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Informatik-Studium mit Schwerpunkt "Umwelt"
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Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 04:54:23    Titel:

lalas hat folgendes geschrieben:
warum wusste ich das jemand mit den 28.000 ergebnissen von google kommt Wink

edit: technische informatik bringt übrigens 9.480.000 ergebnisse. somit liefert umweltinformatiker ca. 0.3% der ergebnisse von technische informatik...wenn ich das mal auf jobangebote umrechne....

aber spass beiseite;
wenn man sich mal die ergebnisse ansieht, so sind davon etwa 50% seiten von irgendwelchen unis, FHs, usw. der rest aus internetforen, presseberichte und jobprofile o.ä.

die arbeitsamt-seite zeigt mir sogar sagenhafte 0 (null) stellenangebote für einen bachelor of science (FH) betriebliche umweltinformatik.
auch die suche bei monster.de brachte null ergebnisse, bei eingabe von "umwelt informatiker" gab es 4 treffer; leider hatten die garnix mit umwelt am hute.
eine englischsprachige suche brachte auf die schnelle etwa 20 stellenangebote weltweit, davon 90% universitäten. und davon nichtmal konkret informatiker sondern umwelt-ingenieure allgemein gehalten (aber z.t. informatik-nahe aufgabenstellung)

und das obwohl seit etwa 4-5 jahren die ersten bachelors auf den markt sein dürften (wahrscheinlich haben die unternehmen davon nichts mitbekommen Wink )

also ich bin einfach nicht der typ, der später einen exotischen beruf hat, wo er zwar unmengen geld verdienen könnte, aber die unternehmen schlichtweg die positionen nicht füllen wollen bzw. ich mich weltweit auf stellen bewerben muss.
ich möchte doch schon in deutschland oder dem deutschsprachigen ausland bleiben.

aber vielleicht ist ja jemand hier im forum, der diesen studiengang besucht (hat) und vielleicht mehr aus dem tatsächlichen leben erzählen kann


Ich komme aus der Biologe und arbeite seit Jahren in der IT-Branche. Ich habe jedenfalls die Erfahrungen machen können, dass es fast keinen Bereich der Biologie gibt, die keine Überschneidungen mit so etwas wie Informatik hat, angefangen mit Gensequenzern über Evolutionsmodelle bis hin zu mathematischen Simulationen der biologischen Auswirkungen von Klimaveränderungen oder der Simulation von bioschemischen Modellen.

Gerade die Biologie ist da auf rechnerintensive Simulationen angewiesen, weil sich die Versuchsbedingungen eher selten auf wenige Parameter beschränken lassen, das Leben ist nun mal komplex. Das beginnt man in den letzten Jahrzehnten wohl zu erkennen, so dass der Bedarf sicher steigen wird. Ein guter Informatiker der sich in Biologie auskennt wird immer seinen Platz finden als Spezialist in einem Team.

Technische Informatik ist dagegen überlaufen und wird zusätzlich durch die neuen IT-Specialist und IT-Professionals Konkurrenz bekommen, die aus den IT-Berufen in die entsprechenden Positionen drängen.

Es gibt sicher weniger Stellen, aber auch weniger Bewerber. Ein Forschungsteam greift dann meist zu einen Biologen der etwas Ahnung von Informatik hat, weil das Fachwissen bei der Lösung und der Programmierung mitunter wichtiger sein als die Erstellung eine ausgfeilten Algorithmus der versagt, weil es an den Fachlenntnissen fehlt.

Es gibt übrigens einen Studiengang Systemwissenschaft an der Uni Osnabrück der ebenfalls Biologie und Informatik miteinander verbinden will.


Mit freundlichen Grüßen
ein
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algebrafreak
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Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 07:36:30    Titel:

Ich würde grundsätzlich von "Bindestrich-Studiengängen" abraten. Wenn Du Dich vertiefen willst, kannst Du immer einen bodenständigen Studiengang wählen und dort einen entsprechenden Vertiefungsbereich aussuchen. Das hat für Dich folgende Vorteile: Bei der Bewerbung sieht man nicht, was Du genau kannst (und vor allem was Du genau nicht kannst) so lange, bis Du es nicht zeigst (in dem Du deine "Scheine" für Vertiefungsseminare und Vorlesungen rausholst). Daher ist die Auswahl von dem, was Du später machst, breiter. Weiterhin sind diese Bindestrich-Studiengänge eigentlich ein Trend, der meiner Meinung nach, noch nicht ausgereift ist, auch was Stundenpläne und Didaktik anbetrifft. Daher, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du eine schlechte Ausbildung bekommst, solltest Du einen solchen wählen (und es ist kein Gegenargument, dass die Profs die selben sind). Außerdem gehen viele unterdurchschnittliche Leute in solche Studiengänge rein, weil sie glauben, der Zusatzstoff würde einen oder anderen "Durchfall-Schwerpunkt" des Studienganges verdünnen. Daher könnte ich mir vorstellen, dass Du dann zwischen Versagern sitzt, was wiederrum auf die Güte der Ausbildung hinweist.
lalas
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Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 08:14:54    Titel:

danke für die antworten.

sicherlich benötigt auch die forschung auf der umwelt-/biologie-ebene entsprechende informatik-spezialisten.
auch entsprechende industriezweige gibt es.

nur bin ich nicht der typ, der sich hinterher auf einige wenige stellen konzentrieren will, wo dann noch aspekte wie arbeitsort/wohnort, betriebsklima wesentlich mehr anteil an der stellenwahl hätten.

wenn es z.b. zu zeitpunkt X nur 1 stelle gibt aber der standort bzw. die potentiellen kollegen verursachen schlechte laune im betrieb (teilweise merkt man das schon beim betreten eines gebäudes Wink ) dann gibt es schlecht ausweichmöglichkeiten.

auch die argumentation von algebrafreak kann ich sehr gut nachvollziehen; ich habe quasi schon selber erlebt mit meiner ausbildung zum chemisch-technischen assistenten.
der beruf soll die vorteile des chemielaboranten und einer chemietechnikers verknüpfen. eine tolle ausbildung war es, sehr informativ und auch sehr detailiert.
nur für das labor wird dann meist doch der chemielaborant gesucht und für die bedienung von steuergeräten und produktionsanlagen dann doch der chemietechniker.

also ich empfehle auch keinem mehr solchen "bindestrich-ausbildungen" da oftmals beide aspekte nur halbherzig durchgenommen werden.

ich werde mich auf einen studienplatz der technischen informatik bewerben und dann über die entsprechenden wahlpflichtfächer mein wissen dahin gehend vertiefen was mir entsprechend sinnvoll erscheint bzw. ich am meisten interessiert.

vielen dank soweit für die antworten!
BBB
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 09:19:27    Titel:

algebrafreak hat folgendes geschrieben:
Wenn Du Dich vertiefen willst, kannst Du immer einen bodenständigen Studiengang wählen und dort einen entsprechenden Vertiefungsbereich aussuchen. Das hat für Dich folgende Vorteile: Bei der Bewerbung sieht man nicht, was Du genau kannst (und vor allem was Du genau nicht kannst) so lange, bis Du es nicht zeigst (in dem Du deine "Scheine" für Vertiefungsseminare und Vorlesungen rausholst). Daher ist die Auswahl von dem, was Du später machst, breiter.

Das ist doch ziemlicher Blödsinn. Was soll den das für ein Vorteil sein, wenn man nicht sofort sieht, was man kann. Mal abgesehen davon ist das bei den "Bindestrich-Studiengängen", ich nenne sie mal besser interdisziplinär, eben so von deiner Vertiefung abhängig, in welchen Bereichen man etwas kann. Jeder Personaler bzw. sein Assi guckt sowieso als erstes in deinen Lebenslauf und wenn du nicht die entsprechenden Qualifikation aufweist, bist du so oder so raus.


algebrafreak hat folgendes geschrieben:
Weiterhin sind diese Bindestrich-Studiengänge eigentlich ein Trend, der meiner Meinung nach, noch nicht ausgereift ist, auch was Stundenpläne und Didaktik anbetrifft.

Ein Trend sind interdisziplinäre Studiengänge mit Sicherheit nicht. Ich weiß ja nicht, was du über die Informatik weißt, aber sie ist ein klassisches Beispiel für einen interdisziplinären Studiengang, der noch relativ jung ist und aus Mathematik und Elektrotechnik hervorgegangen ist. Damals gab es auch die Diskussionen, was für einen Sinn das denn hätte, da ein Informatiker weder Mathematiker noch Elektrotechniker ist und diese schließlich mehr Ahnung auf ihren Gebieten hätten.
Der zweite Teil deines Satzes enthält durchaus etwas Wahres. Man muss sehr genau hingucken, ob bei soclhen Studiengängen, die nich recht jung sind, nicht einfach nur Vorlesungen aus beiben Disziplinen durcheinander gewürfelt wurden und ob z. B. auch Vorlesungen enthalten sind, die klar der Querschnittsdisziplin zuzordnen sind und nicht nur aus dem Stundenplan einer der beiden alten Disziplinen stammen.

algebrafreak hat folgendes geschrieben:
Außerdem gehen viele unterdurchschnittliche Leute in solche Studiengänge rein, weil sie glauben, der Zusatzstoff würde einen oder anderen "Durchfall-Schwerpunkt" des Studienganges verdünnen. Daher könnte ich mir vorstellen, dass Du dann zwischen Versagern sitzt, was wiederrum auf die Güte der Ausbildung hinweist.

Also dafür würde ich ja gerne mal einen Beleg haben. Habe ich eigentlich noch nie gehört und auch nicht selbst erfahren. Der NC ist zum Großteil wesentlich höher und auch die Tatsache, dass man die Vorlesungen aus mehreren Disziplinen hört, macht den Stundenplan nicht gerade schmaler und das Studium nicht gerade einfacherer.

Da du ein klassischer Dijkstra-Vertreter der Informatik bist, wundert mich deine Meinung nicht besonders, aber bedenke, dass die Informatik genau so angefangen hat.
algebrafreak
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Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 10:44:12    Titel:

Zu den Aussagen von BBB habe ich grundsätzlich zu sagen: Du hast, vermutlich, weil ich die Aussage nicht ausreichend geklärt habe, die meisten meiner Behauptungen nicht verstanden.

Zitat:
Was soll den das für ein Vorteil sein, wenn man nicht sofort sieht, was man kann.


Der Satz ging ja weiter. Es geht um die Kondizionierung deines Könnens. D.h. Du kannst je nach Berufsrichtung dein Profil dem des Berufs anpassen, indem Du deine Leistungsnachweise selektierst. Z.B. ist es vorteilhafter eine Systemadministrator-Stelle als Dipl. Informatiker mit Vertiefungsgebiet Systemadministration anzutreten, als z.B. Dipl. Umweltinformatiker. Gleichzeitig brauch der Arbeitgeber aber nicht zu wissen, dass Du einen weiteren Vertiefungsgebiet hast, etwa Umweltinformatik, wie es bei Dipl. Umweltinformatiker sofort sichtbar wäre.

Zitat:
Ein Trend sind interdisziplinäre Studiengänge mit Sicherheit nicht.


Ich hätte "interdisziplinär" geschrieben, wenn ich das gewollt hätte. Es geht hier um Fächer, die in der Fachbezeichnung zwei fremde Gebiete vereinigen. Interdisziplinarität ist weder heute noch vor 200 Jahren aus der Wissenschaft wegdenkbar und wird es auch so bleiben.

Zitat:
Ich weiß ja nicht, was du über die Informatik weißt, aber sie ist ein klassisches Beispiel für einen interdisziplinären Studiengang, der noch relativ jung ist und aus Mathematik und Elektrotechnik hervorgegangen ist. Damals gab es auch die Diskussionen, was für einen Sinn das denn hätte, da ein Informatiker weder Mathematiker noch Elektrotechniker ist und diese schließlich mehr Ahnung auf ihren Gebieten hätten.


Ja genau. Dir fehlt offenbar auch ein richtiges Verständnis vom Fach "Informatik". Die Diskussion will ich nicht einmal anreissen. Aber Du könntest bei Gelegenheit erklären, was Elektrotechnik mit Informatik zu tun hat? (Übrigens: Das Fach "Informatik" gab es schon viel länger, bloß den Namen hat es erst vor kurzem bekommen. Ich sage mal auch solche, wie Gödel, waren eigentlich Informatiker, obwohl völlig anderswo angesiedelt.)

Zitat:
Also dafür würde ich ja gerne mal einen Beleg haben.


Wenn man den so einfach bekommen könnte, würde es vielleicht an den deutschen FH's nicht so bodenlos zugehen. NC und co. sagen doch überhaupt nichts aus, denn gerade unter Leuten mit hohen Notenwerten verstecken sich oft die bodenlosesten (Leute mit schlechten Noten sind ja eh abgehackt).

Zitat:
Da du ein klassischer Dijkstra-Vertreter der Informatik bist, wundert mich deine Meinung nicht besonders, aber bedenke, dass die Informatik genau so angefangen hat.


Und ich wette, Du besuchst so einen "Bindestrich-Studiengang" und bist wohl daher gereizt. Naja. Es wird sich zeigen, ob diese geistige Revolution Boden haben wird. Ich behaupte mal, gegen eine solide bodenständige Uni-Ausbildung in einem Fach, dessen Namen man nicht zwei Minuten aussprechen muss, kommt keines dieser Sprößlinge entgegen.
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 13:23:34    Titel:

Die generelle Ablehnung interdisziplinärer Studiengänge ist nicht nachvollziehbar, weil die Informatik in der Tat selbst vor nicht allzulanger Zeit so ein interdisziplinärer Studiengang war. Dass die Informatik nicht nur ein Teilgebiet der Mathematik ist dürfte auch klar sein.

Die Frage ob ein Informatiker durch ein Weiterbildungsseminar das biologische und ökologische Grundwissen aneignet, dass schon allein von der Quantität von vielen eher unterschätzt wird, oder sich für einen interdisziplinären Studiengang entscheidet ist die Frage, nach dem was er gerne selbst machen würde und wie er sich und seine Arbeit begreift.

In einem Fall ist er einfach ein Informatiker der ein wenig in Biologie, Biochemie oder Ökologie hineingeschnuppert hat und im anderen Fall ist es ein Wissenschaftler der beide Bereiche beherrschen sollte.
Der durch nichts zu rechtfertigende Glaube an die Überlegenheit einer Fakultät nützt ihm nichts wenn er auf Grund fehlenden Wissens komplexe Zusammenhänge gar nicht oder erst nach vielen Fehlern erkennt.

Wer zum Beispiel Modelle auf der Basis von Flüssen definiert und dazu Differentialgleichungen verwendet muss sich, wenn er damit biochemische Vorgänge modellieren will, eben nicht nur mit numerischen Algorithmen auskennen um zum Beispiel abschätzen zu können welches Runge-Kutta Verfahren mit Schrittweitensteuerung das geeigente ist, sondern er muss ebenos wissen in welchen konkreten einzelnen Schritten eine enzymatische Reaktion abläuft, welche instabilen Übergangsstadien existieren und wie diese von Parametern der umgebenden Lösung beeinflußt werden. Wie sonst sollte er wissen, wie groß die Unterschiede in den Koeffizienten sind und welche der unterschiedlichen Verfahren oder vielleicht eine Kombination die geeigneten sind, wie die nächsten Versuche zu planen sind, um bisher unbekannte Koeffizienten von Flüssen zu bestimmen.

In dieser Tiefe benötigt er Fachwissen aus beiden Gebieten, das sich auch nicht immer so einfach anlernen lässt. Natürlich kann ein Diplom-Informatiker sich auch in ein solches Gebiet einarbeiten. Werden aber genau solche Spezialisten stärker gesucht, zum Beispiel von Biofirmen oder von Insitituten so kann es durchaus sinnvoll sein, solche interdisziplinären Studiengänge einzurichten.

Ich kenne im Übrigen auch keinen Informatik Professor von Rang der interdisziplinäre Studiengänge ablehnt.

Die Neigung die eigene Fachrichtung stets höher zu bewerten als andere Fakultäten, insbesondere wenn sich Kompetenzfelder überschneiden, ist wohl im Mittelbau akademischer Laufbahnen nicht so selten zu beobachten, so dass die Bewertung solcher Aussagen auch auf Theorien und Modelle ausserhalb der entsprechenden Fachrichtung zurückgreifen kann.

Die Diskreditierung anderer Fächer und Gebiete hilft niemanden, gerade auch nicht dem, der sie praktiziert. Die normative Kraft des Faktischen, um diese Phrase einmal zu strapazieren, orientiert sich nicht an solchen Befindlichkeiten eifersüchtig auf die Einzigartigkeit ihrer Fakultät wachenden Akademiker sondern schreibt ihre eigenen Regeln. Wenn die Institute und die Industrie, mit deren Beteiligung und Einbindung solche Studiengänge generiert werden, entsprechend interdisziplinär ausgebildeten Akademiker benötigt, werden sie diese wahrscheinlich auch einstellen, wenn sie entsprechend ausgebildet sind. Das es dabei auch zu Fehlentwicklungen kommen kann ist nicht nitwendig zu erwähnen, zu solchen Fehlentwicklungen kann es auch in klassischen Diziplinen kommen, vor der auch gerade die Informatik nicht verschont bleibt, wie sonst ist die Beschwerde der Industrie zu werten die in den letzten Jahren eine anwenderorientierte eher praxistaugliche Richtungswende in der Informatik eingeleitet hat, etwas was hier von manchen Vertreter komplett verschwiegen wird, so als sei die ganze Informatik, wie vor etwa 10 Jahren in einem mathematisch theoretischen Elfenbeinturm eingesperrrt, behaftet mit jenem Dünkel, die Akademiker aus anderen Bereichen zu einem Kopfschüttelnden Grinsen inspirieren und Manager aus der Industrie in Rage versetzen kann und selbst in der Informatik nicht überall auf ungeteilte Gegenliebe stösst, weil Teamspieler heute viel stärker gefragt sind als die Genies im Turm, auch in der Wissenschaft. Festzuhalten ist, dass sich gottseidank nicht jede Fakultät den extremen Auffassungen anschließt und in vielen Studiengängen die Informatik ganz andere Paradigmen aufstellt und sich von solch extremen Ansichten distanziert, Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Ansonsten bin ich nach wie vor der Ansicht, dass das eigene Interesse für bestimmte Fachgebiete oder interdisziplinärer Fragestellungen viel entscheidener sein sollte. weil es im Studium und später im Beruf viel von der Motivitation abhängt und weniger von abstrakten Fähigkeiten die einfach zu oft überbewertet werden.

Wer sich in erster Linie für Informatik interessiert und die Biologie nur als Nebenfach betrachtet, welche die Anwendungsgebiete erweitern hilft, sollte besser Informatik studieren, derjenige aber der gerne beides miteinander verbinden möchte und sich auch für beide Fachgebiete begeistern kann, für den sind interdiszipliäre Studiengänge selbstverständlich eine ernstzunehmende Option.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger



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rotschl
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Anmeldungsdatum: 04.12.2005
Beiträge: 646

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 20:56:50    Titel:

algebrafreak hat folgendes geschrieben:
Ich würde grundsätzlich von "Bindestrich-Studiengängen" abraten. Wenn Du Dich vertiefen willst, kannst Du immer einen bodenständigen Studiengang wählen und dort einen entsprechenden Vertiefungsbereich aussuchen. Das hat für Dich folgende Vorteile: Bei der Bewerbung sieht man nicht, was Du genau kannst (und vor allem was Du genau nicht kannst) so lange, bis Du es nicht zeigst (in dem Du deine "Scheine" für Vertiefungsseminare und Vorlesungen rausholst). Daher ist die Auswahl von dem, was Du später machst, breiter. Weiterhin sind diese Bindestrich-Studiengänge eigentlich ein Trend, der meiner Meinung nach, noch nicht ausgereift ist, auch was Stundenpläne und Didaktik anbetrifft. Daher, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du eine schlechte Ausbildung bekommst, solltest Du einen solchen wählen (und es ist kein Gegenargument, dass die Profs die selben sind). Außerdem gehen viele unterdurchschnittliche Leute in solche Studiengänge rein, weil sie glauben, der Zusatzstoff würde einen oder anderen "Durchfall-Schwerpunkt" des Studienganges verdünnen. Daher könnte ich mir vorstellen, dass Du dann zwischen Versagern sitzt, was wiederrum auf die Güte der Ausbildung hinweist.


Wer hat dir denn den Quatsch beigebracht?

Informatik hat fast nirgendwo einen NC. Bindestrich-Informatiken haben häufig einen NC von 1,x-2,x. Deswgen ist so gesehen die Versagertheorie nicht haltbar.
Interdisziplinäre Studiengänge machen schon sehr viel Sinn, besonders wenn man in die Praxis will, dort ist so gut wie nirgendwo mehr reines Informatikwissen gefragt sondern Wissen die Informatik anzuwenden um Problemstellungen zu lösen.
In interdisziplinären Wissenschaften sind durchaus Vertiefungen möglich. Diese können auch anderer Natur sein, als das sie sich einem reinem Informatikstudenten erschließen würden (der hat dann auf anderen Gebieten Vorteile).
Wie schon oben gesagt gibt es kaum Gegner von interdisziplinären Studiengängen. Weder aus dem Informatiklager noch aus den Lagern anderer Wissenschaften. Es gibt sogar eher Befürworter. Diese Bindestrichstudiengänge sind übrigens auch kein Trend sondern gibt es schon seit Jahrzehnten.
Bei Bewerbungen sieht man durchaus das er was in einem Bereich kann es ist schließlich ein interdisziplinärer Studiengang (Ein Bioinformatiker wird wahrscheinlich nicht so geeignet sein SAP-Module zu programmieren wie ein Wirtschaftsinformatiker).
Ich finde deine Aussagen sehr seltsam und auch sehr vorurteilsbehaftet und intolerant. Außerdem beweißt die Praxis das sie unwahr sind. Du solltest mal über dein Verhalten und deine Einstellung nachdenken. Rolling Eyes
algebrafreak
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Anmeldungsdatum: 28.10.2004
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 11:32:16    Titel:

Welchen Sinn macht eine Diskussion bzw. welchen Wert machen Beiträge, wenn man nicht in der Lage ist die Ausgangsposition zu verstehen bzw. einfach die Beiträge davor zu lesen? Und genau das meinte ich mit Bodenlosigkeit. Ich wiederhole, den NC kann man sich sonst noch wohin schieben, wenn man nicht in der Lage ist einer Diskussion zu folgen... Ich bin mir übrigens überhaupt nicht sicher, dass ich Recht habe. Aber ein anständiges Gespräch wird es wohl nicht.
BBB
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 16:53:11    Titel:

algebrafreak hat folgendes geschrieben:

Der Satz ging ja weiter. Es geht um die Kondizionierung deines Könnens. D.h. Du kannst je nach Berufsrichtung dein Profil dem des Berufs anpassen, indem Du deine Leistungsnachweise selektierst. Z.B. ist es vorteilhafter eine Systemadministrator-Stelle als Dipl. Informatiker mit Vertiefungsgebiet Systemadministration anzutreten, als z.B. Dipl. Umweltinformatiker. Gleichzeitig brauch der Arbeitgeber aber nicht zu wissen, dass Du einen weiteren Vertiefungsgebiet hast, etwa Umweltinformatik, wie es bei Dipl. Umweltinformatiker sofort sichtbar wäre.

Nun mit Sicherheit ist Umweltinformatik kein Studium das unbedingt auf eine Stelle als Systemadministrator passt, aber das soll es ja auch gar nicht. Ein Informatiker mit Vertiefung in Umweltinformatik ist aber eben auch kein Umweltinformatiker genauso wenig, wie ein Informatiker mit BWL als Nebenfach ein Wirtschaftsinformatiker ist. Deine Schwerpunkte musst du übrigens vollständig angeben und insofern sieht jeder sowieso, welche Schwerpunkte du im Studium hattest.
Und wie ich schon sagte, hängt es auch bei interdisziplinären Studiengängen von deiner Vertiefung ab, wofür du wirklich in Frage kannst. Ein Wirtschaftsinformatiker kann je nach Vertiefung z. B. in Softwareentwicklung, IT-Beratung oder Rechtsabteilgungen tätig sein. Das Spektrum ist nicht geringer als bei reinen Informatik Studiengängen.

algebrafreak hat folgendes geschrieben:

Ich hätte "interdisziplinär" geschrieben, wenn ich das gewollt hätte. Es geht hier um Fächer, die in der Fachbezeichnung zwei fremde Gebiete vereinigen. Interdisziplinarität ist weder heute noch vor 200 Jahren aus der Wissenschaft wegdenkbar und wird es auch so bleiben.

Was sind denn für dich 2 fremde Fächer? Biochemie und Informatik sind es mit Sicherheit nicht und BWL und Informatik eben so wenig. Wie ich schon sagte waren die Ursprünge der Informatik die Mathematik und Elektrotechnik, sind das für keine "fremden" Fachrichtungen?


algebrafreak hat folgendes geschrieben:

Ja genau. Dir fehlt offenbar auch ein richtiges Verständnis vom Fach "Informatik". Die Diskussion will ich nicht einmal anreissen. Aber Du könntest bei Gelegenheit erklären, was Elektrotechnik mit Informatik zu tun hat? (Übrigens: Das Fach "Informatik" gab es schon viel länger, bloß den Namen hat es erst vor kurzem bekommen. Ich sage mal auch solche, wie Gödel, waren eigentlich Informatiker, obwohl völlig anderswo angesiedelt.)

Nun die Elektrotechnik findest du z. B. in der technischen Informatik wieder, welche zwar in D an den Unis mittlerweile in den Hintergund getreten ist, aber das ändert nichts daran, dass sie zu Anfang einen großen Einfluss auf die Informatik hatte.
Das was du unter Informatim verstehst, entspricht dem, was Dijkstra sagte, aber das ist ja nicht die einzige Sicht. Was Informatik ist, ist durchaus umstritten und Carl Adam Petri verstand die Informatik mehr als Mittel zu zwischenmenschlichen Kommunikation.

algebrafreak hat folgendes geschrieben:

Wenn man den so einfach bekommen könnte, würde es vielleicht an den deutschen FH's nicht so bodenlos zugehen. NC und co. sagen doch überhaupt nichts aus, denn gerade unter Leuten mit hohen Notenwerten verstecken sich oft die bodenlosesten (Leute mit schlechten Noten sind ja eh abgehackt).

Keine Ahnung wie es an deutschen FHs zugeht, aber ich sehe an unserer Uni nicht, dass unter den "reinen" Informatiker "bessere" Leute wären als in den interdisziplinären Studiengängen. Ich beziehe mich im Übrigen nur auf Unis, da ich über FHs nichts sagen kann und keine Erfahrungen damit habe.

algebrafreak hat folgendes geschrieben:

Und ich wette, Du besuchst so einen "Bindestrich-Studiengang" und bist wohl daher gereizt. Naja. Es wird sich zeigen, ob diese geistige Revolution Boden haben wird. Ich behaupte mal, gegen eine solide bodenständige Uni-Ausbildung in einem Fach, dessen Namen man nicht zwei Minuten aussprechen muss, kommt keines dieser Sprößlinge entgegen.

Richtig und ich wette mal, dass du Informatik mit Schwerpunkt theoretischer Informatik studiert hast, denn du stellst nur sie als die alleinige Informatik dar. Die Informatik besteht eben nicht nur auf theor. Info und sie entstammt auch nicht nur der Mathematik.
Gereizt bin ich aber keines Falls, denn man kann über das Thema ja gerne diskutieren, aber deine Ansichten sind teils etwas altmodisch. Ich wüsste nicht, was an einem Informatik Studium bodenständiger sein soll, als ein gutes interdisziplinäres Studium (was "gut" dabei heißt, hab ich ja schon erklärt).
algebrafreak
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Anmeldungsdatum: 28.10.2004
Beiträge: 4143
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 18:29:50    Titel:

Zitat:
Nun mit Sicherheit ist Umweltinformatik kein Studium das unbedingt auf eine Stelle als Systemadministrator passt, aber das soll es ja auch gar nicht.


Wie viele Leute kennst Du, die nach ihrem Studium genau das Vertiefungsgebiet machen, welches sie studiert haben? Bei mir sind das echte Seltenheiten.

Zitat:
Ein Informatiker mit Vertiefung in Umweltinformatik ist aber eben auch kein Umweltinformatiker genauso wenig, wie ein Informatiker mit BWL als Nebenfach ein Wirtschaftsinformatiker ist. Deine Schwerpunkte musst du übrigens vollständig angeben und insofern sieht jeder sowieso, welche Schwerpunkte du im Studium hattest.


Wer zwingt Dich dazu? So weit ich weiß, ist das gerade der Witz daran, dass man Sachen "geschickt" täuscht.

Zitat:
Und wie ich schon sagte, hängt es auch bei interdisziplinären Studiengängen von deiner Vertiefung ab, wofür du wirklich in Frage kannst. Ein Wirtschaftsinformatiker kann je nach Vertiefung z. B. in Softwareentwicklung, IT-Beratung oder Rechtsabteilgungen tätig sein. Das Spektrum ist nicht geringer als bei reinen Informatik Studiengängen.


Ich vertrete die Meinung, dass dein Vertiefungsgebiet einfach nur den Zweck erfüllt, im Studium mal eine Spezialisierung kennen zu lernen. Und im Beruf wird man sich sowieso spezialisieren.
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