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Was heilt in der Psychotherapie?
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Foren-Übersicht -> Psychologie-Forum -> Was heilt in der Psychotherapie?
 
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zak
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Anmeldungsdatum: 13.09.2005
Beiträge: 426

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 10:11:03    Titel:

Ich finde bedenklich, dass die Psychoanalyse, obwohl sie eine Therapiemethode ist (besser: behauptet zu sein), durchaus gefährlich sein kann, z.B. wenn sie Klienten einredet, ihre psychischen Probleme hätten Tramata als Ursache und diese Traumata erfindet. Sie mag ein interessantes philosophisches Konstrukt sein, aber als Therapieform halte ich mich an Niels Birbaumer ("Die Psychoanalyse ist ein Kunstfehler.") Übrigens gibt es von Freud selbst keinen einzigen belegten fall, wo er Heilung eines Patienten erreicht hätte. Und so wie zur Behandlung von Tuberkulose heute kein Aderlass mehr eingeseztzt wird, sollte man es bei Depressionen, Phobien und co. mit der Psychoanalyse halten.
Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 11:02:07    Titel:

Zitat:
Ich finde bedenklich, dass die Psychoanalyse, obwohl sie eine Therapiemethode ist (besser: behauptet zu sein), durchaus gefährlich sein kann, z.B. wenn sie Klienten einredet, ihre psychischen Probleme hätten Tramata als Ursache und diese Traumata erfindet. Sie mag ein interessantes philosophisches Konstrukt sein, aber als Therapieform halte ich mich an Niels Birbaumer ("Die Psychoanalyse ist ein Kunstfehler.") Übrigens gibt es von Freud selbst keinen einzigen belegten fall, wo er Heilung eines Patienten erreicht hätte. Und so wie zur Behandlung von Tuberkulose heute kein Aderlass mehr eingeseztzt wird, sollte man es bei Depressionen, Phobien und co. mit der Psychoanalyse halten.

Das ist schlicht falsch. Die PA hat eindeutige Wirksamkeitsnachweise geliefert, weswegen sie auch nach dem neuen Therapeutengesetz eine Kassenzulassung hat (wie auch TP und VT).
PAs reden iemanden ein Trauma ein, zumal ein Trauma keine psychoanalytische Erklärung oder gar Ursache für Neurosen ist!
zak
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Anmeldungsdatum: 13.09.2005
Beiträge: 426

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 12:33:43    Titel:

Ich habe auch nicht gesagt, dass die PA nicht wirkt. Aber bei Depression wirkt sie weniger gut als VT und Phaemakatherapie, wenn auch besser als Spontanheilung.
Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 13:18:24    Titel:

Zitat:
Ich habe auch nicht gesagt, dass die PA nicht wirkt. Aber bei Depression wirkt sie weniger gut als VT und Phaemakatherapie, wenn auch besser als Spontanheilung.


Sorry, aber auch das ist falsch. Erst mal ist Pharmatherapie keine Psychotherapie, und um die geht es hier im Thread. Zum zweiten, weiss ich nicht, woher die Info ist, das VT bei Depressionen besser sei als PA oder TP, jedenfalls nicht aus der psychotherapeutischen Forschung. In VT und vielen TPs findet bei Depressionen nur eine vorübergehende Verbesserung statt, nur bei der PA ist diese auch dauerhaft. Nachzulesen bsw im Psychotherapeutenjournal.
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 16:07:12    Titel: Warum Jung?

Hi Wolfgang,

eine klare Frage!
Hier eine Antwort.

Jung hat einmal (sinngemäß) gesagt, dass er niemanden hat heilen können, den er nicht zu "religiöser Geborgenheit" hat führen können.
Er nahm gelegentlich "zu einer der großen Volkskirchen Zuflucht",wenn differenzierte, individuelle religiöse Entwicklung nicht möglich schien.


Das ist ein wichiger Punkt.

Seelenheil-Kunde und Seelen-Heilkunde trenne ich nicht, Du wirst es wohl tun.

Neurose ist für mich immer auch geistige Unfreiheit, nicht Ruhen in etwas "Unerschütterlichem", nicht fähig sein für "unvermeidliche dunkle Täler", "nicht tragen können die Last des Irdischen".

Freud hielt Religion für eine Illusion.

Im übrigen danke ich Dir für die brauchbaren Anregungen!

Nette Grüße
S.
Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 16:41:53    Titel: Re: orthodoxe Psychoanalytiker

Salvini hat folgendes geschrieben:
Meines Wissens war es Freud selber, der die Spiegel Metapher definierte.
Dies war auch ein Grund, weshalb der Analysand den Analytiker nicht sehen sollte.
Der Analysand sollte die "Realität des Analytikers" nicht mitbekommen und somit einfach nur sein Inneres "enttarnen" und irgendwann zu Selbsterkenntnis gelangen.

Freud hat das klassische Setting mit Couch und PA dahintersitzend ursprünglich gemacht, weil er es nicht ertragen konnte, den ganzen Tag angestarrt zu werden. Und als er das eingeführt hat, hat er gemerkt, das dieses Setting sehr fruchtbar ist, weil der 'Fall' nicht mehr auf Reaktionen des PAs achtet und somit seinen Regungen sozusagen einen freieren Lauf lassen kann.

Zitat:
Klassische Psychoanalytiker fragen während der Analyse häufig: Wie erleben sie mich?

Das wundert mich, das PAs so etwas fragen sollen...
Zitat:
Sie gehen eben davon aus, dass die Antworten (etwa: Sie sind bösartig, fromm oder was auch immer) nicht real ihre Person betreffen, sondern Projektionen sind, die zurückgenommen werden müssen.

Die sollen nicht zurückgenommen werden, das klingt so, als seinen Projektionen falsch... sind sie nicht, es geht nicht um falsch oder richtig. Es geht eher darum, das man gerade durch dieses seltsame Setting dem 'Fall' dazu verhilft zu merken, das er eine bestimmte 'Methode' entwickelt hat mit der Wirklichkeit umzugehen. Und diese Methode wird gerade dadurch 'sichtbar', das kein 'Gegenüber' da ist... dadurch wird der 'Fall' in die Lage versetzt die eigene Beteiligung zu spüren...

Zitat:
Die sog "Abstinenz" des Analytikers gegenüber seinem Klienten wird manchmal mehr oder weniger scherzhaft mit einer Metapher beschrieben.
Wenn ein Analytiker in einer Gaststätte speist, und ein Klient kommt rein, läßt er das Essbeseck fallen und geht, damit dieser nichts von der menschlichen Realität des Therapeuten mitbekommt,er eben auch Spiegel bleibt.

Ne, er kann die menschliche Seite des PAs ruhig mitbekommen, das ist nicht das Problem. Nur in der Behandlung muss der PA sichern können, das er nicht durch persönliche Verwicklungen in Gegenübertragungsprobleme reinkommt....

Zitat:
In der Praxis wird wohl dieses Prinzip von den meisten durchbrochen, doch gibt es wohl immer noch klassische Freudianer, die "nur Spiegel sein wollen".

Auch in der Freudschen PA ist der Therapeut nicht nur Spiegel, er greift auch ins Geschehen ein und analysiert...
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:00:49    Titel: Viele Formen in der Psychoanalyse

Es gibt so viele Psychoanalytiker, wie es Menschen gibt, die diesen Beruf ausüben.

Jeder ist anders und arbeitet anders und interpretiert die Freudsche Lehre anders.
Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:19:45    Titel: Re: Viele Formen in der Psychoanalyse

Salvini hat folgendes geschrieben:
Es gibt so viele Psychoanalytiker, wie es Menschen gibt, die diesen Beruf ausüben.

Jeder ist anders und arbeitet anders und interpretiert die Freudsche Lehre anders.

Ne, es gibt verbindliche Grundzüge in der PA, die man in der Ausbildung lernt, sonst könnte man sich ja die Ausbildung sparen, wenn das eh jeder anders machen würde...
Natürlich gibt es auch einen persönlichen Stil jedes Therapeuten, aber die Basis ist immer die PA... und das wird auch 'überwacht' in Form der Supervision, bei der man mit Kollegen die Fälle bespricht. Wenn jemand da eigenmächtig behandelt, dann bekommt er einen auf den Deckel von den Kollegen... und das ist richtig so, denn es geht ja darum dem 'Fall' fundiert zu helfen und nicht den persönlichen Eitelkeiten nachzugehen (so nach dem Motto: ich weiss es ja viel besser als Andere, oder wild rumzuexperimentieren).
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:28:18    Titel: Raum für persönliche Kreativität

Die Ausbildungsordnung schreibt nicht vor, in welchem Maß sich z.b. ein Psychoanalytiker einbringt.

Das ist ihm überlassen.

Er kann passiv bleiben, menschliche Zuwendung geben und vieles mehr.

Unendliche Spielräume für ein Geschehen,das dann Psychoanalyse genannt wird, wenn ein verantwortungsvoll augebildeter Therapeut mit Lehranalyse tätig ist.
Niemand schreibt ihm vor, Elemente von anderen Richtungen zu integrieren oder nicht.
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:40:39    Titel: Rücknahme von Projektionen

Die Rücknahme von Projektionen ist das A und O des psychoanalytischen Prozesses.

Der "Hauptabwehrmechanismus" sollte immer wieder durchschaut werden, der Widerstand durchbrochen werden.

Es gab keine sinnvolle psychoanalytische oder sonstwie pschotherapeutische Behandlung, wenn ein Klient nicht mit verstärktem Wissen über seinen "Schatten" daraus hervorgeht und sein Leben lang vor der Aufgabe steht, zu fragen:
Wenn ich mit dem Zeigefinger auf einen anderen zeige, wieviel zeigen dann auf mich?
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