trägt schließlich den Sieg davon, nicht, weil er die Wahrheit, sondern die Macht auf seine Seite bringt: zuerst die französischen Bischöfe, später den Papst.

1141 wird Pierre Abaelard als Häretiker verurteilt, ihm Lehrverbot erteilt, seine Schriften verbrannt. Lothar Kolmer gibt seinem Leser Einblick in die Prozess-Akten und kommt zu folgendem Schluss:

"Alle Urteile gegen Abaelard waren, schon nach den Rechtsmaßstäben der eigenen Zeit, unbegründet, fehlerhaft, falsch. Abaelard war kein Häretiker! Papst Innozenz II. hat durch sein End-Urteil nicht der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen, sondern das Unrecht bestätigt und vertieft. Doch eine Aufhebung der damaligen Urteile kirchlicherseits steht nicht zu erwarten."

Kolmer ist ein nüchtern-analytischer Geist. Er liest Texte genau, vergleicht eine Menge verschiedene Zeugnisse, bringt Ungereimtheiten zur Sprache und versucht, sich an die spärlichen Fakten zu halten. Kolmers klare Argumentation hätte seinem Protagonisten sicher gefallen. Dieses Buch ist ein würdiges Denkmal für Pierre Abaelard.
Multivista
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Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 03 Feb 2009 - 10:29:41    Titel:

Der Mythos der absoluten Liebe

Shakespeares
Romeo und Julia

Romeo und Julia ist ein der berühmtesten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Das Drama von Shakespeare erzählt die Geschichte zweier junger Liebender, die verfeindeten Familien angehören und ihre Liebe retten, indem sie beide den Freitod wählen.

17 Uhr in Bayern Alpha...
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2009 - 09:04:44    Titel:

Descartes in "Leidenschaften der Seele" :

"Die Seele hat ihr eigene Vergnügen. Diejenigen aber, die sie mit dem Körper teilt,
hängen alle von den Passionen oder Emotionen ab. Diejenigen Menschen, die sich
am meisten von Emotionen berühren lassen können, sind also auch am meisten
fähig, die Süßigkeit des Lebens zu genießen."

Aristoteles:

"Emotionen sind dasjenige, durch das sich Menschen in ihren Urteilen unterscheiden.
Sie sind mit Schmerz und Lust verbunden; bspw. Zorn, Mitleid, Furcht und was es sonst noch Derartiges gibt, sowie die Gegenteile von diesen."

Dass Gefühle einen großen Einfluss auf uns haben, sahen auch die
Stoiker. Sie beschrieben die verschiedenen Emotionen, Passionen, Affekte
ausführlich in ihren Ethiken und verschrieben strikte Gefühls-Abstinenz.
Stoisch soll man eben sein. >"Passion ist eine unvernünftige und naturwidrige Bewegung der Seele" und "Der Weise hat keine Passionen".

Haben wir nicht immer gelernt, dass
Gefühl und Verstand, Affekt und Vernunft, Emotion und Kognition
Gegensätze sind?

"Nun sei mal nicht so emotional... Sei doch mal vernünftig!"

Es scheint, dass unser Alltagsverständnis hier nicht ganz richtig ist. Schon längst
geht die Wissenschaft nicht mehr von einer klaren Trennung zwischen Fühlen und
Denken aus.

http://www.podcast.de/episode/613863/Wenn_die_Emotionen_die_Oberhand_gew innen_-_Martha_Gellhorn:_%22Muntere_Geschichten_f%C3%BCr_m%C3%BCde_...

Was genau sind Gefühle, wie funktionieren sie, und warum sind sie so wichtig für
Menschen und ihre Kultur?

Auf diese Fragen bekommt man heute ganz unterschiedliche Antworten, je nachdem ob man Psychologen, Philosophen, Geistes - oder Naturwissenschaftler fragt. Philosophen
unterscheiden zwischen Stimmungen und gerichteten oder "intentionalen" Gefühlen
oder Emotionen. Hilge Landweer, Berlin:

"Normalerweise unterscheidet man in der Philosophie intentionale Gefühle von
Stimmungen; bei den intentionalen Gefühlen handelt es sich um etwas, was auf
einen Gegenstand/Subjekt bezogen ist also wir ärgern uns nicht überhaupt, sondern wir
ärgern uns immer ü b e r etwas/jemanden; wir schämen uns nicht überhaupt, sondern wir
schämen uns f ü r etwas, und meistens auch noch vor jemandem; oder wenn wir uns
freuen, dann freuen wir uns ü b e r etwas oder womöglich auch noch an etwas oder an
jemandem - soll auch vorkommen -

.....aber jedenfalls gibt es immer bei diesen
gerichteten Gefühlen diesen Bezug auf einen Sachverhalt oder Gegenstand in der
Welt, während das bei den Stimmungen nicht so ganz eindeutig ist, die haben keinen
spezifischen Gegenstands/Subjekt-Bezug.

Arthur Jacobs, Psycholinguist:

"Die großen aktuellen Emotionstheorien kann man glaube ich dahingehend
kategorisieren, dass die eine Gruppe eher biologisch, evolutionsbiologisch inspiriert
ist; man geht etwa davon aus,

mit Darwin
http://www.philtalk.de/cgi-bin/YaBB.cgi?board=sprach;action=display;num= 1003558820;start=165#177

dass der Mensch über eine Palette von
einigen wenigen Basis-Emotionen verfügt, etwa Wut, Freude, Trauer, Überraschung,
Ekel und dass sich aus diesen Basis-Emotionen, die universell sein sollen, alle
anderen, komplexeren Emotionen in irgend einer Weise zusammensetzen.

Eine andere große Gruppe von Emotionstheorien leugnet die Existenz von Basisemotionen und behauptet dagegen, dass sich sozusagen alle Emotionen auf ganz wenige, auf zwei Dimensionen, nämlich auf der
Dimension der Valenz, ob etwas positiv oder negativ ist, und der
Dimension der Erregung, ob etwas erregend oder eher beruhigend ist,
zusammensetzt.


Noch eine andere Sicht auf Emotionen nehmen die sogenannten Bewertungs ("Appraisal-") -Theorien ein. Diese meinen, dass

ohne Erkenntnis oder Kognition gar kein Gefühl entstehen kann.

Ganz vereinfacht ausgedrückt geht man bei den Appraisal-Theorien davon aus, dass
bestimmte Umweltreize nicht direkt, etwa über rein physiologische Erregungen, zu
Emotionen und dann zu emotionsgesteuertem Verhalten führen, sondern dass diese
Situationen zunächst einmal kognitiv bewertet, eingeschätzt werden und dass dieser
kognitive Prozess, sozusagen, ursächlich beteiligt ist am Entstehen der Emotion.

Ein Beispiel:
Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Stoß in den Rücken. Und nach einer einfachen evolutionsbiologischen Theorie könnte dieser Stoß sofort die Emotion des Verärgertseins, vielleicht sogar der Wut hervorrufen.

Sie drehen sich um und merken, jemand der in einem Rollstuhl sitzt ist in Sie hineingefahren, weil er selbst wiederum angestoßen wurde.
Sie bewerten also diese Situation auf einmal kognitiv (Anm.: Besser wohl "reflexiv"?)
und diese Bewertung führt dann zu einer ganz anderen Emotion als etwa Wut.

Vielleicht etwa zu der Einschätzung, dass Sie ganz freundlich werden gegenüber der
Person, die nicht-verschuldet Ihnen diesen Stoß zugefügt hat.
phantz
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Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 1315

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2009 - 13:30:18    Titel:

Multivista, warst Du in den letzten Tagen häufig betrunken oder wie kam dein Monolog hier zustande...?
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