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Konkurrenzproblematik!
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GOoDWiIL
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 09:46:50    Titel: Konkurrenzproblematik!

Moinsen!

Ich habe Probleme folgende Straftaten in die Konkurrenzlehre einzuordnen.

Im ersten Handlungskomplex verübt A folgedne Straftaten an B--> 212 I, 211 I, II, 22, 23 I; 223, 224, 227

Der zweite macht es da schon etwas leichter: Straftaten verübt von C an A--> 303 I

Im dritten kommt es dann wieder dicke: Straftaten verübt von A an C--> 223, 239, 240 I


Nach BGHSt 16, 122 tritt eine mit einem versuchten Tötungsdelikt zusammentreffende vorsätzliche Körperverletzung nicht zurück, sondern steht dazu in Tateinheit. Allerdings ist fraglich, ob die gefährliche KV und KV mit Todesfolge dann auch in Tateinheit stehen? Sollte die erste Handlung und die dritte Handlung als Tateinheit oder Tatmehrheit abgeurteilt werden?

Gruß

GOoDWiIL
GOoDWiIL
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 12:31:34    Titel:

Kann wirklich keiner was zu sagen? Habe in der Bib schon mehrere Lehrbücher gewälzt, bin aber jetzt noch verwirrter als zuvor! Wäre echt toll, wenn sich jemand äußern könnte.
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 12:42:48    Titel:

Bist Du Dir sicher, daß eine Fallkonstellation vorliegt, in der im Rahmen einer natürlichen Handlung oder Handlungseinheit eine versuchte vorsätzliche Tötung zu bejahen ist, es aber (nur) zu einer gefährlichen KV mit zurechenbarer Todesfolge kommt?! Erscheint mir selbst theoretisch spontan schwer vorstellbar.
Die Unterscheidung von Tateinheit und Tatmehrheit ist iÜ primär eine Frage des konkret vorliegenden Sachverhaltes (unterschiedliche Handlungen?), uU auch (mit) der betroffenen Rechtsgüter.
GOoDWiIL
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 14:01:53    Titel:

A sticht den B nieder, den er für den C hält. Er möchte ihn beseitigen, packt diesen in den Kofferraum und B befreit sich während der Fahrt aus dem Kofferraum. Dummerweise aus dem fahrenden Auto, wobei er verstirbt. Gefährliche KV aufgrund der Stiche und Versuchte Tötung, weil im Zeitpunkt der Stiche keine Todesfolge eintrat. Diese trat aber durch die KV ein, welche B veranlasste zu fliehen (siehe z.B. Fenstersturzfall, der ähnlich entschieden wurde). Danach zwingt der A den C, der wichtige Akten verschwinden ließ, ihm diese auszuhändigen und Anwendung körperlicher Gewalt. Fraglich ist nun, wie die Strafbarkeit des A zu handhaben ist. Beide Ereignisse getrennt der Tateinheit zuführen, oder in Tatmehrheit entscheiden? In Tatmehrheit müsste dann aber schließlich die zweite KV hinter die KV mit Todesfolge der ersten Handlung zurücktreten, oder?
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 14:31:16    Titel:

Rechnet man den Todeserfolg an B dem A subjektiv tatsächlich nicht zu (was ich für zweifelhaft halte, aber das wäre eine andere Frage - diesen SV hatten wir ja schon ein paar mal), muß man in dieser Konstellation trotzdem eine Handlung annehmen, da Tötungs- und KV-Handlung ja schon eine natürliche Handlung bilden. Angezeigt wäre dann aus Klarstellungsgründen Idealkonkurrenz, damit das verwirklichte wie das versuchte Unrecht vollständig zum Ausdruck kommen.
Die Handlungen gegenüber B stehen dazu in Tatmehrheit (andere Handlung, anderer Rechtsgutsträger).
GOoDWiIL
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 17:28:46    Titel:

Du meintest wohl die Handlungen gegenber C stehen in Tatmehrheit. Somit quasi 212 I, 211 I, II, 22, 23 I in Tateinheit mit 223, 224, 227 in Tatmehrheit mit 223, 239 und 240? Fallen da nicht zumindest nicht die 223 raus?
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 17:46:36    Titel:

Ja, C war gemeint.
Klar wird § 223 von der Qualifikation § 224 verdrängt; warum das aber auch bei §§ 239, 240 der Fall sein sollte, ist mir nicht ersichtlich.
GOoDWiIL
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2006 - 18:15:26    Titel:

Also würdest du unter Zugrundelegung der BGH-Meinung zum Verhältnis der Tötugs- zu den Körperverletzungsdelikten meine Lösung als passend erachten, oder? Oder hast du gar eine andere Lösung?
GOoDWiIL
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 12:10:17    Titel:

Kann man die Lösung so stehen lassen, oder gibt es irgendwelche Verbesserungsvorschläge? Vielleicht erbarmt sich noch jemand, auch wenn vielleicht derzeit die HAs interessanter sind Sad !
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