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Juristin mit kopftuch- geht das?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Juristin mit kopftuch- geht das?
 
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dado16
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Anmeldungsdatum: 14.04.2006
Beiträge: 143

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2006 - 22:12:14    Titel:

Was hat das denn bitte wieder damit zu tun?

Der Staat ist zur Neutralität verpflichtet, dass dir das nicht gefällt, kannst du gerne dem BVerfG kundtun.
ghizlane
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Anmeldungsdatum: 21.05.2006
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2006 - 22:17:33    Titel:

dado16 hat folgendes geschrieben:
Was hat das denn Bitte wieder damit zu tun?

Der Staat ist zur Neutralität verpflichtet, dass dir das nicht gefällt, kannst du gerne dem BVerfG kundtun.


kann mich nicht erinnern dies gesagt zu haben Cool
aber danke für deinen tipp bei gelegenheit, werde ich deinem rat nach gehen Wink
Joe2000
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 109

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 00:01:04    Titel:

Soll sie doch in die Türkei zurück. Was soll das? Wir Deutschen sind
viel zu tolerant, weil wir durch unsere Geschichte Komplexe haben.

Stellt euch das mal umgekehrt vor. Deutsche würden sich in der
Türkei so aufführen...Nationalhymne auf türkisch (Ströbele)...
das hat schon nichts mehr mit Toleranz zu tun, das ist anbiedernd
und durch einen Schuldkomplex bedingt.

Wahrscheinlich zieht sie das Kopftuch nur wegen ihrer fanatischen
Familie an.

Und bevor jetzt wieder gemotzt wird: Nein ich bin nicht
rechtsradikal und kein Antisemit!
Recht komisch
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Anmeldungsdatum: 22.07.2005
Beiträge: 1956
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 00:19:03    Titel:

Joe2000 hat folgendes geschrieben:
Soll sie doch in die Türkei zurück. Was soll das? Wir Deutschen sind
viel zu tolerant, weil wir durch unsere Geschichte Komplexe haben.

Stellt euch das mal umgekehrt vor. Deutsche würden sich in der
Türkei so aufführen...Nationalhymne auf türkisch (Ströbele)...
das hat schon nichts mehr mit Toleranz zu tun, das ist anbiedernd
und durch einen Schuldkomplex bedingt.

Wahrscheinlich zieht sie das Kopftuch nur wegen ihrer fanatischen
Familie an.

Und bevor jetzt wieder gemotzt wird: Nein ich bin nicht
rechtsradikal und kein Antisemit!


Das ist insoweit keine "allgemeine Toleranzfrage", und mit der Türkei oder Klischees über "Fanatische Familien" hat das auch nichts zu tun, warum auch?! Ausgerechnet das türkische Rechtssystem als Vergleich aufzufahren, ist ebenfalls etwas ...äääh...unglücklich - bleiben wir lieber bei unserer Grundordnung.
Im Mittelpunkt stehen vielmehr die grundrechtlich gesicherte Religionsfreiheit des Individuums einerseits, im öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis aus der staatlichen Neutralitätspflicht folgend die beamtenrechtliche Mäßigungspflicht andererseits (sofern dem Gesetzesvorbehalt entsprochen wurde). Außerhalb dessen bleiben zur Rechtfertigung einer Einschränkung nur andere Rechtsgüter von Verfassungsrang wie die negative Religionsfreiheit - und ansonsten die Diskriminierungsverbote des Art. 3 III GG. Im Zusammenhang mit juristischen Berufen fällt mir da nur die vielbeschworene Funktionsfähigkeit der Rechtspflege ein; warum die aber durch Kopftücher überhaupt beeinträchtigt sein soll, bedürfte schon der Begründung.
gerry
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 10:17:02    Titel:

@Dado16:

Ich habe bei meinem Praktikum am Amtsgericht gesehen, dass einige Anwälte auch nur im Anzug gekommen sind. Da dies nicht beanstandet worden ist, schließe ich daraus, dass der Robenzwang nicht für die Anwälte gilt.
Wenn jemand eine diesbezügliche Norm kennt, würde sie mich interessieren.

Da es keinen Robenzwang für Anwälte gibt, es somit wohl auch keine zwingenden Kleidervorschriften existieren (mit Ausnahme natürlich der "Staatsbediensteten" Richter und Staatsanwalt), wäre auch ein Kopftuch kein Problem.

Hierzu übrigens ein, wie ich finde, nettes Beispiel:

Ein Problem wäre z.B. das Tragen eines Hutes während der Verhandlung. Dem Tragenden könnte vom Richter aufgetragen werden, diesen abzunehmen. Ähnlich könnte es sich mit dem Kopftuch verhalten.
Kopftuch und Hut haben aber hier dann unterschiedliche Funktionen. Eine Infrage kommende Missachtung des Gerichts durch das Kopftuchtragen fällt weg, da durch das Kopftuchtragen eine religiöse Haltung nach außen getragen wird und nicht wie beim Aufbehalten eines Hutes nach allgemeiner Verkehrsanschauung dem Gericht eine Geringschätzung seitens des Anwalt entgegengebracht wird.

Ich habe mich mit dem GVG noch nicht so beschäftigt, aber meiner Meinung nach dreht sich somit das hier diskutierte und auch in meinem Beispiel genannte Fall um die §§ 169ff. GVG, die auch die Sitzungspolizei regeln.
Das Tragen eines Hutes während der Verhandlung würde dann entweder unter § 177 oder wohl eher unter § 178 GVG fallen. Der Huttragende würde sich also ungebührlich verhalten. Eine Kopftuch tragende Anwältin würde wie im Beispiel beschrieben nicht darunter fallen.
dado16
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Anmeldungsdatum: 14.04.2006
Beiträge: 143

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 11:20:45    Titel:

Zitat:

1. Die Verpflichtung des Rechtsanwalts, vor Gericht in Amtstracht aufzutreten, ist dort, wo gesetzliche Bestimmungen fehlen, gewohnheitsrechtlich begründet. Dieses Gewohnheitsrecht verletzt nicht Art. 12 Abs. 1 GG.
2. Die Überwachung der Einhaltung dieser Verpflichtung obliegt auch dem Prozeßgericht.
3. Das Prozeßgericht kann einen Rechtsanwalt, der das Auftreten in Amtstracht ablehnt, in einem bestimmten Rechtsstreit für einen einzelnen Verhandlungstermin als Prozeßbevollmächtigten zurückweisen.


BVerfGE 28, 21 - Robenstreit

http://www.oefre.unibe.ch/law/dfr/bv028021.html


Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass nicht alles was gemacht, auch unbedingt mit der geltenden Rechtsordnung im Einklang steht. Das einzelne Gerichte es dulden ist ihre Sache.
Oezkan
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Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 256

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 13:16:45    Titel:

Joe2000 hat folgendes geschrieben:
Soll sie doch in die Türkei zurück. Was soll das? Wir Deutschen sind
viel zu tolerant, weil wir durch unsere Geschichte Komplexe haben.

Stellt euch das mal umgekehrt vor. Deutsche würden sich in der
Türkei so aufführen...Nationalhymne auf türkisch (Ströbele)...
das hat schon nichts mehr mit Toleranz zu tun, das ist anbiedernd
und durch einen Schuldkomplex bedingt.

Wahrscheinlich zieht sie das Kopftuch nur wegen ihrer fanatischen
Familie an.

Und bevor jetzt wieder gemotzt wird: Nein ich bin nicht
rechtsradikal und kein Antisemit!



Das spricht nicht gerade für deine Intelligenz. Solche Rechtsvergleiche sind wie schon gesagt sehr unglücklich. Im übrigen wäre diese Disukussion in der Türkei schon ange im Keim erstickt,da dort (mE sehr richtig) es ausgeschlossen ist mit Kopftuch an öffentlich-rechtlichen Anstalten agieren zu dürfen. Ich denke du solltest dein Kauderwelsch lieber für dich behalten und mehr lesen. Wenn du eine Meinun hast dann kannst du sie ruhig mit voller berechtigung kundtun aber bitte zivilisiert.
ghizlane
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Anmeldungsdatum: 21.05.2006
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 17:04:22    Titel:

@ joe2000
Arrow du behauptest zwar, dass du weder ein antisemitist noch ein rechtsradikaler bist(was ja im grunde genommen aufs gleiche hinausgeht), jedoch spiegelst du genau deren beschränkte denkungsart wieder Rolling Eyes

"wir deutschen"sind zu tolerant, "geschichtskomplex"selbst ich als deutsche muss mich schämen, wenn ich meine landsleute so reden höre, aber das ist ein anderes thema...

"soll sie doch in die türkei zurück" 1. wer hat gesagt, dass es sich bei der betreffenden person , um eine türkin handelt?
2.auch wenn ihr herkunftsland nun die türkei wäre, wie kannst du von ihr erwarten, in ein land zurück zu kehren, in dem sie vielleicht wie jeder andere deutsche auch(der es sich leisten kann) nur zwei wochen im abstand von 1-2 jahren zu urlaub ist?akzeptiere es oder lass es ein, sie ist in deutschland geboren, hier zur schule gegangen und absolviert hier ihr studium, sie ist deutsche ob dus willst oder nicht, dass einzige was sie von manch anderen deutschen unterscheidet ist ihre religion-mehr nicht.

zurück zu deiner äußerung Arrow das tragen des kopftuchs würde auf fanatismus beruhen bzw. zurück gehen...daran merkt man, dass du wohl sehr wenig ahnung vom islam hast und du wahrscheinlich auch kein interesse zeigen willst dich über die religion vorher zu informieren , bevor du darüber herziehst.
naja ich sage nur BILD bildet Laughing

@gerry
du hast vollkommen recht, vernünftiger argumentationsgang Exclamation
Pandur
Moderator
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Moderator


Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 849

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 17:15:04    Titel:

Zitat:

hallo ihr lieben,

hab da mal ne frage, und zwar kenne ich einige mädels, die vom glauben her muslime sind und auch kopftuch tragen.eine von diesen freundinnen ist grad im 5. semester ihres jurastudiums-sie trägt kopftuch, hat sie überhaupt eine realistische chance nach ihrem studium und auch während ihres praktikums mit ihrem kopftuch eine stelle zu bekommen?oder ist das unmöglich?
ich respektiere ihre religion und habe sie sehr lieb gewonnen und nun möchte ich ihr helfen eine stelle zu bekommen!ihr abischnitt lag bei 1.3-eigendlich sollte das kopftuch kein hinderniss sein oder?


Ähm, ich möchte hier nochmals kurz auf die eigentliche Fragestellung hinweisen.
Sinngemäß ging es um die Frage, ob das Kopftuch ein Hindernis bei der ausübung des juristischen Berufes ist. Nicht Gegenstand der Frage war, ob das tragen eines Kopftuches aus religiösen Gründen sinnig / unsinnig ist.
Lasst deshalb die Diskussion bitte nicht zusehr in eine Auseinandersetzung über die einzelnen Religionen ausufern.

Hoffnungsvoll Pandur


Zuletzt bearbeitet von Pandur am 22 Mai 2006 - 17:50:00, insgesamt einmal bearbeitet
ghizlane
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Anmeldungsdatum: 21.05.2006
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2006 - 17:23:41    Titel:

Pandur hat folgendes geschrieben:
Zitat:

hallo ihr lieben,

hab da mal ne frage, und zwar kenne ich einige mädels, die vom glauben her muslime sind und auch kopftuch tragen.eine von diesen freundinnen ist grad im 5. semester ihres jurastudiums-sie trägt kopftuch, hat sie überhaupt eine realistische chance nach ihrem studium und auch während ihres praktikums mit ihrem kopftuch eine stelle zu bekommen?oder ist das unmöglich?
ich respektiere ihre religion und habe sie sehr lieb gewonnen und nun möchte ich ihr helfen eine stelle zu bekommen!ihr abischnitt lag bei 1.3-eigendlich sollte das kopftuch kein hinderniss sein oder?


Ähm, ich möchte hier nochmals kurz auf die eigentliche Fragestellung hinweisen.
Sinngemäß ging es um die Frage, ob das Kopftuch ein Hindernis bei der ausübung des juristischen Berufes ist. Nicht Gegenstand der Frage war, ob das tragen eines Kopftuches aus religiösen Gründen sinnig / unsinnig ist.
Lasst deshalb die Diskussion bitte nicht zusehr in eine Auseinandersetzung über die einzelnen Religionen ausufern.

Hoffnungsvoll Pandur


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