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römisches Recht - Diskussion über den Nutzen
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römrecht
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Anmeldungsdatum: 27.04.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Göttingen

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 14:44:25    Titel: römisches Recht - Diskussion über den Nutzen

Hi,
ich bin neu am Lehrstuhl für Römisches Recht als Mitarbeiter und wir Studis haben uns lange überlegt, wie man das Fach attraktiver machen kann bzw. mehr Kommilitonen zu uns bringen kann.
Wir haben einen Text verfasst, und es würde mich freuen ein paar Meinungen dazu zu hören, auch wenn der Text teilweise auf das Studium in Göttingen bzw. Niedersachsen zugeschnitten ist:

1. Vom Nutzen des Römischen Rechts für die juristische Ausbildung
Das Römische Recht wird von vielen Studierenden als rein akademisches Fach wahrgenommen, das ihnen für ihre Ausbildung im geltenden Recht und ihren Weg zum erfolgreichen Juristen scheinbar nichts bringt. Doch ist diese Sichtweise völlig falsch.
Schon ein Blick auf die lange Liste der Göttinger Absolventen, die sich im Laufe ihres Studiums mit dem Römischen Recht befasst haben, beweist das Gegenteil:
Unter ihnen finden sich in jüngerer Zeit nicht nur zwei, die eine wissenschaftliche Karriere eingeschlagen haben und inzwischen Professuren für Bürgerliches und Römisches Recht bekleiden, sondern vor allem auch eine Mehrzahl erfolgreicher „Praktiker“ aus allen Bereichen des Rechts: Richter, Staatsanwälte, erfolgreiche Rechtsanwälte und auch Verwaltungsjuristen. Die Quote von Prädikatsexamina unter den Studierenden des Römisches Rechts ist besonders hoch. Woran liegt das?
Hier kann im wesentlichen ein Grund genannt werden:
Die Beschäftigung mit dem Römischen Recht vermittelt die wichtige, in der gegenwärtigen Bildungsdiskussion allgegenwärtige Grundqualifikation der Methodenkompetenz. Im juristischen Bereich geht es im wesentlichen darum,
- juristische Sachverhalte zu erfassen,
- sich sprachlich und argumentativ auf adäquatem Niveau mit ihnen auseinanderzusetzen und
- am Ende unter Heranziehung bestimmter Maßstäbe zu einem fundierten Urteil zu gelangen.
Der Stellenwert dieser Fähigkeiten spiegelt sich in der Regelung des § 2 I NJAG, der insofern in Bezug auf die das Studium abschließende erste Prüfung von „Schlüsselqualifikationen“ spricht und diese ausdrücklich für prüfungsrelevant erklärt.
Der Weg, auf dem das Römische Recht diese „Schlüsselqualifikationen“ vermittelt, ist die sorgfältige Analyse der Quellen und das schrittweise Erarbeiten einer ganzen Rechtsordnung, die abgeschlossen vor uns liegt und wie ein großes Versuchslabor dazu genutzt werden kann, grundlegende juristische Strukturen, Denkweisen und Argumentationsmuter zu vermitteln sowie sich von Problembewußtsein geprägtes analytisches Denken anzutrainieren.
Durch die Beschäftigung mit dem Römischen Recht gewinnen Studierende ein solides Kompetenzfundament, von dem aus sie sich wesentlich leichter in andere Fächer einarbeiten können. Grundlegende Arbeitstechniken werden hier vermittelt:
Schon im Anschluß an das erste Semester kann durch das Erstellen einer Hausarbeit juristische Arbeitstechnik trainiert werden, und durch die Teilnahme an einem Seminar ist es möglich, bereits in einem frühen Studienstadium die Fähigkeit zu erlernen, in fachkundiger Umgebung juristische Sachverhalte in freier Rede zu präsentieren und zu diskutieren. Viele Studierende sprechen zum ersten Mal im Rahmen ihrer universitären Schwerpunktbereichs- bzw. staatlichen Pflichtfachprüfung eigenständig über juristische Themen; das aber ist ein Zeitpunkt, der namentlich für die Anforderungen der entsprechenden Prüfungssituation, aber auch für die der späteren Praxis viel zu spät im Ausbildungsverlauf liegt.
Neben methodischen Grundlagen vermittelt das Römische Recht aber auch inhaltlich eine gute Ausgangsbasis für die weitere Ausbildung im geltenden Recht, und zwar insbesondere im vielen Studierenden Schwierigkeiten bereitenden Bereich des Bürgerlichen Rechts. Schon in den Anfängerveranstaltungen des ersten Semesters besteht hier die Möglichkeit, in einem ersten Überblick sämtlichen grundlegenden Strukturen dieses Rechtsgebietes zu begegnen, was deren späteres Erfassen wesentlich erleichtert. Die enge Verknüpfung von Römischem Recht und geltendem Zivilrecht, die mit Blick auf die voranschreitende europäische Rechtsvereinheitlichung in naher Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen wird, wird dabei eindrucksvoll nicht zuletzt auch durch die Tatsache demonstriert, daß einige der führenden deutschen Zivilrechtsprofessoren dem Bereich des Römischen Rechts entstammen, wie beispielsweise Flume und Medicus.
Im Ergebnis schafft die Beschäftigung mit dem Römischen Recht eine verlässliche Basis für das erfolgreiche Studium des geltenden Rechts, das eben mehr ist als nur das verständnislose Auswendiglernen gegebener Strukturen. Schon in der Bezeichnung des Römischen Rechts als Grundlagenfach kommen diese Zusammenhänge zum Ausdruck. Damit zeigt sich, daß das Römische Recht mehr ist als nur die akademisch geprägte Erforschung einer nicht mehr unmittelbar relevanten Vergangenheit; vielmehr handelt es sich bei der Beschäftigung damit im Rahmen der Ausbildung um eine Investition in die eigene Zukunft.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
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BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 15:15:23    Titel:

Prinzipiell ja schon richtig. Das Problem was speziell ich im Studium mit dem römischen Recht habe ist allerdings gerade dessen Komplexität.

Es ist sicherlich richtig, daß jede Menge Ansätze und Überlegungen aus den römischen Recht ergehen. Auch darüber nachzudenken vermag geradezu den Horizont zu erweitern. Allerdings steckt man, wenn man das römische Recht einigermaßen erfassen will, so viel Zeit in dieses Gebiet, welche an anderer Stelle fehlen könnte.

Das Gebiet was für die Staatsprüfung in den einzelnen Rechtsbereichen zu erfassen ist, ist schon erheblich, da muß man wirklich schon Interesse fürs römische Recht haben um dieses auch noch nebenbei zu durchdringen.
(Sicherlich man kann durch das römische Recht auch für diese Bereiche hinzugewinnen; aber man sollte doch mindestes den aktuellen Gesetzeswortlaut kennen)
Einfach mal mit den römischen Recht anfangen und dann in der Mitte stehen bleiben bringts fürs römischen Recht auch nicht.
römrecht
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Anmeldungsdatum: 27.04.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Göttingen

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 15:51:48    Titel:

Das Problem mit der Komplexität versuchen wir durch die etappenweise Führung durch das römische Recht zu mildern, d.h nach dem Einstieg mit der Vorlesung kommt das Seminar mit einer, wie ich für Göttingen und auch Köln weiß, guten Betreuung und dann weiterführend die Exegese, die jedes Semester als Übung in Göttingen angeboten wird.
Wir haben tatsächlich das Problem, daß wegen der Zwischenprüfungsordnung nach der veranstaltung im 1. Semester eigentlich erst nach der Prüfung ab dem 4. Semester das Seminar scheintechnisch etwas bringt, aber zusätzliche Veranstaltungen gibt es eben, die den Interessierten nicht mittendrin hängen lassen.
Es ist halt das Problem, daß wegen des mangelnden Interesses gerade etwa in Köln keine weiterführenden Veranstaltungen (mehr) angeboten werden, würden aber sich Studierende finden, dann würde es auch wieder solche Übungen etc. geben.
wir wollen auch nicht behaupten, daß das RömR das MUSS für jeden ist.
Pandur
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 15:53:45    Titel:

Zunächst: Kritisieren ist immer einfacher als es selbst besser zu machen. Smile

Was wollte ihr mit dem Text denn machen? Soll das ne Art Flyer werden, ein Prospekt oder soll der auf die HP. Für meinen Geschmack ist der Text viel zu lang und viel zu langatmig.

Zitat:
Unter ihnen finden sich in jüngerer Zeit nicht nur zwei, die eine wissenschaftliche Karriere eingeschlagen haben und inzwischen Professuren für Bürgerliches und Römisches Recht bekleiden, sondern vor allem auch eine Mehrzahl erfolgreicher „Praktiker“ aus allen Bereichen des Rechts: Richter, Staatsanwälte, erfolgreiche Rechtsanwälte und auch Verwaltungsjuristen. Die Quote von Prädikatsexamina unter den Studierenden des Römisches Rechts ist besonders hoch.


Das hört sich für mich nach einen bekannten bundesweit tätigen Repetitor an. "Kommt zu uns dann ist euch eine erfolgreiche Zukunft gewiss." Inhaltlich hat das alles keine Substanz und bringt mich nicht weiter. Den ganzen Absatz kann man m.E. getrost streichen.


Zitat:
Die Beschäftigung mit dem Römischen Recht vermittelt die wichtige, in der gegenwärtigen Bildungsdiskussion allgegenwärtige Grundqualifikation der Methodenkompetenz


Viel zu abgehoben. Im ersten Semeste würde ich mich fragen:
Bildungsdiskussion Confused
allgegenwärtige Grundqualifikation Confused
Methodenkompetenz Confused

Zitat:
Damit zeigt sich, daß das Römische Recht mehr ist als nur die akademisch geprägte Erforschung einer nicht mehr unmittelbar relevanten Vergangenheit; vielmehr handelt es sich bei der Beschäftigung damit im Rahmen der Ausbildung um eine Investition in die eigene Zukunft.

Die Ausdrucksweise ist viel zu geschwollen. Damit könnt ihr Eindruck in den oberen Semestern machen. Die Erstsemester fragen sich dagegen eher ob die Krankheit ansteckend ist Smile

Grundsätzlich würde ich den ganzen Text zur Seite legen und nochmal total von vorn beginnen. Fragt euch zunächst wen ihr ansprechen wollt und verfasst die ganze Geschichte dann in einer Sprache, die dem Adressatenkreis angemessen ist.

Mit dem Text hätten ihr mich nicht überzeugt.

Gruß Pandur
römrecht
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Anmeldungsdatum: 27.04.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Göttingen

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2006 - 16:04:47    Titel:

Den Text haben wir ja auch gegenüber unserem Professor zu verantworten, da ist es schwer das einfacher zu fassen ohne seinen Ansprüche zu unterlaufen. Daß das Ganze geschwollen klingen mag will ich gar nicht abstreiten. Der Hinweis auf den Repetitor schmerzt Wink aber es soll ja auch Werbung sein, und wenn man eben Pfunde hat, dann soll man damit auch wuchern. Der Text soll bei uns auf die Homepage, wird wohl dann auch eher nur von evtl. Interessierten gesehen. Für die, so unsere Erfahrung, ist das aber genau so das Richtige. Was die Länge angeht, da teile ich die Kritik. So war die Vorgabe max. eine Seite in word, wir haben dann drei gehabt. Aber es ist ja gerade gut zu erfahren, was mit dem ganzen nicht stimmt, wenn man zwischen staubigen Büchern sitzt, dann erfährt man ja nie, was man besser machen kann.
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