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Almosen für Obdachlose, Punks, Bettler, ....
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Foren-Übersicht -> Philosophie-Forum -> Almosen für Obdachlose, Punks, Bettler, ....
 
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mhmm
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Anmeldungsdatum: 01.04.2006
Beiträge: 615
Wohnort: London

BeitragVerfasst am: 23 Apr 2006 - 14:10:10    Titel:

lisbeth hat folgendes geschrieben:
mhmm hat folgendes geschrieben:

früchstück: 2 belegtes bröchen = ungefähr 3 euro noch dzau kaffee? (ich trinke keinen ich denke 1 euro noch dazu?)
mittagsessen= imbiß döner, 3,50 euro, noch dazu getränk 1 oder 2 euro
abendessen=bockwurst?oder ein menü bei mc ca.4 euro sagen wir mal.
ausser das diese menschen brauchen auch wasser zum trinken, ne flasche sagen wir mal kostet 0,70 cent

ungefähr 10 euro bis 14,20 euro braucht man am tag


Ganz schön teuer so ein Leben auf der Straße wenn man sich das mal überlegt. Das ist mir auch schon aufgefallen, wenn ich Obdachlose in einem Internetcafe gesehen habe, in denen die Tasse Kaffee 1,20 Euro kostet. Das würde ich auch nicht regelmäßig in Anspruch nehmen, zumal ich ja auch zu Hause Kaffee kochen kann. Ist schon ein Kontrast zu mir wenn ich bedenke, dass ich am Tag ca. 5 Euro für Lebensmittel aus dem Supermarkt und vom Bäcker zur Rundumversorgung benötige. Aber irgendwo auch wieder klar - die haben ja bestimmt nicht dieselben Möglichkeiten an warme Mahlzeiten heranzukommen.


Was mich dann aber trotzdem wundert wenn man sich die Bedingungen vor Augen führt ist: Warum tun Obdachlose selbst so wenig dafür, um von der Straße wegzukommen? Also toll stelle ich mir dieses Leben auf keinen Fall vor. Andererseits höre ich immer wieder von Fällen (Reportagen, ...) dass man denen Hilfe anbietet und die wollen gar keine Hilfe, geschweige denn von der Straße weg.


ich denke so, wenn man eine arbeit sucht, braucht man doch einen festen platz da wo man wohnt, z.b. eine wohnung, ohne wohnung keine arbeit.und umgekehrt, wenn du keinen job hast, hast du keine wohnung oder? für mich ist es ein teufelskreis Rolling Eyes
lisbeth
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Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 2016

BeitragVerfasst am: 23 Apr 2006 - 16:22:06    Titel:

Hi,

soweit ich weiß ist das den Behörden auch klar und daher bekommen würden die auch Hilfe bei der Wohnungssuche angeboten bekommen.
Möglicherwese auch eine Unterkunft zugewiesen bekommen.

Kennt sich da vielleicht jemand besser aus?
Justav
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Anmeldungsdatum: 31.01.2006
Beiträge: 2699

BeitragVerfasst am: 23 Apr 2006 - 16:58:16    Titel:

Ich finde diese Projekte der Obdachlosenzeitung gut.
Hier bei uns gibts das nicht so, aber als ich das letzte Mal in Berlin war hat ein Obdachloser die Fahrgäste sehr freundlich und unaufdringlich angesprochen und hat Zeitungen verkauft und um eine Spende geboten.
Ich habe eine Zeitung gekauft, obwohl ich keine brauchte denn ich denke dass diese Projekte die Leute bei der Arbeit halten, sie erhalten sich weiter freundliche Umgangsformen, haben nicht die Möglichkeit herumzusitzen und Alkohol zu konsumieren und haben nebenher noch die Möglichkeit ein Minimum an Lebensstandard aufzubauen.
Rashida
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 764
Wohnort: Paderborn

BeitragVerfasst am: 23 Apr 2006 - 17:19:06    Titel:

@ lisbeth

Es ist lange her.....bestimmt fast 10 Jahre ( hilfe bin ich alt!!!!1 Sad ) da habe ich mal für die Schule einen Zeitungsartikel über Obdachlose geschrieben. Dementsprechend habe ich mich auch informiert, mich mit zuständigen getroffen usw.

Also so weit ich mich erinnnere, war es damals so:

Ohne einen Wohnsitz ist es quasi unmöglich eine Arbeit zu bekommen. Genauso wie ohne Wohnsitz keine Sozialhilfe ( damals ) gezahlt werden kann. Ein Obdachloser bekam Tagegeld, etwa zwischen 13 und 17 DM.
Dazu kommt das Problem das diese Menschen nicht ohne jeden Grund auf der Strasse gelandet sind, das heisst: Sie haben schlimmes durchlebt, sind entweder ( zum größten Teil) alkoholabhängig, oder anderes. Sie sind nicht in der Lage Dinge allein zu erledigen.

Ein weiteres Problem ist die unglaublich niedirge Toleranzgrenze gegenüber diesen Menschen ( wie man auch hier sieht), im Gegensatz zu Jugendlichen, bei denen man noch auf Besserung hoffen kann, die noch dem Staat nutzen können, wenn man sie resozialisiert, ist ein Mann ab 45 weitgehend uninteressant. Zum Glück gibt es verschiedene Eirichtungen die alles menschenmögliche versuchen diesen Menschen zuhelfen, gerade bei ihnen wird aber zuerst gekürzt und auch sie können selten umsonst arbeiten.

Und noch was zu dem Alkohol, man darf hier bitte eins nicht vergessen: Alkoholsucht ist eine Krankheit, die die wenigsten selbst einfach bekämpfen können, nur weil du und deien Freunde ( nicht persönlich du, aber alle die hier wegen des Alkohols meckern) damit umgehen können, heisst es nicht, das man davon nicht genauso abhängig werden kann wie von Tabletten und anderen Drogen!

Nicht umsonst gibt es auch Entzugsanstalten für Alkoholiker! Diesen Menschen vorzuwerfen sie würden Alkohol kaufen ist in meinen Augen so unsozial das mir schlecht wird! Vieleicht werdet ihr ( ich wünsche es keinem) irgendwann mal, einen geliebten Menschen in eurem Bekanntenkreis haben der daran leidet, vielleicht könnten dann mehrere verstehen!

Rashida


Zuletzt bearbeitet von Rashida am 24 Apr 2006 - 08:21:02, insgesamt einmal bearbeitet
HARDCORE_DEVIL
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Anmeldungsdatum: 22.04.2006
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 23 Apr 2006 - 21:31:49    Titel:

Punks gebe ich nie etwas, da die auf mich viel zu aufdringlich wirken und sich einem oft regelrecht in den Weg werfen um einen anzubetteln. Mhh.. vielleicht könnten die ja das Geld, das die für Haarspray brauchen eher in Nahrung investieren Smile

Mein Problem ist aber auch, dass ich nicht weiß wie die Leute auf die Straße gelangt sind. Ich mit meinem beschränkten Wissens- und Erfahrungshorizont gewinne zumindest bei Punks immer schnell den Eindruck, dass ihnen sehr wohl noch Alternativen offengestanden hätten.


Bei anderen Obdachlosen entleere ich jedoch hin und wieder mal mein Kleingeldreservoire Smile ... kommt immer darauf an, wie sie in dem Moment auf mich wirken.
friendlyfox
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Anmeldungsdatum: 25.09.2005
Beiträge: 1342
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 24 Apr 2006 - 10:47:49    Titel:

Jogo hat folgendes geschrieben:
Ich bin entschieden dagegen, Menschen die in eine finanzielle Schieflage gekommen sind gleich mit "selbst Schuld" zu brandmarken. Hinter vielen dieser Aussteiger, Bettler usw. stehen psychische, seelische oder einfach nur traurige Schicksale. Ich glaub keiner hat wirklich von denen davon geträumt auf der Straße zu leben.

Also ich habe kein Problem damit diesen Leuten ab und an ein paar Eus in die Hand zu drücken. Es hat nicht unbedingt etwas mit Gewissensbereinigung zu tun, sondern ist für mich einfach ein Akt der Akzeptanz und Solidarität.

Ich teile nicht diese Lebensform unter Brücken zu schlafen oder zu schnorren, jedoch gibt es keinen Grund sich zu ekeln. Diese Menschen pauschal zu verurteilen, birgt Arroganz und Hochmut.


Exclamation Exclamation Exclamation Hier stimme ich absolut meinem Freund Jogo zu.

Desweiteren gebe ich auch Rashida Recht, es ist wie ein Teufelskreis.

Irgendwelche Probleme = Verlust von Wohnung = Keine Arbeit = Kein Geld = oft Drogenabhängig(meist Alkohol, manchmal Heroin usw..)=Obdachlos = von anderen abhängig

Emotional würde es vll so aussehen:
Probleme(Schicksalsschlag, Trauer, Enttäuschung) = Verlust von Wohnung(Depressiv, aber immer noch Hoffnung) = Keine Arbeit(pessimistisch, kaum noch Hoffnung) = Kein Geld(fast schon völlige Aufgabe, inzwischen keine Arbeitssuche mehr) = Drogenkonsum( Durch die Glücksgefühle und Illusionen entsteht Sucht, keine Bindung zur Realität) = Obdachlos(Sucht, völlige Selbstaufgabe) = Teufelskreis....

Ich habe für mehrere Wochen in einer Bedürftigeneinrichtung geholfen und habe dort sehr viel mitbekommen. Einerseits gibt es wirklich noch Obdachlose, die Mut schöpfen und Hoffnung auf ein besseres Leben haben. Aber die meisten haben schon resigniert, haben sich damit abgefunden und es ist denen auch egal geworden. Oft erlebte ich, dass sie Anfang des Monats so gut wie nie kamen, weil da ihr Hartz4 da war, und spätestens nach 5 Tagen kamen sie auch wieder und haben sich Essen usw. abgeholt.

Ich denke über Obdachlose eben wie gesagt wie Jogo, gebe auch immer wieder mal was für sie, aber die Kehrseite ist echt, dass manche Obdachlose nur noch nach Geld für Alk betteln. Ich habe gesehen, wie angebotenes Essen einfach weggeworfen wurde. Und es wurde vor ihren Augen in der Bäckerei gekauft, also kann keiner was von Vergiften sagen...Obachlose stehen meiner Meinung nach für die Lücke im Sozialstaat, denn so gut wie jeder Mensch wird aufgefangen, solange er einen Nutzen hat/hatte. Doch ein Obdachloser, der keine Qualifikation hat, zu alt ist und auch noch alkoholabhängig, bei dem findet doch gar keine Resozialisierung mehr statt, er wird mehr oder weniger einfach nur geduldet. Ich helfe so oft wie es nur geht, weil ich denke, dass es mir so gut geht, dass ich anderen auf jeden Fall helfen kann, ohne mein Lebensstandard aufgeben zu müssen. Diese paar Euro sind in den Augen eines verzweifelten Obdachlosen wie für uns mehrere Hundert, denn er muss damit dann für ein paar Tage auskommen.
RedRolf23
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 24 Apr 2006 - 12:46:23    Titel:

Schon mal dran gedacht, dass man wenn man Alkohol trinkt keinen Hunger hat.
Eine (oder zwei) Flaschen Korn sind billiger als das Essen was man braucht um sich halbwegs ausgewogen zu ernähren...
~~Vicky~~
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Anmeldungsdatum: 04.04.2006
Beiträge: 441

BeitragVerfasst am: 24 Apr 2006 - 22:53:06    Titel:

Von der Seite wie es friendlyfox, Jogo, Rashida sehen hab ich die sache noch nie gesehen.
Es gibt viele Obdachlosen Hilfen. Da müsste keiner auf der Straße schlafen (zumindes im Winter).(bei uns im Kreis halt)
Womöglich veralgemeinert man das zu schnell, wie ich halt nunmal.
Jogo
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Anmeldungsdatum: 07.12.2004
Beiträge: 742

BeitragVerfasst am: 25 Apr 2006 - 20:38:03    Titel:

Der ausserordentlich freundliche friendlyfox hat folgendes geschrieben:
Ich helfe so oft wie es nur geht, weil ich denke, dass es mir so gut geht, dass ich anderen auf jeden Fall helfen kann, ohne mein Lebensstandard aufgeben zu müssen. Diese paar Euro sind in den Augen eines verzweifelten Obdachlosen wie für uns mehrere Hundert, denn er muss damit dann für ein paar Tage auskommen.


Yo, das ist es doch worauf es im Leben ab und an wirklich ankommt, zu helfen. Ob mit Geld, Sachspenden, Hilfsbereitschaft oder einfach nicht wegschauen sondern hinhören.

Wenn man allein mal die Kinderarmut nimmt, Eltern alk-abhängig, geschieden oder arbeitslos, wer leidet dann zuerst? Meist die Kinder. Die Folgen: Kleidung aus dem Alt-Second-Hand-Bestand, Warmes Essen von der Armenspeisung und meist keine Chance auf gute Schulausbildung.
Also ne beschissene Kindheit.

Oder die Altersarmut, Rentner, die vom Existenzminimum ihr Dasein bestreiten müssen und vll gezwungen sind zu betteln.
Und die Punks die nach nem Euro oder ne Zigarette fragen, die behandeln meist ihre Hunde besser als manch Elternteil seinen Nachwuchs.

Alles z.T. friedliche Menschen, die nunmal einen Teil unserer Gesellschaft darstellen, also weshalb diese be- bzw. verurteilen?

Sicherlich meine ich nicht die "Profi-Bettelclans", die gezielt kleine Kinder auf die Straße schicken um durch Mitleid an die Kasse zu kommen. Aber ich schätze, den Unterschied kennt und versteht jeder.
friendlyfox
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Anmeldungsdatum: 25.09.2005
Beiträge: 1342
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 25 Apr 2006 - 21:19:17    Titel:

Der supercoole, ehrenswerte Jogo hat folgendes geschrieben:


Yo, das ist es doch worauf es im Leben ab und an wirklich ankommt, zu helfen. Ob mit Geld, Sachspenden, Hilfsbereitschaft oder einfach nicht wegschauen sondern hinhören.

Wenn man allein mal die Kinderarmut nimmt, Eltern alk-abhängig, geschieden oder arbeitslos, wer leidet dann zuerst? Meist die Kinder. Die Folgen: Kleidung aus dem Alt-Second-Hand-Bestand, Warmes Essen von der Armenspeisung und meist keine Chance auf gute Schulausbildung.
Also ne beschissene Kindheit.

Oder die Altersarmut, Rentner, die vom Existenzminimum ihr Dasein bestreiten müssen und vll gezwungen sind zu betteln.
Und die Punks die nach nem Euro oder ne Zigarette fragen, die behandeln meist ihre Hunde besser als manch Elternteil seinen Nachwuchs.

Alles z.T. friedliche Menschen, die nunmal einen Teil unserer Gesellschaft darstellen, also weshalb diese be- bzw. verurteilen?

Sicherlich meine ich nicht die "Profi-Bettelclans", die gezielt kleine Kinder auf die Straße schicken um durch Mitleid an die Kasse zu kommen. Aber ich schätze, den Unterschied kennt und versteht jeder.


Find den Post auch richtig gut, stimmt mit fast allem überein. Einzig und allein die Sache mit den Punks ist mir ein Dorn im Auge. Viele Punks arbeiten aus Überzeugung nicht und sind üble Schmarotzer, daher gebe ich das Geld oder Sachspenden oder was auch immer lieber einem Obdachlosen, Armen, Spende für ein Heim usw anstatt für jemanden, der andere für sich arbeiten lässt...
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