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Was heilt in der Psychotherapie?
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Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:46:14    Titel: Re: Raum für persönliche Kreativität

Salvini hat folgendes geschrieben:
Die Ausbildungsordnung schreibt nicht vor, in welchem Maß sich z.b. ein Psychoanalytiker einbringt.

Das ist ihm überlassen.

Er kann passiv bleiben, menschliche Zuwendung geben und vieles mehr.

Unendliche Spielräume für ein Geschehen,das dann Psychoanalyse genannt wird, wenn ein verantwortungsvoll augebildeter Therapeut mit Lehranalyse tätig ist.
Niemand schreibt ihm vor, Elemente von anderen Richtungen zu integrieren oder nicht.

Da muss ich widersprechen. Die Ausbildung schreibt vor, wie man behandelt... genau darin wird man ja ausgebildet, eben in psychoanalytischer Behandlung.
Aber das PA Konzept ist ja nicht starr, im Gegenteil. Man muss das PA Konzept immer am 'Fall' anpassen, sonst funktioniert es nicht. Das nennt man Mitbewegung.
Und wenn ein PA nun plötzlich anfängt anders zu behandelt also bsw verhaltenstherapeutisch, dann bringt er damit die Behandlung ins stolpern... das funktioniert nicht...
So weit liegen wir nicht auseinander, glaube ich. Der Unterschied ist nur, das Du denkst, das sich an ein Behandlungssystem zu orientieren bedeutet, das man dann nicht mehr auf den individuellen Fall eingehen kann. Das PA Konzept lebt nur im Austausch mit dem jeweiligen Fall und insofern ist jede Behandlung anders, aber immer ist es PA...
Das PA Konzept ist ein Mitbewegungskonzept, das nur 'lebendig' und wirksam wird im Austausch mit dem Leben, das man auf der Couch liegen hat...
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:48:16    Titel: Jeder Fall ist anders

Physiklaie hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Ich habe auch nicht gesagt, dass die PA nicht wirkt. Aber bei Depression wirkt sie weniger gut als VT und Phaemakatherapie, wenn auch besser als Spontanheilung.


Sorry, aber auch das ist falsch. Erst mal ist Pharmatherapie keine Psychotherapie, und um die geht es hier im Thread. Zum zweiten, weiss ich nicht, woher die Info ist, das VT bei Depressionen besser sei als PA oder TP, jedenfalls nicht aus der psychotherapeutischen Forschung. In VT und vielen TPs findet bei Depressionen nur eine vorübergehende Verbesserung statt, nur bei der PA ist diese auch dauerhaft. Nachzulesen bsw im Psychotherapeutenjournal.






Die Wirkungsweise therapeutischer Methoden (etwa bei Depressioen) ist individuell verschieden.
Persönliche Interpretationen oder Erfahrungsberichte von Angehörigen einzelner Berufsgruppen sollten kritisch angegangen werden.


Zuletzt bearbeitet von Salvini am 24 Mai 2006 - 18:26:38, insgesamt einmal bearbeitet
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:51:39    Titel: Re: Raum für persönliche Kreativität

Physiklaie hat folgendes geschrieben:
Salvini hat folgendes geschrieben:
Die Ausbildungsordnung schreibt nicht vor, in welchem Maß sich z.b. ein Psychoanalytiker einbringt.

Das ist ihm überlassen.

Er kann passiv bleiben, menschliche Zuwendung geben und vieles mehr.

Unendliche Spielräume für ein Geschehen,das dann Psychoanalyse genannt wird, wenn ein verantwortungsvoll augebildeter Therapeut mit Lehranalyse tätig ist.
Niemand schreibt ihm vor, Elemente von anderen Richtungen zu integrieren oder nicht.

Da muss ich widersprechen. Die Ausbildung schreibt vor, wie man behandelt... genau darin wird man ja ausgebildet, eben in psychoanalytischer Behandlung.
Aber das PA Konzept ist ja nicht starr, im Gegenteil. Man muss das PA Konzept immer am 'Fall' anpassen, sonst funktioniert es nicht. Das nennt man Mitbewegung.
Und wenn ein PA nun plötzlich anfängt anders zu behandelt also bsw verhaltenstherapeutisch, dann bringt er damit die Behandlung ins stolpern... das funktioniert nicht...
So weit liegen wir nicht auseinander, glaube ich. Der Unterschied ist nur, das Du denkst, das sich an ein Behandlungssystem zu orientieren bedeutet, das man dann nicht mehr auf den individuellen Fall eingehen kann. Das PA Konzept lebt nur im Austausch mit dem jeweiligen Fall und insofern ist jede Behandlung anders, aber immer ist es PA...
Das PA Konzept ist ein Mitbewegungskonzept, das nur 'lebendig' und wirksam wird im Austausch mit dem Leben, das man auf der Couch liegen hat...






Davon spreche ich.
Es gibt ein "Interventionssystem", Regeln und Muster, das psychoanalytisch genannt wird.
Und einen weiten Raum von Freiheit für den Therapeuten im Einzelfall.
Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:53:12    Titel: Re: Rücknahme von Projektionen

Salvini hat folgendes geschrieben:
Die Rücknahme von Projektionen ist das A und O des psychoanalytischen Prozesses.

Ne! Es geht nicht ohne Projektion, oder anders formuliert: wir drehen immer an der Wirklichkeit herum. Das zeigt schon die Wahrnehmungspsychologie: wir nehmen nie eine 'Abbild' der Wirklichkeit wahr, sondern formen sie immer auch...
Insofern geht es in der PA nicht darum Projektionen rückgängig zu machen, sondern darum einen neurotischen seelischen 'Apparat' wieder in Bewegung zu setzen, damit er einen anderen Dreh entwickeln kann, und einen, der nicht mehr 'leidend macht oder selbstbehindernd wirkt.
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 17:56:27    Titel: Projektionen?

Erleben ist (letztlich) NUR Projektion.

Aber sie muss nicht zutreffen.

Also muss ich sie auch zurücknehmen können und fragen können: Irre ich mich?
Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 18:15:07    Titel: Re: Projektionen?

Salvini hat folgendes geschrieben:
Erleben ist (letztlich) NUR Projektion.

Aber sie muss nicht zutreffen.

Also muss ich sie auch zurücknehmen können und fragen können: Irre ich mich?

In der Behandlung gibt es kein 'falsches' Erleben... ein wichtiger Grundsatz in der PA. Da geht es eher darum mitzubekommen WIE man es macht, nicht ob es richtig oder falsch ist. Um beim Spiegelbild zu bleiben: ein Spiegel moralisiert nicht, er zeigt wie es ist...

Im Alltag stellt man die Frage 'Irre ich mich oder nicht' und da ist die Frage auch wichtig, aber Behandlung ist was anderes...
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 18:20:39    Titel: Re: Projektionen?

Physiklaie hat folgendes geschrieben:
Salvini hat folgendes geschrieben:
Erleben ist (letztlich) NUR Projektion.

Aber sie muss nicht zutreffen.

Also muss ich sie auch zurücknehmen können und fragen können: Irre ich mich?

In der Behandlung gibt es kein 'falsches' Erleben... ein wichtiger Grundsatz in der PA. Da geht es eher darum mitzubekommen WIE man es macht, nicht ob es richtig oder falsch ist. Um beim Spiegelbild zu bleiben: ein Spiegel moralisiert nicht, er zeigt wie es ist...

Im Alltag stellt man die Frage 'Irre ich mich oder nicht' und da ist die Frage auch wichtig, aber Behandlung ist was anderes...






Die Frage, "wie erleben Sie mich", auf die ich schon zu sprechen kam, ist die Aufforderung: Schauen Sie in den Spiegel.

Was dann kommt,.ist das INNERE des Analysansden.
Es kann insofern falsch vom Analysanden interpretiert werden, wenn dieser darauf besteht, zu sagen: Das sind SIE, Herr Analytiker!
Er erkennt dann gerade nicht den Spiegel.
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 18:39:29    Titel: "Menschheit zum Patienten"

Sowohl Freud als auch Jung wollten nicht einfach nur Klienten,die nach der Analyse oder Therapie "liebes- und arbeitsfähig" sind, also funktionieren.

Sie wollten AUCH erweiterte Selbsterkenntnis für ihre Klienten.

Einsicht in den SCHATTEN, wie Jung sagt.
Erweiterung des Wissens über sich selber.

Wenn jemand nicht aufhört, die dunklen Aspekte seines Geistes immer nur bei anderen zu sehen, wird er nie wirklich wachsen.
D.h.er muss seine Projektionen zurücknehmen.
Physiklaie
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Anmeldungsdatum: 20.05.2006
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 18:40:48    Titel: Re: Projektionen?

Salvini hat folgendes geschrieben:
Die Frage, "wie erleben Sie mich", auf die ich schon zu sprechen kam, ist die Aufforderung: Schauen Sie in den Spiegel.

Was dann kommt,.ist das INNERE des Analysansden.
Es kann insofern falsch vom Analysanden interpretiert werden, wenn dieser darauf besteht, zu sagen: Das sind SIE, Herr Analytiker!
Er erkennt dann gerade nicht den Spiegel.

Ich kenne mehrere psychoanalytische Kollegen und ich habe noch nie gehört, das einer diese Frage stellt... aber egal, wichtig ist, was sie meinen, nämlich die 'Spiegelfunktion'.

Ich lasse auch mal das mit dem Inneren außen vor, da würden viele (und auch ich) widersprechen: PA ist keine Wissenschaft vom Inneren. Mit dem 'Inneren' befasst sich die Medizin, die Physiologie, etc...

Ich weiss nicht genau, ob ich das richtig verstehe mit dem falsch interpretiert werden. Ich gehe mal davon aus, das es so gemeint ist, das man als PA auch falsch deuten kann... natürlich... am Anfang versteht man vieles nicht und man sucht nach Zusammenhängen, dabei kann man auch Hypothesen aufstellen, die sich als falsch erweisen... aber dafür ist die psychoanalytische Behandlung ein Prozess, durch den sich das im Laufe der Behandlung klärt. Und wenn man mit einem Fall gar nicht zurechtkommt (und das gibt es), dann hat man Kollegen mit denen man das gemeinsam in der Supervision klären kann... manchmal ist das Seelische so verwickelt, das man da wirklich nur schwer durchblickt... aber das ist nicht schlimm, so ist das Seelische nun mal und das macht es auch so interessant.
Salvini
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Anmeldungsdatum: 02.08.2005
Beiträge: 754

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 - 18:49:21    Titel: Das Innere

Das Innere ist hier die Tiefenschicht meines Geistes, besonders mit verdrängten, verleugneten Inhalten, die sich als Symptome etc. bemerkbar machen.

Ich muss sie kennenlernen, wenn die Symptome, die ERSATZHANDLUNGEN aufhören sollen.

Ich muss mehr über mich selber erfahren.

Den SCHATTEN meines Geistes kennenlernen.

Ein agressiver Mensch etwa kann auf einer Couch liegen und fragen: Warum sind sie so aggressiv? Ich bin doch so lieb?

Dieser Mechanismus in endlosen Variationen muss durchbrochen werden.
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