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"Bezeichnung" der Ansichtenvertreter im Gutachten
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gerry
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 14:27:40    Titel: "Bezeichnung" der Ansichtenvertreter im Gutachten

Wie sollte man bei Streitentscheiden in HA und Klausuren die Vertreter verschiedener Ansichten "bezeichnen"?
Eher konkret wie in diesem Beispiel:

Der BGH vertritt die Ansicht, dass.......... Dann folgen die Argumente.

Die herrschende Lehre vertritt hingegen die Ansicht, dass........... Dann folgen die Gegenargumente.


oder besser so, also verallgemeinernd:

Es wird die Ansicht vertreten, dass.......Dann folgen Argumente.

Die andere Ansicht vertritt hingegen die Ansicht, dass........... Dann folgen die Gegenargumente.

Es geht nicht um die Zitierung in den Fußnoten, sondern um die Bezeichnung im eigentlichen Text. Viele Skripte und Lehrbücher machen es wie im ersten Beispiel, also konkret.
Ali G
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Anmeldungsdatum: 23.05.2005
Beiträge: 117
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 15:48:26    Titel:

Solange keine Personennamen fallen, ist beides möglich. Es kommt ja weniger auf die Vertreter der Meinung an als auf deren Argumente.
Ich mach das mal so mal so.

Manchmal kann man auch punkten, indem man so tut, als hätte man sich die Argumentation selbst erarbeitet.
Etwa:

Hier könnte man erwägen, dass...
Dagegen spricht jedoch, ...
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 20:19:23    Titel:

Sehr gute Erfahrungen hatte ich mich der von Ali G zuletzt genannten, sozusagen "abstrakten" Methode, die keinen unmittelbaren sprachlichen Bezug auf konkrete Ansichten nimmt; man wägt sozusagen verschiedene Möglichkeiten der Gesetzesanwendung ab und verbannt ihre Vertreter in die Fußnote ("Einerseits könnte..." - "andererseits..."). Das liest sich mE sehr souverän und flüssig, läßt die Sachargumente gegenüber Meinungsständen in den Vordergrund treten und scheint bei Korrektoren gut anzukommen. Es klingt wohl einfach nicht so, als würde man "nur" etwas Vorgefundenes wiedergeben.
Leider ist das nicht bei allen Fragen schon von der Formulierung her möglich - da verwende ich dann "nach einer Ansicht..." oä (obwohl das recht gestelzt klingt).
Wie mir aber bei Formulierungsvorschlägen aus diversen Quellen aufgefallen ist, könnte es durchaus lokale Unterschiede je nach Fakultät geben. Während bei uns zB "herrschend" (wie in "herrschende Meinung" oder "herrschende Lehre") verpönt ist und man sagt, es zähle nur die "eigenständige" Argumentation (bzw. deren eigenständige Verarbeitung im Gutachten), findet man andernorts häufig, auch in echten Musterlösungen, solche Wendungen ("hM"-"Mindermeinung in der Literatur" etc.).
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Anmeldungsdatum: 19.04.2006
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 21:54:18    Titel:

ich machs immer so:

einer ersten ansicht nach

der geläufigen meinung.......

der letzten meinung ist zu folgen
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 23:30:31    Titel: Verkaufe, (die)

Grüzi,

anerkannte Meinungen als eigene zu verkaufen, halte ich für etwas zu durchsichtig, da diese ohnehin als abzufragend in der Lösungsskizze der Korrektoren stehen. Ich könnte mir vorstellen, daß solche Manöver in Tübingen auch als fehlerhaft angestrichen werden könnten. (Andere Fakultäten hab ich leider nicht erlebt... Shocked)
Ansonsten ist "nach allgemeiner Ansicht" oder "allgemein anerkannt" am "stärksten".
Dann kommt die vielzitierte " herrschende Meinung" und die dazugehörende "andere Ansicht".
Dann kommen die gleichgewichtigen Ansichten, wie z.B. "die Rechtssprechung" vs. "herrschende Literaturmeinung" oder "eine Ansicht" vs. "Gegenansicht" oder halt mehrere Ansichten oder auch "vermittelnde Ansichten". (Dies nur ergänzend zu den obigen Beiträgen...)
"Für diese Auffassung spricht...", "... dieser Ansicht ist vorliegend zu folgen" u.ä. kommt dann zuzüglich eines Arguments in die "Entscheidung", welcher Ansicht man folgen möchte.

Eigene Auffassungen und die dazugehörende, die Ansicht stützende, Argumentation sollte man so kenntlich machen, daß man z.B. die Wendung "nach Ansicht des Verfassers" benutzt. Oft werden einem solche Erwägungen natürlich durch die Lektüre zitierfähiger Literatur eingegeben, wenn sie aber nicht ausdrücklich zusammenhängend so drinstehen, kann man diese durchaus als eigene Überlegung ausweisen. Das kann bei der Korrektur durchaus honoriert werden.
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 26 Apr 2006 - 23:52:30    Titel: Re: Verkaufe, (die)

Thali1 hat folgendes geschrieben:
Grüzi,

anerkannte Meinungen als eigene zu verkaufen, halte ich für etwas zu durchsichtig, da diese ohnehin als abzufragend in der Lösungsskizze der Korrektoren stehen. Ich könnte mir vorstellen, daß solche Manöver in Tübingen auch als fehlerhaft angestrichen werden könnten. (Andere Fakultäten hab ich leider nicht erlebt... Shocked)


Das hast Du, denke ich, falsch verstanden - es ging um die sprachliche Präsentation, die Darstellung im Gutachtentext; woher Meinung und Argumente stammen, ergibt sich ja aus der Fußnote. In der Darstellung ergäbe sich dann eine Abwägung nicht der als solche formulierten Meinungen, sondern der Sachargumente (kann man auch schön mit Auslegungsmethoden verbinden). Zu widerlegende Argumente werden in den Konjunktiv gestellt; diejenigen, denen man sich anschließt, wiederum feststellend formuliert.
Natürlich war damit nicht das Unterschlagen der Quelle gemeint - das wäre nun ersichtlich unseriös.

Ich sehe aber schon, daß hier unterschiedliche Gepflogenheiten zu Tage treten - unbegründete Wertungen wie "herrschend", "allgemein anerkannt" oder aber gar ein Verweis auf den Verfasser werden zB bei uns in aller Regel angestrichen bzw. mit schlauen Kommentaren versehen ("Aha", "Warum?", "Irrelevant", "Woher wissen sie das?"); Hinweise auf die Herkunft (Lit. Rspr.) gelten als unnötig. Dahinter steht wohl die Idee, daß das Gutachten nur zur Sachfrage Stellung beziehen soll, für die die Lautstärke der Stimme unerheblich ist (in Bezug auf st. Rspr. etwas gewagt, aber naja).
Es gibt ja in Wirklichkeit gar keine Mindermeinungen, sondern nur "im Vordringen begriffene Ansichten" - je nachdem, wen man fragt. Very Happy
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Anmeldungsdatum: 19.04.2006
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 00:21:13    Titel:

sehe ich auch so wie recht komisch. ob das die herrschende Meinung sagt ist vollkommen irrelevant. entscheidend ist die eigene argumentation
gerry
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 10:23:52    Titel:

Danke für die vielen Antworten.
Schließe mich der Meinung von Recht komisch an.
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