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Schwierigkeiten bei Spielerpassantrag
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campino77
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Anmeldungsdatum: 03.05.2006
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2006 - 13:59:25    Titel: Schwierigkeiten bei Spielerpassantrag

Hallo zusammen...
ich würde gerne mal eure allgemeine Meinung, eure Einschätzung zu den Erfolgschancen und eure Ratschläge
zur Verfahrensweise bei folgendem Rechtsfall hören.

Grundsätzlich geht es um einem Spielerpassantrag zur aktiven Teilnahme am Inlinehockeyspielbetrieb in der Regionalliga Nord-West im "Inline-Skater Hockey Verband Deutschland" (ISHD).
Der Antrag erweist sich jedoch insofern als schwierig, als dass dieser Spieler aufgrund seiner körperlichen Behinderung (verkürzte Sehnen) nicht auf Inlinern stehen kann sondern nur auf Schuhen. Gemäß der Wettkampfordnung und den Spielregeln der ISHD (siehe http://www.ishd.de/data/download.php) ist es aber zwingend erforderlich Inliner zu tragen. (An dieser Stelle sollte vielleicht kurz für alle "Inlinehockey-Unwissenden"
darauf hingewiesen werden, dass Inlinehockey dem Eishockeysport sehr sehr ähnlich ist, sich im Wesentlichen eigentlich nur
darin unterscheidet, dass die Schlittschuhe durch die Inliner ersetzt werden und in der Halle gespielt wird.)
Im allgemeinen Fall erweist sich diese Regelung daher selbstverständlich als absolut nachvollziehbar und tragbar.
Denn ein Spieler ohne Inliner würde viel wendiger sein und eine von der Normalität abweichende Spielweise an den Tag legen.
Bei diesem konkreten Fall ist es de facto jedoch so, dass der Spieltbetrieb auf Schuhen diesem Spieler keinerlei Vorteil erbingt.
Denn erstens spielt der Spieler nur im Tor und zweitens bleibt die erhöhte Wendefähigkeit auf Schuhen aufgrund seiner Behinderung bei diesem Spieler aus. Im unserem Trainingsbetrieb wurde der erwähnte Spieler schon über längere Zeit (1-2 Jahre) eingesetzt und es hat sich langfristig heraus gestellt, dass der Unterschied bei der Spielweise gegenüber einem "normalen" Keeper äußerst klein ist, absolut keinen Einfluss hat auf die sonstigen Feldspieler und vor allem keinen Vorteil erbringt.
Unser Team ist daher fest entschlossen, für den erwähnten Spieler einen Spielerpassantrag zu erbitten. Da uns
telefonisch bereits mitgeteilt wurde, dass die Spielfreigabe für diesen Spieler nicht möglich sei, denke ich mir, dass es äußerst wichtig ist, dass der schriftliche Antrag nun absolut einwandfrei begründet und argumentativ untermauert sein muss damit wir noch eine Chance haben den Spieler einzusetzen. Da ich leider nicht sehr bewandert bin im Rechtswesen und noch keinerlei Erfahrung sammeln konnte wie man an einen solchen Fall heran geht, bitte ich euch, mir zu sagen, was ihr von der folgenden Verfahrensweise zum Spielerpassantrag haltet und was ihr ggf. besser bzw. anders machen würdet. Gegenwärtig sieht die Verfahrensweise so aus, dass wir dem ausgefülten Spielerpassantrag ein Zusatzschreiben beilegen wollen, in dem wir ähnlich wie hier oben unser Anliegen deutlich machen wollen.

Dieses Beischreiben soll beinhalten:
einen Verweis auf das Grundgesetz: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." (Artikel 3, Absatz 3)
den Vorschlag, dass alle beteiligten Vereine der Liga in Form eines Plebiszits an der Entscheidung mitwirken sollen
den Vorschlag, dass diese Sondererlaubnis zum Spielbetrieb absolute Ausnahme ist und zudem sich nur auf die Torwartposition
bezieht

den Vorschlag, dass wir gerne bereit sind, den ISHD-Vorstand einzuladen, damit dieser sich ein persönliches Bild von unserem Spieler machen kann.
Falls dies aufgrund eines zu hohen Kostenaufwandes nicht möglich sei, wir gerne bereit sind die Anfahrtskosten zu bezahlen bzw. auch den ISHD besuchen würden.

den Vorschlag einer Präsentation des Spielers in Form eines Videos. ein ärztliches Attest, in dem das Krankheitsbild aufgezeigt wird.
den Vorschlag, dass der Spieler selbst für eventuelle Verletzungsschäden aufkommt.

Wäre schön, wenn jemand mal was dazu sagen würde..
Mit freundlichen Grüßen! Niclas Braun.
dado16
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Anmeldungsdatum: 14.04.2006
Beiträge: 143

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2006 - 14:28:26    Titel:

Art. 3 Abs. 3 GG gewährt dem Einzelnen einen Abwehranspruch ggü dem Staat, schützt ihn dementsprechend grds. nicht vor Übergriffen Privater.

Zumal ist bei Art. 3 GG zu beachten, dass wesentlich gleiches willkürlich ungleich behandelt werden muss bzw. wesentlich ungleiches willkürlich gleich, ohne dass für diese Behandlung ein gewichter sachlicher Grund besteht.

Ob dass hier der Fall ist, ist zweifelhaft. Wenn der "Behinderte" genau dieselben Qualifikationen hätte wie ein "normaler" Inline-Skater" wäre die Ungleichbehandlung sicherlich nicht zu rechtfertigen. Allerdings muss man berücksichten, dass bei diesem Spiel die Inline-Skates im Grunde genommen das Spiel insgesamt prägen, was an sich für die Rechtfertigung einer "Ungleichbehandlung" ausreichen dürfte.
Thali1
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Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 314
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2006 - 15:12:09    Titel: Inline

Hallo,

der Verband ist nicht verpflichtet, dem Passantrag zu entsprechen. Art. 3 GG gilt durch den Grundsatz der mittelbaren Drittwirkung der Grundrechte im Privatrechtsverkehr zwar auch für Sportverbände, sein Schutzbereich dürfte vorliegend jedoch nicht verletzt sein. Insofern stimme ich meinem Vorposter zu.
Eine ablehnende Entscheidung müßte natürlich mit der Verbandssatzung in Einklang stehen, aber das scheint hier ja der Fall zu sein.

Falls die Möglichkeit besteht, eine Ausnahmeregelung zugunsten des Torwarts zu treffen, bin ich eher skeptisch, daß der Verband entsprechend entscheiden wird.

Der Verband würde sich dadurch auch für die Zukunft binden, d.h. er muß keine Ausnahmeregelungen treffen; er darf, wenn er eine solche getroffen hat, in der Zukunft aber nicht ohne hinreichende Gründe wieder davon abweichen; d.h. mal so oder so entscheiden.
Für den Verband ein Faß ohne Boden... Confused
Ein professionell geführter Verband würde den Antrag ablehnen und damit gleichzeitig bewirken, daß zukünftige ähnliche Antragsversuche gleich unterblieben.

D.h. jedoch nicht, daß Ihr keine guten Argumente habt. Wenn der Verband eher klein ist und mehr Party und Spiel Razz als Geld und Professionalismus Twisted Evil zum Ziel hat, habt ihr Chancen.
Pandur
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 09 Mai 2006 - 15:23:49    Titel:

http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/65126,0.html
Sorry, mit Verweis auf die Regeln mach ich dicht.

Beschwerden und Fragen bitte direkt an mich.

Gruß Pandur

P.S.: @campino77 Privatnachricht hat sich erledigt.
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