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Kampfbegriff Neoliberalismus
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Kampfbegriff Neoliberalismus
 
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Sheep
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 00:28:36    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
Daher habe ich ein Modell gewählt das zeigt, dass wenn eine Gesellschaft ihre Produktivität steigert ohne eine Erschließung neuer Märkte die Vernichtung von Arbeitsplätzen nicht auffangen kann


Ja, Du hättest auch ein Modell wählen können, in dem ein Mensch vor Langeweile stirbt. Das kommt aber genausowenig vor. Solange die Menschen die Freiheit der Berufswahl bzw. überhaupt der wirtschaftlichen Aktivität besitzen, werden immer neue Arbeitsplätze entstehen. Erst wenn sich der Mensch frei von den Zwängen und Notwendigkeiten des Lebens sieht, kann er sich entscheiden, nicht mehr zu arbeiten. Aber auch das gilt nur für wenige, fei nach der Baumarkt-Werbung "Es gibt immer was zu tun".


Zitat:
Meine These lautet also, dass der Verlust von Arbeitsplätzen eben nicht automatisch über die niedrigeren Presie aufgefangen werden kann, das haut rein rechnersich nicht hin.


Neue Arbeitsplätze können nur dann entstehen, wenn die Menschen nicht zu 100% an den alten beschäftigt sind. Genau das ist der Grund, warum eine freie Wirtschaftsordnung Fortschritt fördert, während er in der Planwirtschaft auf dem XIX.ten Parteitag "beschlossen" werden muss.

Zitat:
Also ohne Wachstum kann ein freier ungeregelter Kapitalismus keine Arbeitsplätze erhalten oder gar schaffen sondern er vernichtet nur Arbeitsplätze. Das lässt sich bei uns in der Praxis beobachten.


Das Wachstum aber entsteht durch die Freiheit. Kapitalismus ohne Freiheit ist Korporatismus.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 00:39:13    Titel:

Sheep hat folgendes geschrieben:
Bürger hat folgendes geschrieben:
Daher habe ich ein Modell gewählt das zeigt, dass wenn eine Gesellschaft ihre Produktivität steigert ohne eine Erschließung neuer Märkte die Vernichtung von Arbeitsplätzen nicht auffangen kann


Ja, Du hättest auch ein Modell wählen können, in dem ein Mensch vor Langeweile stirbt. Das kommt aber genausowenig vor. Solange die Menschen die Freiheit der Berufswahl bzw. überhaupt der wirtschaftlichen Aktivität besitzen, werden immer neue Arbeitsplätze entstehen. Erst wenn sich der Mensch frei von den Zwängen und Notwendigkeiten des Lebens sieht, kann er sich entscheiden, nicht mehr zu arbeiten. Aber auch das gilt nur für wenige, fei nach der Baumarkt-Werbung "Es gibt immer was zu tun".


Auch das sind Annahmen die nicht stimmen müssen. Dass sich viele Menschen, die nichts mehr zu tun haben andere Beschäftigungen suchen, wenn sie noch jung genug sind, mag sogar stimmen, das ist aber nicht gleichbedeutend damit dass dies Arbeitsplätze sind mit denen sich Geld verdienen lässt. Ich könnte zum Beispiel in Foren schreiben oder in einer Suppenküche aushelfen oder beim THW mithelfen als ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Die Frage ist also nicht ob Menschen sich beschäftigen oder vor Langeweile sterben, sondern ob die Vernichtung von Arbeitsplätzen, die durch die Produktivitätsteigerung vernichtet werden aufgefangen werden können. Allein der Wille sich zu beschäftigen produziert nicht Beschäftigung, das belegen bei uns 5 Millionen Arbeitslose.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger


Zuletzt bearbeitet von Bürger am 11 Mai 2006 - 03:25:34, insgesamt einmal bearbeitet
masterofdisaster
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 00:55:43    Titel:

Leider bist du nicht auf meinen Wunsch eingegangen. Schade, denn das hätte die ganze Diskussion tranparenter gemacht und es wäre eindeutig gewesen worauf du dich beziehst, und es würde auhc nicht der Eindruck entstehen, du wüsstest auf meine/unsere Einwände nichts zu erwiedern.
Aber da ja bald mein Geburtstag ist, gebe ich die Hoffnung noch nicht komplett auf Wink

Zitat:
...muss ich das Problem begrenzen, um genau den Verweis auf andere Branchen auszuklammern zu können, weil ein solcher Verweis die Frage nicht grundsätzlich klärt sondern das Problem nur auf ein höhere Ebene verschiebt

Es verschiebt es gerade deshalb nicht auf eine höhere Ebene, da es "endlos" viele "Branchen" gibt, und zwar genau so viele, wie der Mensch Bedürfnisse hat. Und da wir nicht im Paradies sind.....

Zitat:
Ohne neue Märkte, wie gesagt neue Branchen oder Märkte in anderen Ländern funktioniert die Rechnung also nicht.

... siehe oben...
Es ist einfach nicht so, dass alle Bedürfnisse befriedigt sind. Gerade der Dienstleistungssektor ist nahezu unersättlich. Wenn ich bereits jemanden habe, der meine Wohnung putzt, dann will ich jemanden, der meinen Garten pflegt, mein Auto putzt, Meine Wäsche bügelt, Meine Schuhe...

Zitat:
Technischer Fortschritt in einem kapitalistischen System kann die durch Produkitivitätsteigerung vernichteten primären Arbeitsplätze nur dann auffangen wenn gleichzeitig neue Märkte erschlossen werden, das können neue Branchen oder neue Absatzmärkte sein. Grundsätzlich ist nicht sicher, dass dies in jedem Fall und zu jeder zeit in ausreichendem Maße geschieht.

Schön, dass du schonmal anerkennst, dass wenn es neue Märkte gibt, diese die Arbeitsplatzverluste der primären Produktion auffangen.
Und dass es ständig neue Märkte gibt, liegt an... ich wiederhole mich nur ungern.... den ständig vorhandenen Bedürfnissen des Menschen...s.o.

Zitat:
Daraus folgt, wenn das Wirtschaftswachstum gegen Null tendiert wird auf jeden Fall die Arbeitslosigkeit steigen, im Übrigen eine These die namhaften Vertretern der Wurtschafswissenschaften ausdrücklich bestätigten und zwar aus verschiedenen Lagern

Dass in Zeiten wirtschaftlciher Krisen keine neuen Arbeitsplätze entstehen, ist bekannt. Davon reden wir aber auch überhaupt nicht.
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 01:27:47    Titel:

Kleiner Einwand. Natürlich ist nicht jeder Mensch in der Lage, neuen Anforderungen gerecht zu werden. Aus einem Fließbandarbeiter wird man in der Regel nicht einen Informatiker formen können. Der Strukturwandel erzeugt daher jede Menge Verlierer. Und das ist ein Problem, das ein Sozialstaat auffangen muss.

Gruß
Pauker
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 04:07:01    Titel:

masterofdisaster hat folgendes geschrieben:


..muss ich das Problem begrenzen, um genau den Verweis auf andere Branchen auszuklammern zu können, weil ein solcher Verweis die Frage nicht grundsätzlich klärt sondern das Problem nur auf ein höhere Ebene verschiebt

Es verschiebt es gerade deshalb nicht auf eine höhere Ebene, da es "endlos" viele "Branchen" gibt, und zwar genau so viele, wie der Mensch Bedürfnisse hat. Und da wir nicht im Paradies sind.....



Zunächst gibt es keine endlosen Branchen und auch keine endlosen Märkte und Bedürfnisse sondern nur eine begrenzte Zahl die dir vielleicht unendlich vorkommen mag, aber unendlich ist ein Begrif der sich jeder Vorstellung entzieht und eine inflationäre Anwendung dieses Begriffes jenseits jedes Beweises fr eine solche These bringt uns sicherlich keinen Erkenntnisgewinn.

Zweiten können Bedürfnisse nur dann in Arbeitsplätze umgesetzt werden, wenn diejenigen die diese Bedürfnisse haben diese auch befriedigen können. Allein die Tatsache dass du die Erschließung zusätzlicher Märkte als notwendig erachtest, ist im Grunde eine Bestätigung meiner anfänglich aufgestellten These, denn ganz gleich ob wir eine kleine oder vermeintlich unendliche Anzahl an Branchen definieren halten wir zunächst fest, ohne diese wird die Arbeitslosigkeit die durch Produktivität erzeugt wird nicht aufgefangen werden können.

Damit gibt du mir indirekt recht, denn nichts anderes sage ich die ganze Zeit.

Fassen wir also den Erkenntnisstand zusammen:

1) In der kapitalistischen Ökonomie ist Produktivität ein unbedingter Zwang damit Unternehmen gegen die Konkurrenz bestehen kann.

2) Zunächst vernichtet diese Produktivitätssteigerung ganz konkret Arbeitsstellen in einer Branche.

3) Die Arbeitstellen können nur über niedrige Preise definitiv nicht kompensiert werden

4) In einem relaliv geschlossenen System können nur dann neue Arbeitsplätze erzeugen wenn zwei Bedingungen zusätzlich erfüllt sind:

4a) Erstens müssen neue Märkte erschlossen werden
4b) Zweitens muss mindestens ein Teil der Poduktivitätssteigerung zur Finanzierung dieser Bedürfnisse den arbeitenden Menschen zu gute kommen.

Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden wird auch die Arbeitslosigkeit die durch die Produktivitätssteigerung in einem Unternehmen zwangsläufig ensteht, nicht aufgefangen werden können.

Nichts anderes behaupte ich.

Dein Argument lautet nun, das neue Märkte jederzeit quasi durch unendliche Bedürfnisse des Menschen von selbst entstehen man müsste sie sozusagen nur ja wo eigentlich aufsammeln? Wenn du tatsächliche eine Methode kennst beglückwünsche ich dich dazu, du wärest schon jetzt ein gemachter Mann und könntest dich gleich neben Bill Gates setzen. Würdest du wirklich eine solche Methode kennen mit der die vermeintlich unendlichen Bedürfnisse des Menschen marktwirtschaftlich so befriedigt werden könnten, dass sie sich diese auch leisten können wäre das wie eine Maschine zum Geld drucken.

Leider sieht die Realität anders aus. Von den vielen Selbständigen die alle davon überzeugt sind überleben nur ganz wenige das erste Jahr, wenn sie überhaupt Geld von den Banken erhalten. Es ist nämlich überhaupt nicht einfach in ökonomisch schwierigen Zeiten wenn die Bürger kein Geld haben, weil zuviele zu wenig Geld verdienen wenn sie arbeitslos Bedürfnisse so anzubieten, dass diese auch finanziert werden können. Und damit werden aus den vermeintlich unendlichen Bedürfnissen nur ein paar wenige übrigbleiben die überhaupt eine Chance haben sich am Markt durchzusetzen.

Nicht nur im Moment sonden seit mehr als 4 Jahrzenten wächst die Arbeitslosigkeit kontinuirlich und keine der vielen Maßnahmen mit denen die Rechte der Arbeitnehmer in dieser Zeit seit der Kohlregierung hat die Zahl wirklich drücken können, trotz vieler Verschleirungsmaßnahmen die eine wesnetlich höhere Zahl kaschiert.

Wir können also feststellen, dass sowohl durch theoretische Abwägungen, als auch in der Praxis. die neue Erschließung von Märkten, die es sicherlich gegeben haben mag in keiner Weise ausreichen um tatsächlich die durch Produktivitätssteigerung vernichteten Arbeitsstellen zu kompensieren.
Selbst der Status eines Exportweltmeistes, etwas was wir sicherlich nicht dauerhaft realisieren können hat uns nicht geholfen die Zahl der Arbeitslosen signifikant zu senken.

Da die Produktivitätssteigerung weiter anhält und die Binnennachfrage zu niedrig ausfällt um das signifikant zu ändern wird dass in der nächsten Zeit auch so bleiben. Ich wage eine Prognose, auch die große Koalition wird wie alle anderen Regierungen vorher das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen. Es lässt sich nicht durch Produktivitötssteigerung lösen, sondern nur durch die Erschließung neuer Märkte und Steigerung der Binnennachfrage.

Mit freundlichen Grüßen
ein Bürger


Zuletzt bearbeitet von Bürger am 11 Mai 2006 - 10:50:43, insgesamt 2-mal bearbeitet
Jogo
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BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 08:46:23    Titel:

Und das alles sind Folgen der ausgeuferten Globalisierung, ansonsten wären neoliberale Verzweiflungstaten gar nicht nötig! Der selbst herbei geführte Wettbewerbsdruck mit den Billiglohnländern dieser Erde hat den Neoliberalismus hierzulande notwendig gemacht. Die Wirtschaft sieht den Neoliberalismus als alleinige reine Überlebensstrategie.

Einerseits besteht das Volk auf die "öffentlichen Güter" wie Bildung, Rechtssicherheit, Schutz des Individuums und soziale Mindestversorgung, andererseits befürwortet es die Globalisierungsfalle und finanziert das auch noch mit seinen eigenen Steuermitteln ...
Ein Forschungsinstitut will bereits ermittelt haben, dass der Lebensstandard der Deutschen in den nächsten Jahren (2 oder 5?) unter dem der Spanier sinken wird.

Die Forderung nach Neoliberalismus scheint darin begründet, dass er mit seiner Selbstheilungskraft den Standort rettet, doch die Würfel sind längst gefallen. Dem Grundsatz der Selbstregelung durch den Markt folgend, bedeutet dass das Todesurteil für angeschlagene Unternehmen und gleichzeitig eine Strukturbereinigung. Abwanderung und Verlagerung könnten, wenn frühzeitig angewandt, den Prozeß aufhalten.

Bürger hat folgendes geschrieben:
Ich wage eine Prognose, auch die große Koalition wird wie alle anderen Regierungen vorher das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen. Es lässt sich nicht durch Produktivitötssteigerung lösen, sondern nur durch die Erschließung neuer Märkte.


Weil jede Regierung panische Angst davor hatte in der Öffentlichkeit stellvertretend für Lohn- und Sozialabbau stehen zu müssen. Unpopüläre Maßnahmen bedeuten Wählerverlust, oder wie der Physiker sagt: Actio=>Reactio. Deshalb wird sich keiner ernsthaft auf diese Risiken einlassen. Da bleibt man lieber konservativ und bringt Pseudo Reförmchen unters Volk.
Sheep
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Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 11:45:08    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:
Zunächst gibt es keine endlosen Branchen und auch keine endlosen Märkte und Bedürfnisse sondern nur eine begrenzte Zahl


Und irgendwann in der Zukunft entwickelt sich die "letzte" Branche, danach fällt der Menschheit nichts mehr ein. Kann Deine Kristallkugel auch vorraussehen wann das geschieht ?

Zitat:

1) In der kapitalistischen Ökonomie ist Produktivität ein unbedingter Zwang damit Unternehmen gegen die Konkurrenz bestehen kann.


Falsch. Ein mögliches Mittel sich am Markt zu halten um Gewinne zu machen, damit neue Produkte entwickelt werden können. Auf Dauer ist es unzureichend, das selbe Produkt in der selben Form in immer grösseren Mengen und immer billiger herzustellen, Schwarz-Weiss-Fernseher verkaufen sich einfach nicht mehr, egal wie kosteneffektiv ich sie herstellen mag.

Zitat:
4) In einem relaliv geschlossenen System können nur dann neue Arbeitsplätze erzeugen wenn zwei Bedingungen zusätzlich erfüllt sind:

4a) Erstens müssen neue Märkte erschlossen werden
4b) Zweitens muss mindestens ein Teil der Poduktivitätssteigerung zur
Finanzierung dieser Bedürfnisse den arbeitenden Menschen zu gute kommen.


4a) ist richtig, 4b) ist Besitzstandswahrung der Gewerkschaften. Nicht die, die eine Arbeit haben brauchen Geld, sondern diejenigen, die entlassen wurden, damit sie in der Übergangszeit überleben können. Unsere Gesellschaft und unsere Märkte sind eben nicht so flexibel, dass der Strukturwandel kontinuierlich durchgeführt werden kann. Das hat Pauker aber weiter oben schon angedeutet.

Was Du forderst, macht nur die Angestellten des Klassenfeindes reicher, und die freigesetzten Arbeitskräfte dazu relativ ärmer. Hinzu kommt, dass sich durch Deine Forderung die Produktivitätssteigerung nicht in fallenden Preisen auswirken kann, weil ja höhere Löhne zu bezahlen sind. Damit sind die Entlassenen doppelt belastet.

Zitat:
Dein Argument lautet nun, das neue Märkte jederzeit quasi durch unendliche Bedürfnisse des Menschen von selbst entstehen man müsste sie sozusagen nur ja wo eigentlich aufsammeln? Wenn du tatsächliche eine Methode kennst beglückwünsche ich dich dazu, du wärest schon jetzt ein gemachter Mann und könntest dich gleich neben Bill Gates setzen.


Vielleicht nicht gerade neben Bill, aber diejenigen, die die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen erkennen und bedienen können, die die Märkte verstehen und bereit sind Risiken dabei einzugehen, statt zu warten dass ein Arbeitsplatz vom Himmel fällt, werden "gemachte Männer". Sie bekommen zahlungskräftige Kunden, nämlich den Klassenfeind, und seine gut bezahlten Mitarbeiter.

Zitat:
Leider sieht die Realität anders aus. Von den vielen Selbständigen die alle davon überzeugt sind überleben nur ganz wenige das erste Jahr, wenn sie überhaupt Geld von den Banken erhalten.


Schrecklich, dass man "Erfolg" nicht absichern kann, oder ?`

Zitat:
Wir können also feststellen, dass sowohl durch theoretische Abwägungen, als auch in der Praxis. die neue Erschließung von Märkten, die es sicherlich gegeben haben mag in keiner Weise ausreichen um tatsächlich die durch Produktivitätssteigerung vernichteten Arbeitsstellen zu kompensieren.


Wir können auch feststellen, dass viel Arbeit getan werden müsste, aber keiner sie verrichtet. Hinter der Aussage "Unsere Sozialsysteme sind nicht mehr bezahlbar", verbirgt sich, dass dahinter Dienstleistungen stecken, die entweder im zu geringen Umfang angeboten werden, und damit zu teuer sind, oder die überhaupt nicht vermarktet werden.

Da fragt sich ein älterer Arbeitsloser, wie er in Kürze seine Pflege bezahlen soll, und da fragt sich ein jüngerer Arbeitsloser, was er denn arbeiten soll. Und ein dritter Arbeitsloser wartet immer noch, dass er wieder an der Drehbank arbeiten kann, wie vor 40 Jahren.

Zitat:
Ich wage eine Prognose, auch die große Koalition wird wie alle anderen Regierungen vorher das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen. Es lässt sich nicht durch Produktivitötssteigerung lösen, sondern nur durch die Erschließung neuer Märkte und Steigerung der Binnennachfrage.


..da muss man noch viel mehr dazuzählen, aber nichts davon wird diese Koalition angehen. Statt dessen mehr Abgaben und Steuern und Zwangsversicherungen. Das sichert uns für lange Zeit eine hohe Arbeitslosigkeit.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
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BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 12:29:27    Titel:

Jogo hat folgendes geschrieben:

Weil jede Regierung panische Angst davor hatte in der Öffentlichkeit stellvertretend für Lohn- und Sozialabbau stehen zu müssen. Unpopüläre Maßnahmen bedeuten Wählerverlust, oder wie der Physiker sagt: Actio=>Reactio. Deshalb wird sich keiner ernsthaft auf diese Risiken einlassen. Da bleibt man lieber konservativ und bringt Pseudo Reförmchen unters Volk.


Den Ausdruck Reform verwende ich ungern, weil er beliebig ist und die Bezeichnung für jede Änderung eines Staus Quo herhalten muss. Wir haben zunächst erkannt, dass der Kapitalismus aus sich selbst heraus keine Lösung anbietet, bzw. die Lösungen die er anbietet nicht akzeptabel sind. Daraus folgt zwangsläufig das die Politik Lösungskonzepte entwickeln muss, sie hat auf Dauer keine andere Wahl will sie nicht als Verwalter eines langfristigen Untergangszenarios mit der Priorität der Interessen ihrer Interessenvertreter in die Geschichte eingehen. Die neue Modeerscheinung unter Politikern ist es sich hinzusetzen die Schultern zu zucken und zu sagen "Wir können auch nichts dran ändern" wenn von Arbeitslosigkeit und Sozialdumping die Rede ist und dann die Verantwortung flugs der Industrie zuschieben "Erst wenn die Arbeitsplätze schaffen wird alles besser". Man möchte den Damen und Herren dann unwillkürlich in den Allerwertesten treten und sagen "Für dumme Allgemeinplätze seid ihr nicht gewählt und werdet dafür auch nicht bezahlt" und "Setzt euch mit Experten zusammen und entwerft Lösungsszenarien".
Das Problem ist natürlich dass diejenigen die früher immer das neoliberale Credo gesungen haben jetzzt keine ideologische Kehrtwendung vollziehen mögen, wenn sich zeigt dass der freie Kapitalismus zwar Lösungen aber keine akzeptable Lösungen anbietet. So ist der Untergang und die Verödung ganzer Regionen durchaus eine Lösung im Sinne einer freien Ökonomie, ganz im Sinne der HF Strategie was sich nicht ändern lösst nicht künstlich zu verzögern. In diesem Sinne haben wir die Konkurrenz um billige Arbeitsplätze in der Tat längst verloren denn wir können nicht mit den Arbeitslöhnen in Indien, China oder Tschertschenien konkurrieren. Im Sinne einer globalen neoliberalen Strategie müssten wir also Mitteleuropa dichtmachen und die "freigesetzten" Arbeitskräfte in die Fabriken des fernen Ostens schicken oder am besten gleich ins Meer, weil sie in China oder Indien kaum Chancen haben werden, denn dort wären sie Auslönder,
islang haben wir noch einen gewissen Entwicklungsvorsprung, aber auch der schmilzt dahin.

Wir erkennen also dass wir uns es gar nicht leisten können auf die globalen Selbstheilungskräfte des Marktes zu vertrauen sondern Konzepte entwicklen müssen um unsere Standorte zu erhalten. Konkurrieren können wir mit den billigen Arbeitsplätzen nicht ohne unsere Produktivität soweit zu steigern, dass die Arbeitsplätze so gut wie keine Rolle mehr spielen. Ich habe anfangs dieser Auseinandersetzung von einer Zementfabrik gesprochen die gemessen an der Produktivität im Vegleich zu den 60zigern mehrere zehntausend Arbeiter beschäftigen müsste aber tatsächlich nur wenige hundert beschäftigt. Wir können natürlich unsere Bildung nutzen um einen Entwicklungsvorsprung aufzubauen, in Europa allgemein gehören wir da allerdings nicht zu den Spitenreitern aber das ist eine andere Diskussion. Will sagen selbst das was wir tun könnten wird recht zäh angegenagen. Letztendlich löst aber auch das nicht das Problem. Wir müssen also umdenken und die Produktivität unserer Industrie nutzen um damit die Menschen als Konsumenten zu erhalten. Das geht nur durch eine Umstellung des Steuersystems, indem die Produktion von Zement, um bei unserem Beispiel zu bleiben unabhängig von den Arbeitsplätzen zur Finanzierung der Sozialsysteme herangezogen wird oder anders ausgedrückt eine Entkopplung von Soziallasten und dem Faktor Arbeit erreicht wird. Damit führen wir eine Rückkopplung in ein System ein, dass den Verödungsprozess aufhält. Wir können dann Produktivität sogar fördern, weil die dadurch erzielten Gewinne teilweise wieder zurückfließen und dem Staat und damit allen zu Gute kommen.
Die Frage ist halt nur wie das Geld dann unter die Leute gebracht werden soll, weil über die Löhne der arbeitsplatzarmen aber hocheffizient arbeutenden Industrie wird nur ein Teil der Menschen erreicht. Im Grund bleiben nur zwei mögliche Szenarien, entweder der Staat schafft Arbeitsplätze im hoheitlichen Bereich, notwendig wäre dies allemal, denn viele seiner Aufgaben hat er sträflich vernachlässigt und/oder er führt eine Art Grundeinkommen ein und überlässt einen Teil der Verteilung dem öffentlichen Markt, wobei auch beide Methoden kombiniert werden können.

Im Grunde geht die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung, nur eben leider viel zu zäh und ohne dass die Politik das zugibt so dass sich entsprechende Konzepte eher widerwillig aus der Not geboren akzeptiert werden und Entwicklungspotenzial unnötig verschenkt wird.

Wie hat man das zu verstehen? Wir haben das Hartz IV Einkommen, was natürlich zu niedrig ist um die Binnennachfrage zu stabilisieren, wir sind neuerdings bereit unter 25jährigen und über 50jährigen mit einer Art Kombilohn auszustatten und die Regierungen erhöhen die Mehrwertteuer um den Faktor Arbeit zu entlasten das System aber finanzieren zu können.

Mit anderen Worten, die Politik geht ganz vorsichtig und zaghaft in die Richtung in die sie sowieso muß, weil es keine wirklichen Alternativen dazu gibt. Für Neoliberale ist das natürlich ein ideologischer Bruch, daher bestehen sie darauf dass Kombiloöhne daher nur für eine Übergangszeit vom Staat mitbezahlt werden können, obwohl jeder weiß wenn das System tatsächlich funktioniert und hundertausend neue Arbeitsplätze schafft, die Politik ein solches Kombimodell nicht wieder einstampfen kann.

Warum also führen wir kein Grundeinkommen ein, bieten damit den Menschen eine kalkulierbare Sicherheit, fördern dadurch die Leistungsbereitschaft und letztendlich das Entwicklungspotenzial unserer Gesellschaft, anstatt unsere in der Masse relativ gut ausgebildeten Menschen auf Spargelfelder zu schicken, anstatt sie sinnvoll einzusetzen.

Ein allgemeines Grundeinkommen als Sozialmodell, dass von allen mitfinanziert wird und unabhängig von den Arbeitsplätzen existieren kann ist ein funktionsfähiges Modell, das in der Tat dann Produktivität mit neuen Arbeitsplätzen koppelt. Mehr Produktivität bedeutet anteilsmässig ein höheres Grundeinkommen dass dann zu höherer Binnenachfrage führt und dadurch neue Märkte und Chancen bietet oder wenn es sich als notwendig heraustellen sollte, parallel staatliche Aufgaben finanziert, die wiederum Beschäftigung bieten.

Wir schaffen damit eine solidarische Gesellschaft, weil jeder der hilft die Prdouktivität zu steigern dies anders als in Planwirtschaften auch kurzfristig für sich selber tut, aber gleichzeitig allen damit hilft. Konkurrenz, Innovation, Reaktionszeit als Vorteile der kapitalistischen Ökonomie bleiben dabei bestehen. Die Flexibilisierung der Arbeit erreicht dadurch neue Dimensionen, denn jemand der über ein Grundeinkommen verfügt und daher nicht um seine persönliche Existenz bangen muss, sondern über seinen Wunsch sich etwas aus der Reihe leisten zu können ist ganz anders einsetzbar. Da gleichzeitig die Löhne billiger sind, weil über die gemeinsamen Abgaben die Unternehmen ihre Lohnkosten wenn man so will sharen können durch die verbilligten Löhne und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten Unternehmen dann wenn es notwendig ist schnell auf ein hohes Potenzial zurückgreifen und müssen sich nicht langfristig binden.

Nur langsam begreifen manche aus dem Unternehmerlager die Vorteile, insbesondere für Unternehmen die sich neu am Markt etablieren wollen. Niedrige Lohnkosten, keine langfristigen Arbeitsverträge würgen innovative Konzepte in der Anfangsphase ab, zentrale Forderungen des Mittelstands werden erfüllt ohne die Binnennachfrage zu senken.

Ich glaube hier sind es ideologische Barrieren, die überwunden werden müssen und zwar nach dem Zusammenbruch des Sozialismus und des damit einsetzenden Höhenfluges des Neoliberalismus und der erfolgten unsanften Bruchlandung, anders lassen sich mehrere Millionen Arbeitslose und fehlende Zukunftsperspektiven kaum bezeichnen, nun das neoliberale Lager vor dem Problem steht, das Scheitern ihres Konzeptes einsehen zu müssen.

Die Protagonisten neoliberaler Vorstellungen müssen sich keiner Täuschung hingeben, ich bin kein Vertreter eines altbackenden ewig gestrigen Sozialismus der davon tröumt eine rote Fahne auf dem Bundestag aufzupflanzen, auch wenn manche nicht müde werden mir eine solche Rolle anzudichten um sich nicht mit den Argumenten auseinandersetzen zu müssen.

Ich spreche dass aus, was schon jetzt viele fähige Köpfe denken und was den Neoliberalismus,- ebenso wie einst die reine Planwirtschaft. als falsches Konzept hinwegfegen wird. Angesichts der Diskussionen in diesem Forum der ich mich zukünftig nicht so intensiv widmen kann, kann ich nur sagen, dass die ideologischen Barrieren im neoliberalen Lager wesentlich höher sind, als im Lager der Sozialisten die längst zu Kompromissen bereit sind. Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Wen es am Rande interessiert, ich bin Unternehmer.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 972

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 13:15:48    Titel:

Zitat:
Für Neoliberale ist das natürlich ein ideologischer Bruch


Vollkommen richtig. Neoliberale "Ideologie" sieht ein bedingungsloses Grundeinkommen gar nicht vor, wie es Milton Friedman in seinem Buch "Capitalism and Freedom" (1962) bereits gefordert hat. Dieser Kommunist, dieses Schaf im Wolfspelz des neoliberalen Lagers, schrieb darüberhinaus

"Zwei Dinge sind offensichtlich. Erstens: Wenn das Ziel der Abbau der Armut ist, benötigen wir ein Programm mit dem Zweck, die Armen zu unterstützen. Es gibt gute Gründe, dem armen Mann, der Bauer ist, zu helfen, nicht, weil er Bauer ist, sondern weil er arm ist. Das Programm sollte dazu eingerichtet sein, Menschen als Menschen zu helfen und nicht als Mitglieder bestimmter Berufsgruppen oder Altersgruppen oder Einkommensgruppen oder Gewerkschaften oder Industriezweige. Dies ist in grenzenlos erscheinender Verbreitung der Fehler der Programme zur Unterstützung der Landbevölkerung, allgemeiner Altersfürsorge, Mindestlohngesetzgebung, Pro-Gewerkschafts-Gesetzgebung, Mindestlöhnen, Lizenzzwang für bestimmte Handwerks- und Berufsgruppen usw. Zweitens sollte das Programm zwar auf dem Markt funktionieren, dabei jedoch soweit irgend möglich den Markt nicht stören und seine Funktionsweise nicht beeinträchtigen. Dies ist ein Fehler von Preissubventionen, Mindestlohnsätzen, Fixtarifen und Ähnlichem."

Milton Friedman, Vordenker des bedingungslosen Grundeinkommens, Kommunist
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Anmeldungsdatum: 08.02.2006
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2006 - 19:05:29    Titel:

Zitat:
Wir haben zunächst erkannt
Ich möchte dich bitten, nicht diesen Ausdruck zu verwenden, denn der einzige der in dieser Diskussion meint irgendetwas in diese Richtung erkannt zu haben, bist du.Wenn du von "wir" sprichst, also, dass "wir" zu einer gemeinsamen Erkenntnis gelangt seien, dann musst du das entweder konkretisieren (z.B. "Meine Freundin, meine 3 Bierkumpels und Ich") oder du weisst konkret darauf hin, wenn du meinst zu einem Punkt Zustimmung erkannt zu haben.

So gehört das jedenfalls nicht zum guten Stil einer Diskussion und verdirbt einem auf Dauer die Laune.

Zitat:
So ist der Untergang und die Verödung ganzer Regionen durchaus eine Lösung im Sinne einer freien Ökonomie
Man kann es ganz dramatisch "Untergang" nenn, was auch immer damit gemeint ist, amn kann aber auch einfach sagen, dass es die beiden Möglichkeiten gibt Arbeitslos zu sein, oder in eine andere Stadt zu ziehen, wobei wenn du dich jetzt über einen "Untergang" beschwerst, man bedenken muss, dass die Menschen aus freiem Willen wegziehen.

Zitat:
In diesem Sinne haben wir die Konkurrenz um billige Arbeitsplätze in der Tat längst verloren denn wir können nicht mit den Arbeitslöhnen in Indien, China oder Tschertschenien konkurrieren
Ganz so einfach, wie du es darstellst ist es nicht. Zwar gibt es in der Tat ziemlich gewaltige Lohunterschiede, aber der Lohn ist ja nicht der einzige Faktor auf den es ankommt. Wenn man besser als andere Regionen ist, kann man natrülich auch einen höheren Lohn verlangen. Wenn aber eine Region 5 mal billiger ist, dann reicht es eben nicht nur doppelt so gut zu sein.
Ausserdem gibt es ein gewaltiges Potential im Dienstleistungssektor, das aufgrund momentaner Regulierungen leider nicht erschlossen werden kann.

Zitat:
sondern Konzepte entwicklen müssen um unsere Standorte zu erhalten
Wir müssen Konzepte entwickeln, aber die müssne immer MIT dem Markt gehen, nicht GEGEN den Markt, ansosnten resultieren jegliche Konzepte in Arbeitslosigkeit, wie man moentan deutlich erkennen kann.

Zitat:
um damit die Menschen als Konsumenten zu erhalten
Mit Konsum wird kein Wohlstand geschaffen und selbst im grössten Aufschwung kann kein Arbeitgeber Menschen einstellen, deren Produktivität unter dem Lohnniveau liegt. Insofern kann das Problem der Arbeitslosigkeit nur zu einem sehr geringen Teil durch eine grössere Nachfrage gelöst werden.
Das ifo-Institut in München schätzt, dass lediglich 1/7 der momentan Arbeitslosen wachstumsbedingt arbeitslos sind. Auch bei einer gewaltigen Nachfrage könnten aufgrund der rigiden Arbeitsmarktstrukturen nur 1/7 mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Rest der Arbeitslsoigkeit ist sog. strukturelle Arbeitslosigkeit.


Zitat:
Das geht nur durch eine Umstellung des Steuersystems, indem die Produktion von Zement, um bei unserem Beispiel zu bleiben unabhängig von den Arbeitsplätzen zur Finanzierung der Sozialsysteme herangezogen wird oder anders ausgedrückt eine Entkopplung von Soziallasten und dem Faktor Arbeit erreicht wird
Die Entkoppelung der Finanzierung der Sozialsysteme vom Faktor Abreit ist schonmal etwas positives. Dabei aber sofort die Produktion zu belasten läuft auf das gleiche heraus, es lohnt sich nicht zu investieren. Daher sind übrigens auch im "Skandinavischen Modell" (das bist du doch ein Anhänger von, oder?) das Kapital und Kaptialgewinne nur sehr gering bestuert. Die meisten Steuern sind Einkommen- und Mehrwertsteuern. Anders könnte das auch gar nicht funktionieren.

Zitat:
Wir können dann Produktivität sogar fördern, weil die dadurch erzielten Gewinne teilweise wieder zurückfließen...
Durch eine Besteuerung der Unternehmen erhöht man leider nicht, sondern hemmt die Produktivität.

Zitat:
Frage ist halt nur wie das Geld dann unter die Leute gebracht werden soll, weil über die Löhne der arbeitsplatzarmen aber hocheffizient arbeutenden Industrie wird nur ein Teil der Menschen erreicht.
Die Lösung heisst daher, wie könnte es anders sein: Dienstleistungssektor.

Zitat:
Mit anderen Worten, die Politik geht ganz vorsichtig und zaghaft in die Richtung, in die sie sowieso muß, weil es keine wirklichen Alternativen dazu gibt.
Das ist so, glücklicherweise für Deutschland, ist die Richtung eine andere als du es gerne hättest.

Zitat:
parallel staatliche Aufgaben finanziert, die wiederum Beschäftigung bieten.
Ich denke nicht, dass ein Beamtenheer oder gar Arbeitsbeschaffungsmassnahmen die Lösung für unsere Probleme sind, im Gegenteil.

Zitat:
...was den Neoliberalismus,- ebenso wie einst die reine Planwirtschaft. als falsches Konzept hinwegfegen wird
Das ist schön, dass du so weit in die Zukunft schauen kannst. Momentan sieht es aber noch so aus, dass die überwiegende Mehrheit der Ökonomen (mainstream economics) tendenziell wirtschaftsliberale Konzepte verfolgt, da es, bis jetzt, noch keine wirklich alternativen Konzepte gibt.

Zitat:
Wen es am Rande interessiert, ich bin Unternehmer
Offensichtlich leider kein Ökonom.
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