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Kampfbegriff Neoliberalismus
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Kampfbegriff Neoliberalismus
 
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masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2006 - 13:42:18    Titel: Kampfbegriff Neoliberalismus

edit: Abgetrennt von Südamerika Smile (Sh)
Zitat:
Aber einfach laufen lassen wie das Protagonisten aus dem neoliberalen Lager deklamieren,...

Ich glaube wir müssen hier dringend mal einen Irrtum korrigieren.
"Einfach laufen lassen", das hat mit Neoliberalismus nichts zu tun, "einfach laufen lassen" ist sog. "Laissez Faire".
Ich lege dir nochmal folgenden Wikipedia-Artikel ans Herz:
http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus
Darin ist der Unterschied auch nochmal deutlich aufgeführt:

Zitat:
Der Begriff Neoliberalismus wurde von den Ökonomen Friedrich Hayek, Wilhelm Röpke, Walter Eucken und anderen auf einer Konferenz in Paris im Jahre 1938 im Zuge der Entwicklung eines Konzepts für eine langfristige Wirtschaftspolitik geprägt, welche sich als Mittelweg zwischen reinem Kapitalismus und Sozialismus verstand. Demnach sind Eingriffe in die Wirtschaft nur dann gerechtfertigt und notwendig, wenn sie beispielsweise Marktverzerrungen durch Monopole oder Kartelle verhindern....
Aus Sicht der Neoliberalen hatte man mit dem "ungezügelten" Liberalismus des Laissez-faire im 19.Jahrhundert, als der Staat die Wirtschaft komplett dem freien Spiel der Marktkräfte überließ, negative Erfahrungen gemacht und sah eine Notwendigkeit zur Neuformulierung

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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2006 - 14:46:30    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:


Zitat:
Der Begriff Neoliberalismus wurde von den Ökonomen Friedrich Hayek, Wilhelm Röpke, Walter Eucken und anderen auf einer Konferenz in Paris im Jahre 1938 im Zuge der Entwicklung eines Konzepts für eine langfristige Wirtschaftspolitik geprägt, welche sich als Mittelweg zwischen reinem Kapitalismus und Sozialismus verstand. Demnach sind Eingriffe in die Wirtschaft nur dann gerechtfertigt und notwendig, wenn sie beispielsweise Marktverzerrungen durch Monopole oder Kartelle verhindern....
Aus Sicht der Neoliberalen hatte man mit dem "ungezügelten" Liberalismus des Laissez-faire im 19.Jahrhundert, als der Staat die Wirtschaft komplett dem freien Spiel der Marktkräfte überließ, negative Erfahrungen gemacht und sah eine Notwendigkeit zur Neuformulierung



Das mag ja alles sein, wissen das aber jene, die heute als Neoliberale auftreten? Ausserdem sehe ich noch ein paar staatliche Aufgaben mehr als nur Marktverzerrungen zu bereinigen und selbst dass schafft unser Kapitalismus eben nicht, wie die Konzentration der Energieunternehmen zeigt.

Mit freundlichen Grüßen
ein
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masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2006 - 15:19:28    Titel:

Zitat:
Das mag ja alles sein, wissen das aber jene, die heute als Neoliberale auftreten?

Ich weiss nicht auf wen speziell du dich beziehst, aber das sind dann per definitionem keine Neoliberalen. Neoliberalismus wird ja heutzutage als Kampfbegriff gegen alles verwendet.

Zitat:
Ausserdem sehe ich noch ein paar staatliche Aufgaben mehr als nur Marktverzerrungen zu bereinigen

Es war von staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft die Rede und da sehe ich nicht unbedingt weitere staatliche Aufgaben, etwa in Form von staatlichen Unternehmen.

Zitat:
...und selbst dass schafft unser Kapitalismus eben nicht, wie die Konzentration der Energieunternehmen zeigt.
Die Konzentration der Energieunternehmen ist ja auch gegen den Rat der meisten ökonomischen Sachverständigen abgelaufen. Es war eine Entscheidung der Politk "Nationale Chamipons" zuschaffen. Und jetzt wundert man sich, wenn ide ihre Situation ausnutzen. Das sehe ich auh kritisch, aber das ist eher ein Problem der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen (-> Ministererlaubnis von Müller und anschliessenden Posten bei Eon.)
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2006 - 16:42:58    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:

Das mag ja alles sein, wissen das aber jene, die heute als Neoliberale auftreten?


Das ist eine gute Frage. Dazu müßte natürlich erst erhoben werden, wer denn hier überhaupt als Neoliberaler auftritt, wer sich also dazu bekennt und infolgedessen vielleicht den Begriff missdeutet. Dazu habe ich die Suchfunktion dieses Forums herangezogen um zu schauen, wer den Begriff für sich selbst vereinnahmt.

Abgesehen von einigen Schulaufgaben, in denen konkret eine Begriffserklärung gefordert wurde, wird die Bezeichnung überwiegend von dem User Bürger angeführt um sie auf andere User zu beziehen. Da du die diesen Begriff als mehr oder minder als Schimpfwort verwendest, fällt die von dir selbst gestellte Frage an dich zurück.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2006 - 01:52:10    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
Bürger hat folgendes geschrieben:

Das mag ja alles sein, wissen das aber jene, die heute als Neoliberale auftreten?

Abgesehen von einigen Schulaufgaben, in denen konkret eine Begriffserklärung gefordert wurde, wird die Bezeichnung überwiegend von dem User Bürger angeführt um sie auf andere User zu beziehen. Da du die diesen Begriff als mehr oder minder als Schimpfwort verwendest, fällt die von dir selbst gestellte Frage an dich zurück.


Offensichtlich mangelt es an Argumenten dass sich die Diskussion auf Definitionen zurückzieht. Der Neoliberalismus ist ein Gegenmodell zur sozialen Marktwirtschaft und so wird dieser Begriff in der Öffentlichkeit auch verstanden. Wie Neoliberale den Neoliberalismus in Abgrenzung zu noch absurderen Modellen sehen, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Abbau des Sozialstaates ist dabei eine der Hauptforderungen des Neoliberalismus. Während in den 80ziger Jahren Wirtschaftsführer und der ökonomische Flügel der FDP den Begriff Neoliberalismus noch anhängig schienen ändert sich das Bild, da dieser Begriff heute negativ besetzt ist versuchen sich Vertreter des Neoliberalismus wohl dieses Begriffes zu entledigen, was natürlich argumentativ fehlschlagen muss denn die Kritik gegen den Neoliberalismus ist keine Kritik an der Defintion sondern an den unsozialen Inhalten, so wie sie von der Bevölkerung im Allgemeinen wahrgenommen werden und von den Protagonisten des Neoliberalismus auch in der Regel gemeint sind. Durch Euphemismen oder plötzliche Distanz zu negativ belegten Begriffen werden Inhalte nicht geändert.
Daher werden stets neue Begriffe geschaffen um sich nicht festzulegen, aber an den Inhalten lassen sich neoliberales Ideen immer wieder identifizieren. Aus einem Saulus wird aber nicht einfach ein Paulus indem er sich einfach anders nennt; ein Wolf im Schafspelz bleibt immer noch ein Wolf.

Was also kritisiert wird am Neoliberalismus, so wie er heute von der Mehrheit verstanden wird sind die unsoziale Inhalte, die damit verbunden werden: der Abbau des Sozialstaates der Millionen in dier Verarmung treibt, die Vernichtung - euphemistisch "Freisetzung" von Arbeitsplätzen, die Mißachtung sozialer und ökologischer Standards und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen.


Mit freundlichen Grüßen
ein
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masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2006 - 16:32:21    Titel:

Na gut, gucken wir uns mal an, wo Deutschland mit dem jetzigen deutschen "Sozial- und Gewerkschaftsstaat" steht:
Mehr als 5 Millionen Arbeitslose,
Rasanter Arbeitsplatzabbau,
Gigantische Staatsverschuldung,
schon seit mind. 15 Jahren nur noch sehr geringes Wachstum,
"kaputtes" Bildungssystem,
Sozialsystem, bei denen schon jetzt absehbar ist, dass sie in der Zukunft nicht mehr finanzierbar sind,
Politiker, die sich an nichts heran trauen, da sie Angst haben, dass sie bei der nächsten Wahl dafür die Rechnung erhalten könnten, stattdessen gewinnen Politiker an Popularität, die ein "Weiter so" proklamieren...
....ect...pp....

Da stehen wir also nun.
Wo sind die anderen? Egal ob wir nach Skandinavien gucken, oder nach GB, es sieht praktisch überall besser aus.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2006 - 17:15:31    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
, stattdessen gewinnen Politiker an Popularität, die ein "Weiter so" proklamieren...
....ect...pp....


Keineswegs, schließlich hat P. Steinbrück erst kürzlich die Unfinanzierbarkeit des Sozialstaates postuliert. Dass der offenbar bekennende Neoliberale zudem ein Absenken der Unternehmensbesteuerung fordert, ist doch wirklich als Kurswechsel zu verstehen, nachdem doch schließlich Rot-Rot, die aber auch durchaus Blödsinn wie die Kündigungsschutznivellierung zu verantworten haben, die Wahl gewonnen hat. Vermutlich liegt es aber auch nur daran, dass ich political bargaining ohnehin nicht verstehe. Es war damals schon nicht vollständig klar, wie sich eine Partei, die eine Mehrwertssteueranhebung rigoros ablehnt, und eine andere, die angekündigt hat verbittert für 2% mehr zu kämpfen, schlussendlich auf 3% Erhöhung einigen konnten.

Vielleicht sollten wir einfach unsere Blicke in die skandinavische Länder mit weniger Einwohnern als Baden-Württemberg wenden, uns ein wenig an der romantisch verklärten Volksheimidylle erfreuen und dann Rat einholen, wie sie mit dem ganzen neoliberalen Gesocks, welches die Politik immer wieder unterwandert, fertig geworden sind. Aber das schlimmste haben wir auch schon hinter uns, seitdem wir uns Ludwig Erhards und seines neoliberalen Gedankengutes entledigt haben geht es schließlich auch mit uns wieder kontinuierlich bergauf.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2006 - 17:18:39    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
, stattdessen gewinnen Politiker an Popularität, die ein "Weiter so" proklamieren...
....ect...pp....


Keineswegs, schließlich P. Steinbrück erst kürzlich die Unfinanzierbarkeit des Sozialstaates postuliert. Dass der offenbar bekennende Neoliberalist zudem ein Absenken der Unternehmensbesteuerung fordert, ist doch einmal wirklich als Kurswechsel zu verstehen, nachdem doch schon Rot-Rot die Wahl gewonnen hat. Vermutlich liegt es aber auch nur daran, dass ich political bargaining ohnehin nicht verstehe. Es war damals schon nicht vollständig klar, wie sich eine Partei, die eine Mehrwertssteueranhebung rigoros ablehnt, und eine andere, die angekündigt hat verbittert für 2% mehr zu kämpfen, schlussendlich auf 3% Erhöhung einigen konnten.

Vielleicht sollten wir einfach unsere Blicke in die skandinavische Länder mit weniger Einwohnern als Baden-Württemberg wenden, uns ein wenig an der romantisch verklärten Volksheimidylle erfreuen und dann Rat einholen, wie sie mit dem ganzen neoliberalen Gesocks, welches die Politik immer wieder unterwandert, fertig geworden sind. Aber das schlimmste haben wir auch schon hinter uns, seitdem wir uns Ludwig Erhards und seines neoliberalen Gedankengutes entledigt haben geht es schließlich auch mit uns wieder kontinuierlich bergauf.
Bürger
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2006 - 19:50:22    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:
Na gut, gucken wir uns mal an, wo Deutschland mit dem jetzigen deutschen "Sozial- und Gewerkschaftsstaat" steht:
Mehr als 5 Millionen Arbeitslose,
Rasanter Arbeitsplatzabbau,
Gigantische Staatsverschuldung,
schon seit mind. 15 Jahren nur noch sehr geringes Wachstum,
"kaputtes" Bildungssystem,
Sozialsystem, bei denen schon jetzt absehbar ist, dass sie in der Zukunft nicht mehr finanzierbar sind,
Politiker, die sich an nichts heran trauen, da sie Angst haben, dass sie bei der nächsten Wahl dafür die Rechnung erhalten könnten, stattdessen gewinnen Politiker an Popularität, die ein "Weiter so" proklamieren...
....ect...pp....

Da stehen wir also nun.
Wo sind die anderen? Egal ob wir nach Skandinavien gucken, oder nach GB, es sieht praktisch überall besser aus.


Die Frage ist nur ob wir die Ursachen gleich bewerten, denn man könnte genauso gut die achtziger Jahre nehmen als es allen in der Bundesrepublik relativ gut ging und mit wachsenden Arbeitsplatzabbau und Sozialdumping das Niveau für einen großen Anteil der bevölkerung sank, Stichwort Binnennachfrage. Wie auch immer müssen in beiden Szenarien noch die Kosten der Wiedervereinigung dazugezählt werden, die sich im Gegensatz zu den Prognosen der Befürworter allzufreier Marktwirtschaften eben nicht in blühende Landschaften verwandelt haben sondern ein Lehrstück dafür angesehen werden können, wie sich Unternehmer am Staat gesund stossen wenn man ihnen die Möglichkeit dazu auf einem Silbertablett präsentiert.

Mit freundlichen Grüßen
ein
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Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2006 - 20:00:48    Titel:

B�rger hat folgendes geschrieben:
Wie auch immer m�ssen in beiden Szenarien noch die Kosten der Wiedervereinigung dazugez�hlt werden, die sich im Gegensatz zu den Prognosen der Bef�rworter allzufreier Marktwirtschaften eben nicht in bl�hende Landschaften verwandelt haben


Der (neo)liberale Ansatz zum Aufbau des Ostens wäre auch kaum derjenige gewesen, der hierbei gegangen wurde. Statt den Osten mit Geldflüssen vermeintlich aufzubauen und in Wahrheit nur in eine endlose Abhängigkeit (Stichwort "Soli") zu treiben, hätte man ihn mit niedrigeren Steuern attraktiv machen können.
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