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Welches Gesellschaftssystem?
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Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 22:33:12    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
Warum sollen die Massen den Staat aus seinen hoheitlichen Aufgaben zu denen ja die Bildung gehört entlassen


Warum sollte er diese Aufgabe annehmen ? Er löst sie ohnehin mehr schlecht als recht, und nachdem jetzt mehrfach behauptet wurde, man hätte mehr Chancen, wenn man von einer Privatschule kommt, sollten wir diese Chancen allen Menschen zugänglich machen.

Zitat:
Aber allein das ist kein Argument, sondern wir wissen alle, dass private Bildung marktwirtschaftlich orientiert ist und ohne lukrative Einnahmequellen die es bei den Eltern unser Kapiatlistensprösslinge natürlich gibt, würde sie auf dem Niveau von Wochenendkurse verkommen


Weil Lehrer sich besonders viel Mühe geben, wenn sie vom Staat bezahlt werden, aber es schleifen lassen, wenn ihnen derselbe Lohn, oder sogar mehr, von privater Hand bezahlt wird ? Deine Horrorszenarien entbehren jeglicher Begründung, ausser der, dass Du staatliche Kontrolle aus reiner Ideologie forderst. Es passt einfach nicht in Dein Weltbild, dass Menschen aufwachsen sollen, die nicht vom Staat indoktriniert wurden.

Pauker hat folgendes geschrieben:
Ich frage mich allerdings, ob das System weniger bürokratisch wäre. Im Prinzip müsste ein Geldbedarf für jeden einzelnen festgelegt werden.
Schließlich müsste ein chronisch Kranker höhere Geldleistungen erhalten, weil seine Krankenversicherung entsprechend hohe Beiträge verlangen wird, die vermutlich den Standardsatz weit überschreiten werden.


Daher könnte ich mir das Bürgergeld in Form einer negativen Einkommenssteuer vorstellen. Damit muss man nicht seine Bedürftigkeit bei bis zu 45 verschiedenen Ämtern jedesmal neu feststellen lassen, sondern bekommt Zuschüsse an Krankenkassenprämien, Kindergeld, etc. pp. in einem Transfer vom Finanzamt.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 28 Apr 2006 - 00:46:50    Titel:

Wichtig wäre, dass über das Bürgergeld JEDEM Menschen in diesem Land ein Mindestlebensstandard garantiert werden kann, der ihm angemessenen Wohnraum, Nahrung, Bildung und die Absicherung von Lebensrisiken wie Unfällen etc... prinzipiell ermöglicht.

Ich kenne das Konzept der negativen Einkommenssteuer nicht. Aber wie soll ein pauschales System dafür sorgen, dass keiner "hinten runter" fällt?

Auch bei Bildung könnte ich mir einen Wettbewerb vorstellen. Mal abgesehen davon, dass viele "Spaßmethoden" aus dem handlungsorientierten Bereich durchaus Anklang bei Schülern finden, ich diese aber nicht immer sehr effektiv empfinde, könnte eine Schule über Qualitätszertifikate durchaus auf besondere Qualität hinweisen, die nicht von den SChülern beurteilt wurde, sondern von "unabhängigen Institutionen"... so eine Art TÜV.
Dann kann der "Konsument" von Bildung entscheiden was er möchte. Den eventuell "harten Weg" in einem anerkannten Institut oder den leichteren minderwertigeren Weg.

Und was die "Show" angeht. Das haben wir heute schon. Nur wird sie eben vor dem Schulleiter oder den Fachberatern vom Kultusministerium abgehalten. Mehr Schein als Sein. Hauptsache der Moderatorenkoffer und der Beamer wurden eingesetzt und man hat eine Gruppenarbeit drin gehabt. Danach kann man ja wieder in den Alltagstrott zurück. Frontal wie eh und je.

Ich muss leider an staatlichen Schulen fest stellen - und das obwohl ich selbst dort beschäftigt bin - dass der fehlende Wettbewerb nicht unbedingt zu immer hoher Qualität führt. Schüler kommen ja immer. Und ob sich Eltern und Betriebe beklagen, tut auch nichts zur Sache. Denen bleibt ja gar nichts anderes übrig, als ihre Schüler bei uns anzumelden.

Ich will meine Schule nicht schlecht reden. Da gibt es auch viele Engagierte, aber eben auch einige, die wissen, dass ihnen nicht viel passieren kann, selbst wenn sie jeden Tag 1/4 Stunde zu spät zum Unterricht erscheinen oder jeden Tag Frontalunterricht mit Tafelbild veranstalten... oder jeden zweiten Tag Filme zeigen.

Gruß
Pauker
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 28 Apr 2006 - 01:13:20    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:

Auch bei Bildung könnte ich mir einen Wettbewerb vorstellen. Mal abgesehen davon, dass viele "Spaßmethoden" aus dem handlungsorientierten Bereich durchaus Anklang bei Schülern finden, ich diese aber nicht immer sehr effektiv empfinde, könnte eine Schule über Qualitätszertifikate durchaus auf besondere Qualität hinweisen, die nicht von den SChülern beurteilt wurde, sondern von "unabhängigen Institutionen"... so eine Art TÜV.
Dann kann der "Konsument" von Bildung entscheiden was er möchte. Den eventuell "harten Weg" in einem anerkannten Institut oder den leichteren minderwertigeren Weg.


Weshalb eigentlich nicht? Schenkt man den Erfolgsgeschichten unzähliger Zertifizierer und Auditoren Glauben, schwimmt die Branche ohnehin auf einer Welle des Erfolges. Inzwischen habe ich genügend Einblick in verschiedene Zertifikate gewonnen um meine anfängliche Skepsis zumindest teilweise abzulegen.
Aber dann schlagen wir unwillkürlich ein neues Kapital der unendlichen Geschichte mit dem spröden Slogan Messung von Dienstleistungsqualität auf und stehen vor dem Problem der Objektivierbarkeit einer "guten Schulbildung". Aber selbst im komplexen Fall Bildung hätte der "etablierte Metakatalog" mit Kriterien wie z.B. tangibles Umfeld, Zuverlässigkeit usw. durchaus eine Berechtigung.
Aber ist es höher zu bewerten wenn die hypothetische Schule X eine exzellente Förderung von speziellen Begabungen aufweist oder sollte doch lieber die Nachbarschule dafür honoriert werden, dass dank mannigfaltiger Anstrengungen kein Schüler auf der Strecke bleibt?

Was ich mir vorstellen könnte, wäre eine Typisierung von Qualitätsmerkmalen wie beispielsweise "Exzellenz in der Vermittlung von Fremdsprachen" o.ä. Ob daran staatliche Fördergelder oder gar eine variable Vergütung der Lehrenden gekoppelt werden, könnte in einem folgenden Schritt diskutiert werden.

Den momentanen Status des Lehrers erachte ich als hinderlich. Wenn schon kein wirklicher Wettbewerb unter Lehrern gewünscht ist, sollte zumindest über eine Leistungskomponente ernsthaft nachgedacht werden. Nun neide ich den Gymnasial- oder Sonderschullehrern wirklich nicht ihr A13, aber der Beamtenstatus mit seiner Berechenbarkeit und relativen Unnahbarkeit verlockt natürlich zur Bequemlichkeit. Es ist doch wie bei den Schülern: ohne intrinsische Motivation nützt die beste Veranlagung, Ausbildung und das anregenste Umfeld wenig. Der Unterschied ist allerdings, dass Schüler dafür in regelmäßigen Abständen ihre Quittung erhalten...
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 28 Apr 2006 - 18:18:49    Titel:

Die Methoden- und Bildungsdiskussion habe ich in einen extra Thread abgekoppelt, weil sie doch zu weit von der Diskussion über das "richtige" Gesellschaftssystem weg geht.

Gruß
Pauker
hebelmann
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Anmeldungsdatum: 10.04.2006
Beiträge: 79

BeitragVerfasst am: 29 Apr 2006 - 22:23:00    Titel:

ich hab jetzt zwar noch nicht alles vom thema gelesen, habe auch nicht unbedingt die ahnung eines WIPO-Abiturienten, versuch aber mal mitzureden ^^

Zitat:
Die systeme, die an die vernunft des menschen apellieren sind zum scheitern verdammt - eben darum ist kapitalismus davor geschützt, er baut auf dem tiefen egoismus eines jeden menschen auf.


ist das nicht gerade das erschreckende an der heutigen gesellschaft?
Ich befürworte nicht den Kommunismus, aber sollten Politiker nicht ein bisschen sozialer denken, und nicht nur an ihren nächsten Sportwagen?
Sollten reiche Arbeitgeber ( z.b: der Chef von VW, ich nehme mal an, dass er reich ist) nich ein wenig mehr an die arbeitnehmer denken, und nicht sämtliche stellen kürzen, weil VW eine neue Maschine erfunden hat, die mehr schafft , als ein arbeiter und sie dadurch die Löhne sparen?
sollten die "oberen Etagen" nicht einmal daran denken, dass es Leute gibt ,denen es weitaus schlechter geht?
Sollen denn nur wegen des Chef's neuen Hauses arbeitsplätze gestrichen werden und Leute von Hartz 4 leben?


ich entschuldige mich für möglicherweise unverständliche sätze und würde um antworten doch sehr bitten Wink
Macabre Deified
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Anmeldungsdatum: 11.05.2005
Beiträge: 1916
Wohnort: The Republic of Elbonia

BeitragVerfasst am: 29 Apr 2006 - 22:52:49    Titel:

Zitat:
ist das nicht gerade das erschreckende an der heutigen gesellschaft?
So erschreckend das sein mag, es ist die pure realität, und das muss man verstehen und mit ihr umgehen. man kann von vielen utopien träumen, real werden tun die dadurch nicht. und staaten, die das versuchen sind nicht beständig.

Zitat:
aber sollten Politiker nicht ein bisschen sozialer denken, und nicht nur an ihren nächsten Sportwagen?

Politiker werden vom volk gewählt, wenn sie einen wählen, der so handelt sind sie selbst schuld. man kann jederzeit eine neue partei gründen wenns einem nicht passt.


Zitat:
Sollten reiche Arbeitgeber ( z.b: der Chef von VW, ich nehme mal an, dass er reich ist) nich ein wenig mehr an die arbeitnehmer denken, und nicht sämtliche stellen kürzen, weil VW eine neue Maschine erfunden hat, die mehr schafft , als ein arbeiter und sie dadurch die Löhne sparen?

Meiner meinung nach ganz klar: NEIN! Keinesfalls!
Wenn man das früher gemacht hätte, würden wir heute noch im Mittelalter leben. Was denkst du wie viele Arbeitsplätze draufgegangen sind, als die Papierfertigung automatisiert wurde? wäre das aber nicht geamcht worden, so wäre es bei weitem nicht möglich, genug papier herzustellen, schliesslich wurde früher jedes blatt von hand gemacht.
Die automatischen Rolldruckerpressen haben die alten druckpressen abgelöst, das hat die möglichkeit gebracht, eine nahezu beliebig hohe auflage zu produzieren, darum können wir heute alle zeitung lesen.
Dabei sind zig tausende menschen arbeitslos geworden, aber ja und?

Und wenn du jetzt sagen möchtest "aber das ist doch was ganz anderes" dann liegst du falsch - wir sind gewohnt, die welt zu kennen, wie sie ist. neue maschinen wirken generell fremd und daher auch beängstigend, wenn sie arbeitsplätze kosten werden sie als schädlich angesehen. und das war schon immer so, aber dadurch wird der kurzweilige vorteil dem langzeitvorteil, welcher weit größer ist, vorgezogen.

Zitat:
sollten die "oberen Etagen" nicht einmal daran denken, dass es Leute gibt ,denen es weitaus schlechter geht?

Niemand ist gezwungen zu arbeiten, und wozu sind wohl gewerkschaften da?

Zitat:
Sollen denn nur wegen des Chef's neuen Hauses arbeitsplätze gestrichen werden und Leute von Hartz 4 leben?
Das ist nicht logisch.
Wenn ich als Arbeitgeber einen Arbeitnehmer bezahle, dann weil er mir im Endeffekt mehr abwirft als er mich an Lohn kostet. Also heisst es für die chefs logisch gesehen weniger arbeitnehmer ->weniger geld.
hebelmann
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Anmeldungsdatum: 10.04.2006
Beiträge: 79

BeitragVerfasst am: 29 Apr 2006 - 23:34:08    Titel:

Zitat:

Sollen denn nur wegen des Chef's neuen Hauses arbeitsplätze gestrichen werden und Leute von Hartz 4 leben?
Das ist nicht logisch.
Zitat:
Wenn ich als Arbeitgeber einen Arbeitnehmer bezahle, dann weil er mir im Endeffekt mehr abwirft als er mich an Lohn kostet. Also heisst es für die chefs logisch gesehen weniger arbeitnehmer ->weniger geld.



der punkt war noch auf die neue maschine bezogen Wink

Zitat:
Politiker werden vom volk gewählt, wenn sie einen wählen, der so handelt sind sie selbst schuld. man kann jederzeit eine neue partei gründen wenns einem nicht passt.


Mag ja sein, das man sie wählt, doch beeinflussen, was passiert, kann man nur sehr eingeschränkt und das auch nur alle 4 Jahre...

auch wenn es ein anderes thema ist, aber: soweit ich mich erinnern kann , wurde nach dem Volksentscheid über den Buß- und Bettag hier in S-H gegen die Meinung des Volkes gehandelt....
( ich glaube, hier musst du nicht weiter drauf eingehen, da es eigentlich ein ganz anderes thema ist Wink )


Zitat:
Zitat:
sollten die "oberen Etagen" nicht einmal daran denken, dass es Leute gibt ,denen es weitaus schlechter geht?
Zitat:

Niemand ist gezwungen zu arbeiten, und wozu sind wohl gewerkschaften da?


mit den "menschen , denen es schlechter geht" meinte ich die bereits arbeitslosen, die somit ( meines immernoch bescheidenen wissens Embarassed nach ) nicht durch eine gewerkschaft vertreten werden


so, wahrscheinlich haste erkannt, dass ich nicht gerade besonders viel ahnung von WIPO habe, und da so einige punkte, die du genannt hast , übersehen habe Wink
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