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Linkspartei.PDS - zukunftsorientiertes Programm?
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Guido
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Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 717
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2006 - 12:50:48    Titel:

Jockelx hat folgendes geschrieben:
Ich finde, man sollte nicht immer vergessen, dass die Leute die
einen 13 Sunden-Tag haben, gut und gerne 5 Stunden davon arbeiten, damit andere 13 Stunden am Tag in Ruhe Talkshows schauen können.


Das mag sein. Allerdings würden die meisten derjenigen, die derzeit von der Wirtschaft auf "Kurzarbeit Null" gesetzt sind, liebend gerne wieder arbeiten. Teilweise zu Konditionen für die mancher Leser hier nicht mal aufstehen würde. Doch sie werden schlicht nicht mehr gebraucht. Egal ob Hilfsarbeiter oder Ingenieur. Die von Pauker bereits erwähnte Produktivität macht es schon heute möglich, dass ca. 26 Mio Arbeitnehmer alles produzieren, dienstleisten und finanzieren was 82 Mio Menschen in Deutschland konsumieren. Den Titel des "Exportweltmeisters" gibts noch on top dazu.

Wir haben heute nach 200 Jahren technischem Fortschritt nicht mehr das Problem, dass zuwenig gearbeitet wird. Im Gegenteil: Arbeit als Erwerbsquelle geht aus. Zukünftig muss das Geld in der Familienkasse woanders herkommen. Oder aber unsere Gesellschaft geht in den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten zugrunde.
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2006 - 13:16:49    Titel:

Guido hat folgendes geschrieben:
Die von Pauker bereits erwähnte Produktivität macht es schon heute möglich, dass ca. 26 Mio Arbeitnehmer alles produzieren, dienstleisten und finanzieren was 82 Mio Menschen in Deutschland konsumieren.


Aber macht sie auch möglich, dass sie alles produzieren und dienstleisten, was 82 Millionen Menschen konsumieren wollen ?

Arbeit geht nie aus. Die Klinikärzte beschweren sich, dass sie zu viel Arbeit haben (manchmal müssen sie einen 20 Std. Arbeitstag hinlegen - und das auch noch mit OP), die Alten beschweren sich, dass nicht genug Pflegepersonal zur Verfügung steht, Kindergärten und Schulen benötigen mehr Personal, ich beschwere mich nebenbei, dass mir keiner meine Veranda richtet.

Wenn die Produktivität alle Bedürfnisse befriedigte, dann müsste sich keiner in Deutschland beschweren. Aber, und den Tenor höre ich aus der aktuellen Debatte heraus, scheinen die volkswirtschaftlichen Güter und Dienstleistungen in Deutschland zu teuer, weil zu knapp zu sein.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2006 - 15:35:12    Titel:

Sheep hat folgendes geschrieben:

Die Solidargemeinschaft bezahlt ihn doch sowieso, ob der Arbeitgeber den Zuschuss "ausnutzt" oder den Mann überhaupt nicht einstellt. Im letzteren Fall muss sie allerdings mehr bezahlen.


Ich sehe aber noch darüber hinaus gehende Mitnahmeeffekte. So könnten Arbeitgeber Arbeitnehmer kurz über der Produktivitätsgrenze entlassen und sie danach für weniger Geld wieder einstellen. Der Arbeitgeber zahlt weniger, der Arbeitnehmer bekommt das Gleiche und die Solidargemeinschaft muss es richten.
Das erinnert mich fatal an die Einführung der Minijobs, die letztlich zu einem Abbau normaler sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze führte.

Oder an die berühmten Bedarfsgemeinschaften bei Hartz IV, die einem 18-jährigen geradezu den Anreiz setzen, von daheim auszuziehen und eine eigene Bedarfsgemeinschaft zu gründen.

Ich bin nicht gegen das Instrument "bezuschusster Niedriglohn". Nur muss man extrem vorsichtig sein und sich vorher darüber klar werden, wie man den Missbrauch eindämmen will.

Gruß
Pauker
Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2006 - 16:12:06    Titel:

Pauker hat folgendes geschrieben:
Ich sehe aber noch darüber hinaus gehende Mitnahmeeffekte. So könnten Arbeitgeber Arbeitnehmer kurz über der Produktivitätsgrenze entlassen und sie danach für weniger Geld wieder einstellen.


Ich glaube die Befürchtung geht an der Realität vorbei.

Dann müsste man die "Mitnahmeffekte" doch bei jeder Einführung einer staatlichen Wohltat befürchten, die dem Geldbeutel des Arbeitnehmers auf Kosten der Solidargemeinschaft zu Gute kommt.

Zum Beispiel:

Werden Kindertagesstätten morgen für umsonst angeboten, würden plötzlich alle Familienväter entlassen und für weniger Geld eingestellt. Werden Nahverkehrsmittel vom Staat subventioniert und damit billiger, würden alle Pendler ohne eigenes Fahrzeug entlassen und für weniger Lohn neu eingestellt. Senkt der Staat die Mehrwertsteuer, wird ganz Deutschland mit Lohnkürzungen rechnen müssen.

Ich behaupte, der Lohn für ein Arbeitsverhältnis hängt nach wie vor von der Arbeitsleistung und deren Qualität ab, und nicht von dem, was mein Arbeitnehmer eventuell noch nebenher verdient, oder wie er finanziell vom Staat unterstützt wird.
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