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HA Strafrecht f. Anfänger Göttingen
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dallentin
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Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 14:00:16    Titel: HA Strafrecht f. Anfänger Göttingen

Hi,

ich hätte folgendes Problem: Nach meiner bisherigen Prüfung muß ich den Vater eines Versuchten Todschlages bestrafen, was mir aber innerlich wiederstrebt, weil er sich auch im weiteren Verlauf des Falles für die Rettung seinen Sohnes einsetzt. WIE BEURTEILT IHR DEN FALL ??

Familie Meier ist in einen idyllischen ländlichen Ort umgezogen. Der erste Sonntagsspaziergang,
den der Vater (V) mit seinem 15-jährigen Sohn (S) unternimmt, führt zunächst auf eine
Waldlichtung. Dort sieht V mit Entsetzen, dass ein – wie er erkennt – herrenloser streunender
Hund den S anfällt und ihn zu zerfleischen beginnt. Da zieht V seine Pistole und legt auf den
Hund an. Er weiß, dass er schon immer sehr schlecht geschossen hat und dass er angesichts
der Situation besonders aufgeregt ist. Aber er meint, keine andere Wahl zu haben als zu
schießen und dabei zu riskieren, dass er auch seinen Sohn tödlich verletzt. Er trifft aber den
dahinterstehenden Baum. Der Hund wird von dem Schuss verschreckt und trollt sich davon.

Ich hätte jetzt sowohl 34 und 35 wg nicht relativ mildestem Mittel verneint. Nur finde ich die Fehleinschätzung in der Situation verständlich, das Resultat aber ziemlich hart...

Wäre toll, wenn mir einer helfen könnte, thx
Ali G
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Anmeldungsdatum: 23.05.2005
Beiträge: 117
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 14:09:20    Titel:

Ich habe da eigentlich Zweifel, dass ein milderes, gleich effektives Mittel zur Verfügung stand. Selbst für einen schlechten Schützen nicht.
dallentin
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Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 14:17:37    Titel:

Bevor man zu einem evtl tödlichen Schuß auf den Hund/ Sohn ansetzt, sollte man immer einen Warnschuß abgeben. IdR ergreifen alle Tiere bei einem ungewohnten, lauten Knall in ihrer Nähe die Flucht; so auch im Fall: "Der Hund wird von dem Schuss verschreckt und trollt sich davon."
Ali G
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Anmeldungsdatum: 23.05.2005
Beiträge: 117
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 14:24:20    Titel:

Hast du auch wieder Recht.
Eventuell wäre dem V mit einer analogen Anwendung von § 33 StGB geholfen. Ob diese möglich ist, ist umstritten.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 12 Apr 2006 - 16:25:51    Titel:

Also, ich hab mit einer aus Göttingen auch über diese HA gerätselt. Wir sind der Ansicht, dass das Problem bei bewusster Fahrlässigkeit/dolus eventualis liegt. Sie verneint dolus eventualis und kommt somit nicht mehr zur Rechtfertigungsebene.
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