Welches Gesellschaftssystem?
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olf79 Newbie


Anmeldungsdatum: 23.04.2006 Beiträge: 5
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Verfasst am: 23 Apr 2006 - 23:09:10 Titel: Welches Gesellschaftssystem? |
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Hallo zusammen, ich fange gleich mit einem schwierigen Thema an:
Welche Gesellschaftsform ist euerer Meinung nach, die wonach der Mensch streben sollte?
- Der fehlgeschlagene Sozialismus
- Oder unser hiesiger Kapitalismus (noch Soziale Marktwirtschaft)
Bzw. hält jemand die Aussagen von Karl Marx für richtig und übertragbar auf unserer Zeit (ich muss mich erst durch sein Werk das Kapital kämpfen).
Um es gleich vorweg zunehmen: ich bin mir nicht sicher welches System wirklich „humaner“ ist (habe die DDR nicht aktiv erlebt sondern nur aus Erzählungen und daraus will ich mir kein Urteil erlauben). Ich informiere mich gerade ein wenig und habe bisher Bücher von Sahra Wagenknecht: Kapitalismus im Koma, Christa Luft: Wendeland (sehr gutes Buch), Lothar Bisky: so viele Träume, Kom. Manifest und zurzeit lese ich von Wolfgang Leonard: die Revolution entlässt ihre Kinder.
Alles im allen bin ich im Moment auf dem Stand, dass der Sozialismus von der Idee her gut ist und sicher seine Vorteile hat! Aber der real existierende Sozialismus so was von schlecht durchgeführt das einem da schon wieder die Lust darauf vergeht.
Was sind eure Meinungen.
Zuletzt bearbeitet von olf79 am 23 Apr 2006 - 23:36:32, insgesamt einmal bearbeitet |
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Onkel Josef Junior Member


Anmeldungsdatum: 20.02.2006 Beiträge: 64
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Verfasst am: 23 Apr 2006 - 23:25:09 Titel: Re: Welches Gesellschaftssystem? |
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Am besten wir bauen die Mauer wieder auf, und dann können die PDS-Leute (im Osten) zeigen was sie können
Sozialismus hat noch nie funktioniert. Nirgendwo!
Der DDR ging es noch relativ gut, wegen der Millonen Päckchen aus Westdeutschland, und der finanz. Förderung. _________________ Der Koran online: http://www.al-islam.com/maknazlatin/Hits.asp?l=ger&p=0-0-2-0-1-&subjno=15&pathCount=4 |
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Durchblick 65 Senior Member


 Anmeldungsdatum: 24.02.2006 Beiträge: 615
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Verfasst am: 23 Apr 2006 - 23:28:45 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:17:37, insgesamt einmal bearbeitet |
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olf79 Newbie


Anmeldungsdatum: 23.04.2006 Beiträge: 5
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Verfasst am: 23 Apr 2006 - 23:44:41 Titel: |
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@ onkel Josef ganz ruhig! ich beschäftige mich ganz objektiv mit den Thema und wie man aus mein Beitrag es lesen kann, bin ich hier nicht auf Stimmenfang für die PDS oder so.
@durchblick 65 Die Wagenknecht hat aber eine gewisse Anziehungskraft auf mich (nicht wegen dem Äusseren) und mein ehemaliger BWL Dr. in der Lehre meinte mal im Unterricht Marx hatte recht mit dem was er geschriebene hatte, er war aber kein Ost- Deutscher sondern West- Berliner und ist auch sonst ein feiner Kerl.
Danke erstmal für die zwei Beiträge, bitte mehr davon.[/quote] |
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Macabre Deified Senior Member


 Anmeldungsdatum: 11.05.2005 Beiträge: 1916 Wohnort: The Republic of Elbonia
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Verfasst am: 23 Apr 2006 - 23:53:33 Titel: |
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Ich bin für den Kapitalismus. Und ich muss ganz klar sagen - für einen sehr liberalen Kapitalismus.
Warum? Ziemlich leicht zu erklären - Ich kann es nicht ab, wenn eine Gruppe meint, für alle Menschen entscheiden zu müssen - wieso sollte irgendein Besserwisser wissen, was ich zu denken habe, was meine Wünsche und Verlangen, was meine Abneigungen sind?
Eben das ist das Problem des Kommunismus, des Absolutismus, usw.
Im liberalen Kapitalismus sehe ich nun die Chance, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, wie er leben möchte. Wehr wer auf "einen Sozialstaat" legt, kann in private (!) Versicherungen investieren, das hat fast das selbe zur Folge. Wer dagegen ist, lässt es eben.
Jeder muss für sich selbst die Konsequenzen einer Handlung abschätzen.
Weiterhin bringt der liberale Kapitalismus die meiste Reichtumssteigerung, in anbetracht ärmerer Nationen sowie meines eigenen Wohlstandswunsches ist das klar ein Vorteil.
Das ist das, was ich mir wünsche, und das einzige, was mMn größtmögliche Freiheit bietet.
Wenn man dann noch zusätzlich bedenkt, dass Kommunismus/Sozialismus untergegangen sind, genauso wie Protektionistische Wirtschaften mit der Zeit nachhinkten und doch wieder liberale märkte einführen mussten, usw... dass die Monarchie gestürzt wurde, und und und... dann sieht für mich kapitalismus aus wie eine doch zumindest nicht ganz schlechte sache, vergleichen mit den bekannten alternativen...
Die systeme, die an die vernunft des menschen apellieren sind zum scheitern verdammt - eben darum ist kapitalismus davor geschützt, er baut auf dem tiefen egoismus eines jeden menschen auf. _________________ "Erfahrung" ist das, was man meint zu haben, bis man noch mehr davon hat.
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Durchblick 65 Senior Member


 Anmeldungsdatum: 24.02.2006 Beiträge: 615
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 00:03:38 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:16:42, insgesamt einmal bearbeitet |
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coffeinjunky Senior Member


 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 00:43:11 Titel: |
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So, da Sheep sich nicht meldet erhebe ich nun Einspruch! Der Kapitalismus ist keine Gesellschaftsform. Er ist eine Wirtschaftsordnung, aber auch nicht mehr. Wir sollten nicht versuchen eine Wirtschaftsordnung zur Gesellschaftsform zu erheben, denn dann haben wir wirklich erbärmlich Zustände in unserem Land.
Beste Grüße
coffeinjunky
ps: ich finde immer noch, wir erfinden einfach den Replikator und dann wird alles gut.  _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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Durchblick 65 Senior Member


 Anmeldungsdatum: 24.02.2006 Beiträge: 615
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 01:00:42 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:16:04, insgesamt einmal bearbeitet |
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coffeinjunky Senior Member


 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Durchblick 65 Senior Member


 Anmeldungsdatum: 24.02.2006 Beiträge: 615
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 01:20:47 Titel: |
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@Coffeinjunky : Sollte dies eine Anspielung sein....müßte ich dich bitten dich selbst zu editieren......
Aber : Ich kann dir versichern mit dem " VEB Guck und Horch " ( Partnerstädte : Lauscha und Greifswald..) nix am Hut gehabt zu haben.
Grund : Simpler Sportsgeist und Fair -Play -Gerechtigkeitswahn für alle !
Lies meine Beiträge,die spiegeln das ! Das ich so spät noch online bin hängt mit meinem Schichtsytem zusammen. Muß morgen erst wieder auf Nachtdienst.Und :1x pro Monat bin ich ca.1 Woche im Osten ,da habt ihr sowieso Ruhe vor mir......  _________________ Sieh die Welt mit den Augen eines Kindes und du wirst sie erkennen..... |
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olf79 Newbie


Anmeldungsdatum: 23.04.2006 Beiträge: 5
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 08:19:05 Titel: |
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@ coffeinjunky gut der Kapitalismus ist wohl eher eine Wirtschaftsordnung, bloß beeinflusst ja direkt die Gesellschaft in der wir Leben. Oder nicht?
@Macabre Deified mit den sozialen Vorsorgen gebe ich dir ja recht das -wenn man finanziell dazu in der Lage ist- man genauso –ja teilweise besser- abgesichert wie in der sozialen Marktwirtschaft.
@ durchblick 65 sicher die Wagenknecht sieht recht verbissen aus und sie hat eine schreckliche Art sich zu kleiden, ich finde Sie aber irgendwie interessant, vom Inhalt her am seriösesten wirkte auf mich bisher die bereits angesprochene Frau Christa Luft.
Zu deinen angesprochenen Punkten:
1. Rechnet es sich -ohne Enteignungen - gegen ?
2. Berücksichtigt es die Freiheit des Individuums ? ( egal ob Unternehmer oder Arbeitnehmer)
1. Wie währe es mit einer lockeren Regelung, dass Betrieb wie Schulen, Krankenhäuser, Krankenkassen, Wohnungsbaugesellschaften, Wasserbetriebe, Stromanbieter in der staatlichen Hand bleiben, der Rest kann ja gerne Privat bleiben, bloß die wirklich großen Konzerne sollten sich wieder ihrer sozialen Verantwortung erinnern.
2. Zitat: Die Freiheit des einen ist die Unfreiheit des Anderen! Nein so einfach ist dies sicher nicht, aber auf Freiheit sollte man großen Wert legen und dies muss gewährleistet sein. Ich kann mich noch erinnern einmal gelesen zu haben: wenn jemand sein Glück nicht erkennt, so muss man ihn dazu zwingen. So etwas ist mir dann doch zu krass.
Zu Marx äußere ich mich noch später. |
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Sheep Senior Member


 Anmeldungsdatum: 14.06.2005 Beiträge: 972
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 10:52:26 Titel: |
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| olf79 hat folgendes geschrieben: |
| 2. Zitat: Die Freiheit des einen ist die Unfreiheit des Anderen! Nein so einfach ist dies sicher nicht, aber auf Freiheit sollte man großen Wert legen und dies muss gewährleistet sein. |
Gestehst Du dann dem Einzelnen die Freiheit zu, selbst zu wählen in welchem Umfang er gebildet werden möchte ? Gibst Du ihm die Möglichkeit, über die Inhalte und Themen seines zukünftigen Wissens selbst zu bestimmen ?
Darf er frei entscheiden, wieviel er bereit ist, für seine Gesundheit auszugeben, und frei festlegen, welche Leistungen er von seiner Krankenkasse erwartet, und für welche er bereit ist, sie aus eigener Tasche zu bezahlen ?
Hat der Mensch die Freiheit über sein Leben zu entscheiden, und damit die Möglichkeit abzuschätzen welche Risiken sein Leben bergen werden, und somit individuell die Versicherungen abzuschliessen, die er für notwendig hält ?
Soll der Mensch bei der Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern, wie Nahrung, Wasser und Energie, einem Monopolisten ausgeliefert sein, der damit die Preise, Qualität und Menge dieser Güter ohne Rücksicht festlegen kann, oder soll er die Möglichkeit haben, ständig unter einer Vielzahl von Anbietern den besten, günstigsten und zuverlässigsten herauszusuchen ?
In der beantwortung dieser Fragen zeigt sich, ob Du wirklich "grossen Wert" auf Freiheit legst, wie Du behauptest. |
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Durchblick 65 Senior Member


 Anmeldungsdatum: 24.02.2006 Beiträge: 615
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 10:59:32 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:14:23, insgesamt einmal bearbeitet |
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Pauker Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005 Beiträge: 7763 Wohnort: Schwäbisch Hall
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 16:02:08 Titel: |
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[quote="SheepGestehst Du dann dem Einzelnen die Freiheit zu, selbst zu wählen in welchem Umfang er gebildet werden möchte ?
Darf er frei entscheiden, wieviel er bereit ist, für seine Gesundheit auszugeben,
Hat der Mensch die Freiheit über sein Leben zu entscheiden, und damit die Möglichkeit abzuschätzen welche Risiken sein Leben bergen werden, und somit individuell die Versicherungen abzuschliessen, die er für notwendig hält ?
[/quote]
Ist jeder Mensch auch bereit die Folgen seines Handelns selbst zu tragen? Also sterben, wenn man keine Krankenversicherung abgeschlossen hat und der Blinddarm durchbricht?
Oder noch schlimmer: sterben, weil man sich die entsprechenden natürlich privaten Versicherungen als Geringverdiener nicht leisten kann.
Oder auch schlimm: sterben, weil man ein hohes Risiko hat und keine private Versicherung einen versichern will.
Sich sein Leben verhunzen, weil man mit zarten 15 Jahren nicht mal ansatzweise abschätzen kann, was das Abbrechen einer Ausbildung für Folgen hat.
Usw. usf.
Gruß
Pauker _________________ and remember: the light at the end of the tunnel may be you! |
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Dirk Nerge Full Member


Anmeldungsdatum: 06.12.2005 Beiträge: 321
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 16:07:25 Titel: |
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| Unsere Gesellschaftsordnung in Deutschland ist eine der besten Ordnungen der Welt. |
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Hyperion Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.02.2006 Beiträge: 623
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 18:01:25 Titel: |
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Ich muss jetzt doch mal den lieben Kommunismus verteidigen:
1. Der Sozialismus ist wie gesagt wirklich sehr schlecht durchgeführt worden. Ich weiß nichtmal, ob er überhaupt jemals hätte kommen sollen. Eine Aristokratie erleichtert das Entstehen eines Kommunismus, da sie diesen herbeiführen kann, was aber Honecker, Ulbricht, Stalin, Lenin nicht gemacht haben.
2. Der Kommunismus schräckt keineswegs die Freiheit des Menschen ein! Nur der Besitz wird aufgeteteilt. Und wer dann die Leistung erbringt, die des Besitzes würdig ist, erhält auch Besitz. Ansonsten ist der Kommunismus die Spitze der Demokratie.
3. Im Gegensatz zum Kapitalismus ist der Kommunismus gerecht. Im Kapitalismus werden die Reichen immer reicher, die Armen ärmer. Im Kommunismus sind alle reich. Würde die gesamte Welt jetzt kommunistisch werden, hätten wir enorme Möglichkeiten. Ein sicheres, gerechtes Amerika. Keine Diktatur. EIn fortschrittliches Afrika. Abschaffung der AKW.
4. Keiner herrscht im Kommunismus. Die Gesellschaft regiert sich selbst, der Staat ist nur noch eine Verwaltung. Jeder hat die Möglichkeit, die Politik direkt zui beeinflussen und es wird das Beste für alle erreicht. Das ist deutlich mehr Freiheit, als es sie jetzt irgendwo gibt.
EDIT: schreckt
Zuletzt bearbeitet von Hyperion am 24 Apr 2006 - 21:27:45, insgesamt einmal bearbeitet |
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Sheep Senior Member


 Anmeldungsdatum: 14.06.2005 Beiträge: 972
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 18:06:07 Titel: |
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| Pauker hat folgendes geschrieben: |
| Ist jeder Mensch auch bereit die Folgen seines Handelns selbst zu tragen? Also sterben, wenn man keine Krankenversicherung abgeschlossen hat und der Blinddarm durchbricht? |
Oder sterben, weil man sich eine gefährliche Sportart wie "Free climbing" ausgesucht hat ?
| Zitat: |
Oder noch schlimmer: sterben, weil man sich die entsprechenden natürlich privaten Versicherungen als Geringverdiener nicht leisten kann.
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Oder noch schlimmer: sterben, weil aus kostengründen die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen aus dem staatlichen "Rundumversorgerpaket" gestrichen wurden ?
| Zitat: |
Oder auch schlimm: sterben, weil man ein hohes Risiko hat und keine private Versicherung einen versichern will.
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Oder auch schlimm: sterben, weil man ein hohes Risiko hat, der Staat aber beschlossen hat, genau dieses Risiko aus dem Leistungspaket zu nehmen, weil es nur bei sehr wenigen Menschen besteht.
| Zitat: |
| Sich sein Leben verhunzen, weil man mit zarten 15 Jahren nicht mal ansatzweise abschätzen kann, was das Abbrechen einer Ausbildung für Folgen hat. |
Sich sein Leben verhunzen, weil man mit zarten 18 Jahren unbedingt eine 900ccm KTM zulegen muss, und nicht mal ansatzweise abschätzen kann, was ein kleiner Fahrfehler für Folgen hat.
Ja, das Leben ist gefährlich, und nur weil "Staat" draufsteht, wird es nicht sicherer. |
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Macabre Deified Senior Member


 Anmeldungsdatum: 11.05.2005 Beiträge: 1916 Wohnort: The Republic of Elbonia
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 19:10:58 Titel: |
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| Zitat: |
| 1. Der Sozialismus ist wie gesagt wirklich sehr schlecht durchgeführt worden. Ich weiß nichtmal, ob er überhaupt jemals hätte kommen sollen. Eine Aristokratie erleichtert das Entstehen eines Kommunismus, da sie diesen herbeiführen kann, was aber Honecker, Ulbricht, Stalin, Lenin nicht gemacht haben. |
Wenn das und das anders wäre, jaaa, dann würde das doch alles passen
Wieso bitte hat niemand diesen doch angeblich weit besseren (und real möglichen) Weg genommen, wenns doch so toll ist?
| Zitat: |
| Der Kommunismus schräckt keineswegs die Freiheit des Menschen ein! Nur der Besitz wird aufgeteteilt. Und wer dann die Leistung erbringt, die des Besitzes würdig ist, erhält auch Besitz. |
Das würde heissen, dass die einzige reale Aktion die Abschaffung des Geldes wäre. Wenn man für mehr Arbeit mehr Leistung erhält ist das wie im Kapitalismus - eventuell einem kapitalistischen Staat mit Sozialsystem, dass man eben Abgaben an die Allgemeinheit leisten muss.
| Zitat: |
| Im Gegensatz zum Kapitalismus ist der Kommunismus gerecht. |
Beweise?
| Zitat: |
| Im Kapitalismus werden die Reichen immer reicher, die Armen ärmer. |
Und im Kommunismus werden alle immer Ärmer Ja, "gerecht", total
Dieses Argument, dass die Reichen immer Reicher werden ist ein widerlegtes Scheinargument, man kann die Schere zwischen Arm und Reich beobachten und stellt dabei fest, dass selbige sich über die Jahre weiter geschlossen hat, als sie zuvor war.
| Zitat: |
| Würde die gesamte Welt jetzt kommunistisch werden, hätten wir enorme Möglichkeiten. |
Ja ne, is klar
Sag mir, wieso ist kein ehemals kommunistisches Entwicklungsland auf die Beine gekommen? Oft sogar bakrott gegangen? Und wieso wurde erst mit Einführung eines liberalen Marktes und somit des Kapitalismus ein passables Wachstum erreicht?
| Zitat: |
| Ein sicheres, gerechtes Amerika. Keine Diktatur. |
Diktatur der Proletariats?
| Zitat: |
| EIn fortschrittliches Afrika |
a) wer zahlts?
b) reichtum muss sich entwickeln, mann kann nicht mit dem finger schnippsen und schon ist der reichtum da, so schön das auch wäre. Ein heutiges Entwicklungsland wird einige Jahrzehnte brauchen, aber ist dann ein eigenständiges Land, in dem der Lebensstandart weit besser ist als heute, in dem er passabel ist.
| Zitat: |
| Abschaffung der AKW. |
Scheinthese, solange keine Argumente für deren Abschaffung bestehen, die die Vorteile überwiegen. Wäre dem so wären sie übrigens wahrscheinlich nicht allzu wirtschaftlich, verglichen mit anderen Energiegewinnungstechniken. Schon komisch, dass Atomkraftwerke nicht subventioniert werden, diverse andere Kraftwerkstypen aber schon
| Zitat: |
| Jeder hat die Möglichkeit, die Politik direkt zui beeinflussen und es wird das Beste für alle erreicht. |
Wenn man von dem absolut weltfremden und unumsetzbaren Menschenbild ausgeht, dass der Kommunismus haben wollte.
Eben weil jeder die Möglichkeit hat, politik zu beeinflussen, wird nahezu jeder, der es versucht, Scheisse bauen, ums mal so auszudrücken.
Das sehen wir doch schon heute, wie viele von der bild "bewegt" werden, wenn dann zig stammtischpolitikversteher was besser machen wollen wirds noch weit schlimmer enden als das, was unsere Regierung ab und an verzapft  _________________ "Erfahrung" ist das, was man meint zu haben, bis man noch mehr davon hat.
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Durchblick 65 Senior Member


 Anmeldungsdatum: 24.02.2006 Beiträge: 615
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 20:16:24 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:08:37, insgesamt einmal bearbeitet |
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Hyperion Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.02.2006 Beiträge: 623
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 21:39:20 Titel: |
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Bitte???
Es gab nie Kommunismus. Vermutlich war er nicht mal geplant. Wie gesagt, die Grundidee des Kommunismus ist Freiheit, Gleichheit Gerechtigkeit und, mhmh, Brüderlichkeit. Die Schlagwörter der französischen Revolution. Der Kommunismus selbst ist keineswegs grausam, da es keinen Diktator gibt. Nein, auch das Proletariat nicht.
Daher sind auch die scheinbar kommunistischen Länder zugrunde gegangen. Außerdem wird der Kommunismus umso effektiver, je mehr Leute beteiligt sind. Und natürlich kann einer nicht allein die Politik beeinflussen. Das macht die Masse.
Sollte ein Fußballspieler Millionen bekommen? Oder Politiker? Und Riesenpensionen. Wohl kaum. Sollten Millionäre, die geerbt haben und nur verwalten, Millionen ´verdienen? Wohl kaum. Sollte es Millionäre gebn? Wohl kaum. Von einem geförderten Afrika würden alle profitieren, und Afrika würde direkt eingebunden werden, eine bessere Integration gibt es gar nicht.
Und wieso gabs ihn dann noch nicht? Weil er in seiner Endform Revolutionär ist. Das Volk muss es wollen. Es muss aufbegehren und die Aristokratie einsetzen. Diese führt den Kommunismus ein und setzt sich selber ab, bzw. das Volk setzt die Aristokraten ab. Dann liegt die Gewalt beim Volke. Ist das nicht der Gedanke der Demokratie? Kommunismus ist organisierte Demokratie mit sozialem Aspekt, also gewissermaßen organisierte Sozialdemokratie.
Und es wurde doch bereits gesagt, dass Sozialdemokratie ein gutes System ist. |
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Macabre Deified Senior Member


 Anmeldungsdatum: 11.05.2005 Beiträge: 1916 Wohnort: The Republic of Elbonia
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 22:03:57 Titel: |
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So, und jetzt präsentier uns mal irgendwelche realen Zahlen und/oder Beweise für diese Aussagen, das hört sich nämlich nach dem gleichen Märchen des funktionierenden Kommunismus an.
| Zitat: |
| Es gab nie Kommunismus. Vermutlich war er nicht mal geplant |
Sovietunion? China? Kuba? Kein Kommunismus geplant? Guter Witz. Kann es sein, dass du nichts über die Geschichte des 20ten Jahrhunderts weisst?
| Zitat: |
| Wie gesagt, die Grundidee des Kommunismus ist Freiheit, Gleichheit Gerechtigkeit und, mhmh, Brüderlichkeit. Die Schlagwörter der französischen Revolution. |
Die Französische Revolution hat aber die anderen Schlagwörter, die Kommunisten bringen, nicht beinhaltet... z.B. Abschaffen des Geldes, Gleichschaltung, Meinungsdiktat, etc.
| Zitat: |
| Daher sind auch die scheinbar kommunistischen Länder zugrunde gegangen |
Was waren die dann?
| Zitat: |
| Und natürlich kann einer nicht allein die Politik beeinflussen. Das macht die Masse. |
Wir im Kapitalismus nennen das "Wahlen". Und da darf man, wenn man nunmal so gesinnt ist, auch jemanden Wählen, der nicht so super soziale Zwangsmaßnahmen für alle einführen will. Wir nennen das "Meinungsfreiheit".
| Zitat: |
| Sollte ein Fußballspieler Millionen bekommen? |
Angebot und Nachfrage, wenn du dirn Fantrikot kaufst kriegt er ein paar cent dafür, wenn millionen fans das machen kriegt er hunderttausende.
Kriegen sie nicht
| Zitat: |
| Und Riesenpensionen |
sogenannte Riesenpensionen kriegt nur ein kleiner Teil der Politiker, falls man deren pensionen so nennen kann.
| Zitat: |
| Sollten Millionäre, die geerbt haben und nur verwalten, Millionen ´verdienen? Wohl kaum. |
Wenn sie nicht gut verwalten sind sie ihre Millionen bald los. Das Problem würde sich von selbst lösen. Somit sind sie, wenn sie den reichtum halten können, begabt auf dem gebiet. Und dann hat eben der Papi entschieden, dass er seine Erben als rechtmäßige Nachfolger haben will. Er könnte auch an einen anderen Geschäftsmann vererben wenn er lust hat.
| Zitat: |
| Sollte es Millionäre gebn? Wohl kaum. |
Wieso, wenn es jemand schafft so viel geld zu verdienen? Heisst das, ich darf nicht auf mein großes ziel hinsparen, wenns zu teuer ist?
| Zitat: |
| Von einem geförderten Afrika würden alle profitieren, und Afrika würde direkt eingebunden werden, eine bessere Integration gibt es gar nicht. |
Nochmal die Fragen:
a) wer zahlt diese "förderung"
b) wieso kann diese förderung nicht im jetzigen marktsystem stattfinden? wenn ich mal darauf verweisen darf, dass liberale, marktoffene, handelsoffene länder in afrika das größte wachstum haben, und eben diese länder, die diktaturen unterliegen oder protektionistisch handeln, die ärmsten sind. Wie willst du das widerlegen?
| Zitat: |
| Und wieso gabs ihn dann noch nicht? Weil er in seiner Endform Revolutionär ist. Das Volk muss es wollen. |
Will es aber nicht. Es wollen bei weitem nicht alle so eine Gesellschaft. Ich zum beispiel nicht. So, das wars jetzt, ende im Gelände. Oder es kommt doch wieder eine Diktatur des Proletariats, die mich dazu zwingt. Und woher kennen wir eben das? Rischtisch, Sovietunion. Was daraus wurde wissen wir ja.
Selbst wenn alle Menschen diese Ordnung wollten, so würde das nichts an ihrer person ändern - die gesinnungen passen nicht zu diesem system, wenns einem dreckig geht wird er früher oder später kapieren, dass er mit verbrechen zu mehr reichtum kommen kann - denn wieso sollte jemand, nur weil er diese art der staatsform befürwortet auch sofort ein lieber mensch werden? z.b. ein serienverbrechen wird nicht einfach lieb und hört auf OK, vielleicht in so manchem Traum. Aber nicht in der Realität.
| Zitat: |
| bzw. das Volk setzt die Aristokraten ab |
Diktatur der Proletariats..... woher kenn wer's ? scho widda rischtisch, sovietunion, die ja laut deiner aussage aber "garkein kommunismus" war und das auch nicht versucht hat
| Zitat: |
| Ist das nicht der Gedanke der Demokratie? |
Und eben weil der Heinz und der Kalle, die ne Autowerkstatt haben keine Ahnung von Erziehungspolitik haben wählen sie jemanden, der ihrer Meinung nach einige Ahnung davon hat. Das nennt sich das Kultusminister. Wo liegt das Problem?
| Zitat: |
| Kommunismus ist organisierte Demokratie mit sozialem Aspekt, also gewissermaßen organisierte Sozialdemokratie. |
Beim gewissermaßen hörts schon auf, Kommunismus ist nicht das selbe wie Sozialdemokratie. Kommunismus ist weit umfassender, Sozialdemokratie will "lediglich" einen sozialen staat, jedoch weder den kapitalismus loswerden, noch ein meinungsdiktat einführen, noch die jetzigen staaten loswerden (nur ein paar radikale wollen das:roll:)
| Zitat: |
| Und es wurde doch bereits gesagt, dass Sozialdemokratie ein gutes System ist. |
Pech nur, dass dir das nichts bringt, weil Kommunismus keine Sozialdemokratie ist. _________________ "Erfahrung" ist das, was man meint zu haben, bis man noch mehr davon hat.
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Hyperion Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.02.2006 Beiträge: 623
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 22:56:30 Titel: |
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Könntest du dir bitte ein bisschen Mühe geb, meinen Text zu lesen?
Kommunismus beinhaltet Meinungsfreiheit, setzt sie voraus. Kommunismus ist nicht Meinungsdiktat. Kommunismus ist keine Diktatur des Proletariats.
Meinungsdiktat = Sowjetunion. Und was menst du? Hat das Volk geherrscht? Nicht eher Stalin?
Ich denke nicht, dass Stalin Kommunismus wollte. Der Kommunismus war sein Deckmantel.
Hast du ein kleines Büchlein, wo die Grundaussagen aus Maos Werken gesammelt sind? Die sind tatsächlich kommunistisch. Doch Mao, China waren es nicht.
Nannte sich die NSDAP nicht Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei?
War sie sozialistisch?
War sie eine Arbeiterpartie?
Wenn ich einen Staat gründe, Demokratischer Staat Neusuppingen und die Einwohner foltern lasse, WILLKÜR WALTEN LASSE UND KEINE Wahlen habe, ist das Demokratie?
Ist Weißrussland Demokratie?
Du musst zurück gehen zur Uridee des Kommunismus, die noch nie erprobt wurde. Schließlich bin ich auch kein Maoist, sondern Marxist, vielleicht sogar noch mit eigenen Aspekten.
Kommunismus ist keine Diktatur. Keine Planwirtschaft. Keine Gewalt. Wer sein Gut behalten möchte, muss wohl dn Kommunismus verlassen. Doch welcher aufgeklärte Bürger würde mit diesem Geschäfte machen?
Kommunismus ist pure Gerechtigkeit. Was willst du mehr?
PS: Es ist nicht notwendig, die jetzigen Staaten aufzulösen. Sie schließen sich freiwillig an. Außerdem tritt die Idee des Staates und vor allem der Nation in den Hintergrund. |
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olf79 Newbie


Anmeldungsdatum: 23.04.2006 Beiträge: 5
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 23:19:33 Titel: |
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@ Durchblick 65: Der Spruch heißt doch :Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden.... Sicher dieser sehr weiser Spruch -kommt von Rosa Luxemburg, meiner ist von Hegel (Glaube ich)-.
Freiheit ist eine schöne Sache und muss gewährleistet werden, keiner darf mir vorschreiben an welche Ideale ich glauben darf und soll ob ich Christ, Atheist oder sonst was bin, deshalb ist der Spruch von Rosa Luxemburg so sinnvoll, ich hätte lieber den nehmen sollen.
@ Pauker sehr guter Einwand du spricht mir aus der Seele, denn ich glaube, dass immer mehr Leute nicht mehr einschätzen können was denn nun längerfristig Wichtig ist – 30 € im Monat für Klingeltöne oder lieber das Geld nehmen und in eine Rentenversicherung einzahlen-.
Die Frage ist warum soll kein gerechter, freier Sozialismus möglich sein, wenn der Kapitalismus gezähmt wurde(Soziale Marktwirtschaft), der noch bei uns vorherrscht aber schritt für schritt auf dem Rückzug ist.
Und noch etwas ich komme nicht aus den Jammertal und denke nicht das alles sch… ist und so und schimpfe nicht auf Politiker (die sind eh arme Schweine ich möchte mit denen nicht tauschen) allerdings mache ich mir Sorgen wohin die Reise geht manchmal glaube ich wir bewegen uns rückwärts: im Fernsehen nur noch Birnenkrebs TV (Nanny, Tine räumt ihr WC auf, GZSZ, Julia, Liebe in Berlin oder wie das heißt), Geldverdienen mit Klingeltönen usw. Und die Verteilung des Volkseinkommens macht mir Sorgen Deutschland geht es eigentlich so gut wie noch nie, und die Merkel sagt zu Silvester alle müssen sich mehr anstrengen, bloß für viele ist in unserer Gesellschaft ist kein Platz mehr und um die mache ich mir Sorgen. |
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Macabre Deified Senior Member


 Anmeldungsdatum: 11.05.2005 Beiträge: 1916 Wohnort: The Republic of Elbonia
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Verfasst am: 24 Apr 2006 - 23:21:36 Titel: |
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@hyperion: die uridee ist ganz nett, sie geht aber von einem menschenbild aus, dass man nicht erzwingen, nicht schaffen kann. und solange nicht der letzte mensch eben dieses meinungsbild hätte wäre es eine eine diktatur, weil man all jenen andersdenkenden die freiheit für alternativen verwähren würde. _________________ "Erfahrung" ist das, was man meint zu haben, bis man noch mehr davon hat.
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Pauker Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005 Beiträge: 7763 Wohnort: Schwäbisch Hall
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 00:19:44 Titel: |
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| Sheep hat folgendes geschrieben: |
Oder sterben, weil man sich eine gefährliche Sportart wie "Free climbing" ausgesucht hat ?
Oder noch schlimmer: sterben, weil aus kostengründen die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen aus dem staatlichen "Rundumversorgerpaket" gestrichen wurden ?
Oder auch schlimm: sterben, weil man ein hohes Risiko hat, der Staat aber beschlossen hat, genau dieses Risiko aus dem Leistungspaket zu nehmen, weil es nur bei sehr wenigen Menschen besteht.
Sich sein Leben verhunzen, weil man mit zarten 18 Jahren unbedingt eine 900ccm KTM zulegen muss, und nicht mal ansatzweise abschätzen kann, was ein kleiner Fahrfehler für Folgen hat.
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Ich finde die Beispiele bezeichnend. Alles Luxushobbies. Du siehst die Welt aus der Sicht eines Gutverdieners.
Ich rede hier von Leuten, die sich eine andere als eine Sozialversicherung gar nicht leisten könnten.
In deinen Vorstellungen ist Freiheit nur die Freiheit derer, die sie sich auch leisten können. Dürfen also nur Gebildete und Gutverdiener frei sein und entscheiden? Wer nicht genug verdient hat die "Freiheit" sich eben nicht zu versichern und früher zu sterben?
Ich empfinde es als Fortschritt, dass in diesem Land auch Leute, die es sich eigentlich nicht leisten könnten, eine nach wie vor hervorragende ärztliche Versorgung erhalten. Dafür müssen die eben mehr zahlen, die mehr verdienen (wobei die Beitragsbemessungsgrenze aus meiner Sicht Unsinn ist). Ein Mensch hat in diesem Land ein Anspruch auf die entsprechende Versorgung. Sie ist kein Gnadenakt der Gutverdiener. Und das ist gut so.
Wie frei ist ein Mensch in seinen Entscheidungen, der ständig Existenzängste haben muss, den ein Krankenhausaufenthalt ruinieren und ein paar Monate Arbeitslosigkeit in die Schuldenfalle treiben würden. Ist das Freiheit? Es ist vielleicht die Freiheit der Wildnis. Eine Gazelle ist auch frei... aber was würde sie dafür geben, wenn ihr jemand einen Zaun bauen würde, der sie vor dem Raubtier(kapitalismus) schützen würde. Würde nicht fast jeder Mensch (einschließlich mir) einer gewissen Einschränkung der Freiheit für solch elementare Sicherheit aufgeben? Um damit die eigentliche Freiheit, nämlich nach Lust und Laune das zu tun, was man möchte - ohne ständig um das Überleben kämpfen zu müssen - zu verwirklichen?
Freiheit ist zunächst einmal die Freiheit vor den elementarsten Existenzängsten (Leben, Gesundheit,...). Erst wenn dafür gesorgt ist, können wir meinethalben über weniger Bürokratie, weniger Staat etc... reden. Der Rest soll der Freiheit jedes einzelnen überlassen bleiben.
Gruß
Pauker _________________ and remember: the light at the end of the tunnel may be you! |
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Sheep Senior Member


 Anmeldungsdatum: 14.06.2005 Beiträge: 972
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 13:09:47 Titel: |
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| Pauker hat folgendes geschrieben: |
Ich finde die Beispiele bezeichnend. Alles Luxushobbies. Du siehst die Welt aus der Sicht eines Gutverdieners.
Ich rede hier von Leuten, die sich eine andere als eine Sozialversicherung gar nicht leisten könnten. |
Aber haben nicht auch diese Leute ein Anrecht auf Freiheit bei der Ausgestaltung ihres Lebens und der individuellen Abdeckung ihrer Lebensrisiken ? Warum finanziert ein sowieso schwach Verdienender die gefährlichen Hobbies eines Gutverdieners ? Muss jeder jeden Anspruch an die Sozialversicherung bezahlen, und jeder jede Leistungsstreichung ertragen ?
| Zitat: |
| Wer nicht genug verdient hat die "Freiheit" sich eben nicht zu versichern und früher zu sterben? |
Reiche wie arme sterben, da hilft auch keine Versicherung. Ich verstehe den Zusammenhang hier nicht. Die Art und der Umfang von Behandlungen von Krankheiten aber werden nach wie vor durch den kleinsten gemeinsamen bezahlbaren Nenner oder einfach wilkürlich bestimmt - oder wurdest Du irgendwann mal bei einer Entscheidung von Deiner Krankenkasse befragt ?
Der Geringverdiener finanziert Sportmassagen und Kuren für gestresste Manager, aber für seine Vorsorgeuntersuchung ist kein Geld mehr in der Kasse, und kein Kassenarzt hat einen Termin frei. (Habe ich jetzt den richtigen Ton getroffen ?)
| Zitat: |
| Ich empfinde es als Fortschritt, dass in diesem Land auch Leute, die es sich eigentlich nicht leisten könnten, eine nach wie vor hervorragende ärztliche Versorgung erhalten. |
Ich empfinde es als Rückschritt, dass es keine hinreichende ärztliche Versorgung gibt, die sich auch gering Verdienende leisten können, weil bei dem Staatsmonopolismus unseres Gesundheitssystem das meiste Geld in Bürokratien (Kassenvorstände) und Lobby (Pharmaindustrie) versickert, und als noch schlimmeren Rückschritt, dass ich eben gerade keinen Anspruch auf die mir entsprechende Versorgung habe, weil ich sie nicht mitgestalten darf. Und das ist schlecht so.
| Zitat: |
| Wie frei ist ein Mensch in seinen Entscheidungen, der ständig Existenzängste haben muss, den ein Krankenhausaufenthalt ruinieren und ein paar Monate Arbeitslosigkeit in die Schuldenfalle treiben würden. Ist das Freiheit? |
Ist es Freiheit, auf die Entscheidungen unserer Politiker angewiesen zu sein, ob Deine Krebsvorsorge morgen noch durchgeführt wird, oder ob überhaupt Ärzte zur Verfügung stehen oder ob Du im Wartesaal einfach stirbst ?
| Zitat: |
| Freiheit ist zunächst einmal die Freiheit vor den elementarsten Existenzängsten (Leben, Gesundheit,...). |
Nein, das ist ein anderer Begriff für "Macht". Denn um diese Freiheit abzusichern musst Du andere zwingen. Anders gesprochen, Dein "System" der Sorglosigkeit und Deine Ablehnung Verantwortung für Dein eigenes Leben zu übernehmen funktioniert nur so lange, wie ein anderer es für Dich tut. |
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coffeinjunky Senior Member


 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 13:42:28 Titel: |
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Bei all den wunderbaren Argumeten gegen alles, was Staat ist, bleibt auf der Strecke, dass wir der Staat sind. Wir Bürger haben uns dafür entschieden, dass der Staat uns gewisse Sachen abnimmt und uns in gewissen Bereichen vom Risiko befreit. Warum?
Weil es einfach Sachen gibt, die auch der absolut freie Mensch nicht absehen kann. Ebensowenig, wie es gleiche Startbedingungen, rationales Verhalten und perfekt funktionierende Märkte auf dem Sozialversicherungssektor gibt, gibt es freie Verhandlungsbedingungen. Fazit: das liberale Gemeinwesen ohne Staat funktioniert nur unter Bedingungen, die es einfach nicht gibt.
Als Kind sozial Schwacher kann man Salem leider nicht besuchen, sondern muss mit der HS-Rütli zufrieden sein. Durch den "freien" Wettbewerb im Bildungssektor hat man aber nur sehr wenige Chancen auf einen Job, wenn man eben nicht in Salem zur Schule ging. Selbst wenn Salem Stipendien für sozial Schwache anbieten würde, so ist diese Klientel meistens nicht mobil genug oder uninformiert um diese Sachen in Anspruch zu nehmen. Das das kleine Kind, um dessen Zukunft es hier geht, nichts für seine Eltern kann, dies wird von den Apologeten der Freiheit verschwiegen. Also: Startbedingungen sind nicht gleich.
Rationales Verhalten ist ebenfalls nicht gegeben. Ich kann nicht wie von Friedman postuliert bei t=0 approximativ mein Lebenseinkommen berechnen und meinen Lebenskonsum sowie alle meine Entscheidungen gemäß dieser Berechnungen "glätten". Ich kann nicht vorhersehen, ob mich morgen zwei national gesinnte Deutsche an der Bushaltestelle zum Krüppel schlagen. Ich kann nicht vorhersehen, ob ich von einem Selbstmordattentäter verletzt werde und ewig Schaden davon trage.
Ebenso gibt es auf dem SV-Markt die "adverse selektion" sowie die "moral hazard"-Problematik. Die Existenz des letzteren legitimiert aber noch lange nicht die Leugnung der ersten Tatsache. Sämtliche Extremformen sind und bleiben einfach zu radikal. Interessanterweise wird die Liberalisierung des SV-Marktes oftmals nur von Leuten gefordert, die dadurch absehbar Vorteile haben und eben weniger Nachteile.
Auch die gleichgestellte Verhandlsposition gibt es nicht. Wenn ein Arbeitsloser zu einem potentiellen Arbeitgeber geht, so kann er keine Bedingungen stellen, da ein diametrales Machtverhältnis besteht. Die Menschen sind eben nicht frei sondern von Sachzwängen getrieben.
Aus all diesen Gründen hat das Volk entschieden sich gewisse Risiken von ihren Vertretern abnehmen zu lassen. Einzig und alleine hier kann man sagen, dass dies eine freie Entscheidung war. Denn diejenigen, die dadurch schlechter gestellt sind (was bedeutet: die Bessergestellten) , denen steht es frei dieses Land und sein System zu verlassen, denn sie sind mobil genug.
Beste Grüße
coffeinjunky _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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Pauker Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005 Beiträge: 7763 Wohnort: Schwäbisch Hall
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 13:50:17 Titel: |
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Danke cj. Meine Worte... wenn ich es auch nicht so schön hätte formulieren können.
Gruß
Pauker _________________ and remember: the light at the end of the tunnel may be you! |
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Zement Junior Member


 Anmeldungsdatum: 10.07.2004 Beiträge: 92
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 13:51:41 Titel: |
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| Wer hat gesagt, dass der Sozialismuss fehlgeschlagen ist?? Nur weil die SU und damit die DDR aufgekauft wurde?? Kuck dir den Osten mal genauer an und wieviele leute, die damals die Mauer gestürmt haben, diese sich heute wieder wünschen. Und Oskar hatte recht. |
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Pauker Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005 Beiträge: 7763 Wohnort: Schwäbisch Hall
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 13:59:11 Titel: |
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Was meinst du? Würden diese Leute sich die Mauer, die SED und die Toten an der Berliner Mauer wirklich zurückwünschen? Haben die Leute vergessen, wie es ist die Kaufhäuser zu stürmen, weil es mal Toilettenpapier gibt... jahrelang auf einen Trabbi zu warten der als höchsten Luxus einen Zigarettenanzünder hatte. Ansonsten empfehle ich mal den Film "das Leben der Anderen" anzuschauen. Das will irgendjemand zurück haben?
Und auf die Milliardentransfers aus dem Westen verzichtet man dann auch?
Man sollte eine Verklärung der Vergangenheit nicht mit wirklichen Wünschen verwechseln.
Gruß
Pauker _________________ and remember: the light at the end of the tunnel may be you! |
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Bernardo Provenzano Full Member


Anmeldungsdatum: 12.04.2006 Beiträge: 101 Wohnort: Corleone
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 14:07:13 Titel: |
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Das Problem ist, dass die Menschen das Schlechte verdrängen und nur das Gute im Kopfe behalten. Viele wünschen sich ja auch einen Herrn H. zurück. Sicherer wars damals zumindest. In den Anfängen.
Es gibt bei jedem System eine Personengruppe die benachteiligt ist. Und eine, die im Vorteil ist. Ich persönlich wäre für eine Diktatur, aber nur wenn ich an der Macht wäre oder jemand mir sehr vertrautes!! _________________ Viva Cosa Nostra |
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Zement Junior Member


 Anmeldungsdatum: 10.07.2004 Beiträge: 92
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 14:11:39 Titel: |
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| Hast du sonst eine Erklärung dafür, dass man dort die PDS wählt?? |
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Macabre Deified Senior Member


 Anmeldungsdatum: 11.05.2005 Beiträge: 1916 Wohnort: The Republic of Elbonia
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 15:08:55 Titel: |
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| Zement hat folgendes geschrieben: |
| Hast du sonst eine Erklärung dafür, dass man dort die PDS wählt?? |
Gegenfrage: erklär mir, warum nur ein paar prozent PDS wählen.
Das sind die, die früher stolze stasimitarbeiter waren, und parteigenossen, die dann nach dem mauerfall genauso wie die nazis nach dem verlorenen krieg gesagt haben "ja, das waren ja die anderen, und wir waren da ja garnicht dabei, und wollten das ja garnicht, und habens garnicht gewusst".
Und weitere gruppen, die gefallen an manch radikaler forderung haben.
| Zitat: |
| Wer hat gesagt, dass der Sozialismuss fehlgeschlagen ist?? Nur weil die SU und damit die DDR aufgekauft wurde?? |
Aufgekauft? der gesammte ostblock war pleite, einer der gründe für den wandel. leute wie stalin hätten sich bestimmt nicht fürn paar geldkoffer die SU abkaufen lassen
| Zitat: |
Ich finde die Beispiele bezeichnend. Alles Luxushobbies. Du siehst die Welt aus der Sicht eines Gutverdieners.
Ich rede hier von Leuten, die sich eine andere als eine Sozialversicherung gar nicht leisten könnten. |
An dieser Stelle muss man bedenken, dass - sofern es keine (oder weniger) staatlichen Zwangsversicherungen gibt, es mehr Geld bar Kralle an die Arbeitnehmer gibt - schliesslich sinken auch die Lohnnebenkosten, wenn weniger Versicherungen davon mitgetragen werden sollen.
Das dürfte schon einigen den Weg zu neuen privaten Versicherungen eröffnen. _________________ "Erfahrung" ist das, was man meint zu haben, bis man noch mehr davon hat.
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Durchblick 65 Senior Member


 Anmeldungsdatum: 24.02.2006 Beiträge: 615
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 16:27:16 Titel: |
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Zuletzt bearbeitet von Durchblick 65 am 29 Jun 2006 - 14:03:07, insgesamt einmal bearbeitet |
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Hyperion Senior Member


Anmeldungsdatum: 09.02.2006 Beiträge: 623
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 17:15:42 Titel: |
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@ Macabre Deified:
Keineswegs. Wenn er nicht am System teilhaben will, muss er sich nicht beteiligen, kann sogar wohnen bleiben, wo er wohnt. Doch dadurch gehen ihm so vile Vorteile verloren, da er noch einige andere Menschen benötigt, die sodenken. Und die werden, sobald sie benachteiligt sind, auch Kommunisten, weil das mehr Vorteile bietet. Und wenn nicht, sind sie sowieso kommunistisch oder mir ihrem Leben zufrieden, was ebenso gut ist. Zwang ist nicht vorgesehen. |
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Sheep Senior Member


 Anmeldungsdatum: 14.06.2005 Beiträge: 972
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 17:17:27 Titel: |
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| coffeinjunky hat folgendes geschrieben: |
| Bei all den wunderbaren Argumeten gegen alles, was Staat ist, bleibt auf der Strecke, dass wir der Staat sind. Wir Bürger haben uns dafür entschieden, dass der Staat uns gewisse Sachen abnimmt und uns in gewissen Bereichen vom Risiko befreit. Warum? |
Wirklich ? Das wäre dann richtig, wenn jedem Bürger die Möglichkeit gegeben wäre, sich wirklich zu entscheiden, welche Risiken er vom Staat getragen, und für welche er selber vorsorgen möchte.
| Zitat: |
| Weil es einfach Sachen gibt, die auch der absolut freie Mensch nicht absehen kann. |
Und die noch viel weniger ein Heer von Politikern und Beamten absehen kann. Wenn schon die Wirtschaftsplanung in sozialistischen Staaten versagte, wie will man die Lebensrisiken einzelner Individuen einschätzen ? Haftpflichtversicherungen, Unfallversicherungen, Lebensversicherungen, all das könnte der Mensch Deiner Meinung nach niemals abschliessen, wenn er nicht vom allwissenden Vater Staat an der Hand geführt wird.
| Zitat: |
| Als Kind sozial Schwacher kann man Salem leider nicht besuchen, sondern muss mit der HS-Rütli zufrieden sein. Durch den "freien" Wettbewerb im Bildungssektor hat man aber nur sehr wenige Chancen auf einen Job, wenn man eben nicht in Salem zur Schule ging....Also: Startbedingungen sind nicht gleich. |
Wollen wir "Chancen auf einen Job" bekämpfen oder vergrössern ? Wenn die Chancen auf einen Job bei Besuch einer Privatschule höher liegen, ist das doch der beste Beweis, dass die staatliche Bildung versagt, und wir mehr Wettbewerb im Bildungssektor brauchen. Dann müsste sich die HS-Rütli nämlich irgendwann überlegen, was sie denn falsch macht, dass ihre Abgänger es auf dem weiteren Lebensweg so schwer haben, denn wenn sie nicht darauf reagiert hätte sie irgendwann keine "Kunden" mehr.
| Zitat: |
| Auch die gleichgestellte Verhandlsposition gibt es nicht. Wenn ein Arbeitsloser zu einem potentiellen Arbeitgeber geht, so kann er keine Bedingungen stellen, da ein diametrales Machtverhältnis besteht. Die Menschen sind eben nicht frei sondern von Sachzwängen getrieben. |
Und wie kann Dir der Staat dabei helfen, wenn Du Dich selber billigst verschacherst und so wenig Selbstachtung mitbringst, dass Du Dich von vornherein in einer "schwächeren" Position siehst ? Der Staat ist nicht unbeteiligt an dieser miserablen Selbsteinschätzung, indem er einen Kündigungsschutz aufzwingt, gerade so als ob sowieso die meisten Arbeitnehmer so wertlos wären, dass das Arbeitsverhältnis künstlich aufrecht erhalten werden muss.
| Zitat: |
| Aus all diesen Gründen hat das Volk entschieden sich gewisse Risiken von ihren Vertretern abnehmen zu lassen. Einzig und alleine hier kann man sagen, dass dies eine freie Entscheidung war. |
Es gibt per Definition keine "freie Entscheidung" durch den "Volkskörper". Es ist eine Dominanz der Mehrheit, die Dein Leben in Bahnen zwingt, an die Du Dich anpassen musst. Und die adversen Effekte entstehen dadurch, dass jeder einzelne immer dazu tendiert, sich möglichst von Risiken befreien zu lassen, wenn ein anderer dafür bezahlt. Dass er am Ende sein Leben in Staates Hand gibt, und für seine scheinbare Sicherheit mehr an Abgaben und Steuern zahlt, als er individuell dafür aufbringen müsste, fällt nur wenigen auf. |
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coffeinjunky Senior Member


 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 19:43:21 Titel: |
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| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Das wäre dann richtig, wenn jedem Bürger die Möglichkeit gegeben wäre, sich wirklich zu entscheiden, welche Risiken er vom Staat getragen, und für welche er selber vorsorgen möchte. |
Ja, bei vollständigen Informationen (die es nicht gibt) wäre es sinnvoll, die Sozialversicherungen abzuschaffen bzw. es jedem selber zu überlassen wie gut er sich versichert. Aber eben nur dann. Das stark modellhafte radikal-liberale System scheitert daran, woran schon der Kommunismus (bzw. dessen weltliche Ausprägung) gescheitert ist: am Menschen.
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Und die noch viel weniger ein Heer von Politikern und Beamten absehen kann. Wenn schon die Wirtschaftsplanung in sozialistischen Staaten versagte, wie will man die Lebensrisiken einzelner Individuen einschätzen? Haftpflichtversicherungen, Unfallversicherungen, Lebensversicherungen, all das könnte der Mensch Deiner Meinung nach niemals abschliessen, wenn er nicht vom allwissenden Vater Staat an der Hand geführt wird. |
Im Fall der Wirtschaftsplanung hast du ja auch Recht. Doch würde ich dich bitten beim Thema zu bleiben und das Thema ist hier, soweit ich es verstanden habe, die Meritokrisierung staatlicher Sozialversicherung. Ich lasse mich aber gerne belehren, falls ich hier etwas falsch verstanden habe und es hier um Wirtschaft gehen soll.
Übrigens: in der Tat sind glaube ich nur 1/3 aller Haushalte haftpflichtversichert. Es könnten auch 2/3 sein, da bin ich mir jetzt nicht so sicher. Wenn einer davon mich irgendwie verletzt und ich bleibende Schäden davon trage, dann bin ich froh, dass der Staat für mich sorgt, wenn dieser Typ arbeitslos ist (war leider nicht in Luisenlund). Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass das liberale Menschenbild des alles vorhersehenden Menschen, der zu allen Ressourcen gleichermaßen zugriff hat, falsch ist. Es ist ebenso falsch wie das Weltbild der Kommunisten vom guten Menschen, der nicht an sich denkt. Am Menschen scheitern letztendlich alle Modelle, es sei denn, jemand schafft es die Menschen den Modellen anzupassen. Viel Glück dabei.
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Wollen wir "Chancen auf einen Job" bekämpfen oder vergrössern ? Wenn die Chancen auf einen Job bei Besuch einer Privatschule höher liegen, ist das doch der beste Beweis, dass die staatliche Bildung versagt, und wir mehr Wettbewerb im Bildungssektor brauchen. Dann müsste sich die HS-Rütli nämlich irgendwann überlegen, was sie denn falsch macht, dass ihre Abgänger es auf dem weiteren Lebensweg so schwer haben, denn wenn sie nicht darauf reagiert hätte sie irgendwann keine "Kunden" mehr. |
Wo kommen denn die Ressourcen her? Nicht jeder hat reiche Eltern, die ihn auf Privatschulen schicken können. Die Staaten sind dafür doch der beste Beweis. Kinder sozial Schwacher gehen eben nicht auf gute Schulen. So ist das eben. Warum nicht? Weil sie vor einem klassischen Entscheidungsproblem stehen ("Trade Off"): Schulbildung für mein 6jähriges Kind vs. Essen für mein 6jähriges Kind. So sieht nunmal die Realität aus. Auch an dieser scheitern alle radikalen Modelle.
Nebenbei bemerkt: Schulen sind keine Unternehmen. Grundbildung ("lesen, schreiben etc") ist kein handelbares Gut und Menschen sind keine allwissenden repräsentativen Agenten mit freiem Zugriff auf alle Ressourcen. Die Eltern werden ihre Kinder weiterhin zur HS-Rütli schicken, da sie die Ressourcen nicht haben ihre Kinder auf Privatschulen zu schicken. Also muss das Kollegium sich keine Gedanken machen.
| Zitat: |
| Und wie kann Dir der Staat dabei helfen, wenn Du Dich selber billigst verschacherst und so wenig Selbstachtung mitbringst, dass Du Dich von vornherein in einer "schwächeren" Position siehst ? Der Staat ist nicht unbeteiligt an dieser miserablen Selbsteinschätzung, indem er einen Kündigungsschutz aufzwingt, gerade so als ob sowieso die meisten Arbeitnehmer so wertlos wären, dass das Arbeitsverhältnis künstlich aufrecht erhalten werden muss. |
Wir wollten ja beim Thema Sozialversicherung bleiben (vom dem ich auch schon abgewichen bin, ich weiß). Wenn ein Asthmakranker oder Diabetiker oder sonst ein chronisch Kranker in der vollständig liberalisierten Sozialversicherungslandschaft zur Krankenkasse geht kann er solange handeln und seine Mündigkeit unter beweis stellen wie er will. Er wird keinen Versicherungsvertrag bekommen. Niemand wird ihn versichern. Ich selber, wenn ich ein privater Krankenversicherer wäre, würde es ja auch nicht tun. Nur zu dumm, dass er damals nicht in Luisenlund war...
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Und die adversen Effekte entstehen dadurch, dass jeder einzelne immer dazu tendiert, sich möglichst von Risiken befreien zu lassen, wenn ein anderer dafür bezahlt. Dass er am Ende sein Leben in Staates Hand gibt, und für seine scheinbare Sicherheit mehr an Abgaben und Steuern zahlt, als er individuell dafür aufbringen müsste, fällt nur wenigen auf. |
Zum einen sprichst du hier von "moral hazard", nicht von "adverse selection". Zum anderen behauptest du, dass er für seine eigenen Risiken Mittel aufbringen könnte. Ich wiederhole daher gerne nochmal, was ich früher schonmal gesagt haben: er kann es ja gar nicht. Selbst wenn er es wollte. Das ganze nennt man Marktversagen und rührt aus der Tatsache her, dass der Mensch und seine Risiken nunmal weder handelbar noch perfekt dokumentiert noch perfekt informiert sind. Und auch das Bild, welches hier erweckt wird vom Menschen, der "sein Leben dem Staat in die Hand gibt" finde ich unpassend, da du bei Abwesenheit des Staates nämlich unterstellst, dass alles perfekt wäre und paradiesische Zustände auf Erden herrschen würden.
Der Mensch ist das Maß aller Dinge. An ihm müssen sich alle Modelle und Annahmen messen lassen und nicht der Mensch an der "Passgenauigkeit" in dieses und jenes Modell. Und eben deswegen ist unsere Gesellschaft so wie sie ist: nicht perfekt und durchaus optimierbar, aber nicht mit weltfremden Versuchen fernab der Realität.
Realistische Grüße
coffeinjunky _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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lazyrebel Newbie


Anmeldungsdatum: 14.03.2006 Beiträge: 13 Wohnort: homesweethome
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 21:15:46 Titel: Re: Welches Gesellschaftssystem? |
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| olf79 hat folgendes geschrieben: |
Hallo zusammen, ich fange gleich mit einem schwierigen Thema an:
Welche Gesellschaftsform ist euerer Meinung nach, die wonach der Mensch streben sollte?
- Der fehlgeschlagene Sozialismus
- Oder unser hiesiger Kapitalismus (noch Soziale Marktwirtschaft)
Bzw. hält jemand die Aussagen von Karl Marx für richtig und übertragbar auf unserer Zeit (ich muss mich erst durch sein Werk das Kapital kämpfen).
Um es gleich vorweg zunehmen: ich bin mir nicht sicher welches System wirklich „humaner“ ist (habe die DDR nicht aktiv erlebt sondern nur aus Erzählungen und daraus will ich mir kein Urteil erlauben). Ich informiere mich gerade ein wenig und habe bisher Bücher von Sahra Wagenknecht: Kapitalismus im Koma, Christa Luft: Wendeland (sehr gutes Buch), Lothar Bisky: so viele Träume, Kom. Manifest und zurzeit lese ich von Wolfgang Leonard: die Revolution entlässt ihre Kinder.
Alles im allen bin ich im Moment auf dem Stand, dass der Sozialismus von der Idee her gut ist und sicher seine Vorteile hat! Aber der real existierende Sozialismus so was von schlecht durchgeführt das einem da schon wieder die Lust darauf vergeht.
Was sind eure Meinungen. |
Kapitalismus mit einem guten Schuss Sozialismus.
Sozialismus in falschen Händen ist eine Diktatur. Im Kapitalismus zählt das Geld. _________________ Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen.
Copyright @ Andre Maurois |
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olf79 Newbie


Anmeldungsdatum: 23.04.2006 Beiträge: 5
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 22:43:50 Titel: |
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| Was aber keiner abstreiten kann ist, dass seit der Ost- Block zusammengebrochen ist (so ungerecht er auch war) sich erst langsam –und nun immer schneller- neoliberale Politik durchsetzt, die wenn sich meine Befürchtungen bewahrheiten uns, wie bereits erwähnt, zurück katapultieren. Es fehlt halt das Gegensystem in der Welt. |
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Sheep Senior Member


 Anmeldungsdatum: 14.06.2005 Beiträge: 972
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Verfasst am: 25 Apr 2006 - 22:49:43 Titel: |
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| coffeinjunky hat folgendes geschrieben: |
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Das wäre dann richtig, wenn jedem Bürger die Möglichkeit gegeben wäre, sich wirklich zu entscheiden, welche Risiken er vom Staat getragen, und für welche er selber vorsorgen möchte. |
Ja, bei vollständigen Informationen (die es nicht gibt) wäre es sinnvoll, die Sozialversicherungen abzuschaffen bzw. es jedem selber zu überlassen wie gut er sich versichert. Aber eben nur dann. |
Also hat der Einzelne nicht genügend Informationen um immer die richtigen Entscheidungen für sein Leben treffen zu können, aber Du behauptest eine Gruppe von Politikern und Staatsbeamten, die weder ihn noch seine Lebensumstände kennen, hingegen schon ? Eine Gruppe, die gesicherte Alterpensionen - teilweise in mehrfacher Höhe der Monatsgehälter der Menschen über die sie bestimmen darf - zu erwarten hat. Diese Elite maßt sich an, dem Menschen vorzuschreiben, wieviel er für seine Gesundheit und Altersvorsorge gefälligst auszugeben hat. Und diese Gruppe bestimmt dann, in welchem Umfang seine Versicherungsleistung anschliessend ausfällt, und welche Kürzungen er hinzunehmen hat.
| Zitat: |
| Das stark modellhafte radikal-liberale System scheitert daran, woran schon der Kommunismus (bzw. dessen weltliche Ausprägung) gescheitert ist: am Menschen. |
Der Kommunismus ist gescheitert, weil eben nur der Mensch sich selbst am besten kennt. Der Kommunismus nimmt aber in Anspruch, den Menschen berechnen zu können. - und wer aus dem Modell fällt, wird mit Gewalt wieder hineingezwungen.
| Zitat: |
| Übrigens: in der Tat sind glaube ich nur 1/3 aller Haushalte haftpflichtversichert. Es könnten auch 2/3 sein, da bin ich mir jetzt nicht so sicher. Wenn einer davon mich irgendwie verletzt und ich bleibende Schäden davon trage, dann bin ich froh, dass der Staat für mich sorgt, wenn dieser Typ arbeitslos ist (war leider nicht in Luisenlund). |
Ich verstehe nicht, wie daraus abgeleitet werden soll, dass der Staat eine Versicherung stellen muss. Wenn Du Angst hast, "auf Deinen Kosten sitzen zu bleiben", könnte man den Abschluss einer Versicherung mit Mindestdeckungssumme zur Pflicht machen, aber doch nicht die Versicherung selbst und noch viel weniger ihren darüber hinaus gehenden Leistungsumfang
| Zitat: |
Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass das liberale Menschenbild des alles vorhersehenden Menschen, der zu allen Ressourcen gleichermaßen zugriff hat, falsch ist.
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Folglich ist das sozialistische Menschenbild des alles vorhersehenden und planenden Staates noch falscher. Also leben wir mit den Risiken des Unvorhersehbaren ohnehin, aber wir haben wenigstens die Möglichkeit zu wählen und uns zu informieren. Wir haben die Möglichkeit uns individuelle Kontrakte auszubedingen, die eine gewisse Garantie festschreiben. Wir können uns Vertragsinstrumentarien bedienen, die die fehlenden Informationen durch Restriktionen, Boni und Anreize abfedern, aber all diese Instrumente bietet nur ein Markt, und nicht der Staat. Der hingegen lässt uns keine Wahl, sondern zwingt uns eine Versicherung wie einen schlecht sitzenden Anzug von der Stange auf.
| Zitat: |
Wo kommen denn die Ressourcen her? Nicht jeder hat reiche Eltern, ...
...Die Eltern werden ihre Kinder weiterhin zur HS-Rütli schicken, da sie die Ressourcen nicht haben ihre Kinder auf Privatschulen zu schicken.
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Und staatliche Schulen kosten kein Geld ? Das staatliche Füllhorn wird sowieso durch uns finanziert. Also können wir statt dem kompletten Schulsystem inklusive Gebäude, deren Sanierung, Personal und Kultusministerien (bestückt mit gut verdienenden Ministern), auch einfach nur Bildungsgutscheine für die Bedürftigen finanzieren. Dann muss sich Rütli wieder im Wettbewerb mit anderen Schulen beweisen.
| Zitat: |
Wenn ein Asthmakranker oder Diabetiker oder sonst ein chronisch Kranker in der vollständig liberalisierten Sozialversicherungslandschaft zur Krankenkasse geht kann er solange handeln und seine Mündigkeit unter beweis stellen wie er will. Er wird keinen Versicherungsvertrag bekommen.
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Also entweder glaubst Du alle Menschen, die in der privaten Krankenversicherung sind, strotzen nur so vor Gesundheit, oder alle Vorstandsvorsitzenden mit Asthma sind gezwungen, in der gesetzlichen Krankenversicherung unterzukommen. Nebenbei hast Du wohl übersehen, dass die Gesundheitsreform 2004 gerade Behinderte und chronisch Kranke besonders getroffen hat - obwohl "Staat" auf dem Etikett stand.
Möglicherweise liegen bei einigen Krankheiten die Risikoprämien höher, aber keine Versicherung lässt sich einen Kunden entgehen. Falls derjenige die Beiträge aufgrund Arbeitslosigkeit nicht zahlen kann wäre er ein Bedürftiger. Auch dem kann geholfen werden - finanziell. Dazu muss ich nicht der gesamten Nation eine Zwangsversicherung anbieten, die im schlimmsten Fall, wenn man etwas "seltenes" hat, die Leiden nicht mal abdeckt, weil sie eben allen das gleiche anbieten muss.
edit: Selbstzensur aufgrund Polemik (Sh) |
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coffeinjunky Senior Member


 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 11:03:34 Titel: |
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| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Also hat der Einzelne nicht gen�gend Informationen um immer die richtigen Entscheidungen f�r sein Leben treffen zu k�nnen, aber Du behauptest eine Gruppe von Politikern und Staatsbeamten, die weder ihn noch seine Lebensumst�nde kennen, hingegen schon ? (...) Diese Elite ma�t sich an, dem Menschen vorzuschreiben, wieviel er f�r seine Gesundheit und Altersvorsorge gef�lligst auszugeben hat. |
Nein, nat�rlich wei� der Politiker das nicht, aber die Politik kann die Versicherung anbieten, wozu es erst dazu kommt, dass jeder f�r seine Gesundheit Geld ausgeben kann, sofern er es hat und ein "schlechtes" Risiko darstellt.
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Also leben wir mit den Risiken des Unvorhersehbaren ohnehin, aber wir haben wenigstens die M�glichkeit zu w�hlen und uns zu informieren. Wir haben die M�glichkeit uns individuelle Kontrakte auszubedingen, die eine gewisse Garantie festschreiben. Wir k�nnen uns Vertragsinstrumentarien bedienen, die die fehlenden Informationen durch Restriktionen, Boni und Anreize abfedern, aber all diese Instrumente bietet nur ein Markt, und nicht der Staat. |
Eben nicht. Du kannst die Begr�ndung gerne in so gut wie jedem anderen Post von mir oben nachlesen. Aber ich wiederhole es gerne nochmal: Wenn du ein schlechtes Risiko w�rst, dann kannst du nicht zur privaten Krankenkasse gehen und verhandeln, weil die dich einfach nicht wollen. Die wollen keinen Vertrag mit dir abschlie�en, da du z.B. als Queerschnittsgel�hmter o.�. auch nie ein entsprechendes Einkommen generieren wirst. Als schlechtes Risiko will dich niemand. Niemand will Vertr�ge mit dir abschlie�en. Niemand und dies wollen die aus ganz rationalen Gr�nden nicht! Denn als schlechtes Risiko bist du ein einziger personifizierter Verlust aus Sicht der PKV. Die k�nnten h�chstens eine Sofortabschreibung machen (was sie wegen Ungewi�heit der H�he nicht d�rfen). Die schlechten Risiken personifiziert in chronisch Kranken oder auch Menschen sozial schwacher Herkunft (da statistisch h�herer erwarteter Krankenstand) k�nnen sich keiner "Vertragsinstrumente" bedienen. Der Markt versagt hier eben eindeutig.
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Und staatliche Schulen kosten kein Geld ? Das staatliche F�llhorn wird sowieso durch uns finanziert. Also k�nnen wir statt dem kompletten Schulsystem inklusive Geb�ude, deren Sanierung, Personal und Kultusministerien (best�ckt mit gut verdienenden Ministern), auch einfach nur Bildungsgutscheine f�r die Bed�rftigen finanzieren. Dann muss sich R�tli wieder im Wettbewerb mit anderen Schulen beweisen. |
Ach so, und ist den privaten Schulen denn dann geboten (=staatlicher Zwang) Menschen mit Bildungsgutscheinen aufzunehmen?
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Also entweder glaubst Du alle Menschen, die in der privaten Krankenversicherung sind, strotzen nur so vor Gesundheit, oder alle Vorstandsvorsitzenden mit Asthma sind gezwungen, in der gesetzlichen Krankenversicherung unterzukommen. |
Aber alle Menschen in der privaten KV generieren ein ziemlich hohes Einkommen, sonst w�ren sie ja nicht in der PKV. Was denkst du denn, wie ein bereits jetzt Queerschnittsgel�hmter in die PKV zu wechseln gedenkt, wenn er gleichzeitig keinerlei Einkommen, Verm�gen und reiche Verwandte hat?
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| M�glicherweise liegen bei einigen Krankheiten die Risikopr�mien h�her, aber keine Versicherung l�sst sich einen Kunden entgehen. |
Das kann sogar analytisch wiederlegt werden. Die mikro�konomische Theorie l�sst gr��en. _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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Sheep Senior Member


 Anmeldungsdatum: 14.06.2005 Beiträge: 972
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 12:01:54 Titel: |
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| coffeinjunky hat folgendes geschrieben: |
| Wenn du ein schlechtes Risiko w�rst, dann kannst du nicht zur privaten Krankenkasse gehen und verhandeln, weil die dich einfach nicht wollen. |
| coffeinjunky hat folgendes geschrieben: |
| Aber alle Menschen in der privaten KV generieren ein ziemlich hohes Einkommen, sonst w�ren sie ja nicht in der PKV. |
Jetzt widersprichst Du Dir selber. Einerseits behauptest Du, die PKV würden Dich einfach "nicht wollen", andererseits gibst Du zu, dass auch Besserverdienende chronische Krankheiten haben (warum sollten die Krankheiten auch selektiv sein ? Es gibt auch Manager mit Asthma oder Herzkrankheiten), und in der PKV unterkommen.
Ist es also nur eine Frage höherer Beiträge und Risikoprämien ? Dann ist es einfacher, solche Menschen finanziell zu unterstützen, anstatt ein wahnsinnig teures staatliches Krankenkassensystem aufzubauen mit vorgeschriebenen Leistungs- bzw. Nicht-Leistungspaketen.
| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Ach so, und ist den privaten Schulen denn dann geboten (=staatlicher Zwang) Menschen mit Bildungsgutscheinen aufzunehmen? |
Dann müssen wir also ganz schnell die Nahrungsmittelversorgung (auch lebensnotwendig!) versaatlichen, weil Du Angst bekommst, ein Supermarkt könnte sich entscheiden, Kunden abzulehnen. Wenn die Schule Beiträge festlegt, und jemand sie bezahlen kann, oder einen gleichwertigen Bildungsgutschein mitbringt, dann erkläre, warum sie denjenigen nicht aufnehmen sollte. |
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Jockelx Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.06.2005 Beiträge: 3306
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 12:46:51 Titel: |
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Ich finde es witzig, dass immer vom Zusammenbruch des
Kommunismus gesprochen wird, ohne zu erwähnen, das Demokratien
auch alle Nase lang gescheitert sind. Unsere Demokratie verabschiedet sich
ja auch langsam.
Generell ist der Wohlstand wohl entscheidend für das Gelingen einer
Staatsform. Da ich davon ausgehe, das durch die Globalisierung dieser
Wohlstand für die meisten Menschen abnehmen wird, wird auch
unser politisches System instabil. Noch eine Prise Terrorismus und
in c.a. 10 Jahren hat unsere Staatform nichts mehr mit den Demokratievorstellungen
von 1980 gemeinsam.
Jockel |
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Guido Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.06.2005 Beiträge: 717 Wohnort: Süddeutschland
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 14:55:14 Titel: Re: Welches Gesellschaftssystem? |
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| olf79 hat folgendes geschrieben: |
Hallo zusammen, ich fange gleich mit einem schwierigen Thema an:
Welche Gesellschaftsform ist euerer Meinung nach, die wonach der Mensch streben sollte?
- Der fehlgeschlagene Sozialismus
- Oder unser hiesiger Kapitalismus (noch Soziale Marktwirtschaft)
Bzw. hält jemand die Aussagen von Karl Marx für richtig und übertragbar auf unserer Zeit (ich muss mich erst durch sein Werk das Kapital kämpfen).
Um es gleich vorweg zunehmen: ich bin mir nicht sicher welches System wirklich „humaner“ ist (habe die DDR nicht aktiv erlebt sondern nur aus Erzählungen und daraus will ich mir kein Urteil erlauben). Ich informiere mich gerade ein wenig und habe bisher Bücher von Sahra Wagenknecht: Kapitalismus im Koma, Christa Luft: Wendeland (sehr gutes Buch), Lothar Bisky: so viele Träume, Kom. Manifest und zurzeit lese ich von Wolfgang Leonard: die Revolution entlässt ihre Kinder.
Alles im allen bin ich im Moment auf dem Stand, dass der Sozialismus von der Idee her gut ist und sicher seine Vorteile hat! Aber der real existierende Sozialismus so was von schlecht durchgeführt das einem da schon wieder die Lust darauf vergeht.
Was sind eure Meinungen. |
Ich denke, dass es generell nicht möglich ist, eine programmhafte Wirtschafts- oder Gesellschaftsordnung am Reißbrett zu konstruieren und erfolgreich zu realisieren. Dazu sind die Wünsche, Bedürfnisse und Bestrebungen von Millionen von Menschen als Ganzes zu komplex und zu dynamisch. Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen entstehen m.E. als Emergenzphänomen, d.h. als Selbstordnung dadurch, dass Menschen zur Realisierung ihrer Bedürfnisse die dazu nötigen Strukturen schaffen, verändern oder wieder beseitigen.
Die verschiedenen Sozialismen (Plural!) haben sich allesamt als ungeeignet erwiesen, da es für eine Zentralplanungsinstanz schlicht nicht möglich ist, alles vorzuplanen und umzusetzen. Auch bedeuteten sie stets Einschränkung der Menschen bis hin zur physischen Vernichtung durch Krieg, Elend, Seuchen und Versorgungsmängel.
Auch die liberalen kapitalistisch orientierten Wirtschafts-und Gesellschaftsordnungen kippen irgendwann einfach um, da es in ihnen zu privaten Macht- und Geldkonzentrationen kommt, durch die Markt, Wettbewerb, Gewaltenteilung, Demokratie etc. außer Kraft gesetzt werden und ein Wirtschaftsfeudalismus "durch die Hintertür" etabliert wird (was wir derzeit erleben).
Durch die systemimmanente Flexibilität demokratischer Gesellschaftsordnungen verbunden mit funktionierender Marktwirtschaft ist jedoch davon auszugehen, dass es immer wieder Gesellschaften geben wird, die mit diesen Problemen fertig werden und dann vorübergehend die Rolle einer Leitkultur für die anderen übernehmen. _________________ Meine Meinung ist Public Domain - jeder darf sie sich zueigen machen
http://www.rettet-das-internet.de/ |
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Bürger Gesperrter User

Anmeldungsdatum: 27.11.2005 Beiträge: 2016 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 15:08:49 Titel: |
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| Sheep hat folgendes geschrieben: |
Wollen wir "Chancen auf einen Job" bekämpfen oder vergrössern ? Wenn die Chancen auf einen Job bei Besuch einer Privatschule höher liegen, ist das doch der beste Beweis, dass die staatliche Bildung versagt, und wir mehr Wettbewerb im Bildungssektor brauchen. Dann müsste sich die HS-Rütli nämlich irgendwann überlegen, was sie denn falsch macht, dass ihre Abgänger es auf dem weiteren Lebensweg so schwer haben, denn wenn sie nicht darauf reagiert hätte sie irgendwann keine "Kunden" mehr.
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Ei jei jei was ist das wieder für eine unsoziale Argumentation. Die private Schule kann sich aussuchen wen sie aufnimmt die staatliche nicht, private Schulen sind meistens Schulen die von den gutbetuchten Eltern bezahlt wird die ihren Kindern das beste an BIldung bieten wollen, Normalbürger können sich das in der Regel gar nicht leisten. Damit ist ein solcher Vergleich hirnrissig, um es auf den Punkt zu bringen weil Privatschulen und staaltliche Schulen nicht miteinander vergleichbar sind. Müsstest alle auf Privatschulen dann gebe es innerhalb der Privatschulen einen deutlichen Qualitätsabfall, weil eben nicht alle Eltern horrende Schulgelder zahlen können.
Hinzugehen und Schulen die sich nur die Reichen leisten können als Maßstab zu nehmen ist mehr als dreist, wir sollten vielmehr den Reichen, wenn sie solche Töne spucken noch etwas mehr Steuern abnehmen und in eine Bildung für alle Bevölkerungsgruppen stecken, versteht sich.
Es sind immer die Besitzenen die erzählen, wir sollten uns in allen Bereichen privat versichern, weil nur sie sich das entsprechend leisten können.
Damit wird aber über die ungleichen Bedingungen und entsprechenden Gebühren der soziale Gedanke der Versicherungen also das Solidaritätsprinzip ausgehöhlt. Die müssen uns die Massen wirklich für sehr dumm halten, wenn sie glauben ihnen einen derartigen Unsinn verklickern zu wollen, so dumm ist aber die Bevökerung nicht um zu erkennen was hinter solchen Forderungen steckt, pure Interessensvertretung die nur die eigenen Vorteile sieht.
Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger |
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Sheep Senior Member


 Anmeldungsdatum: 14.06.2005 Beiträge: 972
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 15:48:29 Titel: |
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| Bürger hat folgendes geschrieben: |
| Die private Schule kann sich aussuchen wen sie aufnimmt die staatliche nicht |
Jeder Handwerker kann sich heraussuchen, welchen Auftrag er annimmt, und welchen nicht. Müssen wir deshalb das Handwerk verstaatlichen ? Müssen wir Supermärkte verstaatlichen, damit niemand verhungert, weil ihm keiner etwas verkaufen will ?
| Zitat: |
| private Schulen sind meistens Schulen die von den gutbetuchten Eltern bezahlt wird |
Oh, entschuldigung. Ich wusste nicht, dass das was jetzt "meistens" so ist, für immer so bleiben wird. Viele Dienstleistungen die heute selbstverständlich sind, waren früher "meistens" ausschliesslich den Reichen zugänglich. Der Preis ergibt sich durch das Angebot, und das ist nur deshalb so gering, weil wir Staatsschulen aufgezwungen bekommen.
Wenn wir alle täglich vom Staat mit Brot beliefert würden, gäbe es mangels Kunden keine Bäckereien. Nur die Reichen könnten sich leisten, einen "Privatbäcker" anzustellen, um mal was anderes als das staatliche Vollkornbrot auf den Tisch zu bekommen.
Ausserdem ist es nicht so, dass unsere Staatsschulen von Luft und Liebe allein leben. Wir bezahlen sie mit unseren Steuergeldern, es fällt uns nur nicht auf. Wir zahlen die Gebäude, das Personal, die Lehrmittel. Warum können wir die Gelder, die wir sowieso aufbringen müssen, nicht einfach im Sinne eines Bürgergelds denjenigen zukommen lassen, die sie benötigen ? Falls man Angst hat, die Eltern könnten das Geld nicht zweckgerichtet einsetzen, eben in Form von Bildungsgutscheinen. Damit bleibt im übrigen auch das "Solidaritätsprinzip" erhalten.
| Zitat: |
| Müsstest alle auf Privatschulen dann gebe es innerhalb der Privatschulen einen deutlichen Qualitätsabfall, weil eben nicht alle Eltern horrende Schulgelder zahlen können |
Das widerspricht allem was bis jetzt beobachtet wurde. Mehr Anbieter führen zu besserer Qualität. Der Trabant hat sich qualitätsmäßig meines Wissens nicht behaupten können. Ei jei jei ... |
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Bürger Gesperrter User

Anmeldungsdatum: 27.11.2005 Beiträge: 2016 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 17:05:07 Titel: |
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| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Bürger hat folgendes geschrieben: |
| Die private Schule kann sich aussuchen wen sie aufnimmt die staatliche nicht |
Jeder Handwerker kann sich heraussuchen, welchen Auftrag er annimmt, und welchen nicht. Müssen wir deshalb das Handwerk verstaatlichen ? Müssen wir Supermärkte verstaatlichen, damit niemand verhungert, weil ihm keiner etwas verkaufen will ?
| Zitat: |
| private Schulen sind meistens Schulen die von den gutbetuchten Eltern bezahlt wird |
Oh, entschuldigung. Ich wusste nicht, dass das was jetzt "meistens" so ist, für immer so bleiben wird. Viele Dienstleistungen die heute selbstverständlich sind, waren früher "meistens" ausschliesslich den Reichen zugänglich. Der Preis ergibt sich durch das Angebot, und das ist nur deshalb so gering, weil wir Staatsschulen aufgezwungen bekommen.
Wenn wir alle täglich vom Staat mit Brot beliefert würden, gäbe es mangels Kunden keine Bäckereien. Nur die Reichen könnten sich leisten, einen "Privatbäcker" anzustellen, um mal was anderes als das staatliche Vollkornbrot auf den Tisch zu bekommen.
Ausserdem ist es nicht so, dass unsere Staatsschulen von Luft und Liebe allein leben. Wir bezahlen sie mit unseren Steuergeldern, es fällt uns nur nicht auf. Wir zahlen die Gebäude, das Personal, die Lehrmittel. Warum können wir die Gelder, die wir sowieso aufbringen müssen, nicht einfach im Sinne eines Bürgergelds denjenigen zukommen lassen, die sie benötigen ? Falls man Angst hat, die Eltern könnten das Geld nicht zweckgerichtet einsetzen, eben in Form von Bildungsgutscheinen. Damit bleibt im übrigen auch das "Solidaritätsprinzip" erhalten.
| Zitat: |
| Müsstest alle auf Privatschulen dann gebe es innerhalb der Privatschulen einen deutlichen Qualitätsabfall, weil eben nicht alle Eltern horrende Schulgelder zahlen können |
Das widerspricht allem was bis jetzt beobachtet wurde. Mehr Anbieter führen zu besserer Qualität. Der Trabant hat sich qualitätsmäßig meines Wissens nicht behaupten können. Ei jei jei ... |
Ei, jei jeiist das einzige, was an deinen Ausführungen meiner Ansicht nach stimmt, auf den eigenen Text bezogen versteht sich. Denn Trabant und Supermärkte mit der Schule zu vergleichen zu wollen, ist schon ein abenteuerliches Unterfangen was nur unsozial denkenden Zeitgenossen pasiseren kann, die am liebsten alles privatisieren wollen, solange sie am Drücker sind versteht sich. Das Sein bestimmt hier offenbar das Bewusstsein.
Die Frage warum wir uns auf solche Alptraumszenarien einlassen sollten beantwortet aber dieser Vertreter des Neoliberalismus nicht, den gibt es nämlich nicht, weil es gegen die Interessen der Mehrheit verstösst. Warum sollen die Massen den Staat aus seinen hoheitlichen Aufgaben zu denen ja die Bildung gehört entlassen, nur weil ein Neoliberaler meint seine Eliteschule sei der Beweis dass Privatschulen grundsätzlich besser sein müssen als staatliche Schulen auch unter ganz anderen Prämissen.
In der Tat zeigten die Lebensmittelskandale was in den Tempeln des Konsums geschieht, wenn man nur einen Moment die Kontrolle schleifen lässt, die verkaufen uns dann den letzten Dreck als hohe Qualität.
Aber allein das ist kein Argument, sondern wir wissen alle, dass private Bildung marktwirtschaftlich orientiert ist und ohne lukrative Einnahmequellen die es bei den Eltern unser Kapiatlistensprösslinge natürlich gibt, würde sie auf dem Niveau von Wochenendkurse verkommen, billige Lehrer für preiswerten Unterricht, damit sich die Klasse derer, die sich als intelligenter vorkommen noch mehr bestätigt sieht und Besitztstandswahrung betreibt.
Wie gut das solch absurde Forderungen mit denen manch junge Neoliberalen ihre alten Herrn zu überflügeln hoffen nach dem Motto je dreister desto auffälliger nicht mehrheitsfähig sind.
So dumm ist das Volk nun auch nicht, dass es sich darauf einläßt.
Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger |
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Pauker Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005 Beiträge: 7763 Wohnort: Schwäbisch Hall
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 17:46:11 Titel: |
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Man muss aber Sheep zugute halten, dass das System nicht unbedingt unsozialer wird. Nur werden eben anstatt der "staatlichen Produktion von Gütern" wie Bildung etc... Gutscheine oder direkte Geldzahlungen an Bedürftige vergeben.
Wenn die Geldzahlungen in einer Höhe gewährt werden, die ein grundlegendes Auskommen (Miete, Essen, die üblichen Versicherungen und Bildung) beinhalten, könnte ich mich mit der Eigenverantwortung (bei erwachsenen Menschen) wenigstens ansatzweise abfinden, die dann selbst entscheiden, wofür sie dieses Geld ausgeben.
Ich frage mich allerdings, ob das System weniger bürokratisch wäre. Im Prinzip müsste ein Geldbedarf für jeden einzelnen festgelegt werden.
Schließlich müsste ein chronisch Kranker höhere Geldleistungen erhalten, weil seine Krankenversicherung entsprechend hohe Beiträge verlangen wird, die vermutlich den Standardsatz weit überschreiten werden.
Wie lange sollen Bildungsgutscheine gewährt werden? Auch hier müssten individuelle Prüfungen erfolgen. Bekommt jeder diese Gutscheine im gleichen Ausmaß? Was ist mit Menschen, die weniger schnell lernen und daher 2 Ehrenrunden drehen? Selber SChuld? Oder bekommt jeder Bildungsgutscheine bis zum ersten Berufsabschluss?
Wenn man das Ganze nur einigermaßen gerecht gestalten will, wird vermutlich nicht viel weniger Bürokratie heraus kommen als bisher.
Was übrig bleibt wäre der Wettbewerb. (unter Schulen, Krankenkassen etc...) Dieser hätte sicher Effizienzeffekte, die ich positiv sehen würde. Schaue ich mich alleine an unserer Schule um, wünschte man sich manchmal einen gewissen Wettbewerb.
Dass der Wettbewerb immer zu "Müll" führen soll, wie bei Lebensmittelskandalen kann ich so auch nicht sehen. Vergleichen wir die Qualität von beliebigen dem Wettbewerb unterliegenden Produkten der ehemaligen DDR mit dem Standard der heute erreicht ist, kann man diese These schlecht aufrecht erhalten.
Die Entscheidung ob ich allerdings billig einkaufe und damit tendenziell akzeptiere, dass ich Müll kaufe oder etwas teurer und qualitativ besser, das sollte jeder selbst entscheiden können. Voraussetzung ist, dass die oben gewährten Zahlungen prinzipiell dazu in die Lage versetzen, Nahrungsmittel entsprechender Qualität zu kaufen.
Gruß
Pauker _________________ and remember: the light at the end of the tunnel may be you! |
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coffeinjunky Senior Member


 Anmeldungsdatum: 27.07.2005 Beiträge: 3784 Wohnort: Europa
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 18:53:27 Titel: |
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| Sheep hat folgendes geschrieben: |
| Dann müssen wir also ganz schnell die Nahrungsmittelversorgung (auch lebensnotwendig!) versaatlichen, weil Du Angst bekommst, ein Supermarkt könnte sich entscheiden, Kunden abzulehnen. Wenn die Schule Beiträge festlegt, und jemand sie bezahlen kann, oder einen gleichwertigen Bildungsgutschein mitbringt, dann erkläre, warum sie denjenigen nicht aufnehmen sollte. |
Dies ist eine relativ repräsentative Aussage (bzw. der dahinterstehende Vergleich) für die Ansicht der Mensch und seine Institutionen seien Dinge, die wie Brot oder Dienstleistungen gehandelt werden können. Dem widerspreche ich.
Wettbewerb ist auf den Gütermärkten eine Möglichkeit effiziente Allokationen herzustellen. Doch dabei handelt es sich um handelbare Güter bei Fehlen externer Effekt. Den ersten Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomie muss ich glaube ich nicht zitieren.
Nun sehen immer irgendwelche Leute in der Ökonomisierung des Menschen und seiner Institutionen den Weg zum Paradies. Ich glaube nur, dass diese Menschen überwiegend aus der oberen gesellschaftlichen Schicht kommen und nichts zu befürchten haben. Die reine wissenschaftliche Lehre, die ja oft als neoliberal verschrien wird, liefert für obiges zumindest keine Legitimation.
Langsam müde gewordene Grüße
coffeinjunky[/quote] _________________ Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
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Bürger Gesperrter User

Anmeldungsdatum: 27.11.2005 Beiträge: 2016 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 27 Apr 2006 - 19:15:33 Titel: |
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| Pauker hat folgendes geschrieben: |
Man muss aber Sheep zugute halten, dass das System nicht unbedingt unsozialer wird. Nur werden eben anstatt der "staatlichen Produktion von Gütern" wie Bildung etc... Gutscheine oder direkte Geldzahlungen an Bedürftige vergeben.
Wenn die Geldzahlungen in einer Höhe gewährt werden, die ein grundlegendes Auskommen (Miete, Essen, die üblichen Versicherungen und Bildung) beinhalten, könnte ich mich mit der Eigenverantwortung (bei erwachsenen Menschen) wenigstens ansatzweise abfinden, die dann selbst entscheiden, wofür sie dieses Geld ausgeben.
Ich frage mich allerdings, ob das System weniger bürokratisch wäre. Im Prinzip müsste ein Geldbedarf für jeden einzelnen festgelegt werden.
Schließlich müsste ein chronisch Kranker höhere Geldleistungen erhalten, weil seine Krankenversicherung entsprechend hohe Beiträge verlangen wird, die vermutlich den Standardsatz weit überschreiten werden.
Wie lange sollen Bildungsgutscheine gewährt werden? Auch hier müssten individuelle Prüfungen erfolgen. Bekommt jeder diese Gutscheine im gleichen Ausmaß? Was ist mit Menschen, die weniger schnell lernen und daher 2 Ehrenrunden drehen? Selber SChuld? Oder bekommt jeder Bildungsgutscheine bis zum ersten Berufsabschluss?
Wenn man das Ganze nur einigermaßen gerecht gestalten will, wird vermutlich nicht viel weniger Bürokratie heraus kommen als bisher.
Was übrig bleibt wäre der Wettbewerb. (unter Schulen, Krankenkassen etc...) Dieser hätte sicher Effizienzeffekte, die ich positiv sehen würde. Schaue ich mich alleine an unserer Schule um, wünschte man sich manchmal einen gewissen Wettbewerb.
Dass der Wettbewerb immer zu "Müll" führen soll, wie bei Lebensmittelskandalen kann ich so auch nicht sehen. Vergleichen wir die Qualität von beliebigen dem Wettbewerb unterliegenden Produkten der ehemaligen DDR mit dem Standard der heute erreicht ist, kann man diese These schlecht aufrecht erhalten.
Die Entscheidung ob ich allerdings billig einkaufe und damit tendenziell akzeptiere, dass ich Müll kaufe oder etwas teurer und qualitativ besser, das sollte jeder selbst entscheiden können. Voraussetzung ist, dass die oben gewährten Zahlungen prinzipiell dazu in die Lage versetzen, Nahrungsmittel entsprechender Qualität zu kaufen.
Gruß
Pauker |
Wettbewerb muss nicht immer zu Müll führen, aber wir sollten überlegen wie Wettberwerb als Qualitäts steigerndes Prinzip eingesetzt werden kann. Ich bin in der IT-Weiterbildung tätig, im Übrigen selbtständig und weiß daher wovon ich rede. Die Privatisierugen über Bildungsgutscheine haben ein zumindestend ansatzweise funktionierendes Weiterbildungssystem komplett zum Einsturz gebracht und viele kleine Bilddungsunternehmen die Existenz gekostet.
Warum fuktioniert Weiterbildung nicht immer so, wie es sich Neoliberale vorstellen? Weil effiziente Weiterbildung durch die Absolventen meist erst nach Abschluß einer Bildungsmaßnahme beurteilt werden kann. Sprich wer die Weiterbildung als Anbieter ernst nimmt muss auch damit leben, dass die Teilnehmer nicht immer in Begeisterungsstürme ausbrechen, handlungsorientierte effiziente Methoden bringen letztlich mehr treffen aber auf Konsumgewohnheiten die damit nicht immer kompatibel sind.
Ein Weiterbildungskonzept dass sich in erster Linie kundenorientiert zeigt, geht auf die Wünsche seiner Kunden ein, auch dann wenn sie nicht sinnvoll sind. Nervöse Teilnehmer die Angst haben das falsche zu lernen sind in der Bildung aber normal und an sich auch kein Problem für den Dozenten, es sei denn die Kunden bleiben morgen weg, weil sie einfach falsche Vorstellungen haben und lieber einen einfacheren Weg wählen.
Man kann natürlich den harten Weg gehen und sagen wir bilden nur Spitzenleute aus, ein Konzept dass mehr auf Kompetenz setzt gibt einem dafür aber mehr Spielraum.
Mit anderen Worten mit buntem mehr Schein als Sein gewinnt man Kunden marktorientiert, die Entäuschung kommt erst nach dem Abschluß, mit Kompetenz bildet man die Kunden weiter.
Bildungsgutscheine bedeuten die Schüler bestimmen was die lernen wollen, und das ist in unserer konsumorientierten Zeit nicht besonders viel. Moderne Bildungsmethoden wie handlungsorientierte Ansätze die nachweislich bessere Ehrgebnisse zeigen, die für Dozenten ein Mehr an Aufwand bedeuten, dessen Leistungen aber nicht direkt konsumierbar sind haben in einem rein privatwirtschaftlichen Konzept nur dann eine gute Chance, wenn ein Betrieb seine Mitarbeiter zu einer Schulung schickt und sich die Erfolge durch eine unabhängige Zertifizierung nachweisen lässt, wenn also nicht die Teilnehmer während einer Maßnahme Zugriff auf Inhalte und Unterrichtsmethodik haben.
Nichts gegen die Beurteilung der Qualität an sich, die kann ruhig stattfinden, aber bitte durch fachliche kompetente Stellen und nicht durch Teilnehmer die zwischen Überbewertung und Versagungsängste schwanken.
In der Pivatwirtschaft zählen zunächst die Interssen des Unternehmens das etwas anbietet. Ist der Erfolg einer Dienstleistung nicht dirket meßbar ist nicht die Leistung an sich auschlaggebend sondern der Eindruck der vermittelt wird. Gibt es keine Verglöeichsmöglichkeiten, weil sich kaum ein Betrieb zweimal die gleiche Schulung leisten wird, bleibt nur der Eindruck den der Anbieter vermittelt.
Anders ausgedrückt setzen sich eher Blendwerk als Kompetenz durch. Die verühmten Zertifizierungen von Microssoft sind ein mehr als brüchtigte Beispiel in der über ein ganzes Netzwerk an Lizenzen Menschen das Geld aus der Tasche gezogen wurde und sie nachher doch enttäuschten.
Ich verkaufe Dienstleistungen indem ich überzeugend auftrete, dass sich dahinter auch Kompetenz verbirgt ist quasi ein Luxus den ich mir leiste, für den Verkauf ist er nicht notwendig weil die Entscheidungsträger die Kompetenz selten beurteilen können.
Stellen wir uns einen Migranten vor, der schlecht ausgebildet ist und nun in einem technischen Beruf erlernen will, was benötigt er, eine Maßnahme, die ihm kleine Häppchen kundenorientiert und konsumgerecht anbietet oder einen Lehrer der ihm die Chance bietet Handlungskompetenz und Selbstlernen vermittelt zu bekommen, nicht immer einseitig aber wesentlich effizienter und im Abschluss auch sinnvoller.
Dass ist eben der Punkt indem der Staat mit seinen Lehrplänen und seiner mitunter durchaus nervigen Bürokratie und manchmal auch dummen Bürokraten trotzdem einen Sinn ergibt, weil er unabhängig von marktwirtschaftlichen Interessen diverser Bildungsträger Maßstäbe durchsetzen kann.
Die Frage in der Marktwirtschaft ist eine andere, wer ist der Kunde und was sind seine Interessen? Ist der Kunde die Agentur für Arbeit, oder sind es die einzelnen Teilnehmer, ist es ein Verband der Qualität garantieren will, oder ein Betrieb und wofür wird die Schulung benötigt? Weil das Wissen gebraucht wird oder weil die Zertifizierung benötigt wird? Wenn zum Beispiel die Zertfizierung notwendig ist, und niemand sich wirklich interessiert, was der Teilnehmer kann, dann wird das eine einfache Prüfung, die jeder bestehen kann, auch wenn er fast nichts lernt.
Irgendwann rächt sich das dann. Die Industrie muss mit schlecht ausgebildeten Personal zurecchtkommen und die im Unterricht zufriedenen Kunden die immer pflegeleicht konsumieren können, stehen irgendwann auf der Straße, weil das Zertfikat einen schlechten Ruf hat. Dem Bildungsunternehmen das dann viellecht schon unter neuem Namen und mit ganz aktuellen Schlagwörtern auf eine neue Kundensuche geht interessiert das nicht.
Privatisierung der Privatisierung halber ist nicht immer die Lösung auf alle Probleme.
Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger |
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