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Siedlung Törten, ein Vortrag
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Desiree as Sammy
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Anmeldungsdatum: 08.12.2005
Beiträge: 211
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 01 Mai 2006 - 15:25:58    Titel: Siedlung Törten, ein Vortrag

Hallo,
wäre nett, wenn ihr nachfolgendes lest und mir sagt, wie ihr es fandet, inkl. Korrekturen !
Danke!
lg, Sammy

Siedlung Törten in Dessau

0. Einleitung/Gliederung
I. Entwicklung
- Auftrag (Grund & Zweck)
- Bauphase 1
- Bauphase 2
- Bauphase 3
- Sanierungen
II. Heute (=Fazit)
III. Quellen

AB
________________________________________________________________________________

Die Siedlung Törten im heutigen (Süd-)Dessau, auch Gropius -bzw. Bauhaus-Siedlung genannt entstand in den Jahren 1926 bis 1928.

Den Anlass dazu gab die Stadt Dessau, die das Bauatelier Gropius mit dem Errichten von 60 Reichsheimstätten, die im Rahmen des Reichsheimstättenrechts als ”halbländliche Siedlung” konzipiert werden sollten, beauftragte.
Die Stadt bemühte sich damit auch für die Menschen mit geringeren Einkommen, den Erwerb von Grundeigentum zu ermöglich.
Der Kaufspreis einschließlich des Grundstücks lag dann schließlich zwischen 9.500 und 10.500 Mark und war über Hypotheken finanzierbar.
Allerdings hatte dies zur Folge, dass das Budget zur Errichtung der Siedlung gering war und so einige Mängel auftraten (mehr dazu später).
Für das Bauhaus war die Siedlung jedenfalls das erste Projket für den sozialen Wohnungsbau.
Aber es sollten auch Aufschlüsse über eine rationelle Herstellung von Wohnbauten und über die Eignung neuer Baustoffe gewonnen werden,

Die Errichtung der Siedlung Törten lässt sich in die nachfolgenden drei Bauabschnitte gliedern.

Im ersten Bauabschnitt wurden statt der vorgegebenen 60 Häuser nur 58 zweigeschossige Reihenhäuser in Doppelreihe gebaut.
Das Fehlen der beiden anderen ist noch heute sicthbar, denn an ihrer Stelle entstanden (am Rande der Siedlung) das Stahlhaus (1926/27 von Georg Muche und Richard Paulick) und das Fieger-Haus.
Die 58 Reihenhäuser jedenfalls waren alle vom Bau-Typ Sietö I.
Die Häuser waren also alle gleich und hatten eine Wohnfläche von rund 74,23qm mit insgesamt fünf Zimmern (incl. Wohnküche).
Die Fenster waren aus Stahl, die Wände aus Betonschlackesteinen und es wurden zahlreiche Varianten der Flachdachdeckung erprobt.

Im Frühjahr 1927 erhielt Gropius dann den Auftrag weitere 100 Reihenhäuser zu errichten. Diese entstanden als Typ Sietö I.2 in Fortsetzung der Doppelreihe und als Typ Sietö II in der Damaschkestraße, Am Dreieck und am Anfang der drei Ringe, im Klein-, Mittel- und Großring. Die Häuser wurden gegenüber dem 1. Haustyp Sietö I leicht verändert, hatten aber ebenfalls fünf Zimmer und waren mit 70,56 Quadratmeter etwas kleiner.

Schließlich erhielt Gropius im Frühjahr 1928 von der Stadt Dessau den Auftrag für weitere 156 Häuser. Innerhalb dieses 3. Bauabschnitts entstanden im Kleinring und In der Flanke weitere Häuser des Typs Sietö II, während im Mittelring und im Nordweg der Haustyp Sietö IV in einer anderthalbgeschossigen Bauweise entstand. Diese Häuser besaßen nur vier Wohnräume und waren mit 57,05 Quadratmetern Wohnfläche deutlich kleiner.

Innerhalb der Siedlung gehörte zu allen Häusern ein 350 bis 400 Quadratmeter großes Grundstück, das eine Selbstversorgung mit Obst und Gemüse sowie eine Kleintierzucht gewährleistet sollte. Dadurch sollten die Lebenshaltungskosten der Bewohner der Siedlung gering gehalten werden.
Diese Selbstversorgung meinte ich übrigens vorhin, als ich sagte, dass die Siedlung als „Halbländliche“ konzipiert werden sollte.

Wegen einiger Baumängel stand die Siedlung schnell in der Kritik. Dabei wurde jedoch meist nicht berücksichtigt dass es sich um eine Versuchssiedlung handelte. In den 1930er Jahren sind die Stahlrahmen-Fenster in den Häusern des Typs Sietö IV im Mittelring durch so genannte “Berliner Fenster” (dreiteilige Holzrahmenfenster) einheitlich ersetzt worden.
In den frühen 1980er Jahren verschwand das letzte noch erhaltene Stahlfenster dieses Haustyps im Nordweg. Auch in den zweigeschossigen Häusern des 1. und 2. Bauabschnitts wurden die Stahlrahmenfenster nach und nach durch Holzfenster ersetzt.
Heute sind diese Fenster nur noch an den Häusern Kleinring 1 und 5 zu besichtigen. Was an Bauzeitlichem aus Mangel die DDR-Zeit überstand wurde nach der Wende oft den Baumarktangeboten geopfert.

Nachdem die Häuser 1970 teilweise saniert wurden und beispielsweise die eben erwähnten Fenster ausgetauscht worden waren, wurden die Häuser nach der Wende umgebaut.
Dadurch entstanden teilweise individuellere Züge der Siedlung.
Dem wurde jedoch 1994 ein Ende gesetzt, denn seit dem xistiert eine Erhaltungs- und Gestaltungssatzung zum Schutz des Orts- und Straßenbildes in der Siedlung mit der die baulichen Maßnahmen mit der historischen Substanz in Einklang gebracht werden sollen.
1996, erwarb die Stadt Dessau das Haus Haus Mittelring 38 aus Privatbesitz und sanierte es denkmalgerecht. Dabei wurden auch die Stahlrahmenfenster wieder rekonstruiert. Als Sitz der Moses-Mendelssohn-Gesellschaft e.V. kann es während der Öffnungszeiten auch von innen besichtigt werden. Inzwischen gibt es auch private Initiativen, durch die einzelne Häuser in einen Originalzustand zurückversetzt werden.

Seit dem Dezember 1996 gilt die Siedlung Törten als UNESCO-Weltkulturerbe. (eve. nur aufm AB)

Doch was ist -außer der Siedlung an sich natürlich- denn nun aus den Versuchszwecken geworden?
Die Idee von Gropius zur Industrialisierung des Wohnungsbaus lässt sich auch heute noch erkennen, da die Grundstrukturr der Häuser erhalten geblieben ist.


Quellen
www.bauhausstadt.de
www.bauhausart.de
www.bauhaus-dessau.de
www.stadtentwicklung-sachsen-anhalt.de
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