Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

B.Kalnoky: Keine Pläne für eine Teilung des Landes
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> B.Kalnoky: Keine Pläne für eine Teilung des Landes
 
Autor Nachricht
Made_in_Turkey
Newbie
Benutzer-Profile anzeigen
Newbie


Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2006 - 20:23:39    Titel: B.Kalnoky: Keine Pläne für eine Teilung des Landes

"Keine Pläne für eine Teilung des Landes"



Kurdischer Parteichef Ahmed Turk über die Zukunft der Kurden in der Türkei


von Boris Kalnoky

Istanbul - Die letztes Jahr gegründete "Partei für eine demokratische Gesellschaft" ist die größte kurdische Partei der Türkei. Sie gilt als der PKK nahestehend, die international als Terrororganisation eingestuft wird. Parteichef Ahmet Türk selbst jedoch, Sproß einer alten Aristokratenfamilie, gilt als gemäßigt und teilweise PKK-kritisch. Mit ihm sprach Boris Kalnoky über Perspektiven für die Kurden.

Die WELT: Die Armee führt eine große Offensive in der Region, warum?

Türk: Diese Operation verfolgt zwei Ziele. Einmal soll die PKK getroffen werden, man will aber sicher auch die AKP schwächen. (Regierungspartei, Anm.d. Red.). Beides soll dazu beitragen, eine demokratische Lösung des Kurdenproblems zu verhindern.

WELT: Ist es nicht die PKK, die eine Lösung verhindert? Warum begann sie 2004 wieder zu kämpfen?

Türk: Sie hatte fünf Jahre lang einen einseitigen Waffenstillstand eingehalten. Aber nichts tat sich. Es ist alles beim alten - die Türken sagen, es gibt kein kurdisches Problem, und jeder in der Türkei ist ein Türke. Wenn man die Gesellschaft nicht korrekt reflektiert, dann wird man die Probleme fühlen. Wir wollen aber in Frieden leben. Die Kurden wollen in der Türkei und mit den Türken leben. Es gibt keine Pläne für eine Teilung des Landes.

WELT: Wieso begann der bewaffnete Kampf der PKK in genau dem Augenblick, als erste Rechte und Reformen gewährt wurden - TV-Programme, Sprachkurse, kleine Schritte sicher, die aber damals von der gesamten kurdischen Gesellschaft als spektakuläre Tabu-Brüche bezeichnet wurden.

Türk: Man muß die Türkei genau verstehen. Es gibt Kräfte, die keine moderne Türkei wollen, und auch keinen EU-Beitritt. Es gibt derzeit große Anstrengungen dieser Kräfte, die Regierung unter enormen Druck zu setzen.

WELT: Damit meinen Sie die Armee. Auch Ihre Partei wird unter Druck gesetzt. Wird sie möglicherweise bald verboten?

Türk: Ja, das ist eine Möglichkeit. Es gibt Ermittlungen gegen uns und gegen viele unserer Leute. Wir stehen aber immer für Dialog. Wir fordern nichts anderes als eine demokratische Politik und das Recht, repräsentiert zu sein und unsere eigene Identität zu entwickeln. Es kann nicht angehen daß die Kurden nicht im Parlament repräsentiert sind, schuld daran ist die zehn-Prozent-Hürde.

WELT: Erdogan hat Ihnen auch Dialog angeboten - wenn Sie die PKK als terroristisch bezeichnen und sich von ihr distanzieren.

Türk: Wir haben diese Äußerung nicht als ein seriöses Gesprächsangebot betrachten können. Wissen Sie, es gibt hier 57 Parteien und alle nennen die PKK terroristisch. Haben sie deswegen irgendeine Wirkung auf die kurdische Politik gehabt? Ernste Probleme brauchen ernste Lösungen. Pragmatisch und ohne Emotionen. Wenn die Türken ein Reformprojekt formulieren, das Vertrauen erweckt, dann werden wir sehr gerne und sehr klar alle kritisieren, die Waffen gebrauchen. Krieg kann nie eine Lösung sein.

WELT: Radikalisiert die gegenwärtige Krise die kurdische Jugend?

Türk: Die Kurden wollen Ihre Rechte und sie wollen ihre kulturelle Identität entwickeln. Wenn man diese normalen demokratischen Forderungen der Bürger als Sicherheitsproblem behandelt, dann erreicht das Problem irgendwann eine andere Dimension. Die Türkei muß ihren Bürgern nur jene Rechte geben, die der modernen Welt entsprechen, und dann wird dem Land dieses Chaos und diese Atmosphäre erspart bleiben.


Artikel erschienen am Mo, 8. Mai 2006


http://www.welt.de/data/2006/05/08/883887.html

Diese Partei ist das inoffizielle Sprachrohr der Pkk,hat daran nach diesem Interview jemand noch irgendwelche Zweifel? Würde gerne mal "eure" Meinung hören....

schöne grüsse....
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> B.Kalnoky: Keine Pläne für eine Teilung des Landes
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum