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Leitkultur fordernde sind Witzfiguren.
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kUmPaRaBLN
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 02:22:21    Titel: Leitkultur fordernde sind Witzfiguren.

Autor Feridun Zaimoglu über sein jüngstes Buch und gesellschaftliche Umwälzungen in der Türkei

Vom 22.04.2006



Der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu ("Kanak Sprak", "Leyla") gilt als Chronist des kulturellen Wandels. Im Gespräch äußert sich Zaimoglu über die Faszination des Fremden, gesellschaftliche Umwälzungen in der Türkei, die Forderung nach einer deutschen Leitkultur sowie die Hysterie im Karikaturenstreit. Feridun Zaimoglu wird am Donnerstag, 11. Mai, um 20 Uhr in der Buchhandlung Ruthmann in Bodenheim lesen.


Was hat Sie bewogen, in Ihrem jüngsten Buch "Leyla" die Lebensgeschichte einer türkischen Frau zu schreiben?

Interview


Zaimoglu: Eines Morgens saß ich in einem Café in Kreuzberg. Als ich hinausschaute, erblickte ich eine Türkin der ersten Generation, im Laufe der Jahre deformiert durch das Tragen schwerer Einkaufstüten. In solchen banalen Situati-onen komme ich auf die abenteuerlichsten Gedanken. Wahrscheinlich war sie eine wunderschöne Frau, als sie nach Deutschland kam. Was hatte die wohl für eine Vorgeschichte? Plötzlich war ich entzündet - und das Elend fing an: anderthalb Jahre Recherchearbeit!

Wie haben Sie für die Figur der Leyla recherchiert?

Zaimoglu: Ich wollte diesen ganz bestimmten weiblichen Ton. Das führte mich an die Grenzen meiner Belastbarkeit und ich geriet in eine kalte Hölle. Ich besuchte zwei Dutzend Mütter türkischstämmiger Freunde und wollte von ihnen wissen, wie eine Frau ihre Geschichte erzählt. Schließlich war ich drin. Dann habe ich das Buch wie im Fieberwahn innerhalb von dreieinhalb Monaten geschrieben.

Warum ist Ihnen die Emanzipation der anatolischen Frauen ein Anliegen?

Zaimoglu: Ich würde es nicht als Emanzipation bezeichnen. Auf dem Markt der vielen Entfaltungsmöglichkeiten in Deutschland sind Frauen angetreten, um Befreiung zu proklamieren durch den totalen Bruch mit der Vergangenheit, mit der Geschichte, mit Riten, Ritualen und Bildern. Meiner Meinung nach findet da eine Ideologisierung statt. Bei mir sind es die so genannten einfachen Frauen, die sich in winzigen Schritten kleine Freiräume freikämpfen. Ich wollte die Lebensgeschichte einer Frau schreiben und keine Kunstfigur erfinden, die herhalten muss für das Bild der Anatolierin, die mit der starken Tradition bricht.

Was halten Sie von der Forderung nach einer deutschen Leitkultur? Muss ein Zuwanderer sich so integrieren, dass er sich nicht mehr von anderen Menschen unterscheidet?

Zaimoglu: Die Leute, die diese Leitkultur fordern, sind in meinen Augen Witzfiguren. Sie machen das, weil sie gewisse politische Ansichten haben, es geht ihnen nicht wirklich um die Leitkultur. Das hat zur Folge, dass das soziale Klima vergiftet wird. Die Forderung nach verbindlichen Spielregeln führt komischerweise immer dazu, dass auf Fremdstämmige eingeprügelt wird.

Der umstrittene Prozess gegen den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk wegen "Herabwürdigung des Türkentums" ist eingestellt worden. Werten Sie das als Zeichen einer echten Öffnung der Türkei gegenüber Europa?

Zaimoglu: Im Gegensatz zu den professionellen türkischstämmigen Freizeitliberalen, die die Türkei von Deutschland aus mit erhobenem Zeigefinger erklären, bin ich sehr optimistisch gestimmt. Weil ich sehe, dass das Land meiner Eltern auf dem besten Wege ist, ein schönes freies Land zu werden. Das braucht aber Zeit.

Kann man angesichts des Karikaturenstreits überhaupt noch etwas Kritisches über den Islam schreiben?

Zaimoglu: Auch da verweise ich auf Leylas Geschichte. Die Menschen in der Kleinstadt, in der sie aufwächst, sind einem traditionellen Islam verhaftet. Diese Tradition führt zur Verkrüppelung der Frauen und anderer Menschen, die sich nicht einfügen wollen. Für mich war es selbstverständlich, das in aller Deutlichkeit herauszustellen. Ich sehe mich als Moslem, der weiß um die große Kluft zwischen dem traditionellen Glauben der armseligen Herdenmänner und dem Islam. Es wäre zu einfach, die ganze Schuld auf den Islam abzuladen. Da muss man genauer hinsehen. Wenn da Missstände sind, soll man keinen Bogen um sie machen. Aber diese Leyla beruft sich auch auf Gott.

Das Gespräch führte

Olaf Neumann


http://www.allgemeine-zeitung.de/feuilleton/objekt.php3?artikel_id=2355919

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Durchblick 65
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 03:03:21    Titel:

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 13:32:19, insgesamt einmal bearbeitet
Rashida
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 09:14:01    Titel:

Na na Durchbllick schau doch mal genau.....

Die Frage des Interviewers:

Zitat:
Was halten Sie von der Forderung nach einer deutschen Leitkultur? Muss ein Zuwanderer sich so integrieren, dass er sich nicht mehr von anderen Menschen unterscheidet?


und die darauf folgende Antwort :

Zitat:
Zaimoglu: Die Leute, die diese Leitkultur fordern, sind in meinen Augen Witzfiguren. Sie machen das, weil sie gewisse politische Ansichten haben, es geht ihnen nicht wirklich um die Leitkultur. ....


Er bezieht sich m.E. genau auf die, von dem Interviewer, angesprochene Vorstelllung von Leitkultur ( beachte das Wort diese!), die natürlich auch Vertreter hier in Deutschland hat, zum LGück aber nicht zuviele!

Deswegen würde ich ihn nicht gleich verurteilen, er wurde nach "dieser" Art von Leitkultur befragt und er hat sich zu dieser geäußert.

Wenn liegt der Fehler bei dem Fragesteller
Durchblick 65
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 11:07:49    Titel:

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 13:31:31, insgesamt 5-mal bearbeitet
duhastdiehaareschoen
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 11:23:16    Titel:

was habt ihr eigentlich gegen assimilation? wenn wir alle zu deutsche machen gibt es keine probleme mehr mit den migranten. die einwander aus italien, spanien, jugoslawien und griechenland, die in den 60ern und 70ern nach deutschland kamen, wurden so gut wie alle assimiliert. da hört man nichts mehr von integrations- oder sprachproblemen. sie sind einfach zu deutschen geworden.
daran sollten sich die anderen migranten mal ein beispiel nehmen.
Rashida
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 11:32:54    Titel:

Zitat:
Hier dockt sich Kollege Schriftsteller an der Suggestivfrage eindeutig an und differenziert nicht die Berechtigung der Forderung an sich ,so wie sie gemeint ist...damit bestätigt er wohlwollend die Interpretation des Fragestellers.....


Ja beides bescheuert! Blöde Frage, blöde antwort...aber wie hätte der Schriftsteller auf eine vernünftige Frage geantwortet? Hat er sich dementsprechend schon mal geäußert? Wenn nicht bleibt der Zweifel.

@ duhastdiehaareschön

Gegen eine vernünftige Anpassung hat doch keiner was, auch nicht gegen die Forderung, das gleiche halte ich nämlich auch für wichtig! Für die Bevölkerung des Aufnahmelandes ebenso wie für die zu Integrierenden.

Das Italiener und andere, das alles schon perfekt haben würde ich auch so nicht sagen. Habe mal ne Studie dazu gelesen, die befasst sich vorallem mit Jugendlichen von heute und zeigte auf, das auch hier noch eine Menge Aufholbedarf besteht. ( schaue mal ob ich sie finde)

Man darf halt nicht vergessen, was assimilieren bedeuten soll....meiner Meinung nach nciht das was oben beschrieben ist....
Durchblick 65
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 11:45:08    Titel:

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 13:30:29, insgesamt einmal bearbeitet
Durchblick 65
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 11:50:41    Titel:

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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 13:29:43, insgesamt einmal bearbeitet
Rashida
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BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 11:59:47    Titel:

Ich zähle im übrigen auch gleiche Chancen und weniger Unterschiede in Bildung usw. als Zeichen für ( vernünftige) gelungene Assimilation.

@ duhastdiehaareschön

hier mal nen Link:

ethnische Unterschiede im Bildungssystem

Ich wollte mit meiner vorherigen Aussage verdeutlichen, dass wir uns jetzt nicht auf eine Personengruppe stürzen sollten und die Probleme der anderen vernachlässigen oder beschönigen sollten, denn nachher sind dann genau sie es, die allen anderen hinterherhinken....
MJackson7
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Anmeldungsdatum: 29.03.2006
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 22 Apr 2006 - 13:41:35    Titel:

@ duhastdiehaareschön

Weißt du eigentlich, was du da von den Leuten verlangst? Alle sollten zu Deutschen werden?? Soll jemand, nur weil er in Deutschland lebt seine Herkunft vergessen und seine Persönlichkeit komplett umgestalten?? Das ist doch nur ein schlechter Witz...

Natürlich muss sich jeder anpassen, das ist keine Frage. Vor allem ist die deutsche Sprache pflicht. Man sollte diejenigen, die neu nach Deutschland kommen, nach einer angemessenen Zeit, vielleicht 1 Jahr, zu einem Deutsch-Test verpflichten. Wenn sie den bestehen, dürfen sie hier bleiben,wenn nicht, muss man sich was überlegen...

Was ist denn deiner Meinung nach "Deutsch"?? Was erwartest du von den Migranten?? Hat jeder nicht das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung, wie willst du dem Grenzen ziehen?? Muss dann jeder täglich ein Bier trinken oder was??


Du verlangst eindeutig zu viel von den Leuten...
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